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Freundin schickt 20min Sprachnachrichten

Diesem Jugendlichen gegenüber habe ich nun auch ein schlechtes Gewissen.
Solltest du das tatsächlich so fühlen wäre das völlig überzogen, und da könnte ich auch nur den Kopf schütteln. Dumm gelaufen und fertig. Wie gesagt ist es unangenehm, sich für jemanden eingesetzt zu haben, der das nicht zu schätzen weiß. Es ist aber durchaus nicht unüblich und passiert deinem Arbeitgeber mit diesem Spezi auch ganz sicher nicht zum ersten Mal.

Auch dass du die Relevanz der Schülerpraktikantentätigkeit so herausstellst ist völlig überzogen. Das sind Minderjährige, die von Geschäftsbetrieb keinerlei Ahnung haben. Sollte dein Unternehmen solchen Leuten tatsächlich Verantwortung übertragen wäre das völlig verfehlt. Dass man sie in den 2 Wochen Schnupperns trotzdem etwas arbeiten lässt ist etwas völlig anderes. Eine Geheimhaltungsvereinbarung unterschreiben zu lassen ist hingegen völlig gang und gäbe, da man so sicherstellt, dass Interna nicht nach außen dringen bzw. sich rechtlich absichert, falls doch.

Ich finde tatsächlich auch, dass du viel zu dick aufträgst und etwas unnötig aufbauschst, was die Wirkung auf deinen Arbeitgeber angeht. Der Junge hat sich nicht mit Ruhm bekleckert und wahrscheinlich würde er tatsächlich kein Bein mehr auf den Boden kriegen.

Grundsätzlich ist es heute aber so, dass sich selbst TOP-Arbeitgeber auf nicht so gute Azubis einlassen müssen. Ich bin seit 40 Jahren bei solch einem beschäftigt. Die Zeiten haben sich stark gewandelt und da seid ihr mit 150%iger Sicherheit keine Ausnahme.
 
Ich habe mir jetzt nicht alles durchgelesen aber irgendwie ist mir das eingefallen:

Innerhalb der Gattung Drama gibt es mehrere Arten. Man unterscheidet zwischen Tragödien, Komödien, Tragikomödien und Schauspiel.
In der Tragödie stehen die Helden im Mittelpunkt des Konfliktes. Obwohl sie gute Absichten haben, stoßen ihnen im Verlauf der Handlung schreckliche Dinge zu, und es endet in einer Katastrophe, die nicht verhindert werden kann. Die Zuschauer erleben das Scheitern des moralisch guten Menschen mit und erhalten eine innere Reinigung, die sogenannte „Katharsis“. Auch soll das Stück lehrreich für die Zuschauer sein, indem sie das Unrecht auf der Bühne erkennen und es dann im wahren Leben verhindern können.
Im Gegensatz dazu steht die Komödie. Es existiert ein (meist alltäglicher) Konflikt, der jedoch im Verlauf des Geschehens aus der Welt geschafft werden kann. Die Figuren werden jedoch so überzeichnet dargestellt und erleben so komische Situationen, dass die Grundatmosphäre fröhlich und heiter ist.
Die Tragikomödie bzw. das Schauspiel sind Mischformen. Sie vereinen komödiantische sowie tragische Elemente miteinander.
 
Er wurde bei einer Sondertruppe mit eingeteilt und er hatte dort gewisse Aufgaben. Das fällt nun flach und mein Arbeitgeber muss umdisponieren.
Komm, jetzt wird es aber verrückt.

Schülerpraktikant*innen haben ganz sicher keine gewissen Aufgaben, weswegen ein Arbeitgeber umdisponieren muss, wenn das wegfällt. Bzw. ist das unseriös und ein erhebliches Armutszeugnis.

Auch mit Geheimhaltungsvereinbarungen, das ist wirklich Bullshit. Minderjährige können solche Vereinbarungen gar nicht rechtswirksam unterschreiben und Erziehungsberechtigte können so etwas auch nicht für ihre Kinder unterschreiben. Zur Geheimhaltung kann man nur Personen perönlich verpflichten.
 
Ach und woher willst du das bitte wissen?

Er wurde bei einer Sondertruppe mit eingeteilt und er hatte dort gewisse Aufgaben. Das fällt nun flach und mein Arbeitgeber muss umdisponieren.

Bei uns packen die Praktikanten direkt mit an und werden in alles einbezogen, da wird nicht nur hospitiert.
In welchem Unternehmen kann denn ein minderjähriger Schülerpraktikan direkt mit anpacken und auch noch in einem Umfang, der einen kompletten, mysteriösen Sondereinsatz zum Kippen bringt, wenn er drei Tage krank ist? Entweder du bauscht hier ganz schön was auf oder euer Betrieb setzt völlig falsche Prioritäten.
 
Was ist denn hier das zugrundliegende Gefühl? Mal zurück zum Eröffnungsbeitrag:
Wir sind beide Mitte 40, sie hat zwei Kindern, Haus, Ehe, soweit alles ganz normal. Ich bin gewollt kinderlos. Leider hat sie sich vor einem Jahr einen Hund angeschafft, was dazu geführt hat, dass die Qualität der Freundschaft sich massiv verschlechtert hat in meinen Augen.

Die eine hat Mann, Kinder, Haus und nun auch Hund. Und die andere? Dazu lesen wir nichts.

Das zugrundliegende Gefühl wird schlicht Neid sein, verquickt mit einer Kränkung, weil man der anderen nicht so wichtig ist wie man es gerne wäre und wie es umgekehrt der Fall ist.

Und weil das Gefühl schwer ist sich einzugestehen, wird was konstruiert. Nicht absichtlich, aber dennoch so leicht zu durchschauen. Lange Sprachnachrichten finden viele nervig. Das könnte man einfach klar sagen. Stattdessen arbeitet man sich hier ab, vermutlich aus Angst, dass sonst von dieser Frau erwartbar gar nichts mehr kommt.

Ebenso konstruiert man rund um ein Schülerpraktikum irgendeinen Aufreger, der das eigene Gefühl irgendwie kaschieren und gleichzeitig erklären soll. Nein, all das ist nicht wichtig.

Wichtig ist, dass die andere all das hat, was sie nicht hat und gerne hätte. An das Märchen von den vielen anderen Freundinnen glaubt sie doch selbst nicht. Gäbe es dir, gäbe es irgendwas, wäre doch jede Minute für so einen Mumpitz eine zu viel.
 

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