Du hattest in 50 Jahren Leben weder Freundschaften, noch Beziehungen?
Keine einzige?
Nein. Außer Ausgrenzungen, Hänseleien während der Schul- und Jugendzeit. Dann extremes Mobbing während meiner Berufsausbildung (Telefonterror, wo ich schon eine Polizei-Fangschaltung in Erwägung gezogen hatte) sowie am Arbeitsplatz. Was die Kolleginnen und Kollegen ja auch hinbekommen haben. Dadurch habe ich für mehrere Tage komplett meine Stimme verloren (kann so auch nicht mehr im Kirchenchor singen, in dem ich 25 Jahre lang aktiv Mitglied war).
Ja, jetzt bin ich leider berentet und muss sagen, das ist
1. kein schönes Gefühl und
2. hat man ein Problem, überhaupt ein Bein
auf die Erde zu bekommen.
3. Dazu ist eine schwere Depression
gekommen. Es fehlt auch an
Tagesstruktur.
In der Vorweihnachtszeit sprach ich eine Bekannte (sie arbeitet an der Rezeption meiner Hausärztin) an, ob wir nicht mal einen Kaffee beim Bäcker zusammen trinken gehen könnten. Sie sagte mir zu.
Da sie ja arbeitet, dachte ich, sie käme auf mich telefonisch zu.
Doch es nichts passiert. Diesmal bin auch ich nicht mehr auf sie zugegangen.
Man hat immer das Gefühl, es geschieht nur aus "Gnade und Barmherzigkeit".
Und das will ich auch nicht.
Vielleicht kannst Du mich und können andere mich verstehen, dass es einen traurig macht und man sehr enttäuscht ist.
Man zieht sich zurück, obwohl man es gar nicht will. Andererseits muss ich an mich denken, so auch aus Selbstschutz vor weiteren Verletzungen.
Ich habe für andere stets ein offenes Ohr, bin hilfsbereit und tue bzw. mache. Doch ständig nur das 5. Rad am Wagen zu sein oder gar, wenn andere nicht da sind, der Notnagel, will ich nicht.
Dabei hätte auch ich gerne nur jemanden zum Austauschen. Ist das zuviel, was ich möchte?
Liebe Grüße
Ostseekueken