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Gähnende Leere...

  • Starter*in Starter*in Schwarze Wolke
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S

Schwarze Wolke

Gast
Hallo Zusammen,

ich bin neu hier und suche nach Rat. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich in der richtigen Kategorie bin, den mein Problem hat auch im weitesten Sinn etwas mit Partnerschaft zu tun.

Ich bin männlich, 38 Jahre alt und seit kurzem unfreiwillig Single. Meine "bessere Hälfte" hat mich vor ca. vier Wochen verlassen. Die Trennung erfolgte sehr plötzlich und für mich daher einerseits überraschend, andererseits widerrum auch nicht. Aber das ist derzeit nicht mein Problem.

Mein Problem ist, daß ich seit dem eine sehr große Leere in mir verspüre, die ich selbst nicht zu füllen vermag. Sicher hat dies einerseits mit der Trennung zu tun, aber andererseits auch mit meiner eigenen Lebenseinstellung.

Ich verspüre einfach keine Lebensfreude. Ich habe und hatte nie sonderlich viel Spaß am Leben. Ich kann mich nicht über Erfolge freuen! Beruflich habe ich weitestgehend keine Schwierigkeiten. Im Privatleben bin ich dagegen ein Lebensversager!

Meine Ex-Freundin ist meine dritte Beziehung im Leben und obwohl wir nur neun Monate zusammen waren, wenn man so will die für mich Tragischste.

Auf Grund bestimmter Umstände hatte ich in meiner Kindheit und Jugend nie allzuviel Vertrauen zu Gleichaltrigen. Als die Pubertät kam und andere Jugendliche erste Freundinnen hatten ging bei mir diesbezüglich gar nichts. Nicht das ich nicht auch eine Freundin wollte, ich traute mich nur nicht.

Meine erste Freundin hatte ich erst mit 20, dies war meine erste Beziehung. Sie hielt immerhin vier Jahre, bis sie mich verließ. Im Anschluß daran, wurden meine Probleme mit meinem sozialen Umfeld schließlich so groß, daß ich von mir aus eine Therapie begann, in der ich mehr Selbstvertrauen entwickelte und lernte auf andere Menschen zu zugehen.

Gegen Ende dieser Therapie lernte ich meine "Noch-Frau" kennen. Die Beziehung war von Beginn an sehr problematisch und anfangs geprägt durch eine ausgeprägte, jedoch unbegründete Eifersucht meiner Frau. Es war ein ewiger Kampf, der erst nachließ, als ich meine Frau überredete ihrerseits ebenfalls eine Therapie zu machen.

Auch danach war das Zusammenleben nicht einfach, wobei ich sicherlich ebenso wie sie einen gehörigen Anteil an den Schwierigkeiten hatte. Wir paßten im Grunde genommen nicht zusammen, jeder wußte es, doch keiner von uns Beiden zog daraus die Konsequenzen.

Nach 11 Jahren schließlich trennte ich mich von ihr und lernte nahezu übergangslos meine nunmehr Ex-Freundin kennen.

In den Zeiten, in denen ich mit Frauen zusammen war, wurde die Leere mehr oder weniger gut gefüllt. Wirkliche Lebensfreude oder eine gewisse Zufriedenheit hat es auch während dieser Beziehungen nie gegeben.

Jetzt nachdem ich wieder alleine bin, tut sich wieder das Loch auf, was ich seit Jahrzehnten kenne. Die Leere ist wieder da wie ein alter Bekannter und mit ihr geht einher eine Antriebs- und Motivationslosigkeit.

Wozu bin ich eigentlich auf der Welt? Wozu gehe ich in die Arbeit? Wozu soll ich die Wohnung aufräumen?? Wozu?? Ich lebe so in den Tag hinein, einfach so. Ein Zustand vor dem ich mich sehr fürchte. Ein Zustand der Stagnation. Ein Zustand, so er denn länger anhält dazu führt, daß ich mich immer mehr einigle.

Ich habe keine Freunde!!! Nicht einen Einzigen!!! Ich habe Niemanden, mit dem ich mich unterhalten könnte! Oh, natürlich ausgenommen meine Arbeit, aber da versuche ich meine privaten Sorgen weitestgehend raus zu halten. Ab und an unterhalte ich mich mit Jemandem von der Telefonseelsorge. Da glaube ich kenne ich schon ziemlich jeden.

Das wars, mehr gibt es nicht zu sagen, was auch genug ist, denke ich. Andererseits gäbe es noch viel zu sagen, über Partnerschaft und gegenseitigem Vertrauen zum Beispiel. Aber dazu ein andermal mehr und in der richtigen Kategorie.

Liebe Grüße an Alle

Schwarze Wolke

PS: Und Entschuldigung, das es so viel geworden ist...
 
Nein du hast nicht zuviel geschrieben,eher zuwenig..
Kann es sein das da was in deiner Kindheit war das jetzt dazu führt das du niemanden an dich richtig ranlässt?
Mir fällt auf das du in deiner Geschichte nicht ein Mal das Wort "Liebe " erwähnst..
 
Du sagst, du kannst die Leere nicht füllen!?
Du kannst sie nur füllen lassen...
Aber damit sie gefüllt werden kann,musst du auch was dafür tun!
Sicher du hast eine Therapie gemacht,aber danach kann man sich nicht einfach in die Ecke setzen und sagen,das war´s jetzt,das reicht.
Nein das geht nicht und es geht auch anderen so.
Ich will dir ja nix böses.
Die Ehe mit deiner "Noch-Frau" hat doch schon sehr lange gehalten!
Was glaubst du,weshalb das in die Brüche ging.
So wie du schreibst,scheinst du alles sehr pessimistisch zu sehen...War das schon immer so?
Hast du dir schonmal überlegt,dass dein Pessimismuss damit zu tun haben könnte (sei mir ehrlich net bös,aber es kann ja immerhin möglich sein!?),dass die Beziehungen auseinander gegangen sind?
In der Zeit,wo du eine Freundin hattest,war die Leere doch schon fast weg,hättest du dann vllt. noch etwas für euch beide getan,was unternommen,mal einen Urlaub oder in den Tag hineinleben,ein bisschen spontan gewesen,dann wäre die Lücke ja vielleicht garnicht mehr dagewesen!
Es kann doch sein,dass du dir selbst mal was gönnen musst und vor allem einsehen musst,dass das Leben nicht immer so schlecht ist.

Jeder ist seines Glückes Schmied.

An dem Satz ist was dran,denke einmal drüber nach und ich mein es iwrklich nicht böse!

Gruß
Sabr!na
 
Hi Schwarze Wolke!
und willkommen.

Hast du keine Hobbies?

NUR Arbeit UND Frau ist meiner Meinung nach ein Weg in die Abhängigkeit ohne Selbst-entwicklung/-verwirklichung.
Wo bleibst du dabei? Was willst du?
Das Warum wirkt auf mich, als wenn du von Fremden einen Lebenssinn aufgezwungen bekommen willst.
Mein müdes Gefühl.

Ich hoffe du findest was schönes für dich. Einfach NUR dich.

Grüsse Karsten
 
Hallo schwarze Wolke!

Ja, ich sehe es so wie Karsten und die ANDEREN!
Wo bist eigentlic DU bei dem ganzen? Ist meines Erachtens schon klar erkennbar, das der springende Punkt bei Dir selber liegt. Was aber bei JEDEM und den meisten Problemen der Fall ist!
Das Leben hat einen Sinn wegen DIR und zu dieser Erkenntnis mußt Du gelangen! Du mußt mit Dir EINS werden und mit Dir zufrieden und glücklich sein und dann läuft auch der Rest. Ist ein weiter Weg, dieses zu erkennen; ich habe auch lange genug dazu gebraucht.

Und helfen? Helfen kannst auch da nur Du Dir selber wieder! Eine Therapie z.B. ist etwas unterstützendes, aber, ohne Dein Mitwirken NICHTS wert.
Gute Bücher über diese Theman, auch die unterstützen.
Du hast das PROBLEM doch meines Erachtens schon erkannt!!!
Also, tue etwas. Fange wieder eine Therapie an, verfalle NICHT in alte Verhaltensmuster. Suche Dir Hobbys, Freunde, Unterhaltung etc.
Und beschäftige Dich mit Deinem Zustand. Gehe Wege, die Du noch nie gegangen bist. Gehe sie in kleinen Schritten, weil, es ist nicht easy!

Aber, DU wirst es schaffen. Wenn DU es WIRKLICH willst!

LG
Belfine
 
Hallo Zusammen,

vielen lieben Dank für Eure Antworten! Ja, es stimmt, alles habe ich nicht geschrieben!

Ja, Ilse, Du hast vollkommen Recht. In meiner Schilderung taucht der Begriff "Liebe" nicht auf, weil ich denke das ich Liebe momentan gar nicht empfinden kann. Sie ist erloschen oder erstickt worden, wie auch immer.

Ich war Einzelkind und wurde von meinem Vater sehr verwöhnt. Er war meine absolute Bezugsperson, der Mensch bei dem ich mich geborgen gefühlt habe, der mich verstanden und akzeptiert und geliebt hat um meiner Selbst willen. Meine Mutter war das strafende Element in meinem Leben. Eine sehr kaltherzige Frau, der Leistung über alles ging. Keine Liebe, keine Bestätigung, keine Geborgenheit wurde mir von ihr vermittelt.

Dann, als ich acht war, starb mein so geliebter Vater sehr plötzlich!! Ein wahrhaft traumatisches Ereignis, mit dem ich zwanzig (!!) Jahre kämpfen sollte. Meine Mutter lernte noch im gleichen Jahr einen neuen Mann kennen. Mein Vater starb im Sommer... Zu diesem neuen Mann hatte ich keinen Bezug. Er war nicht mein Vater und konnte mit Kindern nichts anfangen. Die Erziehung meiner Mutter wurde noch strenger, Schläge waren keine Seltenheit, aber schlimmer als dies war die absolute Gefühlskälte!!

Als ich älter wurde, hörten die Schläge auf, die Gefühlskälte blieb und die ewige Kritik, daß ich in der Schule nicht gut genug sei. Was objektiv gesehen, vollkommen richtig war. Mein Therapeut sagte mal, daß es mein Weg gewesen sei, stummen Protest auszuüben.

Als ich in der Pubertät war, war es am allerschlimmsten! Ich meinte deutlich zu spüren, wie wenig meine Mutter für mich übrig hatte, ja wie ich ihr im Weg sei. Da ich in einem kleinen Dorf aufwuchs und keine anderen Möglichkeiten vorhanden waren, ging ich jeden Tag stundenlang durch den nahegelegenen Wald und heulte da meinen Schmerz heraus!

Freunde hatte ich keine. Ich war ein Einzelgänger, wurde von jedem gemieden, um nicht zu sagen verspottet. Ich war immer der Kleinste in der Klasse und noch dazu ein Zugereister. Verzeihung, wenn ich das sage, aber in Bayern und noch dazu in einem kleinen Dorf eine absolute Todsünde!

Viel später erfuhr ich, daß mein Vater meine Mutter betrogen hat und er seit meiner Geburt nicht mehr mit ihr geschlafen hat. Welcher Haß sich da bei meiner Mutter aufgestaut hat, kann man sich vorstellen und dieser Haß entlud sich an der vermeintlichen Ursache des Problems, an mir...

Übrigens eine Tatsache, die sie jetzt nicht mehr wahrhaben will!

Nein, ich habe mich durchaus nicht in die Ecke gesetzt und darauf gewartet, daß das Glück an meine Türe klopft. Gegen Ende meiner Ehe hat meine Frau versucht, mich durch entsprechenden Druck quasi umzuerziehen. Alle vier bis sechs Wochen hatten wir Streit und im Laufe dieses Streites drohte sie mir regelmäßig, daß sie sich von mir trennen würde, wenn ich mich nicht nach ihren Vorstellungen ändern würde. Sie schlug mir vor, zu diesem Zweck noch einmal eine Therapie zu machen. Irgendwann, gab ich nach und rief wieder bei meinem alten Therapeuten an... Ich wußte zu diesem Zeitpunkt schon, was passieren würde.

Nach, ich glaube rund zwei Jahren Therapie war es dann so weit; mein Selbstvertrauen war so weit hergestellt, das ich das Spiel meiner Frau nicht mehr länger mitmachte und mich von ihr trennte. Das ist jetzt ein knappes Jahr her! Damals erfaßte mich ein für meine Verhältnisse grenzenloser Optimismus. Doch der Reihe nach... Zunächst waren da Zweifel, ob ich das Richtige tue, dann kam Angst, daß ich mit der Einsamkeit nicht fertig werden würde. Dann schließlich siegte doch das positive Gefühl! Ich wollte leben!!! Wollte genießen!! Wollte endlich glücklich sein!!!

Im Zuge dieses Überschwangs der Gefühle lernte ich meine jetzige Ex-Freundin kennen. Ein folgenschwerer Fehler, wie ich jetzt weiß!!! Ich nahm mir vor, in dieser neuen Beziehung alles anders zu machen. Ich wurde häuslicher, nahm meiner Freundin alle möglichen Arbeiten ab - und hatte Spaß dabei. Ich lernte kochen. Und ich nahm mir vor, vollkommen ehrlich zu sein, ehrlich und offen, was meine komplette Vergangenheit betrifft. Ich legte jeden Schwachpunkt auf, jedes Problem, jede Schwäche. Etwas von dem ich dachte, daß sie dies umgekehrt auch tun würde. Heute weiß ich, daß dem nie so war.

Auf Grund der Lebensumstände meiner Ex-Freundin, der Art und Weise wie sie sich von mir trennte, muß ich heute annehmen, daß sie mich nie geliebt hat, ich allenfalls ein Seelentröster für sie war und vielleicht noch gut genug, um sie durchzufüttern, denn als ich sie kennenlernte war sie mehr als pleite (auch etwas, was ich erst viel später erfuhr).

Als Fazit kann ich sagen, daß alle Frauen, die in meinem Leben eine gewisse Bedeutung hatten, mich so wie ich bin nie akzeptiert haben. Meine Muttter hat mich und meine Bedürfnisse nie ernst genommen, meine Frau hat ständig versucht an mir herum zu ändern und meine letzte Freundin hat mich in egoistischster Weise nur für ihre eigenen Zwecke gebraucht.

Wie bitte soll ich nach diesen Erfahrungen mit Gefühlen und Liebe ein positives Lebensgefühl entwickeln???? Ich will verstanden werden, will akzeptiert werden, will begehrt werden, will Geborgenheit und Liebe empfangen und geben. Aber keiner will sie...

Der Satz, "Jeder ist seines Glückes Schmied" kenne ich auch. Als ich meine erste Therapie abschloß bekam ich anläßlich meines Geburtstages von meiner Mutter eine Karte mit diesem Satz darauf. Damals konnte ich dem zustimmen, doch mittlerweile hat mich das Leben desillusioniert. Den Satz könnte ich heute nicht mehr unterschreiben... Leider!!!

Was noch?? Hobbies? Habe ich keine! Ich selbst?? Bin (wie man in obiger Schilderung erkennen kann) vollkommen unwichtig! Finden...?? Ich suche... Suche nach einem Sinn. Ob ich den finde... Ich weiß es nicht. Ich lebe so in den Tag hinein. Nur Arbeit und danach durchhängen. Keine Kraft für andere Menschen, nur Ängste und Befürchtungen. Angst vor Ablehnung, Unverständnis und Zurückweisung. Zurückweisung ist das allerschlimmste was mir passieren kann. Daher am Besten keine Gefühle empfinden, keine Liebe (wie lange Zeit in meiner Ehe)... Wollen??? Ich weiß nicht, was ich will... Doch, Moment!! Ich will endlich glücklich sein oder doch wenigstens zufrieden, damit dieses Leben einen Sinn hat. Und jetzt höre ich auf zu schreiben... Kann einfach nicht mehr! Bin fertig und ausgelaugt!!

Liebe Grüße noch,

Schwarze Wolke
 
lise meinte:
und trotzdem ist es nicht "befriedigend"..oder?
Es ist besser, als mich jeden Tag zu fragen, warum ich denn Lebe und wie lange dieses dahin vegetieren noch gehen soll, bis ich dann endlich den Dolche ergreife und einen Schlussstrich ziehe, da lebe ich doch lieber weiter wie jetzt, welche Alternative habe ich denn?
 
Egoist...das denke ich auch.Was wäre,wenn alle Menschen,die hilfsbereit sind und sich Zeit nehmen und soweiter,wenn all die Menschen nur noch an sich selbst denken würden.Glaubst du dadurch wird die Welt besser?
Ganz sicher nicht!Und wenn ja,dann erklär mir doch mal bitte warum!
 

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