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Freundin verletzt und ich bereue es

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G

Gast

Gast
Ich war von Montag bis heute (Freiteg) auf Klassenfahrt, und dort habe ich mich ständig mit meiner Freundin gestritten.

Heute Nacht habe ich während es mir nicht gut ging (ich bin Depressiv) und zu viel nachgedacht habe ihr heute morgen eine Nachricht geschrieben die ich jetzt im nachhinein nicht wirklich schreiben wollte.

Der Inhalt dieser Nachricht war folgender:

"Ich weiß nicht was los ist, aber ich erkenne dich nicht wieder.

Ich weiß nicht warum du dich so stark veränderst, und ich will es glaube ich auch nicht wissen, aber das möchte ich nicht weiter miterleben..."

Heute morgen beim Frühstück wollte ich auf sie zugehen aber sie hat alles abgeblockt. (Zwischeninfo: Sie ist auch schwer depressiv, ich schätze also sie hatte einen Nervenzusammenbruch)

Jetzt weiß ich nicht was ich tuen soll.

Danke im voraus für jede Nachricht

F.
 
Lieber Gast,

tja, da Ihr beide depressiv seid und wohl auch noch ein wenig der Wein und all die anderen Leute und das fehlende zu Hause ( Ruhe) eine Rolle spielten, warst Du Dir wohl nicht mehr so ganz bewusst, was Du der Freundin da so zusammengeschrieben hast. Kein Wunder hat sie abgelöscht reagiert. Doch Du hast ja Deinen Fehler auch prompt eingesehen, und uns um Hilfe gebeten. Nun kann ich hier nur eine erste FEUERLÖSCHNOTAKTION vorschlagen, in Form von folgenden Sätzen, in der Du ( ev. hat sie ja etwas Humor ???) vor allem mal die SCHULD von ihr auf Dich nimmst, und eine Diskussion die Sinn hat vorschlägst, also auf die sie überhaupt eine Möglichkeit zu antworten hat:

"Liebe X, weiss jetzt auch nicht welcher Teufel mich geritten hat vorgestern, vielleicht hab auch ich mich verändert..und natürlich interessiert es mich wer sich wie und wann und wieso verändert hat. Deshalb würde ich mich freuen, wenn wir uns mal wieder ( nur Du und ich !) zu einem vernünftigen, ruhigen Friedensgespräch treffen könnten. Bitte Dich um Verzeihung für das letzte Mail. Liebe Grüsse, .."

falls Du hinter so was stehen kannst, denke ich wäre es fürs erste das beste...einen Versuch wert..

Ansonsten lieber Gast könnten wir Dir ev. was die Beziehung betrifft weiterhelfen, wenn Du uns etwas mehr über die Probleme zwischen Euch berichten würdest. Zum Beispiel, WIE sich die Freundin in Deinen Augen ( ich nehme jetzt an, die Veränderung macht Dir zu schaffen...doch es kommt natürlich schwer darauf an, welcher Art sie ist..damit wir Dir Anregungen geben könnten, müsstest Du sie uns anvertrauen...) benimmt...ob sie Dir weh tut, ob sie lügt, ob sie zu oft down ist und Dich ( der Du auch depressiv bist) damit zu sehr herunterzieht, während sie zuvor Dich am Anfang der Beziehung eher hochziehen konnte...Ich mag nicht spekulieren, doch ich möchte wenn möglich Dir und/oder Eurer Beziehung helfen. Auf Klassenfahrten und unter Freunden kann es häufig vorkommen, dass gerade sensible Menschen ( was depressive im Positiven wie Negativen oft sind !) heikler reagieren, schneller gekränkt sind ( auch vom Partner) als andere..oder es nötiger haben ( als andere) dass der Partner/in besonders lieb zu ihm/ihr stehen, und so kanns schneller zu Streit kommen, was dann auch fataler ist ( dass es überhaupt Streit gibt)...das ist dann auch wieder was anderes, wie wenn Ihr sonst nie Streit habt ( oder fast nie). Weisst Du was ich meine ? Alles ist sehr komplex... Liebe Grüsse, Desdemonaschall
 
Lieber Gast-Schreiber,

die verständnisvollen Zeilen von Desdemonaschall unterstreiche ich und füge folgenden Gedanken hinzu:

Menschen sind anziehend, wenn es ihnen gelingt, auch in schweren Situationen ihre Hoffnung auf Besserung nicht zu verlieren.

Wir Menschen sehen schnell die 1.000 Probleme, die uns bei näherer Betrachtung weiter runterziehen. Aber müssen wir immer nur die Probleme näher betrachten? Wäre es nicht viel sinnvoller, uns nach Lösungen umzuschauen?

Die Vorfreude auf eine Lösung für ein Problem zaubert uns ein Lächeln ins Gesicht und kann uns helfen, etwas relaxter den Alltag anzugehen. Kommt Dir ein Problem zu nahe, dann versuche es mal mit einem Lächeln. Das Ankämpfen gegen Probleme hat guten Erfolg, wenn wir mehr lächeln. Mit meiner Freundin würde ich lieber Lösungswege besprechen als Probleme. Das baut sie auf - und mich auch.

Je näher sich Menschen kommen, je größer ist auch die Verletzungsgefahr. Aber wenn wir den anderen Menschen lieben, dürfen wir zu unseren Fehlern auch stehen und uns auch entschuldigen... und danach wieder lächeln.

Nur das Jammern über das, was mal wieder schief gelaufen ist, das bringt niemanden weiter.

LG; Nordrheiner
 
Danke schonmal an dich Desdemonaschall.

1. Ich habe den Text über WhatsApp geschrieben wo sie mich (verständlich) ziemlich direkt blockiert hat.
2. Ich bhin natürlich bereit die Schuld auf mich zu nehmen, da es ja die Tatsache ist.

Und jetzt noch ein paar Details:

- Ich habe das Gefühl sie ist ständig auf Streit aus
- Ich weiß nicht ob sie am Montag gelogen hat oder ein Typ mit dem ich mich gestritten habe gelogen hat
(Er sagte so was wie: "Vielleicht fakest du deine Erkrankungen ja nur" woraufhin sie, als ich es ihr erzählt habe meinte: "Das hat er mir schon vor ein paar Wochen erzählt. Ich wollte es dir nur nicht sagen um dich nicht zu verletzen.". Allerdings hatten wir vor ca. 1,5 Monaten schonmal eine ähnliche Auseinandersetzung, nach der ich meinte "Erzähl mir sowas bitte, sonst verletzt es mich im nachhinein nur noch mehr")
Normalerweise sagt er nämlich alles was ihm grad auf der Zunge liegt, warum sollte er also jetzt sagen: "Das habe ich nie gesagt!"? Außerdem hat sie manchmal den Hang dazu dass sie Dinge überdramatisieren muss...
- Nein sie zieht mich nicht runter...
- Sonst streiten wir eigentlich nie....

Hoffe das waren genug Details, sonst einfach nachfragen.

LG.
F
 
Nicht böse gemeint, aber was soll mir das in dieser Situation bringen?
Lieber Gast-Schreiber,

die verständnisvollen Zeilen von Desdemonaschall unterstreiche ich und füge folgenden Gedanken hinzu:

Menschen sind anziehend, wenn es ihnen gelingt, auch in schweren Situationen ihre Hoffnung auf Besserung nicht zu verlieren.

Wir Menschen sehen schnell die 1.000 Probleme, die uns bei näherer Betrachtung weiter runterziehen. Aber müssen wir immer nur die Probleme näher betrachten? Wäre es nicht viel sinnvoller, uns nach Lösungen umzuschauen?

Die Vorfreude auf eine Lösung für ein Problem zaubert uns ein Lächeln ins Gesicht und kann uns helfen, etwas relaxter den Alltag anzugehen. Kommt Dir ein Problem zu nahe, dann versuche es mal mit einem Lächeln. Das Ankämpfen gegen Probleme hat guten Erfolg, wenn wir mehr lächeln. Mit meiner Freundin würde ich lieber Lösungswege besprechen als Probleme. Das baut sie auf - und mich auch.

Je näher sich Menschen kommen, je größer ist auch die Verletzungsgefahr. Aber wenn wir den anderen Menschen lieben, dürfen wir zu unseren Fehlern auch stehen und uns auch entschuldigen... und danach wieder lächeln.

Nur das Jammern über das, was mal wieder schief gelaufen ist, das bringt niemanden weiter.

LG; Nordrheiner

PS: mein Account wurde mittlerweile freigeschaltet...
 
Nicht böse gemeint, aber was soll mir das in dieser Situation bringen?


PS: mein Account wurde mittlerweile freigeschaltet...

Hallo DerJ,

nein, warum sollte ich böse sein?
Wir Menschen neigen dazu, die Probleme dauernd anzustarren und uns noch darüber zu ärgern.
Ich wollte ausdrücken: Das Suchen nach Lösungen ist der Ausweg.

Gerade bei depressiven Menschen sind es oft die negativen Gefühle, die den Menschen dominieren. Das bedeutet: Die Gedanken folgen den negativen Gefühlen.

Umgekehrt ist es viel besser: Nach Lösungen suchen, das Lächeln nicht vergessen – und die Gefühle folgen der Einstellung und den Gedanken.

Wenn wir uns darüber ärgern, dass jemand Mist erzählt oder gar gelogen hat, dann bringt uns das nicht weiter sondern zieht uns eher runter. Also heisst doch die Lösung: Sachliche und ruhige Klärung. Gut finde ich Deine Aussage: „Es verletzt mich, wenn Du mir nicht glaubst“ Es ist einer der besten Sätze überhaupt.

Wird die sachliche Klärung uns nicht abgenommen, dann ist das oft nicht mein Problem. Ich kann den anderen nicht zwingen, mir zu glauben. Warum also soll ich mich streiten? Er will mir ja nicht glauben!

Ich denke, in solchen Situationen wirkt streitbares Verhalten oft so, als ob ich a) den anderen Menschen zwingen möchte, mir zu glauben oder wie b) als ob an der falschen Behauptung doch etwas dran ist.

Wenn mir nicht geglaubt wird, ist das eine Situation, die mich runterzieht. Und das sollte ich nicht zulassen. Ich verhalte mich positiv und lasse mir meine gute Laune nicht kaputt machen. Und Menschen, die lieber einer Lüge als mir glauben, tun mir nicht gut. Ich wahre dann Abstand. Sie würden mich nur runterziehen. Manchmal ist Abstand die Lösung – und eben nicht der Versuch etwas zu beweisen, was sich nicht beweisen lässt. Ob der andere sich positiv oder negativ verhält, ist seine Entscheidung. Negatives (streitbares) Verhalten zieht mich nicht an. Es würde mich nur runterziehen. Auch hier rate ich ebenfalls zu Abstand.

LG; Nordrheiner
 
Zuletzt bearbeitet:
Hey Nordrheiner,

danke für deine doch motivierende Ansprache.

Mir ist mittlerweile klargeworden, dass ich wahrscheinlich mehr Angst habe dass sie sich was antut, als dass sie mich (berechtigterweise) nicht mehr will...
Und ich denke diese Angst ist bei einer Kompination aus Depression, Borderline und einer Posttraumatischen Belastungsstörung nicht unberechtigt oder? Wie soll ich damit umgehen?

LG
F.
 
Hey Nordrheiner,

danke für deine doch motivierende Ansprache.

Mir ist mittlerweile klargeworden, dass ich wahrscheinlich mehr Angst habe dass sie sich was antut, als dass sie mich (berechtigterweise) nicht mehr will...
Und ich denke diese Angst ist bei einer Kompination aus Depression, Borderline und einer Posttraumatischen Belastungsstörung nicht unberechtigt oder? Wie soll ich damit umgehen?

LG
F.

Hi, DerJ,

Du bist zwar nicht der Psychologe Deiner Freundin und kannst ihr insofern fachmännisch nicht wirklich helfen. Aber trotzdem kannst Du ihr das wirksamste Mittel gegen psychische Störungen, was es überhaupt gibt, verabreichen: Liebe

Einfach mit ihr lieb umgehen, Streit aus dem Wege gehen. Verständnis zeigen - ohne Dich mit runterziehen zu lassen. Denn wenn ihr beide "unten" seid, ist niemandem geholfen.

LG; Nordrheiner
 
Ich werde es versuchen---
Das Problem ist ich kann sie vor Montag nicht erreichen und wenn sie sich jetzt was antut könnte ich es mir nicht verzeihen...
Außerdem weiß ich nicht was ich ihr Montag dann sagen sollte... Geschweige denn wann...

LG
F.
 
Sie wird vermutlich bei ihren Eltern leben. Diese könntest Du von Deinen Sorgen informieren.
Wenn ihr noch auf Klassenfahrt seid, dann informiere die Lehrer / Begleitpersonen von Deinen Sorgen.

Und wenn Du sie am Montag siehst, dann sei einfach locker und freundlich. Man muß nicht immer etwas sagen.
Aber wenn Du etwas sagen möchtest, dann sag ihr doch sowas wie: "hey, ich mag Dich und will mit Dir lieb umgehen... und keinen Streit."

Und wenn Du Dich für etwas zu entschuldigen hast, dann mache es.

Manchmal ergibt sich das, was man am besten sagt, erst dann, wenn die Situation da ist.
Viel wichtiger ist erst mal, was Du für sie empfindest. Die Worte werden folgen.

LG, Nordrheiner
 

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