Diese Einstellung erinnert mich ein wenig an meinen Freund.
Er regt sich dauernd über die Frauen auf die sich zum Essen einladen lassen usw.
Generell muss ich schon oft feststellen dass einige Männer so denken.
Bei uns kam es in letzter Zeit auch hin und wieder zu Streits, denn nachdem ich ihm zum Essen, ins Kino, ins Schwimmbad usw eingeladen hatte und er sich beschwerte weil ich bei einen Einkauf nicht die Hälfte zahlen wollte, wurde ich etwas gereizt und hab ihm auch ordentlich was dazu gesagt.
Klar ich muss zugeben, ich fände es toll wenn ich mal von meinem Freund mit nem Essen, Geschenken oder sonstwas überrascht würde, jedoch verlange ich sowas nicht und verachte es auch wenn Frauen davon ausgehen, dass der Mann alles zahlt. Jedoch scheinen heutzutage auch zu viele Leute das zu verallgemeinern und denken strikt jede junge Frau nimmt einen aus.
Einer der ersten Vorschläge, Essen gehen und schauen ob die Frau ihren Part bereitwillig zahlt, halte ich für sehr gut.
Da zeigt sich so die erste Einstellung. 🙂
Ich kann das ebenfalls umdrehen. Ich habe bei mir im Umfeld beobachtet, dass manche Männer auch über "geldgeile Frauen" geschimpft haben. Oder, dass taffe, selbstbewusste Frauen dank Feminismus es heute nicht mehr nötig haben, sich zum Essen einladen zu lassen.
Das mag auch stimmen. Aber hierbei wird der "Ich will dir eine Freude machen, weil ich dich gern habe"-Aspekt übersehen.
Und unabhängig davon waren das dann aber auch die gleichen Männer, die im Haushalt nicht sooo gerne und viel mitgemacht haben. Und wo die Frau dann den Löwenanteil erledigt hat. Wo sie öfters gekocht hat. Oder mal zwischendurch nach der Arbeit eingekauft und nicht den Kassenzettel dem Mann unter die Nase gehalten hat, damit er gleich die Hälfte davon bezahlt. Oder wo es okay war, dass er ständig bei ihr übernachtet, duscht, mitisst, aber wenn sie dann mal fragt, ob er das Essen bezahlen kann, wenn sie ausgegangen sind, rumgemotzt wurde.
Ich glaube, dass viele nicht sehen, aus wie vielen Aspekten eine Beziehung im Alltag besteht, wo es sehr schwer ist, eine exakte Aufrechnung hinzubekommen. Außer, man ist sehr kleinlich und lieblos. Da wird dann beim Thema "Fairness" oder "Aufrechnung" meistens das Geld hergenommen. Aber weniger bis gar nicht die anderen Kleinigkeiten, aus denen Beziehungsalltag besteht.
Oder es wird dann mehr gesehen "Schlimm, die will so oft zum Essen ausgeführt werden und ich soll bezahlen!", aber nicht, was vielleicht im Gegenzug für einen wiederum gemacht wird, wo man Kompromisse eingeht oder mal ein Auge zudrückt und es nicht so genau nimmt.
Vielleicht kokettieren einige Herren auch gerne mit diesem Todschlagargument "Geldgeile Frau!" - aber wenn sie dann zu ihrem Gunsten nicht an anderer Stelle zur Kasse gebeten oder gleichartiger Beteiligung angehalten werden, dann ist das wieder okay.
Und das Deckmäntelchen "Geldgeile Frau" oder "Du als selbstbewusste, emanzipierte Frau hast es doch nicht nötig, dich einladen zu lassen" ist ein einfacheres Argument, als vielleicht dazu zu stehen, dass man über die Angst hinaus, dass Frau das Geld sehr gut findet, doch sehr bequem und ichbezogen sein kann.