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Gab es diesen einen Moment?

  • Starter*in Starter*in Gelöscht 131555
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G

Gelöscht 131555

Gast
Hallo zusammen,

ich bin in einer schwierigen Phase meines Lebens, ich bin:

- 45 Jahre alt
- Arbeite in einem Job seit Jahren den ich hasse aber gutes Geld bringt
Leider habe ich nur einen Bruchteil des Geldes ansparen können. Verschuldung führten dazu das ich die schulen abgebaut habe.
- Ausgeprägte Pornosucht
- keine soziales Umfeld

Frage:
Gab es bei Euch im Leben den "Einen" Moment in einer Kriese bei der Ihr alles gegen die Wand gefahren habt?
Quasi Euer Leben von heute auf morgen komplett verändert.
Wie ist die Geschichte bei Euch ausgegangen?
 
Frage:
Gab es bei Euch im Leben den "Einen" Moment in einer Kriese bei der Ihr alles gegen die Wand gefahren habt?
Quasi Euer Leben von heute auf morgen komplett verändert.
Wie ist die Geschichte bei Euch ausgegangen?
Jap. Wie das ausgegangen ist / ausgeht weiss ich aber nicht: bin ja noch am Leben und möchte es dir auch an's Herz legen unbedingt. 🙂 Das ist zweifelsfrei gut (also am Leben zu sein meine ich). Es gibt 100% schlimmere Menschen als dich die sich weniger über sich selbst grämen, soviel erlaube ich mir frech zu vermuten. Veränderung ist sowieso unvermeidlich. Viel Glück und nur Mut dabei. 🙏 just my #2cents
 
Jeder hat solche Momente im Leben. Das Ganze nennt sich Butterfly Effect, unabhängig davon, ob sich das Leben zum positiven oder negativen entwickelt und unabhängig davon, wie viel Einfluss du darauf hattest.
 
Gab es bei Euch im Leben den "Einen" Moment in einer Kriese bei der Ihr alles gegen die Wand gefahren habt?
Quasi Euer Leben von heute auf morgen komplett verändert.
Wie ist die Geschichte bei Euch ausgegangen?
Nein,kein konkreter Moment.
Aber ganz viele kleine Momente.
Jedes Mal wieder aufstehen,wenn man ganz unten ist.
Strohhalme der Hoffnung egreifen,helfende Hände annehmen.

Ja,und so geht meine Geschichte wieder weiter.Und zwischen den zwei Wörtern in meinem Usernamen gibt es jetzt ein Fragezeichen,wo es vorher keins gab.
 
Gab es bei Euch im Leben den "Einen" Moment in einer Kriese bei der Ihr alles gegen die Wand gefahren habt?

Ja in relativ jungen Jahren.
Ich bin nach der mittleren Reife auf eine weiterführende Schule gegangen und habe, aus welchen Gründen auch immer (heute, 20 Jahre später, für mich nicht mehr im Geringsten nachvollziehbar) das alles nicht "gepackt" die Umstellung fiel mir unendlich schwer. Die weiterführende Schule war in einer anderen Stadt. Ich kam mit dem Stoff nicht hinterher und ich habe dann in einer Kurzschlussreaktion, mitten im Schuljahr mich so sehr mit einem Lehrer angelegt, dass die Sache eskaliert ist.
Er wollte mich an der Tafel ausfragen und ich wusste gar nichts. Ich hatte nichts gelernt und auch im Unterricht nicht aufgepasst und der Typ hat mich gegrillt (zu Recht natürlich). In einem Anflug an jugendlicher Dummheit (ich war 16-17) habe ich ihn verbal beleidigt und einen Tisch umgetreten. Dann habe ich meinen Rucksack genommen und bin abgehauen.

Da war er also der Moment, in dem ich alles an die Wand gefahren hatte.
Nur war mir das damals noch gar nicht so krass bewusst und ich hätte all das, was später kam, abwenden können, wenn ich am nächsten Tag den entsprechenden A**** in der Hose gehabt hätte, mich beim Lehrer entschuldigt und mich endlich hingesetzt und gelernt hätte.
Aber rückblickend ist man immer schlauer.

Ich habe dann damals fast ein Jahr lang erstmal gar nichts getan, außer sinnlos in den Tag hineinzuleben, mit 50€ Taschengeld im Monat, dass mir meine Mutter zusteckte. Falls ich überhaupt jemals so etwas wie eine gewisse Arbeitsmoral und Disziplin besessen hatte, dann hat sie sich in dem Jahr des Nichtstuns in Luft aufgelöst.
Dann kam die Musterung und ich konnte Gott sei Dank erstmal meinen Zivi machen und habe ein Fünkchen Antrieb durch den regelmäßigen Tagesablauf usw zurückerhalten.
Danach habe ich dann mit vielen Irrungen und Wirrungen irgendwie mein Abi gemacht und dann ein paar Jahre erfolglos studiert (im Detail heißt das, wieder nichts gelernt, alles nicht ernst genommen, jeden Tag Bier getrunken und am Ende Exmatrikulation).
Es war dann nicht nur so, dass ich keinerlei Antrieb oder Disziplin mehr hatte, sondern vielmehr so, dass ich durch die Untätigkeit und das gleichzeitige Wissen, dass mein Studium eine Vollkatastrophe ist und mir jede Alternative fehlt (zumindest dachte ich das damals) ich regelrecht depressiv war. Ja der bloße Gedanke an Arbeit Panik in mir ausgelöst hat.
Gleichzeitig sehnte ich mich so sehr nach einem "normalen" Leben.
Geld war immer knapp.
Meine Zukunftsvision glich einer postapokalyptischen Wüste und vor lauter Scham konnte ich mit niemandem auf der Welt über all das reden.
Wenn mich Freunde oder noch schlimmer in der Familie jemand nach meinem Studium gefragt hat, bin ich fast zur Salzsäule erstarrt und hatte keine Ausreden parat.
Erst als ich dann als ungelernter Hilfsarbeiter dreckige und körperlich harte Arbeit verrichten musste, weil ich nichts anderes bekommen habe, bin ich endlich wirklich aus meinem Dornröschenschlaf aufgewacht.

Hab dann neben der Arbeit meinen Berufsabschluss nachgeholt, dann Fachwirt + paar anderweitige Zertifikate und stehe heute mit Ende 30 mit beiden Beinen im Leben. Aber das war ein langer und schmerzhafter Prozess.

Der Moment, in dem ich damals den Tisch umgetreten habe, hat mein Leben für viele Jahre aus der Bahn gleiten lassen.
Und obwohl das fast 20 Jahre her ist bin ich in vielen Dingen (vor allem beruflich) nicht auf Augenhöhe mit vielen Altersgenossen.
Natürlich kann ich jetzt so geschwollen reden, von wegen, "das hat mich ja zu dem gemacht, der ich heute bin und bla bla bla". Hätte ich eine Zeitmaschine und könnte diesen Moment ungeschehen machen, dann würde ich es ohne zu zögern tun.
 
Gab es bei Euch im Leben den "Einen" Moment in einer Kriese bei der Ihr alles gegen die Wand gefahren habt?
Das war wie eine geführte Wanderung bei mir, ich kippte total und die Folge war dann endlich anders leben wie vorher.
Mir kam das vor, als ob man erst mein Ego in die Knie zwingen musste, durch eben so eine dramatische Krise wurde es eingeschüchtert und gab die Kontrolle über mich auf.

Hallo lieber Spüli, willkommen hier in dieser netten Ecke!!

Ist das nicht ähnlich, wie wenn wir die falsche Regierung über uns hätten und jene ist es, die uns wirtschaftlich, sozial usw völlig ruiniert?
Man könnte einen Streik ausrufen und die Obrigkeit, die uns so misslich managt abwählen, alles neu aufstellen.

Nachdem du unter Süchten leidest, wär so ein Streik eher machbar, wenn du mal den Ort wechselst, wo du solche Süchte ausüben kannst. Gewohnheiten, die man immer wieder wiederholt werden zur Sucht. Stellt man diese Bewegung ein, dann gibts eine Art Irritierung und stellenweise solche Reaktionen, die fast nicht zum aushalten sind, weißt eh, Entzug. Nachher, wenn man diese Krise überwunden hat, dann ist das, als ob man jene Gewohnheiten ausgehungert hat erfolgreich, überschrieben hat.
Könntest du auf Kur gehen, oder in eine Klinik für ein paar Wochen? Streik total- die alte Welt bricht zusammen, weil sie nicht mehr betrieben und am Leben gehalten wird. Ein neues Sein entsteht.
Das ist eigentlich alles eher eine Frage des Durchhaltevermögens, man muss nur den Entzug aushalten. Oder?

Ich habe jedenfalls nichts bewusst dazu beigetragen, das kam so.
Wir sind nicht nur unser Ego, wir sind mehr und dieses "Mehr" übernimmt das Ruder, so fühlte ich es bei mir. Ich bin das Kleinhirn, aber es gibt auch in mir/uns eine Art Großhirn, das etwas klüger ist, als uns bewusst ist. Das wird eh überall beschrieben und darauf hingewiesen, dass "wir Kinder einer Schöpferkraft sind", wir eigentlich nicht die Macher sind. Irrende, Blinde, die allerhand erleben, bis sie groß sind.
 
Gab es bei Euch im Leben den "Einen" Moment in einer Kriese bei der Ihr alles gegen die Wand gefahren habt?
Quasi Euer Leben von heute auf morgen komplett verändert.

Ja gab es, allerdings waren diese Krisen von außen gesteuert. Ich habe es nicht soweit kommen lassen, dass alles gegen die Wand fährt. Aus jeder Krise geht man gestärkt raus.

Das, was du beschreibst, ist aber eine Unzufriedenheit mit deinem Leben, die du jederzeit ändern kannst. Gegen ausgeprägte Pornosucht und gegen ein fehlendes soziales Umfeld lässt sich etwas tun. Was sich jahrelang aufgebaut hat, lässt sich ändern, rückgängig machen usw.

Wie ist die Geschichte bei Euch ausgegangen?

Gar nicht, ich lebe noch und weiß nicht, was noch kommt. Auch du lebst noch und hast die Wahl, Verantwortung für dich zu übernehmen und dein Leben so zu gestalten, dass du zufriedener wirst.
 
Zu einem anderen, schönerem Leben brauchts eine Vorstellung eine Art Vorgabe und Planung,
meine Krise damals gabs sicher auch deshalb, weil ich aufhörte zu kämpfen, ich hatte die Kraft nicht mehr und brach zusammen. Sämtliche Unternehmungen für die ich mich breit und lang zur Verfügung stellte, mussten ohne mich auskommen.
Ab da merkte ich erstens schon mal, so wichtig bin ich gar nicht, wie ich glaubte.
Viellleicht hilft dir das auch fürs Erste- geh mal in Krankenstand und mach nichts mehr, folge keinem Trieb mehr, folge keinen Ideen mehr, folge niemandem mehr, schalte total ab und erhole dich einmal. Ruhe dich mal wo aus und lass dich pflegen, aufpäppeln. Kur, du musst eine Kur beantragen. Du bist am Eingehen und für dich fühlt sich alles falsch an. Aussteigen, keinen Finger mehr bewegen, kippen.
Bei hats geholfen, daher empfehle ich es weiter- macht mal nichts mehr, was üblicherweise so gemacht wird. Automatisch tauchen dann andere Dinge auf.
Ich war drei Wochen in einer Klinik, drei Wochen weg von ständigem Zoffen mit meinem Ex, von vielen Bestrebungen und "Wichtigkeiten"- die während der drei Wochen ruhen mussten zwangsweise.
Auf einmal fühlte ich mich lockerer, gelöster, freier, irgendwie wie erlöst.
Ich hatte Ruhe, während dieser Ruhe tauchten Ideen auf, wo es lang geht zukünftig.
Man kann auch wo hin fahren, verreisen, Hauptsache, man hat mal Abstand.
 
Freue dich, du hast einen Job, der dir gutes Einkommen bringt, aber du hasst ihn. Arbeit macht nicht immer Spaß, wer kann den schon immer vertragen. Du musst wissen, wohin deine Reise mit dir in der Zukunft gehen soll, was liegt dir, was möchtest du erreichen, was macht dir weiterhin Freude. Man hat im Job nie alles Gute zusammen, kannst natürlich immer wieder mal ins kalte Wasser springen und was Neues versuchen. Wird es dann aber besser?
 

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