@Zumutung
Du bist zu gutmütig und zu hilfsbereit.
Und genau dieses "Nichts erwarten" ist der Fehler in der Gleichung.
In Freundschaften darf man sehr wohl etwas erwarten.
Ich habe meine Gutmütigkeit sehr zurückgefahren. Aber wohl fühle ich mich damit auch nicht. Das heißt aber nicht, dass ich vorher nichts erwartet hätte bzw. alles getan hätte, nur um Kontakte zu bekommen und halten zu können. Vielleicht einwenig. Das kann schon sein. Irgendwas muss man ja investieren. Am besten beide Seiten.
Es dauert doch auch etwas, bis man feststellt, dass von der anderen Seite nichts weiter kommt. Dann wars das. Hellsehen kann ich noch nicht. Wenn einem das immer wieder passiert, kann man schon die Lust verlieren.
Seit dem ich wegen meiner Krankheit (MS) zuhause bin, ist das sowieso egal geworden. Ich bin nicht mehr mobil.
Das ist für mich die größte Hürde, mit einer ziemlich fatalen Wirkung - im Bezug auf die realen Kontakte. Die haben sich ziemlich schnell verwässert, bis keiner mehr da war. Waren eh nicht viele. Ist halt blöd, wenn man eine gewisse Rücksicht braucht, um teilhaben zu können. Spontan geht damit herzlich wenig.
Ist eine gewisse Rücksicht zu viel erwartet? Ich denke nicht. Aber wie das alte Sprichwort schon sagt,
in der Not erkennt man seine wirklich Freunde.
Neue Kontakte kann ich deshalb nicht mehr so einfach knüpfen. Das fängt schon bei der fehlenden Barrierefreiheit an, wenn ich zum Bahnhof muss. Gut, ich muss mich auch erst an vieles gewöhnen, was meine Umstände und Probleme betrifft. Auch das ich offener damit umgehe. Damit tue ich mich schwer. Ja.
Insgesamt ist es aber sehr schwierig neue Freundschaften zu finden, wenn man nicht wirklich im Wohnort integriert ist, auch für Gesunde. Virtuell habe ich feste und stabile Freundschaften. Aber zu weit weg. Besuch geht daher nur selten.
Wenn man arbeitet, geht auch vieles einfacher. Aber das ist leider auch nicht mehr.
Wenn ich dann alle meine Enttäuschungen betrachte, dann sehe ich zwar (m)ein Verhaltens-Muster, kann das aber nicht auf zukünftige potentielle Freundschaft anwenden, nur um etwas bestimmtes zu vermeiden. Woher soll ich wissen wie sich was entwickeln wird? Deswegen.
Das Einzige was ich jetzt mache, darauf möchtest Du ja auch hinaus, dass ich achtsamer auf mich achte = bestimmte Grenzen setze. Wenn das eintritt, wars das recht schnell. Und nun?
😕
Ansich bin ich Kontaktfreudig. Aber immer noch mit einer gewissen Zurückhaltung. Mehr so ein Mittelding zwischen ex und introvertiert. Das kommt Erfahrungsgemäß relativ gut an. Muss ja nicht gleich Freundschaft sein. Lose Kontakte sind auch gut und schön. Gerade wenn es um eine relativ neutrale Meinung über den ein oder anderen geht.