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Gefesselt

E

einGast

Gast
Hallo,

ich glaube, ich muss mich einfach jemandem anvertrauen. Egal, auch wenn dieser jemand 100 Leute in irgendwelchem Forum sind!
Ich bin so richtig am Ende! Einerseits vom Gefühl her habe ich mein lebenlang nicht so sonderbar gefühlt, anderseits zerfrißt mich die Sehnsucht und die Umstände hier bei mir zuhause sind unerträglich! So schlimm, dass ich manchmal nur sterben will!

Ich glaube nicht, dass ich das jemals tun würde, aber manchmal, bei dem Gedanke fühle ich mich erleichtert!

Ich bin Mitte 40, habe sehr jung geheiratet, meine Frau war meine 2. sexuelle Erfahrung und so ist es auch geblieben. Bis vor einem Jahr!
Und dazwischen? Langweiliges, graues Leben. Oder wie man das noch so sagt: außeinander gelebt?
Zuhause war eigentlich nichts mehr, worauf man sich freuen könnte, außer Kinder, aber sie wurden größer und hatten dann eigenes Leben, Schule und Freunde sind dann auf einmal wichtiger.
Ich habe viel gearbeitet, immer mehr und mehr, auch weil die Wunschliste meiner Frau immer länger wurde.
Ihre Kaufsucht und Eskapaden danach mag ich hier nicht erzählen, darum geht es nicht!
Ich habe ernsthaft über die Scheidung nachgedacht, weil das Leben zuhause unerträglich war.
Und während ich am nachdenken war, wurde meine Frau krank, sehr krank.
Nun wurde es noch schlimmer! Sicher tut es mir sehr leid, aber wenn ich hier alles erzählen würde, was sie seit dem Tag hier geleistet hat, auch auf kosten unserer Kinder, dann würdet ihr vielleicht besser verstehen, warum neben meinem Mitleid auch gewisse Kälte entstand.
Jetzt drehte alles nur um sie und ihre Krankheit! Neben meinem 12 Stunden Job hatte ich noch Haushalt und Kinder, wo ich auch früher nicht untätig war.

Gut soweit, auch das ist nicht das eigentliche Problem.
Eines Tages habe ich eine Frau kennengelernt. Und wenn jemand hier mich auslachen möchte, dann soll er es tun, aber es war wirklich die Liebe auf dem ersten Blick!!!
Mein Leben wurde dadurch erträglicher! Immer, wenn zuhause wieder mal viel Stress auf Tagesordnung war, hatte ich sie vor meinen Augen und schon hörte und sah ich nichts anderes um mich herum!
Ja, wo liegt das Problem? Ich kann nicht mehr! Einerseits genieße ich die Zeit mit meiner Freundin, anderseits macht es mich wahnsinnig, es tut mir alles weh, wenn ich wieder nach Hause muss! Ich, ein Mann, mitte 40, sitze manchmal die ganze Nacht und weine, weine wie ein kleines Kind.
Und ich kann nichts ändern, ich kann meine kranke Frau nicht verlassen, ich kann nicht so leben wie ich will, ich kann nicht so lieben wie ich will.
Und meine Freundin hat sicher was besseres verdient!

Ich weiß es einfach nicht, wohin mit mir!
Vielleicht wißt ihr es?

Danke!
 

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K

Kriss

Gast
Also, ich weiß zwar auch nicht wohin mit dir, habe aber ein paar Fragen.

Was hat deine Frau?
Weiß sie von deiner Beziehung?
Wie alt sind deine Kinder?

Ich denke auch, daß es einfach alles zuviel ist. Jedoch Mitleid gebe ich dir nur bedingt, denn du hattest die Freundin ja schon, als deine Frau noch nicht krank war und hättest vorher "abspringen" können oder hab ich das falsch verstanden? Das "was wäre gewesen" und "hätte ich mal nur" hilft jedoch auch nicht weiter. Du hast eben nicht und sitzt jetzt in der Falle.

Ich weiß das ist ein Ratschlag, den du nicht hören willst, aber der einzige den ich persönlich dir geben kann. Du klingst so als hättest du eine milde Depression und es wäre auch kein Wunder wenn dem so wäre.
Bevor du darüber nachdenkst was mit dir und deiner Freundin wird, denke erstmal darüber nach, was mit dir wird.
Wie kannst du Arbeit, Kinder und kranke Frau verkraften? Gibt es Hilfe, die du von anderen annehmen kannst? Vielleicht von ihrer Familie, deiner Familie, Pflegern? Du mußt etwas Raum für DICH selbst freischaufeln.

Was deine Freundin betrifft: Manchmal trifft man die richtige Person zur falschen Zeit und muß dann entweder warten bis die richtige Zeit kommt oder versuchen am Uhrzeiger zu drehen, was dann darin resultieren kann, was du grad erlebst.

Wenn deine Freundin die richtige für dich ist wird sie auch dann noch da sein, wenn du deinen Hindernislauf heil überstanden hast. Klingt doof, aber ich glaube fest daran, daß es so ist.
Ich wünsche dir viel Kraft!!!
 
Zuletzt bearbeitet:
E

einGast

Gast
Danke Krissi,

ja, Du hast recht, ich muss mehr Freiraum für mich schaffen. Aber leider kriege ich das nicht hin!
Mein Tag ist manchmal 20 st. lang.
Eines nur, nein meine Freundin habe ich vor einem Jahr kennengelernt, meine Frau ist schon einige Jahre krank.
Sie hat Krebs.
Wir haben 2 Kinder, beide Teenies.
Und meine Frau weiß nichts von meinem Doppelleben. Manchmal denke ich, ich sollte es ihr sagen.
Aber ich kenne meine Frau, es wird nur noch schlimmer!

Du hast recht, ich habe meine Freundin zur falscher Zeit kennengelernt!
Sie ist eine sehr außergewöhnliche Frau!
Und sie leidet auch, nur zeigt mir nicht! Ich weiß, sie will mich nicht belasten und versucht mich aufzubauen.
Unsere Dates letzter Zeit werden immer öfters abgesagt, weil entweder Job oder meine Frau!
Meine Freundin muss immer einstecken, genau wie ich.
Sie sagt nichts, zeigt Verständnis, aber ich leider drunter!
Und ich weiß, irgendwann kommt der Tag, wo sie nicht mehr will.
Und das wird mein Ende, denn was habe ich dann noch?

Danke!
 

111kleinbuchstabe

Aktives Mitglied
aber wenn ich hier alles erzählen würde, was sie seit dem Tag hier geleistet hat, auch auf kosten unserer Kinder
:D

Du kannst jederzeit (unabhängig von den Anderen) eine Entscheidung treffen. Auch eine Entscheidung macht Deine Situation leichter.

Du *gibst* dreifach oder vierfach einschliesslich des politisch korrekten haushaltsmithelfenden Ehepartners. Kann sein, dass sie sowas ziemlich verunsichert hat.

Vielleicht wollte/will sie Grenzen gesetzt bekommen und wäre/ist damit glücklicher...
 

digitus

Aktives Mitglied
Ich habe ernsthaft über die Scheidung nachgedacht, weil das Leben zuhause unerträglich war.
Und während ich am nachdenken war, wurde meine Frau krank, sehr krank.
Nun wurde es noch schlimmer! Sicher tut es mir sehr leid, aber wenn ich hier alles erzählen würde, was sie seit dem Tag hier geleistet hat, auch auf kosten unserer Kinder, dann würdet ihr vielleicht besser verstehen, warum neben meinem Mitleid auch gewisse Kälte entstand.
Kranke Angehörige können einen komplett aussaugen, erst recht wenn sie nicht selber kämpfen sondern sich gehen lassen oder ihre Krankheit gar noch im Beziehungsstreit instrumentalisieren. Die erste Verpflichtung des Helfers ist immer der Selbstschutz, das ist hier nicht anders als bei professionellen Helfern, und den hast Du in den drei Jahren offenbar komplett vernachlässigt.

Diese Sache hat mit Deiner Freundin erstmal gar nichts zu tun - im Gegenteil, ohne die Kraft die sie Dir gibt sie wärst Du wohl eh schon zusammengebrochen.

Besorg Dir professionelle Hilfe und sag Deiner Frau ihr klipp und klar, dass Du Dich außerstande siehst, sie weiterzupflegen, wenn sie sich nicht zusammenreißt und die Aufgaben übernimmt, die ihr trotz Krankheit zuzumuten sind (was auch für ihre Heilungschancen am besten wäre). Wenn sie dazu nicht bereit ist, dann wird Dir nicht anderes übrig beliben, als sie einem Pflegeheim ganz professioneller Hilfe zu überantworten, denn niemand kann von Dir erwarten, und es wäre auch Deinen Kindern gegenüber unverantwortlich dass Du Dich dabei kaputtmachst.

digitus
 
G

Gast

Gast
Hallo und danke für die Antworten!

Theoretisch verstehe ich, das ich gewisse Grenzen setzen sollte.
Praktisch kriege ich es nicht hin, weil meine Frau sehr schwierig geworden ist.
Entweder wird sie jähzornig oder heult dann und alles was ich mache, mache ich eh falsch.
Sie ist die Arme und sterben sollte ich nicht sie!
Und sie wird mir niemals glauben, dass ich sie in einem Pflegeheim unterbringen werde, denn dann mobilisiert sie Umwelt gegen mich! Menschen konnte sie schon immer manipulieren!
Und sie ist auch noch kein Fall für Pflegeheim! Sie kann noch nach ihren Chemos shoppen gehen, aber abends ist sie dann kaputt, sitzt vor dem Fernseher und kommandiert rum.

Letzter Zeit komme ich mir wie der letzte A**** vor, weil mein Mitleid schwindet. Schlechtes Gewissen, was ich anfangs hatte, habe ich auch nicht mehr!
Bleibe ich noch ein Mensch nach dieser Geschichte?

Nochmals Danke!
 
G

Gast

Gast
und wie geht es deiner Frau dabei, auch mal nachgedacht?
ich bin auch so wie deine Frau krank und mein Mann sagte heute dass er mich verlassen will!
kannst hier nachlesen : hat mein mann eine andere? ich will es wissen!

ich hoffe du handelst anders obwohl ich finde das macht man auch nicht , sex außerhalb suchen nur weil die frau krank ist!
 
C

Cora22

Gast
Es ist sicher sehr hart für dich,vor allem weil du völlig überfordert bist mit der Arbeit,Haushalt und den Kindern.
Trotz allem finde ich den Gedanken deine Frau zu verlassen in ihrem Zustand völlig absurt.Schließlich habt ihr euch mal geschworen, bis der Tod uns scheidet.
Es kann ja durchaus sein das deine Frau unaustehlich ist.Nur Krebs wächst auch nicht von einem Tag auf den anderen und wenn jemand krank ist,dann schlägt das auch aufs Gemüt und zwar oft schon lange bevor der Krebs überhaupt fest gestellt wird.
Deshalb denk ich deine Frau macht das sicher nicht alles absichtlich,dass sie manchmal unaustehlich ist.
Klar versucht sie sich auch mit etwas mal was gutes zu tun in dem sie shoppen geht,sich was schönes gönnt,das ist doch nur zu verständlich.
Sicher wird sie sich auch ungeliebt fühlen,sie spürt doch das bei dir was nicht stimmt.Versetz dich doch auch mal mit in ihre lage,wie unglaublich hart das alles für sie sein muß.Sie hat warscheinlich keinerlei Trost und sehnt sich nach Trost von dir,auch wenn sie das vielleicht nur so äußert in dem sie schroff ist,das kann auch ein flehen um Aufmerksamkeit sein.
Ich würde wo ganz anders ansetzen.
Versuch dich und deine Frau zu entlasten,in dem du eine Haushaltshilfe bei der Krankenkasse anforderst.Sag denen das du sonst der nächste bist der evtl.eine schwere Krankheit bekommt.Wenn ihr beide ein bisschen entlastet seid,gibt es vielleicht auch einen Weg das ihr wieder besser und vielleicht sogar liebevoller miteinander umgehen könnt.


Ich wünsch dir eine gute und vor allem die richtige Lösung
Cora
 
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