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Freundin plötzlich rechtsextrem - Was soll ich tun?

Ich Wessi habe 3 Jahre in Sachsen-Anhalt gelebt und gearbeitet, bin wegen dem Job hingezogen. Das war schon 25 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung und man hat noch den Zahn der Zeit gesehen, die Leerstände, wo früher die Stasi war usw. das Grau der Wände. Alles noch im Werden.

War für uns Wessis die Wiedervereinigung "nur" ein emotionaler Moment, jetzt sind wir kein geteiltes Land mehr. Da ging es bei meinen Kollegen in Erzählungen nur um die Zeitrechnung "vor der Wende", "Nach der Wende". Also eine Zensur, ein Umbruch, das Ende quasi des Bekannten.

Ich habe mit vielen Menschen gesprochen. Kollegen, Nachbarn, der Friseuse. Einiges aus der "Ostalgie" kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen, ich fand aber durchaus auch einiges gut. Die alten Ossi-Produkte, die es hier, zumindest wo ich wohne in jedem Supermarkt tatsächlich nicht gibt, fand ich außerdem nicht schlecht (Tempolinsen!) Und dass die Löhne im Osten immer noch niedriger sind als im Westen, ja, das durfte ich dann auch erfahren.

Natürlich ist der Lebensstandard in Deutschland hoch, aber das bekommt halt doch nicht jeder mit. Und wenn man eben in einer strukturschwachen Region lebt, wo es seit Jahrzehnten nicht aufwärts geht und man sich sowieso als "Wendeverlierer" fühlt, dann hat man halt irgendwann einen Hass auf die Politiker und alle anderen, die scheinbar meinen Lebensstandard bedrohen, dann machen solche einfach Botschaften wie Pegida das bringt oder AfD total Sinn.

Und machen wir uns nichts vor: Es ging bei der Wahl darum, die großen Parteien, die da Rumeiern mit der großen Koalition, abzuwatschen und da kam die AfD gerade recht. Plakativ, primitiv. Sprüche vom "afrikanischen Ausbreitungstyp" sind offen rassistisch, haben in der Politik nichts zu suchen und die AfD ist ein Sammelbecken der Zukurzgekommmenen. Und, nebenbei gesagt, machen mich echt stinksauer.

Es ging weniger um die AfD als gegen Merkel. Und die Unzufriedenheit ist eben im Osten stärker als im reichen Westen, dem es schon immer gut ging. Man wird sich dann nach 4 Jahren Bundestags-Arbeit der Afd anschauen müssen, ob die wirklich für die Politik geeignet sind.

Ich bin aus Sachsen-Anhalt mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Ein fester Job in der Nähe meiner Heimatstadt führte mich hier zurück, aber die Menschen dort habe ich schon vermisst.

Wo warst du denn wenn ich mal fragen darf. Naja das mit der Ostalgie darf man als Westbürger nicht zu eng sehen und zu ernst nehmen. Über Nacht ist etwas gewohntes weggebrochen und Menschen brauchen nun mal Dinge welche für sie vertraut sind.
Keiner der Leute würde die DDR so wie sie war 1🤐 wiederhaben wollen. Viele verstehen schon nicht das die Menschen damals das System beseitigen wollten aber doch nicht gleich das ganze Land. Das sind eben zwei verschiedene Paar Schuhe.🙂

Und ja es hat sich sehr viel Wut in den Menschen angestaut aber komischer Weise nicht der unterschiedlichen Lebensverhältnisse wegen das kann man ab. Viel mehr schmerzt die Menschen, das man damals so wie heute über ihre Lebensleistung hinweggeht das sitzt viel tiefer.🙂
 
Halle, die graue Diva:herz: übrigens Genschers Heimatstadt. Trotzdem muss man sich an diese Stadt gewöhnen zumindest als Autofahrer.🙂

Wir haben uns auch verfahren, einmal falsch abgebogen bei der Hochstrasse und dann einmal um den Block. ..
Auch Heimatstadt von Haendel, sehr schönes Museum.

Ich habe, bevor ich bei der Stelle (befristetes Projekt an der Universität) zugesagt habe, erst noch die Einwohnerzahl recherchiert. In ein Kaff wollte ich nicht. Dann hat es für mich gepasst. Leipzig fand ich besser zum Shoppen.

Es hilft definitiv, wenn man neugierig ist und sich für die Geschichte interessiert.

Zum Problem der TE kann ich nur sagen: probieren das Thema komplett auszuklammern.
 
Ich kann nur für mich selber sprechen: Ich könnte und wollte mit einem Menschen, der Rechts wählt nicht glücklich sein. Politische Anschauung ist Weltanschauung.

Ich dachte zuerst das sei kleinkariert und wollte dir schon darauf antworten, denn eine Beziehung sollte mehr Unterschiede verkraften können. Beim zweiten nachdenken aber, kann ich das nachvollziehen.

Ich denke aber, dass die Bereiche etwas unterschiedlich sind, je nachdem was einem wichtig erscheint.

So bin ich hin und habe mir überlegt, was für mich ein Ausschlusskriterium wäre und habe auch prompt eins gefunden. Ich könnte niemals mit einer Jägerin zusammen sein. Denn wie man Tiere behandelt, ist ebenfalls eine Weltanschauung und spiegelt den Charakter eines Menschen wieder.

Also möchte ich auch anderen zugestehen, ein für sie wichtiges Thema als essentiell zu betrachten.
 
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Ich persönlich könnte nicht mit jemandem befreundet sein, der rechts ist und sich so verhält wie Deine Freundin. Es gibt Dinge, die sind einfach nicht verhandelbar und da kann man auch nicht sagen: Es ist halt ihre Meinung, klammert das Thema aus. Egal, wie sehr man diesen Menschen mag: Es gibt Dinge, die KANN man nicht hinnehmen und man sollte sie auch nicht so stehen lassen.
Wenn jetzt zB jemand in meinem Freundeskreis Dinge sagen würden, die Homosexuelle diskriminieren, würde ich genauso reagieren: Das KANN man nicht ausblenden. Es sagt so viel über einen Menschen aus, dass eine Freundschaft für mich unmöglich wäre.
In Deinem Fall gibt es aber immerhin noch die Chance, sie positiv zu beeinflussen und das solltest Du zumindest noch eine Weile probieren.
Es ist eine sehr sehr kindliche Art (die ja leider bei manchen Menschen bestehen bleibt: Der durchschnittliche Rassist bleibt halt in seiner kindlichen Haltung stehen). Kinder sortieren nach äußeren Merkmalen: Woher sollen sie sonst wissen, wie sie die Welt in "Gut und Böse" unterteilen können? Normalerweise legt ein Erwachsener dieses Verhalten ab: Er kann differenzieren: Er weiß, dass die Tat eines Menschen nichts anhand bestimmter Merkmale auf ALLE anderen Menschen dieser Merkmale zu übertragen ist. Er hat normalerweise auch kapiert, dass ein Mensch nie nur gut oder nur böse ist. Logischerweise erkennt man dann auch, dass zB die Probleme, die wir momentan mit Migranten haben (und die haben wir ja) keinesfalls durch Hass und Abgrenzung gelöst werden können. Es gibt andere Wege und die MUSS man beschreiten. Eigentlich logisch, aber eben nicht für jeden. Vielleicht kannst Du ihr helfen, diesen Schritt zu einer erwachsenen Denkweise zu gehen?
Vielleicht kannst Du ihr ja beibringen, zu differenzieren und den Menschen an sich zu betrachten? (Dazu gehört auch, dass Du ihr zeigen kannst, dass Du SIE differenziert betrachtest: Als Mensch magst Du sie ja, aber ihre Ansichten verurteilst Du und kannst sie so nicht hinnehmen)
Wenn Du das Gespräch mit ihr suchst, bringt das vielleicht was. Ich würde aber keinesfalls das Thema totschweigen: Das wäre so, als würdest Du es stumm billigen. Damit würdest Du deine eigenen Ideale verraten und das solltest Du nicht tun!
 

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