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Fühle mich oft so angespannt und verkrampft nach Treffen?

G

Gast

Gast
Hallo wer auch immer das liest,
ich habe schon seit längerem ein Problem, wenn ich mit Leuten zusammentreffe, es ist etwas schwer es auf den Punkt zu bringen.
Als jüngstes Beispiel kann ich heute Abend hernehmen. Ich habe jemanden getroffen, den ich seit über 10 Jahren nicht mehr wirklich gesehen hatte, weil er weggezogen war. Ich bin jetzt umgezogen um zu studieren und über Facebook hat er mich angeschrieben, was ich in dieser anderen Stadt denn mache etc. Zur Info, damit man sich die Situation besser vorstellen kann, ich und er und generell die meisten Leute mit denen ich was mache sind etwa 20 Jahre alt, und ich bin weiblich.
Jedenfalls hab ich mich gefreut, mich mit ihm zu treffen. Vor allem kenne ich nicht viele in dieser Stadt und es ist ganz gut ein paar Kontakte zu knüpfen, er wohnt ja schon seit vielen Jahren hier und weiß insofern mehr als ich von dem Ort. Aber leider habe ich ein Problem bei fast allen sozialen Kontakten: ich bin extrem angespannt, und vor allem nach dem Treffen geht es mir dann extrem schlecht, obwohl ich weiß, dass das nicht sein muss.
Mir gehen dann so Kleinigkeiten durch den Kopf, beispielsweise: bei der Begrüßung haben wir einen Wangenkuss gemacht, ich bin darin nicht sehr "geübt", weil ich das selten mache, und komme mir ein bisschen komisch vor, immer wenn es dazu kommt. Jedenfalls habe ich dieses "mwah" Geräusch mit dem Mund gemacht, und er hat gar kein Geräusch gemacht dabei. Ich weiß, das sind totale Kleinigkeiten die man einfach vergessen sollte, aber es fühlte sich einfach komisch für mich an, dann konnte ich nicht aufhören darüber nachzudenken ob es da eine Etikette gibt, die ich nicht kenne, ob ich es falsch gemacht habe, ob er sich dachte, dass es komisch ist, dass ich ein Geräusch gemacht habe, wie ich es "richtig" machen muss und und und. Na klar war ich nicht ganz flüssig und selbstsicher während dieser Begrüßung, aber ich frage mich wie stark er das gemerkt hat, und vor allem ob er es unangenehm fand oder es ihm egal war. Schwer zu erklären, aber ich rege mich einfach immens über mich selbst auf obwohl ich weiß, dass es nichts zur Sache tut, dass es schon passiert ist, dass es egal ist. Ich weiß das, und kann trotzdem nicht aufhören darüber nachzudenken wie fanatisch. Und bin dann total sauer über mich selbst, und angespannt.
Auch z.B. haben wir fast nur geredet, und zwar viel, natürlich auch viel Blödsinn. Also ich habe sicher einige Sachen gesagt die nicht so cool waren und so weiter, naja er aber auch. Im Grunde war es ja lustig, aber vielleicht ein bisschen zu viel des guten, zu viel geredet etc. Er hat gesagt wir treffen uns bald mal wieder, aber ich kann mir auch vorstellen, dass das das letzte Mal war, dass wir uns gesehen haben. Ich bin, vor allem wenn ich jemanden nicht gut kenne, ziemlich schüchtern und kompensiere das einfach indem ich extrem viel rede und das überspiele. Ich weiß auch nicht, aber manchmal hat es weniger gut gepasst als andere Male und es blieb einfach ein leicht unangenehmer Nachgeschmack für mich. Schon alleine die Wangenkuss-Sache macht mich verrückt und ich weiß, dass es unnötig ist.
Das ist aber jetzt nur das jüngste Beispiel. Auch mit Frauen (nicht nur mit Männern) passiert es mir, dass ich mich selbst so panisch mache, und generell immer wenn ich unsicher bin über mich selbst, dann mach ich mich danach total fertig und kann mich gar nicht mehr beruhigen. Ich weiß, dass es unnötig ist, und ich mich beruhigen sollte. Aber leider höre ich nicht auf mich selbst. Ich frage mich, wovon das kommt, wie ich es kontrollieren kann, wie ich entspannt bleiben kann. Von der Vernunft her verstehe ich, dass es dumm von mir ist, sich so fertig zu machen. Aber vom Herzen her höre ich nicht damit auf. Ich bin extrem unsicher mit anderen, und habe immer Angst, dass diese Leute es merken. Und dann wenn ich wieder zuhause bin, mache ich mir Vorwürfe für alles was nicht "perfekt" war oder was meine Unsicherheit zeigen hätte können. Beziehungsweise habe ich extreme Angst davor, dass Menschen sich unwohl mit mir fühlen könnten. Ich habe oft das Gefühl, ich bin eine schlechte Gesellschaft, und "schulde" es den anderen, eine gute Zeit zu verbringen. Aber natürlich weiß ich, dass sich nicht jeder mit jedem verstehen kann, und dass es ja nicht mein Job ist, dass alles perfekt läuft und sich jeder perfekt versteht. Trotzdem diese Angespanntheit und Selbstkritik. Woher kommt das? Ich würde gerne "frei" von diesen Gefühlen sein, weil es mich sehr stresst und auch traurig macht. Es muss echt nicht sein. Auch wenn z.B. er sich nicht mehr melden sollte, wäre es doch nicht so schlimm. Wir sind einfach verschiedene Typen und ich will nicht alles so schwer und ernst nehmen müssen.
Liebe Grüße und danke im Vorhinein für jegliche Hilfe und Erklärungen!
 
Hallo!

Du solltest versuchen, deine Schüchternheit anzunehmen. Locker zu sein gilt als Ideal. Aber viele sind nicht locker. Sie sind angespannt und unsicher. Viele überspielen die Unsicherheit.
Der Freund, mit dem du dich getroffen hast, war wahrscheinlich auch unsicher. Das war ja eine art Date. Ein Treffen nach vielen Jahren ist ja auch was aufregendes!
Manche Leute haben wirklich die Begabung, dass sie sehr leicht und locker interagieren können, es läuft alles ganz natürlich ab. Diese Leute schaffen es sogar, dass andere in ihrem Umfeld locker werden können. Aber diese Leute sind genauso selten anzutreffen wie die extrem scheuen. Die meisten sind irgendwo dazwischen. Sie sind unsicher und locker, je nach Situation! Was meinst du warum so viele gern einen Sekt oder Bier trinken in Gesellschaft? Genau wegen dieser Unsicherheit. Der Alkohol macht sie lockerer.

Dass deine Gedanken um diese "Kleinigkeiten" kreisen ist völlig ok! Es sind nämlich für dich keine Kleinigkeiten, sondern echte Zweifel an dir selbst. Und auch Ängste über die Wertung durch andere.

In Zukunft wirst du immer mal wieder diese Gedanken haben. Dann solltest du dir sagen: "Da seid ihr ja mal wieder, ihr lästigen Gedanken und Zweifel, ich kenne euch! Wie lange bleibt ihr diesmal?"

Treff dich mit den Leuten, die du magst. Und dann sei einfach freundlich. Die Unsicherheit ist besonders am Anfang da. Wenn du Freunde findest, dann merken die bestimmt, dass du schüchtern und unsicher bist. Aber das ist doch nicht schlimm. Ausserdem wirst du immer selbstbewusster und sicherer werden, wenn du weisst, dass du so angenommen wirst wie du bist.
 
Hallo Gastschreiberin,

Deine Ängste und Deine Anspannung konntest Du in Deinen Zeilen sehr gut "rüberbringen", ich wurde beim Lesen selbst ganz aufgeregt, gut geschrieben! 😀

Ein Satz fiel mir besonders auf: dass Du Dich dafür verantwortlich fühlst, dass Dein Gegenüber eine gute Zeit hat. Dieses "Du bist verantwortlich, dass ich mich glücklich fühle" hat mir eine Gruselschauer über den Rücken gejagt, denn ich kenne einige Erwachsene, die ihre Kinder auf diese Weise "einspannen". Das Kind muss lachen und glücklich sein, muss ihnen einen Grund zum Lachen liefern. Tut es das nicht, ist das Kind böse und nicht liebenswert. Auf die Dauer saugt diese Anspruchshaltung Kinder aus und gibt ihnen für alles die Schuld. Kommt Dir das bekannt vor? Es müssen nicht nur die Eltern sein, auch Freunde und Partner können so agieren. Die Folge ist, dass ich immer auf der hut sein muss, auf das Gegenüber in vorauseilendem Gehorsam fixiert sein muss. Manche Menschen schaffen es auf mehr oder weniger subtile Weise, solch ein "Klima" zu erzeugen. Du musst beweisen, dass Du es wert bist, geliebt und beachtet zu werden. Sei so, wie ich es will, nur dann kann man Dich lieben. Dies schafft eine emotionale Abhängigkeit und eröffnet ein Rennen, bei dem Du nur verlieren kannst, ein Gewinn ist niemals möglich.

Wer könnte Dir dieses "Gefühl" vermittelt haben, das zu Deiner zweiten Natur wurde? Wer (ganz konkret, welche Person fällt Dir jetzt gerade ein!) profitiert von Deinem Entgegenkommen und Deinem Wunsch, angenommen und geliebt zu werden?

Es ist nicht so leicht, solche Strukturen "aufzubrechen", denn sie haben oft über Jahre "funktioniert" und sie haben auch Dir die trügerische "Sicherheit" vermittelt, diese Beziehung beeinflussen zu können. Hin und wieder jemandem zu "dienen", muss nichts Schlechtes sein, aber ein Missbrauch ist dann leider auch nicht fern.

Dein "Verhalten" schrittweise zu ändern erfordert eine ganze Portion Mut, denn eine Änderung durch Dich wird einige Beziehungen in Deinem Leben verändern und vielleicht dadurch beenden. Jemanden zu haben, der meine Wünsche von den Lippen abliest, ist sehr bequem. Tut sie/er das nicht mehr, bleibt vielleicht nicht mehr viel übrig? Aber dann ist es womöglich auch ganz gut, eine solch einseitige Beziehung zu Deinen Lasten zu beenden, findest Du nicht?

Schau nicht auf Dich herab, verdamme Dich nicht, Du bist vielleicht auch ein emphatischer Mensch, der instinktiv fühlt, was andere gerade brauchen. Das ist eine Gabe, die Du einsetzen lernen solltest, um nicht "auszubrennen". Dazu gehört auch ein NEIN. Die eigenen (Sehn-)Süchte diktieren einem oft mehr die eigenen Schritte, als einem lieb sein kann. Ist einer Deiner Triebfedern auch nur der Wunsch, geliebt zu werden? Daran ist nichts falsch. Wurdest Du emotional "ausgehungert" (Liebe auf Raten und mit Bedingungen), dann kommt dies häufig vor.

Hast Du einen Freund, eine Freundin, mit dem/der Du diesen "Spieß" einmal umdrehen könntest, nur so zur Übung? Setzt euch zusammen und sei Du einfach einmal still. Lass Dein Gegenüber die Unterhaltung "bestreiten" und schau, was mit Dir passiert? Fühlst Du Angst, Trauer, Wut, Freude? Worüber? Informiere Dich zum Thema Selbstbewußtsein und mach Dich schlau. "Arbeite" mit Deinem Thema. Du wirst sehr viel über Dich und andere erfahren.

So weit mal. Sei gut zu Dir und lass auch andere gut zu Dir sein. Du bist es wert, ohne etwas dafür tun zu müssen.
 
OMG!!! Als ich deinen Text gerade durchgelesen hab habe ich gedacht "DAS BIN ICH!!!"
ich bin gerade geschockt aber auch erleichtert das ich nicht alleine mit diesen Problemen bin...
:-O
Bin gerade sprachlos....
Hoffe du liest das hier vllt mal irgendwann
Würde mich gerne mit dir austauschen.
Bis dahin erstmal und gutes gelingen
 
Hallo Gast.,
ich entnehme deinem Beitrag, dass du Single bist. Nicht, dass ich mir dabei was denke. Aber du tust es bestimmt oder?
Mit der Wange ist es so: Der eine küsst dabei auf die Wange, der ande in die Luft und der nächste hält bedeutungslos seine Wange hin, weil man das so macht.
Es gibt viele verschiedene Varianten. Der eine küsst einmal, der Nächste zweimal und der dritte dreimal. Wie man es richtig macht gibt es nicht. Oder besser gesagt es ist so richtig, wie es sich gut anfühlt. Du bist dir bei deinem Style noch unsicher. Überlege dir, was dir gefällt. Aber genauso wichtig ist, dass du dir überlegst, wie der andere es tut. Wie fühlte sich sein Kuss an? Wie fühlte sich seine Haut an? Findest du er hat es gut gemacht? Oder war es einfach nur wahnsinnig abgeklärt und es wirkte deshalb so gekonnt auf dich? Ich würde ja sagen, dass ein echter Profi erkennt, wenn er es mit keinem echten Profi zu tun hat. Ich denke er hat es nicht erkannt, dass du unsicher warst dabei oder?
Du bist schüchtern? Zurückhaltend? Brav?
Ja. Ich hab davon gelesen. Solche Menschen gibt es. Und du bist einer davon. Klar gibt es die selbstbewußten Typen, die immer wissen was sie zu sagen haben und genau einschätzen können, wie die Lage ist. Aber wenn du dieses Ziel hast, dann hast du ja eine Lebensaufgabe. Von einem Ende zum Anderen? Von der Passivität zum Player? Ist das dein Wunsch?
Kann ich ja verstehen. Aber sei gewiss, dass du dich dazu wohl verändern mußt und dazu lernen mußt und dich entwickeln mußt und und und… um diese Wendung hinzubekommen. Weil ich denke du hast ein sehr perfektionistisches Bild. Vom Leben, von uns Menschen von allem. Und du merkst selbst, wie leicht diese wunderbare innere Klarheit zerstört wird. Du mußt dich nur an einem Date machmal unklug äußern und schon ist da ein schwarzer Fleck in deiner schönen Welt. Du hast bestimmt hohe Vorstellungen. Aber einen Lebenshintergrund hast du wohl nicht, um die Sicherheit ausstrahlen zu können. Aber ich finde es gut, dass du innere Ziele hast. Dir sollte denke ich nur klarer werden, daß diese inneren Dinge, diese Gefühle, deine Echtheit widerspiegeln. Solange du dich mit ihnen auseinandersetzt, umso besser wirst du dich kennen lernen. Umso besser weißt du, was es bedeutet Mensch zu sein. Dieses Fertigmachen, ich kenne das bei mir auch. Ich habe aber gelernt, dass diese Gedanken nicht oft sehr objektiv sind und der Situation nicht angemessen sind. Diese Abwägung hilft mir sehr oft mein Problem besser zu verstehen. Es sind nur Gefühle. Undurchdachte reaktionen des Gehirns. Wenn es so ist, dann mußt du dich damit konsturktiv auseinandersetzen. Aber sie machen das Leben erst wirklich echt. Deshalb müsstest du mit der richtigen Herangehensweise dankbar um jede Nachricht von deinem Inneren freuen. Weil es ist ein Hinweis, dass dich deine Gedanken fertig machen. Sie wollen dich vielleicht darauf hinweisen etwas bewußter wahrzunehmen. Würden dir deine Gefühle keine Probleme machen, dann wüsstest du nicht, dass bei all diesen vielen kleinen Problemen etwas dabei ist. Und wenn du irgedwann all diese kleinen Probleme richtig einschätzen kannst, dann weißt du bescheid. Dann mußt du dich nicht mehr unsicher fühlen. Dann weißt du, dass das Leben so ist.
Und was deinen Freund angeht. Es ist genauso wichtig Probleme mit Menschen zu haben, wie keine Probleme mit ihnen zu haben. So ist er für dich einerseits eine erhellende Person. Aber auf der anderen Seite siehst du auch Makel. Das ist Produkt deiner Lebenserfahrung. Du erkennst nun, dass nicht alles super toll und super lustig ist. Das nennt man dann erwachsenwerden. Man sollte aber auch das merken mit der Zeit, dass man immer mehr Probleme sieht bei uns Menschen. Das ist auch kein Zustand. Und so sehe ich dein Perfektionismus als etwas Positives. Es hält dich immer dazu an auf die kleinen wichtigen Dinge wichtig zu finden. Auch wenn es dir aufzeigt, dass du nicht alles super toll im Griff hast.
lg
 

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