Hallo ihr Lieben, erstmal vielen Dank für eure Antworten
🙂
Doch meine Erfahrung ist dass man leider im Internet häufiger Menschen zu treffen scheint mit einseitigen Vorlieben.Vor allem viele Männer fahren zweigleisig und haben eine feste Partnerschaft und oder mehrere Sexbekanntschaften denen sie vorgauckeln sie sei die Einzige!
Wir haben uns zwar tatsächlich im Internet kennengelernt, aber er steht sehr offen zu mir, hat mich auch allen seinen Freunden/innen als seine Partnerin vorgestellt. Ich denke in dem Ort würde es sich schnell herumsprechen, wenn er mit mehreren was hätte. Auch teilt er Fotos von uns auf Facebook und benutzt diese als Profilbilder. Er ist auch nicht gerade ein "Womanizer" oder Partygänger, eher jemand der sich auf seine Bücher stürzt oder tagträumt, also vertraue ich ihm schon dass ich die Einzige bin und er treu ist. Und vermutlich eher schon viel zu sehr nur auf mich fixiert ist, und dabei eine riesige Phantasie hat...
Seine Reaktion auf Deine vorsichtigen Äusserungen ist auffallend manipulierend. Echt das letzte Dir ein schlechtes Gewissen zu machen!
Da gebe ich dir recht. Ich fühle mich in der Tat oft manipuliert.
Mir wird mittlerweile auch immer deutlicher, dass dieses vielleicht sogar mit einer Persönlichkeitstörung seinerseits zusammenhängen könnte.
Vielleicht nicht ganz so krass wie "Gast" sagt, aber ähnlich:
Das ist ein Mensch, der andere nicht wahrnimmt, und diese Ignoranz nutzt um das Maximum für sich herauszuholen. Und glaub mir bitte: solche Menschen ändern sich NICHT. Die Bereitschaft, dieses Maximum zu verringern ist nicht vorhanden. Man nennt das auch Soziopath, es handelt sich um eine leichte bis moderate Persönlichkeitsstörung die ehrliche Kommunikation unmöglich macht. Auf dem Gebiet der Zwischenmenschlichkeit ist Dein Freund krankhaft gestört.
Ich würde ihn zwar nicht gleich als Soziopath einschätzen, da er für mich und viele andere Menschen auch ein empathischer und hilfsbereiter Freund sein kann. Aber wenn es zu Kritik kommt oder sogar nur vermeintlicher und eingebildeter Kritik, scheint bei ihm definitiv ein Schalter zu umzukippen...
Er wird die Sache immer wieder verkomplizieren, weil er auf der komplizierten Ebene gewinnt. Der Ebene des "aber man kann das auch ganz anders sehen", "vielleicht ist es gar nicht so wie ich es empfinde" und dieses ganze kranke Gesülze. Er wird Dich mit aller Macht von der einfachen Ebene abhalten, denn die einfache Ebene ist - nun ja, einfach eben.
Das hast du sehr gut beschrieben, genauso fühlt es sich an. Als würde er die Dinge auf eine völlig verkomplizierte Ebene heben die mir Kopfschmerzen und Schwindel bereitet, ich selbst nicht mehr durchblicke, was überhaupt passiert und letztendlich klein beigebe und mich entschuldige, nur damit er sich beruhigt und endlich aufhört zu Reden...
Ich habe schon viel nachgedacht, woher dieses Verhaltensmuster kommt und glaube mittlerweile Folgendes:
Er ist jemand, der sich innerlich eigentlich wie ein Versager fühlt, das hat er mir schon oftmals angedeutet. Im Kontrast dazu steht zwar dieses übertriebene Hochhalten seiner eigenen Meinung, aber ich denke im Grunde hat er Angst etwas falsch zu machen oder von anderen als eine Niete gesehen zu werden.
Ich habe schon mehrmals festgestellt, dass er eigentlich sehr dünnhäutig ist und ihn Kritik, oder selbst nur eine Reaktion die von seiner Vorstellung abweicht, persönlich trifft und irritiert.
Ich denke meine Bitte an ihn ein VERHALTEN zu ändern transformiert er direkt in eine Kritik gegenüber seiner GESAMTEN PERSON und das ruft in ihm ein so großes Schamgefühl hervor, dass er es direkt umlenkt und zum Selbstschutz in einen Angriff übergeht (Du bist verrückt...mal wieder schlecht drauf.. unhöflich... DU hast ein Problem! Ich weiss ich bin ein guter Mensch. und DU bist unhöflich...undankbar etc)
Was ich in meinem Freund oft beobachte ist eine ziemlich komplizierte Mischung von einerseits sich und seine Meinung/Wissen/Grundwerte völlig zu idealisieren und undurchdringlich zu machen und andererseits auch ein Gefühl ganz großer Unsicherheit und Scham.
Unser Gespräch gestern abend hat mir diese Vermutung zum Teil auch noch einmal bestätigt: Er hat zugegeben, dass er zuvor überreagiert hatte und sich eigentlich nur geschämt und unsicher gefühlt hat, so als könne er nichts richtig machen. Dass er mich doch nur glücklich machen und einer guter Freund sein will. Und manchmal wohl etwas zu verrückt nach mir ist und davon fortgerissen wird, wie ein Teenager. Und er sich dabei ertappt und bloßgestellt gefühlt hat.
Soweit so gut, dachte ich, da hat er wirklich mal reflektiert und nachgedacht. Ich war erstmal dankbar für die Ehrlichkeit und Offenheit.
Dann fuhr er fort:
Er meinte, er sehe ständig diese Paare die total verrückt nacheinander sind. Und um ehrlich zu sein, wäre er etwas neidisch auf diese Paare, die einfach ganz viel ignorieren und denken dass der Partner der/die Größte in der Welt wäre und nichts Falsch machen kann.
Er meinte, vielleicht liegt das daran, weil er seine Mutter vermisst (vor 2 Jahren an Krebs gestorben) und er sich ungeliebt fühlt. Und das zusammengenommen resultiert darin, dass er sich wünscht jemanden bei sich zu haben, der denkt er könnte nichts Falsch machen.
Auch wenn er weiss, dass er kein perfekter Mensch ist und nicht erwartet dass das jemand wirklich von ihm denken könnte. Also glaubt er dieser Wunsch/Neid eher daher kommt, weil er dieses Gefühl von Sicherheit/bedingungsloser Liebe nicht mehr hat und vermisst.
Ich denke das macht Sinn, doch besorgt mich seine überidealisierte Vorstellung einer Partnerschaft die eine Kompensation für die fehlende bedingungslose Mutterliebe zu sein scheint.
Ich kann es zwar nachvollziehen dass ihm etwas Grundlegendes im Leben fehlt, aber er lädt damit auch eine schwere Last auf mich ab, wenn ich diese Leere nun komplett auffangen soll.
Ausserdem glaube ich auch nicht, dass es solche Paare wirklich gibt, jedenfalls nicht über Jahre hinweg. Es gibt immer mal Reibereien und Dinge, über die geredet werden muss. Für mich bedeutet eine gute Beziehung, dass man gut kommunizieren kann, auch wenn etwas unangenehm ist. Und man dabei von dem Vertrauen getragen wird, dass man sich hinterher immer noch liebt.
Das sagte ich ihm auch, und er meinte das wäre wohl etwas schwer für ihn... und dass ich das ganze Konzept scheinbar nervig finde, von den vermeintlichen Fehlern des anderen abzusehen und nicht gleich das Schlimmste zu vermuten...
Ich meinte das sehe ich ein, dass man nicht vorschnell urteilen sollte, aber es trotzdem wichtig ist, dem anderen mitzuteilen wenn ein bestimmtes Verhalten langfristig eine unangenehme Wirkung erziehlt, auch wenn der andere das gar nicht beabsichtigt.
"Schätze mal", war seine kurze Antwort. Da er nichts mehr sagte, fuhr ich fort:
dass für mich gerade die offene und ehrliche Kommunikation miteinander ein Gefühl der Nähe erzeugt und ich das auch wichtig finde, dass mein Partner mir mitteilt, wenn er sich unwohl fühlt und ich mich ebenso wohl dabei fühlen kann mit meinem Partner über gewisse Dinge zu reden, anstatt stillschweigend etwas zu ignorieren das mir langfristig Bauchschmerzen bereitet.
Kann sein, meinte er. Und das es wohl eine Angelegenheit ist die wir in einer Nacht nicht klären können und es nun Zeit fürs Bett ist.
So sind wir dann verblieben.... und ich kann gerade nicht wirklich sagen, ob mich dieses Gespräch eher erleichtert oder noch mehr besorgt hat...
Einerseits denke ich dass er völlig idealisisterte, unrealistische Leitbilder hat und erwachsen werden sollte... andererseits kann ich auch sehen, dass dieser Konflikt das Ergebnis seiner Vergangenheit ist, aber ich das wahrscheinlich nur schwer ändern kann... es sei denn ich werde zu einem Partner, der niemals ein Problem oder etwas zu bereden hat...