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Gefühlstot/ Emotionstot. Was tun?

A

anni2456347

Gast
Hallo liebe User.
Ich habe lange hin und her überlegt und möchte nun doch um Rat fragen.
Wie der Titel es schon sagt, habe ich Probleme mit einem, ich nenne es mal "Gefühlstot."
Ich kann keine Gefühle wie Freude, Angst, Trauer, Nervosität oder sonstiges empfinden. Ich spüre keine Hormonschübe, man kann mich nicht erschrecken und kann auch nicht weinen.
Das mag wirklich komisch klingen, aber es ist wirklich so.

Ich muss auch sagen, dass ich leider depressov veranlagt bin. Schon 2 mal im Leben hatte ich eine richtige Depression und die waren definitiv alles andere als schön. Vor 1 - 2 Jahren war auch so ein typischer Fall in Sachen: "Ach, das macht doch eh alles keinen Sinn und das Leben ist ätzend..."
Angefangen hat meine depressive Haltung vor Jahren, als ich von meinen ehemaligen Mitschülern extrem fertig gemacht wurde, dadurch fast alle Freunde verloren habe und alleine stand.
Ein paar Jahre später, auf einer neuen Schule, hatte ich mit einer anderen Person zu kämpfen, die der Meinung war mich psychisch fertig zu machen, weil ich nicht nach ihrer Pfeife getanzt habe. (Für sie als Freundin musste man in all ihren Ansichten perfekt sein und wehe man war es nicht...)
Daran bin ich in den letzten beiden Jahren ziemlich kaputt gegangen, ALLERDINGS konnte ich dort fühlen. 80% des Tages eigentlich nur Trauer und Wut. Vor 2 Jahren wurde es dann so schlimm, dass ich mir gewünscht habe, man könnte die Gefühle wie ein Schalter ausdrücken.
Irgendwann bin ich dann in eine richtige Depression gefallen. Mit Schlafstörungen, Essstörungen usw.
Und als diese vorbei war, war ich wie ausgewechselt. Alles war mir egal, man konnte mich nicht mehr verletzen, ich hatte eine unsichtbare Blockade aufgebaut, durch die keiner mehr durchdringen konnte. Und das hat mich glücklich und stark gemacht.
Doch mittlerweile merke ich dadurch eines: Ich bin komplett gefühlstot. Ich kann mich nicht für andere freuen, nicht mal für mich selbst, kann nicht dankbar sein, kann wiederrum keine Angst oder Nervosität verspüren. Selbst wenn man mich erschreckt, spüre ich in mir absolut nichts. Ich kann noch nicht mal über Dinge lachen! Ich lache wirklich sehr selten und das macht mich ganz schön traurig, um ehrlich zu sein.
Und datürlich heißt das auch, dass ich nicht lieben kann. Ich liebe zwar meine Eltern und meine Brüder, aber ich kann mich nicht verlieben. Und der Witz an der Sache ist ja auch noch, dass ich mir eigentlich so sehr einen Freund wünsche, den ich lieben kann. Es gibt sogar einen Mann, der mich liebt und er ist absolut perfekt! Nett, zuvorkommend, erwachsen, hilfsbereit und offen für alles. Und ich verspüre absolut nichts für ihn. So war es auch in meiner vorigen Beziehung und diese ist eben wegen meinen nicht vorhandenen Gefühlen zu Brüche gegangen. Mit dem interessierten Mann bin ich noch nicht zusammen, weil ich nichts eingehen will, was für mich nichts bedeutet.
Meine Mutter sagt immer: "Der Richtige kommt schon noch."
Ich bin schon 20 und hatte keine richtige Beziehung, weil ich nicht lieben kann. So langsam macht mich das schon ein bisschen depressiv, wenn ich ehrlich bin.

Aber nicht nur "innerlich" harpert es bei mir. Ich bin absolut träge und faul geworden! Vor 1 - 2 Jahren habe ich täglich Sport getrieben (solange meine Gesundheit es zugelassen hat, aber dazu komme ich später noch), außerdem war ich ab und zu auch mal aus und habe etwas unternommen.
Heute....komme ich um 17 Uhr nach Hause und setze mich vor den PC. Dann gehe ich schlafen und genauso spielt sich jeder Tag meines Lebens ab.
Der Witz an der Sache ist: Ich wünsche mir so sehr auch mal außer Haus zu gehen! Aber ich wohne in nem kleinen Dorf, in dem ich keine Freunde habe. Insgesamt habe ich nur 2 richtige Freundinnen, aber die eine schenkt mir immer nur Neid und Eifersucht (in allem, was möglich ist) und die andere, meine beste Freundin, ist zwar superlieb, aber sie ist vom Kopfe her noch nicht erwachsen (hat bei ihr aber auch gesundheitlich zu tun), was bedeutet, dass ich mit ihr auch schlecht mal über gewisse Dinge sprechen kann, was auch immer.
Und jetzt kommt die Trägheit dazu: Ich könnte mich ja mal aufrappeln und was an meinem Alltag ändern, ABER ICH TUE ES NICHT, WEIL ICH ZU FAUL BIN! Na gut, faul ist vielleicht das falsche Wort....im allgemeinen wünsche ich mir so sehr außer Haus zu kommen, aber wenn denn mal was ansteht, zb. ein kleines Fest oder andere Veranstaltungen, dann habe ich keine Lust und bleibe lieber zu Hause, dann erspare ich mir Stress. (Fragt sich bloß welchen Stress) Ich entscheide mich dann letztendlich doch immer wieder zu Hause vor dem PC zu sitzen und selbst da tue ich nichts. Ich bin nie bei sowas wie Facebook on, was sicherlich aber gut wäre, damit ich mal ein paar Kontakte knüpfen könnte, weil ich mir ja so sehr Freunde wünsche. Aber wenn mich jemand anschreibt, fühle ich mich direkt genervt und möchte das Fenster am liebsten direkt wieder schließen. Ich habe keine Geduld für nichts! Aber ich wünsche es mir doch so sehr...
Wir haben Kaninchen und Meerschweinchen zu Hause. Selbst um diese kümmere ich mich nicht mehr, mein großer Bruder geht immer zu ihnen und mein Zimmer räume ich auch nie auf, weil ich nie Bock habe.
All das habe ich vor 1 - 2 Jahren noch getan. Ich komme mir vor wie ein Faulenzer, der zwar liebend gerne raus möchte, aber dann doch nie Lust hat sich zu bewegen.
Ich war noch nie in einer Disco...und ich bin 20.

Seit 4 Jahren hatte ich zudem auch noch starke Verdauungsstörungen und vor nem halben Jahr kam raus, dass es eine Lebensmittelunverträglichkeit war. Ich darf extrem viele Sachen nicht mehr essen, der Alltag ist da teilweise nicht leicht... und durch die teilweise immer noch bestehenden Probleme konnte ich nie meinen Traum verwirklichen: Tanzen gehen.
Auch träume ich davon Klavier spielen zu können, doch ich habe weder das Geld für ein Klavier, noch für den Unterricht. Zeichnen war bisher ein großes Hobby, doch nur zeichen macht den Tag auch nicht ausgefüllt und selbst das Zeichnen praktiziere ich nicht mehr...

Ehrlich gesagt habe ich das Gefühl, dass es mit mir immer schlimmer wird. Ich habe wirklich das Gefühl, dass das Leben an mir vorbei rauscht. Ich bin mir dessen bewusst und dennoch tue ich nichts dagegen. Nur warum kann ich es nicht? Das frage ich mich die ganze Zeit.
Am schlimmsten ist wirklich der Gefühlstod...ich kann einfach nicht mehr fühlen. Das habe ich selbst meiner Mutter schon erzählt und eigentlich hat sie ein offenes Ohr, dennoch meint sie bloß zu mir, dass sich das wieder gibt und ich mir das teilweise selbst einreden würde.
Ich glaube aber kaum...

Beispielsweise geht es auch wieder um den Mann, den ICH damals angeschrieben habe und er sagte mir bereits, dass er mich liebt und ich habe den Fehler gemacht und habe ihm mitgeteilt, dass ich es auch tun würde, weil ich es GEGLAUBT HABE, doch sobald ich eine SMS von ihm erhalte, fühle ich mich schon genervt. Er wohnt sehr weit weg und kann daher nur die Wochenenden kommen und wenn er da ist, habe ich schon keine Lust mehr auf ihn und fühle mich nur noch genervt. Nein, natürlich mag ich ihn, es ist ja nicht so, dass ich ihn nicht leiden könnte oder so, aber warum reagiert mein Körper denn so?
Warum überhaupt reagiert er auf nichts mehr?

(Selbst als Geschwister von mir krank waren oder wenn schlimme Dinge passiert sind, zb. mein großer Bruder auf der Intensivstation, das hat mich alles nicht gejuckt, keine Reaktion, nichts, gar nichts. (Nein, ich liebe meine Familie, nur mein Körper scheinbar nicht...)
Ich kann noch nicht mal Kontakte aufrecht erhalten, weil ich nie die Geduld/ Lust habe ne SMS zu schreiben oder mich mal bei Facebook einzuloggen. Ist das normal?)

Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie sehr ich mir wünsche einmal wieder Lachen zu können, mich zu freuen, oder auch nervös sein, sogar Angst haben, aus dem Haus zu gehen, Kontakte aufrecht zu halten, Freunde finden und haben und mit meinen mittlerweile 20 Jahren auch mal die erste richtige, große Liebe...

Kann mir irgendjemand einen Rat geben?
Ich kann mit meinen Eltern nicht wirklich darüber reden, weil da nur kommt, ich solle mich nicht so anstellen oder so.
Und ich glaube wirklich so langsam, dass es immer schlimmer wird. Ganz ehrlich: Mein Alltag ist jeden Tag gleich, mein Praktikum macht mir keinen Spaß, ich habe keine Lust auf meine Berufsrichtung und ich ich mache mir jeden Tag umso mehr Gedanken, weil ich mich jeden Tag frage: "Wie willst du dein Leben meistern, wenn du nicht mal in der Lage bist zu fühlen?" Ich weiß genau, ich werde nie einen Freund haben, eine Familie gründen, glücklich sein.
Wie soll all das gehen ohne Gefühle?

Bitte, bitte dringend um guten Ratschlag. Denn so langsam habe ich echt keinen Bock mehr auf dieses öde Leben, in dem eh nichts auf mich wartet.
Freue mich auf Antworten.
LG
 

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Nienchen

Neues Mitglied
Hallo anni2456347,

ich kann nachempfinden wie du dich fühlst.
Zwar nicht in allen Punkten, aber in Sachen Trägheit geht es mir genauso wie dir.
Ich habe die Diagnose Depression vor ein paar Monaten von meinem Arzt bekommen und war sehr geschockt, da ich sonst immer ein sehr lebensfroher Mensch war.

Ich kenne auch das Gefühl, mit niemanden darüber reden zu können, denn viele verstehen dies nicht. Und man trifft leider oft auf Ablehnung.

Warst du denn schon einmal beim Arzt? Es wäre gut, wenn du mit einem Arzt deines Vertrauens darüber redest. Er kann dich in dieser Hinsicht beraten.

LG Nienchen
 
G

Gast

Gast
Ich kann vieles was du angesprochen hast nachvollziehen. Ich bin ein autistischer Menschen und hab ebenfalls mein Problem mit dem Thema Gefühle/Emotionen. Viele bezeichnen mich als Gefühlskalt. Das stört mich selber aber in keinster Weise. Im Gegensatz zu dir hatte ich dies schon mein ganzes Leben und habe selber nie Probleme damit gehabt. Du musst es ja nicht so negativ betrachten und falls es dich wirklich stören sollte dann gibt es immer Möglichkeiten sowas behalten zu lassen. Melde dich einfach bei einem Psychologen deiner Wahl und er kann dir bestimmt weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen

User
 

Wolkenschaf

Mitglied
Ich finde, Du hast schon Gefühle (Wünsche, Sehnsüchte) hast diese allerdings sehr gut weggesperrt, um nicht noch mehr verletzt zu werden.

Bei mir ist es ähnlich, ich bin Ende zwanzig, seit irgendwann in der Kindheit depressiv (viele Jahre Therapie und einige Klinikaufenthalte) und mittlerweile bin ich mehrfach chronisch krank und habe aufgegeben. Verlasse das Haus nur für nicht absagbare Termine, habe meine sozialen Kontakte auf ein für mich ertragbares Minimum reduziert. Mir ist fast alles vollkommen egal. Ich gehe nicht zu ärztlichen Kontrollterminen, weil es einfach so sinnlos ist oder sich auch nach Jahren keine Besserung einstellt. Mein Körper hat mich komplett in die Knie gezwungen, ich kann nicht mehr arbeiten, musste meine Hobbies aufgeben, kann nicht mehr essen oder trinken was ich will, weil ich sonst nochmehr als sonst auf dem Klo hocke, kann keinen Sport machen, nicht mal alleine spazieren gehen.
Als es 'nur' Depressionen waren, war's auch kacke, aber immerhin körperlich schmerzfreier.

Ich kann Dir nicht helfen, aber Du bist nicht allein.
 

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