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gefühlstaub?

beerchen

Neues Mitglied
Hi, ich hab sowas noch nie geschrieben also fang ich einfach mal direkt an... vor 4 Jahren ist meine Mutter mit ihrem Freund zusammen gekommen. Der Anfang ihrer Beziehung war eine starke Umstellung für mich da ich ( ich war damals 14) ein eher schwieriges, aufmüpfiges und zickiges Kind war. Das heißt, bei mir und meiner Mutter hat es damals täglich gekracht, zudem war meine mom damals auch überfordert mit meiner 10 Jahre jüngeren Schwester, da diese ebenfalls sehr anstrengend war. Alles in allem ist meine Familie generell ein eher chaotischer Haufen mit viel Kuddelmuddel. Bei uns war es damals auch immer sehr unordentlich weil meine mom aufgrund von dem hohen Stress Level psychisch sehr instabil war. Im Dezember 2016 hat sie dann eine Umschulung angefangen als Neustart für uns drei und dort hat sie dann ihren Freund kennengelernt. Er hat sich von Anfang an als eine Art “Retter” angesehen und wollte meiner mom mit uns eben unter die Arme greifen. Ich habe mich mit meiner Art natürlich quer gestellt und es niemandem leicht gemacht. Wir haben endlose Gespräche geführt in denen ich nie sprach und auch kaum zuhörte. Für den einen ist das vielleicht pubertärer Trotz aber für ihn war der Fall klar: angeblich hätte ich Depressionen. Was man vielleicht noch erwähnen sollte, der Mann ist Sozialpädagoge und ein Meister der Worte. So zog sich das ganze ewig und es gab immer ups und downs. Am einen Tag konnte ich alle perfekt machen und habe total viel Lob von ihm bekommen und dann war wieder alles schlecht. Ich war in der 9. Klasse auf dem Gymnasium und ziemlich schlecht in der Schule, das war auch einer seiner Hauptkritikpunkte an mir... Meine mom war immer mehr seiner Meinung und gegen mich. Parallel kam raus dass der Vater meiner Schwester ( wir haben verschiedene) ihr etwas angetan hat worauf ich nicht weiter eingehen möchte. Weil das alles viel z7 viel war musste ich für ein Jahr zu meinem Vater ziehen. Das war eine Blitzaktion vom einen auf den anderen Tag war ich weg. Natürlich hat der Freund meiner mom das richtig genossen und mir unter die Nase gerieben dass ich nie wieder zurück kommen werde. Im Sommer 2019 kam ich jedoch wieder zurück und alles war super. Wir haben uns alle so sehr gefreut und endlich waren wir wieder zusammen. Ich hatte das Gefühl, dass wir einfach nur eine Pause gebraucht hatten. Mein Stiefvater hat mir so viel Lob zugesprochen und gesagt ich hätte mich so positiv verändert und es würde nie wieder so werden wie es einmal war. Jedoch kam nach einiger Zeit der erste Streit und darauf folgten mehr. Wieder waren wieder bei den ups und downs. Ich habe mich schulisch stark verbessert und die Oberstufe begonnen und auch sonst habe ich alles getan um Stress iwie zu vermeiden. Ich bin allmählich immer ratloser geworden weil ich seine ständigen Stimmungsschwankungen mir gegenüber einfach nicht deuten konnte. Meine mom hat mir von Anfang an versprochen dass sie mich nie wieder “rausschmeißen” wird und da vertraue ich ihr auch blind. Seit Oktober letzten Jahres spreche ich kaum noch mit meinem Stiefvater weil ich es leid bin immer wieder auf lieb zu tun wenn ich mich immer so anmotzen lassen muss und mich nie wehren kann weil er mich dann als respektlos hinstellt. Jedoch sieht meine Mutter das seit einiger Zeit genauso und will ich unbedingt loswerden. Wir leben in einem Alltag der aus dummen Seitenhieben und Sprüchen besteht. Wir machen nichts richtig und er stellt sich als ärmsten Menschen der Welt dar. Meine Mutter fragt sich also berechtigt “was will er noch bei uns?” Er wirft mir nun vor, ich würde meine Mutter manipulieren und auf meine Seite ziehen. In den letzten Jahren war ich ja außerdem auch depressiv, toxisch, narzisstisch und hatte Borderline... alles laut ihm. Manchmal habe ich Angst, er hat recht mit manchen Dingen. Ich zweifle stark an mir und das ständig. Ich rede keinen Ton mehr mit ihm und fühle mich ganz komisch. Es ist als würde ich mich selbst nicht mehr aushalten können. Durch meine ständige Anspannung bin ich auch teilweise sehr blöd zu meiner kleinen Schwester was mich jeden Abend zum weinen bringt weil sie keine Schuld daran hat. Aber laut dem Freund meiner Mutter würde ich auch meine Schwester manipulieren. Ich habe ja Angst dass meine Mutter denkt sie muss auf meiner “Seite” sein oder sonstiges und will eigentlich noch mit ihm zusammen sein, mir erzählt sie das Gegenteil. Ich will mich zwischen niemanden drängen aber ich kann nicht mehr mit diesem Mann. Jahre lang habe ich gedacht er würde mich verstehen aber jetzt bin ich wie sein Todfeind. Ich werde in einigen Wochen 18 und weiß dass ich die seelische Folter nicht mehr lange ertrage. Ich möchte nur wissen, warum ich mich wieder so fehl am Platz fühle und wieso ich das Gefühl habe er hätte recht. Ich kann nichtmal mehr traurig darüber sein, dass er nicht mit mir spricht sondern werde es bei der Vorstellung dass er noch lange bei uns ist. Ist das falsch? Ich habe durch den Bruch zwischen ihm und meiner Mutter iwie ein Gerda von dass sie für mich da ist und das ist falsch. Eigentlich sollte sie nicht zwischen uns wählen müssen. Ich habe auch Angst mich in den Vordergrund zu stellen und weiß einfach nicht wie ich mich verhalten soll. Sorry für das unstrukturierte Geschreibe hier. Es fehlt auch einiges... Bye.
 

Hallo beerchen,

schau mal hier: gefühlstaub?. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Auf was bezieht sich deine Überschrift?
Wer könnte "gefühlstaub" sein?
Ansonsten: Wenn deine Mutter sich trennen will, soll sie das tun.
Sie wird es nicht wegen dir tun, sondern wegen sich.
Mach dir da keine Gedanken oder Schuldgefühle.
(Und sei nicht mehr mies zu deiner kleinen Schwester. Du weißt, dass es dir danach NOCH schlechter geht. Tut euch lieber zusammen!)
 
Hey, danke für deine Antwort. Naja ich weiß es nicht genau, ich habe das Gefühl, dass ich durch das ignorieren von seinen dummen Sprüchen immer mehr in die “mir ist alles egal” Haltung Rutsche. Ich empfinde ihm gegenüber nur noch ein permanentes Genervt sein. Ich weiß aber auch dass ich ihm zwar nach außen nichts mehr zeige, seine Kommentare mich aber innerlich fertig machen. Ich lasse mich nämlich stark dadurch beeinflussen und zweifle einfach an allem was ich tue. Er ist aber die einzige Person die mich schlecht macht. Aber irgendwie löst seine Meinung etwas in mir aus. Und weil ich Angst vor diesem Gefühl habe, ignoriere ich auch dieses Weg oder versuche es zumindest. Ich war schonmal in so einer Situation und hatte da eben das Gefühl “taub” zu sein. Ich hab Angst dass ich langfristig verliere was mich ausmacht weil ich mich einfach zu viel mit dem Chaos in meinem Kopf beschäftige. Ich versuche echt daran zu arbeiten mit meiner Schwester auch mehr Zeit zu verbringen um unsere Bindung zu stärken. Denn wie du sagst, wir kommen da am besten zusammen durch.
 
Ich stelle es mir schrecklich vor, so stumm aneinander vorbeizuleben.
Ich würde ihm einen Brief schreiben indem du formulierst, wie sehr dich seine Sprüche und Bemerkungen verletzen und ob er solche Dinge nicht an seiner Klientel loswerden kann.
Es ist schade, dass deine Mutter dich nicht vor seinem Verhalten beschützt.
Er ist ein kleiner Sozialpädagoge, kein Kinder-und Jugendpsychiater. Sein "Urteil" spielt keine Rolle, er kann und darf überhaupt keine Diagnosen stellen. Sozialpädagogen sind die unterste Schicht in der Pädagogen-Hierarchie. Verdienen schlecht und keiner nimmt sie ernst. Vielleicht muss er sich deshalb daheim profilieren.
(Steht er im Mietvertrag? Könnte sie ihn rausschmeißen? Sie hat ja auch keinen Bock mehr auf ihn.)
 
Gebe seiner Meinung über dich keine Bedeutung.
Er kennt dich nicht wirklich.
Nimm seine Art nicht so persönlich und seine Worte nicht so ernst.
Vermutlich will er deine Mutter für sich alleine haben.
An deiner Stelle würde ich ausziehen, wenn er nicht auszieht.
Da du jetzt noch 17 Jahre alt bist könntest du mit Hilfe des Jugendamtes wegziehen.
Abstand würde euch gut tun.
Versuche selbständig zu werden und andere Bezugspersonen zu fnden.

Die Idee mit dem Brief ist gut....ob es etwas bringt wirst du sehen.
Ich vermute eher nicht...würde es aber versuchen.
--------------
Sozialpädagogen sind die unterste Schicht in der Pädagogen-Hierarchie. Verdienen schlecht und keiner nimmt sie ernst.
Zitat Ende
So ist es nicht.
Die Erzieher und Sozialassistenten sind untergeordnet.

Aber ich würde die Sätze von diesem Mann über dich trotzdem nicht ernst nehmen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Abstand tut auf jeden Fall gut - aber ER soll ausziehen, finde ich.
Die Mutter ist ihn ja auch satt.
 
Das mit dem Brief ist an sich eine gute Idee. Mein Problem ist nur dass ich in den vier Jahren in besseren Phasen immer wieder versucht habe ihm zu sagen wie sehr mich diese Dinge treffen aber im schlechten Phasen ist er so stark gegen mich dass ich ihn absolut nicht erreichen kann und auch nicht mehr will. Ich habe mich nach Streits häufig sogar fast schon ekelhaft “eingeschleimt” nur um mich gut mit ihm zustellen. Seit ich das nicht mehr mache bin ich eben nur noch die manipulative “klapperschlange”. Er fängt auch gerne mal “Predigten” an in denen er mir dann alles mögliche an den Kopf wirft und ich habe das früher immer still über mich ergehen lassen. Zweimal habe ich das nicht mehr zugelassen indem ich das Gespräch schnell verlassen habe und jetzt sagt er mir die Dinge nicht mehr ins Gesicht sondern erzählt sie zum Beispiel wenn ich die Küche verlasse auch gerne mal der Spülmaschine. Es ist keine Bindung mehr da auf gar keiner Ebene. Bei ihm gibt es nur übertriebenes Lob oder kompletten Hass. Wenn er über mich spricht verwendet er nicht einmal mehr meinen Namen sondern nennt mich “die andere” oder die Zicke. Auszuziehen kann ich mir in meiner jetzigen Situation absolut nicht vorstellen, weil ich eigentlich unheimlich gern bei meiner mom bin und wir uns unter einander super verstehen. Ich schreibe zudem auch erst im Frühling nächsten Jahres mein Abitur, deswegen stehe ich auch noch gar nicht auf eigenen Beinen. Danke für eure Hilfe bisher.
 
Gibt es eine Lehrerin/einen Lehrer, dem/der du vertraust?
Ich sage dir mal, was ICH machen würde, wenn eine meiner Schülerinnen mir solche Sachverhalte schildern würde:
Ich würde mir den anmaßenden "Stiefvater" krallen und so klein falten, dass er unterdem Teppich spazierengehen kann...
Du brauchst erwachsene Unterstützung, damit der Durchgeknallte gestoppt wird.
Wie sollst du unter diesen bedingungen Abi machen?
Will deine Mutter, dass er geht?
Wenn er NICHT geht, muss er sich ab sofort zumindest an Regeln halten.
Regel Nummer 1 wäre, dich nicht weiter zu belästigen.
 
Vielleicht ist er eifersüchtig und will deine Mom für sich alleine haben.
Ich würde mich so weit wie möglich von ihm distanzieren..
Mit ihm nicht reden...ihn ignorieren...ihm aus dem Wege gehen...ihn nicht so ernst nehmen.
Es wäre gut, wenn du öfters beim Freund, Freunden oder einer Freundin sein könntest.
 

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