Ich sag ja "Ich gehe davon aus, dass der Tod schlechter ist als das Leben". Das ist natürlich nur eine Hypothese und es könnte genauso gut sein, dass er Klassen besser als das Leben ist. Dann schauen wir natürlich alle blöd, wenn wir tot sind, das total super finden und uns ärgern, dass wir so lange am Leben waren. Ich war beim Sterben zweier mir sehr nahe stehender Personen dabei und hab da einiges gesehen. Soviel weiß ich seitdem jedenfalls: Sterben ist harte Arbeit. Nicht so einfach, wie man denkt. Und sonderlich angenehm scheint es auch nicht zu sein. Ich persönlich glaube nicht wirklich an ein Leben nach dem Tod. Ich bin eher der Meinung, da ist dann eben nichts mehr. Und man wird das nicht mitkriegen, weil man eben weg ist. Aber das Sterben, das kriegt man mit. Und zwar total.
Schlimm ist es für die, die zurück bleiben und mit der Trauer leben müssen. Aber das scheint den potenziellen Selbstmördern egal zu sein. So nach dem Motto: Ich kann nicht glücklich sein, was schert es mich, wie es den anderen geht.
Ich selber bin jedenfalls viel zu neugierig um sterben zu wollen. Ich will ja noch wissen, wie alles weiter geht. Wer die WM gewinnt, was mit dem Irak wird, wer der nächste US-Präsident wird und was für tolle Songs noch geschrieben werden. Und wenn ich so am Ende wäre, dass ich an Selbstmord dächte, würde ich was ganz Verrücktes machen, weil es wäre egal, was dabei rauskommt, sterben könnte ich dann immer noch. Das allerdings nur ein Mal. Vorausgesetzt, es klappt und ich ende nicht im Rollstuhl oder als Pflegefall, weil ich mich zu dumm angestellt habe.
Nachdenkliche Grüße
Bazillus09