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Freundschaftssuche raubt mir Energie

keksi_2026

Neues Mitglied
Hallo zusammen,
mein Freundeskreis besteht aktuell nur aus 1-2 Personen, weshalb ich seit mehreren Jahren auf der Suche bin nach neuen Bekanntschaften, die vielleicht zur Freundschaft führen. Aber egal wo ich hinkomme, ich treffe immer wieder auf die gleichen Muster. Man fühlt sich nicht gesehen in der neuen Freundschaft, man wird vergessen und nicht eingeplant. Ich bin jetzt 34 Jahre und ich hab das Gefühl, dass mir das ganze nur noch Energie raubt, weil ich das Gefühl habe, nie das gleiche zurückzubekommen. Ich habe seit einigen Monaten eine Bekanntschaft mit einer anderen Frau (2 Jahre jünger). Ich hab sie gefragt, ob sie was zu ihrem Geburtstag machen wollte, worauf sie ausweichend geantwortet hat. Sie hat dann auf einer Plattform für Gemeinsame Erlebnisse einen Typen kennengelernt und der hat sie dann gefragt, ob sie was machen will zum Geburtstag und plötzlich hat sie ja gesagt, obwohl sie diesen nur 2 Wochen kannte. (Er hat ihr auch was voll teures geschenkt, was mich sehr irritiert) Ich hab mich mit ihr letzten Sonntag getroffen und wir haben einen Spieleabend gehabt und auch das nächste Treffen für einen bestimmten Tag geplant (Essen gehen und Minigolf spielen). Ich hab wieder die komplette Initiative zeigen dürfen. Hab sie gefragt, welches Lokal denn in der Nähe ihrer Arbeit ist, dann hat sie eines vorgeschlagen, aber nicht gleich den Link gesendet (obwohl es 6 Lokale in meiner Stadt gibt, die so heißen). Jetzt komme ich gerade auf das Minigolf zurück, um sie zu fragen, ob wir da besser reservieren sollten oder nicht, weil sie dort in der Nähe wohnt und da wahrscheinlich öfters war als ich. Ihre Antwort: Sie hat vergessen (mit einem lachenden Smiley dahinter), dass wir besprochen haben, dass wir dort (zu einer bestimmten Minigolfbahn) hin wollen. Das ist jetzt nicht das erste Mal, dass sie geplante Unternehmungen plötzlich nicht mehr am Schirm hatte. Ich bin kurz davor ihr zu schreiben, dass ich da keine Lust mehr darauf habe, da ich sie ja schon gefragt habe, ob wir das am Freitag machen nach ihrem Geburtstag das Minigolf. Ich weiß echt nicht mehr, ob sich das lohnt weiter zu versuchen mit ihr eine Verbindung aufzubauen. Es raubt mir Energie und meine Freude. Ich hab sie auch schon darauf angesprochen, dass sie es mir sagen soll, wenn sie auf bestimmte Dinge keine Lust hat. Ich bin daher wieder sehr versucht jemanden zu ghosten, weil es glaub ich eh keinen Sinn macht es ihr zu sagen, wenn das schön öfters der Fall war, dass sie das nicht auf dem Schirm hat. Wie würdet ihr das klären? Sind meine Erwartungen zu hoch? Wäre das eine legitime Grenze?
 
Ach, meine liebe @Keksi - Am liebsten würde ich dich gerade mal kurz in den Arm nehmen wollen, denn ich spüre deine Traurigkeit.🫂

Auch ich habe immer irgendwelchen Kontakten/Freundschaften hinterhergejagt, habe mir gewünscht (und wünsche es mir auch heute immer mal wieder), dass sich Kontakte vertiefen, intensivieren würden. Nach jahrelanger Suche habe ich meinen Anspruch geändert: Ich freue mich, wenn ich mich gut mit Leuten verstehe, wir eine schöne Zeit gemeinsam haben, aber für mich steht nicht mehr unbedingt die Vorstellung im Fokus, dass sich daraus eine Freundschaft ergeben könnte. Und obwohl ich ein Teamplayer bin und gerne Menschen um mich habe, habe ich für mich akzeptiert, dass ich nur wenig echte Freunde habe. Manchmal schmerzt mich dieses Wissen. Die meiste Zeit aber lässt es sich für mich mit dieser Einstellung leichter leben.
 
Ich hab gestern für mich nach 6 Monaten aushalten und versuchen es zu akzeptieren wie es ist, für mich eine Grenze gezogen nach ihrer Aussage: „Ich verbringe meine Zeit gerne mit dir aber ich habe einfach jeden Tag soviel im Kopf dass es mal schön ist nicht dauernd nachzudenken wenn du was machen willst dann sag das aber erwarte nicht immer dass ich was vorschlagen soll obwohl ich gerade keinen Plan habe”. Für mich bedeutet es, dass sie einfach das jeden Tag soviel im Kopf haben benutzt um eigentlich auszusagen, dass sie die komplette Verantwortung mir überlässt und ich die Verbindung tragen soll. Und das wird wahrscheinlich sich in Zukunft nicht ändern, wenn man nicht jemanden kennt, der das gleiche Bedürfnis hat, dass sich Freundschaften nicht nur okay anfühlen sollten?
 
Zuletzt bearbeitet:
Fühl dich bitte erstmal gedrückt, wenn du das magst. Es tut mir sehr leid, dass du so traurig bist.

Allerdings muss es ja Gründe geben, warum die Freundschaften so schwer fallen. Neben dem allgemeinen Problem, dass heutzutage viele Menschen den Wert von Freundschaften nicht mehr zu kennen scheinen, lese ich bei dir schon zwei, drei Dinge raus.

Du schreibst davon, dass die Suche nach Freundschaften dir viel Energie raubt. Also investierst du in diese Suche sehr viel. Und ich glaube, da beginnt das Problem. Das merken die anderen. Es wirkt krampfig und klammernd. Ich kenn das von mir selbst aus der anderen Rolle: Wenn ich jemanden kennenlerne, der zu schnell zu viel von mir will, dann mache ich dicht.

So hart es klingt: Du bist ihr nicht so wichtig, wie du es gerne wärst. Sie ist nicht die Richtige. Du kämpfst und klammerst und wirst dann doch nur enttäuscht.

Außerdem ist es in den allermeisten Fällen halt so, dass die Menschen Freundschaften gegenüber Partnerschaften als nachrangig bewerten. Wenn es um Partner, neue Partner, potenzielle neue Partner geht, werden Freund:innen schnell mal weggeschoben. Hundertmal im Umfeld erlebt. Ich selbst mache es anders, aber das Muster gibt es.
 
Liebe Keksi, ich glaub, das Einfachste wäre, du gehst eine Liebesbeziehung ein mit einem Mann und dieser soll dann deine beste "Freundin" auch zugleich sein und noch viel mehr. Das wäre die unkomplizierteste Variante.
 
Ich geh jetzt einmal von mir aus- immer wieder kommt jemand auf mich zu, der mir sehr sympathisch ist und der mir das Gefühl gibt, ich bin es auch für jenen. Das ist wohl das Wichtigste- gegenseitige Sympathie. Dann...was folgt...?? Angst... ich kenne niemanden in meinem Alter, der gleich ist wie früher als Teenie, durch die Erfahrungen hindurch ist keiner mehr leicht am Vertrauen, ich jedenfalls bin das nicht und versteh total, wenn das die andern auch so haben.
Woher soll dieser wissen, dass er mir vertrauen kann...??
Wenn du erzählst, man vergisst deine Vorschläge, dann kann das bereits eine Überprüfung sein- wer bist du...??? Darf man bei dir etwas vergessen, oder gerade keine Zeit haben, oder sich nicht melden sofort...???
Der, der das aushalten kann, der kommt in die engere Wahl. Die meisten haben spätestens dann ein Messer in der Hand und stechen zu- ich blockiere dich, ich ghoste, ich suche wo anders...
Das ist schon einmal ein Hinweis, nein, hier investiere lieber nicht. Der ist nicht tragfähig, was man sich ja als Kamerad vorstellt- einen, der nicht sofort beleidigt ist.
 
Ich habe vor einigen Monaten eine Whatsapp erhalten- du bist raus, ich beende unsere Freundschaft.
Das war die Verkäuferin unseres Hundis, sie war die Züchterin und wegen dem hielten wir häufig Kontakt, telefonierten oft und es kam zu einigen gegenseitigen Besuchen, die für mich gesehen gemütlich und nett waren. Dann kam eines Tages eben diese Nachricht, ich hab sie seither nicht mehr angetroffen, obwohl sie nur ein paar Ecken weiter wohnt im Ort meines Partners, wo ich mich viel aufhalte. Mir scheint, das war ein Krisenmoment, wo sie entschied und beschloss, alle, die nicht sofort für mich da sind, die werfe ich nun weg...anders kann ich mir das nicht vorstellen. Für mich war das eher eine gute Bekanntschaft, für sie...??? Ich habe sie offensichtlich enttäuscht, was hat sie erwartet..?
Mit ihrer Schwester haben wir auch Kontakt, sie ist eine Sportskollegin meines Kameraden, jene sagte, ach, das ist so eine komplizierte Haut, sie macht das mit uns auch immer, bei übler Laune wirft sie alles hin und blockiert alle. Für mich ist das ein Erlebnis von Vielen- mal bin ich jene, die heiklig reagiert, mal der andere. Das ist für mich alles eine Art Zeichen- gute Freundschaften entwickeln sich anders. Solche habe ich, ich habe langjährige, innigste Freundinnen, durch Dick und Dünn haben wir diese Freundschaft gebracht, sie ist uns allen irrsinnig kostbar. Aber auch da hat sich nach dem Auftauchen meines Partners viel geändert- die Unternehmungen finden oft nur mit ihm statt, wir leben ja zusammen, das ergibt sich automatisch, dass man auch viel Zeit miteinander verbringt, die man früher mit eben Freundinnen verbracht hat. Gestern waren wir wieder zusammen, aber nur kurz, es folgt ein richtiges Treffen bald, so wie wir es lieben- mit viel, viel Zeit wieder und Aufholen, was wir alles zu erzählen haben und immer wieder froh sein, dass wir uns haben, wenn auch seltener. Das macht nichts, das ist hingenommen.
 

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