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Freundschaft, die keine ist?

JPreston

Aktives Mitglied
Es beschäftigt mich gerade. Ich verlage meinen Text aus meinem TB hier.

Seit über einem Jahr habe ich rein freundschaftlichen Kontakt zu einem Mann. Er hat von Anfang an offen gesagt, dass er verheiratet ist und zwei Kinder hat, eines davon schwerstbehindert. Außerdem ist er selbst an Krebs erkrankt.

Ich habe kein Interesse an ihm als Mann. Mir gefallen einfach unsere Gespräche – wir telefonieren manchmal lange und reden über Gott und die Welt.

In letzter Zeit weiß ich jedoch nicht mehr, wie ich mich verhalten soll. Unsere Kommunikation verläuft sehr ungleich: Mal ist sie intensiv, dann flacht sie wieder komplett ab. Von seiner Seite kommt dann kaum etwas, und ich ziehe mich ebenfalls zurück.

Er bezeichnet sich zwar als mein Freund und sagt oft: „Wenn etwas ist, schreib mir.“ Er schlägt auch Telefonate vor, die dann aber oft nicht zustande kommen, weil er mit seinem Sohn beschäftigt ist – was ich absolut nachvollziehen kann. Was mich jedoch irritiert: Danach kommt oft tagelang nichts mehr, kein Nachfragen, kein „Wie geht es dir?“.

Ich weiß, dass er es schwer hat. Trotzdem frage ich mich inzwischen, ob es nur Höflichkeit ist. Er hat mehrmals gesagt, dass er mich mental nicht im Stich lassen will – aber genau so fühlt es sich für mich manchmal an.

Ich frage mich: Was ist das für eine Freundschaft? In letzter Zeit habe ich eher das Gefühl, dass ihn der Kontakt zu mir belastet und dass wenig echtes Interesse an mir als Person da ist.

Ich habe mich inzwischen etwas zurückgezogen, weil ich merke, dass mir so eine „Freundschaft“ auf Dauer nicht gut tut.

Wie soll es weiter gehen. Ich weiß nicht mehr was ich darüber denken soll. Ich kann es nich zuordnen.
 
A

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Re: Freundschaft, die keine ist?
Hallo,

ich kann mir vorstellen, dass jemand mit einem schwerbehindertem Kind, der zudem noch an Krebs erkrankt ist, oft soviel um die Ohren hat und auch gedanklich und emotional sicherlich Achterbahnen fährt in seinem Leben.

Manchmal tut der Kontakt ihm vielleicht gut, manchmal ist er vielleicht so voll mit eigenen Gedanken und Problemen, dass alles zuviel ist. Wenn Dir an ihm liegt, sei da für ihn, schreib ihn ab und zu, aber ich würde alle Erwartungen runterschrauben. Wenn es Dir nicht gut tut, dann versuche ihn gedanklich loszulassen.

Ich denke, dass man in so einem speziellem Falle, wo eine Person soviele Belastungen hat, nicht die "normalen" Maßstäbe von Freundschaft anlegen kann. Überlege Dir mal, wenn Du in seiner Situation wärst. Wie Du Dich fühlen würdest. Man kann dann sicherlich keine Erwartungshaltung vertragen von Freunden, weil man sich nicht so oft um sie kümmern kann und weil man natürlich erstmal um sich, die Familie und das eigene Leben kreist.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich frage mich: Was ist das für eine Freundschaft? In letzter Zeit habe ich eher das Gefühl, dass ihn der Kontakt zu mir belastet und dass wenig echtes Interesse an mir als Person da ist.
Hast du ihn das schon mal so gefragt/gesagt?

Ich finde die Frage schwer zu beantworten da es keine genauen Freundschaftsrichtlinien gibt.

Es sollten sich beide wohlfühlen und da finde ich es gut das du da auf dich achtest.

Für mich gilt bei Freundschaften und Beziehungen zu kämpfen und wenn das nichts bringt zu gehen.

Wo stehst du gerade?
 
Ich finde, „tagelang“ nichts voneinander zu hören, ist in einer Freundschaft ganz normal. Das ist mit mir und meinen guten Freunden ganz genauso.

Wie sieht dein Alltag aus? Hast du Kinder? Welchen Stellenwert haben bei dir Freunde? Müssen es da gleich 100 % sein oder reichen vielleicht auch 50 %?Meine Beobachtung ist, dass für Menschen mit Kindern und Ehe Freunde tendenziell eher nach den Verpflichtungen wie Arbeit und Kindererziehung kommen. Darin könnte die Disbalance bei euch beiden begründet sein. Dies Störungsgefühl könnte daher rühren, das ihr unterschiedliche Lebenssituationen habt.

Mein Rat wäre, dass du dir darüber bewusst wirst. Nimm es nicht persönlich, wenn der Kontakt mal viel und mal weniger ist. Freue dich daran, was du in diesem Freund gefunden hast. Das ist nämlich echt was schönes. Und ansonsten ist es sicher gut, wenn du andere Beziehungen und Freundschaften und auch Hobbys in deinem Leben pflegst.

Viele Grüße
 
Manchmal tut der Kontakt ihm vielleicht gut, manchmal ist er vielleicht so voll mit einen Gedanken und Problemen, dass alles zuviel ist
Ich möchte aber ehrlich gesagt nicht diese „Puffer-Rolle“ einnehmen – also jemand sein, der immer da ist, wenn er gerade jemanden braucht. Vor allem dann nicht, wenn es umgekehrt nicht wirklich so ist.

Was mich zusätzlich irritiert: Er schreibt mir oft, dass er immer für mich da sein wird. Gleichzeitig erleben wir dann aber genau das Gegenteil. Wir telefonieren teilweise über zwei Stunden sehr intensiv – und danach ist plötzlich wieder völlige Stille.

Genau diese Unstetigkeit macht es für mich schwierig. Ich weiß, dass seine Situation belastend ist, und ich habe Verständnis dafür. Aber auf Dauer fühlt sich diese Art von Kontakt für mich nicht stimmig an.
 
Hast du ihn das schon mal so gefragt/gesagt?

Ich finde die Frage schwer zu beantworten da es keine genauen Freundschaftsrichtlinien gibt.

Es sollten sich beide wohlfühlen und da finde ich es gut das du da auf dich achtest.

Für mich gilt bei Freundschaften und Beziehungen zu kämpfen und wenn das nichts bringt zu gehen.

Wo stehst du gerade?
Nein, so direkt habe ich es ihm nicht gesagt, weil ich nicht aufdringlich sein möchte.

Ich merke aber inzwischen deutlich, dass mir dieser Kontakt in der jetzigen Form nicht gut tut. Ich habe selbst meine Themen und auch eine psychische Erkrankung, wovon er weiß. Deshalb ist es mir wichtig, mich da ein Stück weit zu schützen.

Dieses „Kämpfen“, von dem du sprichst, würde für mich bedeuten, ihm ständig zu schreiben oder den Kontakt irgendwie aufrechtzuerhalten – und das möchte ich nicht. Das würde sich für mich nicht mehr respektvoll mir selbst gegenüber anfühlen. Und ehrlich gesagt glaube ich auch nicht, dass es etwas verändern würde.

Im Moment stehe ich eher an dem Punkt, dass ich Abstand nehme und schaue, was mir gut tut.
 
Wir telefonieren teilweise über zwei Stunden sehr intensiv – und danach ist plötzlich wieder völlige Stille.
Er hat sicherlich sehr viel in seinem Leben, was ihn beschäftigt, da braucht er sicherlich viel zeit für sich und seine Familie, die dann für andere Leute nicht da ist.

Aber auf Dauer fühlt sich diese Art von Kontakt für mich nicht stimmig an.

Dann würde ich ihn beenden oder mit ihm darüber reden. Was genau erwartest Du von ihm? Dass er sehr oft verfügbar ist? Das kann er nicht.
 
Dieses „Kämpfen“, von dem du sprichst, würde für mich bedeuten, ihm ständig zu schreiben oder den Kontakt irgendwie aufrechtzuerhalten – und das möchte ich nicht. Das würde sich für mich nicht mehr respektvoll mir selbst gegenüber anfühlen. Und ehrlich gesagt glaube ich auch nicht, dass es etwas verändern würde.

Ich würde in einer Freundschaft nicht um sie kämpfen. Entweder sie läuft, man ist füreinander da oder sie hat viele Pausen, was für viele auch okay ist. Aber Kämpfen klänge für mich so nach zwang, danach etwas festzuhalten und das klappt dann oft nicht.

Es gibt viele Arten von Freundschaften. Ich sehe meine Freunde auch nicht so oft, aber sie sind da. Manche vielleicht 2-3 Mal im Jahr, man schreibt sich ab und an und das ist okay. Andere öfter.
 
...Dieses „Kämpfen“, von dem du sprichst, würde für mich bedeuten, ihm ständig zu schreiben oder den Kontakt irgendwie aufrechtzuerhalten – und das möchte ich nicht...
DAS wäre für mich in dem Fall nicht kämpfen sondern Aufdringlichkeit und Druck.
Das würde ihn wahrscheinlich wegtreiben.

Wenn nicht schon tausendmal versucht wurde subtil oder weniger subtil ihn darauf aufmerksam zu machen würde ich sprechen.

Sprich an was dich belastet und was du dir von ihm wünscht (wenn du es genau benennen kannst) aber vergiss ihn nicht.

Belastet ihn was in eurer Freundschaft und was wünscht er sich?
Was könnt ihr anders/besser machen?
 

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