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Gedankenexperiment: 1000 Jahre wie ein Tag

Werner

Sehr aktives Mitglied
Für die Freunde von Erkenntnissen, die sich aus Modellen und modellhaften Beispielen ziehen lassen, hier ein kleines Gedankenexperiment von mir:

Wir reduzieren alles (Zeit, Raum, Bevölkerungszahlen) um den Faktor 365.000 (also so, als ob 1000 Jahre ein Tag wären) und nehmen an, die Menschheit würde insgesamt 365.000 Jahre lang existieren (also ein Jahr im Experiment)

Dann lebten heute in einer Welt, ungefähr so groß wie Tokio (oder 200.000 Fußballfeldern) ungefähr 20.000 Menschen und wir schreiben den 19. Juli. Ein Mensch lebt etwas mehr als zwei Stunden, 2,5% der Fläche wird als Ackerfläche genutzt (5000 Fußballfelder), pro Einwohner knapp 2000 qm.

Das Universum entstand vor knapp 38.000 Jahren, die Erde vor ca. 15.000 Jahren. Vor etwa fünf Jahren tauchten die ersten Frühmenschen der Art homo erectus auf, zu Beginn dieses Jahres der erste homo sapiens-Mensch.

1. Januar bis 7. Juli: 1-3 Menschen leben als Jäger und Sammler, überstehen Eiszeiten, Vulkanausbrüche und Meteoriteneinschläge, sie setzen sich gegen Raubtiere durch und bevölkern fast die ganze heute bekannte Welt.

7. Juli: die ersten Jäger und Sammler werden zu Ackerbauern und Viehzüchtern

14. Juli: die ersten Schriftzeichen werden in Babylon erfunden; es leben weniger als zehn homo sapiens auf der Welt.

17. Juli: das römische Reich entsteht und verfällt.

17. Juli, 18.30 Uhr Karl der Große legt die Grundlage für eine erneuerte europäische Zivilisation.

18. Juli, 5.30 Uhr: Kolumbus entdeckt einen Seeweg nach Amerika.

18. Juli, 9.00 Uhr: in England beginnt die Industrialisierung.

19. Juli, 14.00 Uhr: die erste Atomspaltung gelingt, neun Minuten später explodieren die ersten beiden Atombomben.

19. Juli, 18.00 Uhr: die Menschheit erreicht die 20.000-Einwohner-Grenze; die nicht erneuerbaren Ressourcen des Planeten sind fast aufgebraucht.
 

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Andreas900

Sehr aktives Mitglied
Dazu fällt mir die alte Zeichentrickserie "Es war einmal der Mensch" und das etwas melodramatische Titellied "Tausend Jahre sind ein Tag" ein.

Das Gedankenexperiment von Dir finde ich interessant. Im kosmischen Zusammenhang ist die Menschheit bisher kaum eine Fussnote wert und doch eine coole Erfindung der Natur. Besonders neugierig bin ich daher auf die nächsten "Tage" und ob sich die Modeerscheinung Mensch zu einem langfristigen Trend entwickelt :rolleyes:
 

Werner

Sehr aktives Mitglied
Besonders neugierig bin ich daher auf die nächsten "Tage" und ob sich die Modeerscheinung Mensch zu einem langfristigen Trend entwickelt :rolleyes:
Ich finde es auch spannend, ob sich die
"Modeerscheinung" Sesshaftigkeit, Acker-
bau und Viehzucht noch lange hält oder
ob wir nicht doch lieber wieder zum mobi-
len Dasein zurückkehren (da denke ich
jedesmal dran, wenn ich Wohnmobile oder
Wohnwagen sehe) :)
 

freivogel

Mitglied
Ein sehr schönes Gedankenexperimnt!
Danke dafür!
So etwas ist sehr hilfreich weil es den Blickwinkel verändert.
Ich habe den Eindruck dass wir in einem erdgeschichtlich seltenen Kulminationspunkt leben aus dem sich neue Entwicklungen ergeben. Ich bin aberr sicher dass schon "morgen" ganz neue Arten und Lebensweisen entstehen werden, bzw, bewährtes immer wieder neu entsteht.
Genießt den Mai, das frische helle Grün ist es ist einfach herrlich in der Frühlingssonne!
 

Yannick

Sehr aktives Mitglied
Ich denke eher, dass die Energiekosten uns dazu zwingen werden, anderes zu leben.
Heizungen, Klimaanlagen, Autos,... sind in ihrer heutigen Form wohl Auslaufmodelle.
 

Werner

Sehr aktives Mitglied
So etwas ist sehr hilfreich weil es den Blickwinkel verändert.
...
Genießt den Mai, das frische helle Grün ist es ist einfach herrlich in der Frühlingssonne!
Geht mir genauso :)

Ich denke mir dann z.B. "dann mache ich mal was aus
meinen beiden Tagen" und mit meinem kleinen Fleckchen
Erde.

Ich habe den Eindruck dass wir in einem erdgeschichtlich seltenen Kulminationspunkt leben aus dem sich neue Entwicklungen ergeben. Ich bin aberr sicher dass schon "morgen" ganz neue Arten und Lebensweisen entstehen werden, bzw, bewährtes immer wieder neu entsteht.
Teile ich ebenfalls. Schön, dass ich da mit meinen
Gedanken nicht alleine bin.
 

Werner

Sehr aktives Mitglied
Ich denke eher, dass die Energiekosten uns dazu zwingen werden, anderes zu leben.
Heizungen, Klimaanlagen, Autos,... sind in ihrer heutigen Form wohl Auslaufmodelle.
... und das ist auch gut so! Wobei, was viele nicht
bedenken, an den Energiekosten immer auch die
Lebensmittelkosten dranhängen (was man in den
weniger wohlhabenden Ländern der Welt derzeit
schon gut beobachten kann).
 

Gelinda

Sehr aktives Mitglied
Danke Werner- für Dein Gedankenspiel.:) :daumen:
Wir sollten es den Großen dieser derzeitigen Machenschaften (u.a. betreffs Ukraine/USA) schicken und sie müßten gezwungen sein, es täglich 3x und vor jeder Entscheidung lesen zu müssen.

Aber ach, lesen und begreifen/verstehen ist ja ein wesentlicher Unterschied.

Mit freundlichem Gruß!
Gelinda
 

Werner

Sehr aktives Mitglied
Danke Werner- für Dein Gedankenspiel.
Ich hab's am Wochenende vor einer Gruppe in
einem Workshop vorgelesen - da waren einige
auch ziemlich erstaunt, wie "kurz" unsere
Geschichte ist.

Vielleicht sollte ich ergänzen, dass die Idee zu
diesem Gedankenexperiment aus der jüdischen
Bibel kommt, genauer aus einem Psalm des
Königs David - er war der Meinung, vor seinem
Gott wären 1000 Jahre wie ein Tag.
 

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