Ich glaube, bei dem Ausflug ging es gar nicht in erster Linie darum, dass der Sohn und seine Freundin so viel bestimmen wollten - ich denke, da geht es um viel tiefer gehende Konflikte und der Ausflug war nur das "Sahnehäubchen", so der letzte Rest, der den Stein ins Rollen gebracht und zur Eskalation geführt hat. Ich glaube, da sind dann auch ganz arg die Gefühle hochgekocht.
Ob es so gut war, einfach umzudrehen und verfrüht zu gehen, sei dahingestellt, aber es ist auch legitim, dass eine Mutter mal sagt "so nicht!" und sich gekränkt fühlt. Auch Eltern haben Gefühle. Und jeder hat seine eigene Art, sich abzugrenzen. Jemand anderes hätte möglicherweise einen riesen Streit losgebrochen und richtig Rabbatz gemacht. Oder andere hätten den Ärger heruntergeschluckt, sich aber dem entsprechend noch länger darüber aufgeregt und keiner hätte bemerkt, dass ein Verhalten zumindest bei einer Person nicht so gut angekommen ist ...
Mich hätte das auch geärgert, wenn man gemeinsam etwas unternimmt und da nur bestimmte Personen ständig das Ruder an sich reißen und bestimmen wollen - wenn es aber für die Hauptperson des Tages, deiner Tochter so okay war, dann hätte man es auch darauf beruhen lassen können. Oder eben auch mal sagen "Ich fände es mal nett, wenn man zur Abwechslung vielleicht mal andere Musik spielt oder das Geburtstagskind fragt, was es machen möchte." So kann man einen Tag schon mal rumkriegen. Und kann dann das nächste Mal vorab vielleicht mehr besprechen und planen oder die Kinder einfach vorher etwas miteinander unternehmen lassen und du gehst dann später mit der Tochter alleine schick Essen und verbringst mit ihr einen netten Abend.
Vielleicht hat die zukünftige Schwiegertochter Angst um ihre Position und Stellung, weil sie sich von dir liebe TE bedroht sieht. Vielleicht bist du dominanter und direkter, als dir oft bewusst ist. Vielleicht will die zukünftige Schwiegertochter aber einfach die alleinige unumstrittene wichtigste Frau im Leben deines Sohnes sein und da wird die Mutter immer wieder weggedrängt, vor allem, wenn diese auch dominant ist. Und die Schwester wird nur geduldet, weil sie sich möglicherweise mehr unterordnet, keine so wichtige und tragende Rolle für den Freund spielt usw.
Kann auch sein, dass die zukünftige Schwiegertochter dich einfach nicht gut leiden kann oder es mal zwischen euch gekracht hat und sie dir das nachträgt. Oder sie mit deiner Art, die du ja selbst als schwierig beschreibst, nicht umgehen kann und das unter Umständen auch vielleicht nicht will.
Fakt ist aber, dass es ihr nicht das Recht gibt, sich so einzumischen und dich dann auch noch zu erpressen und über dich zu urteilen und wie du mit deinen Kindern umgehst und welche Beziehung ihr zueinander habt. Und reif und bedacht ist das nicht, in einem sowieso angespannten Konflikt dann auch noch mit einem Erpressungsversuch anzukommen.
Ich sehe das so: es ist wünschenswert und toll, wenn man eine innigere Beziehung zu den Eltern des/der Partner/in hat. Muss aber nicht sein, denn man ist ja mit dem/der Partnerin zusammen. Das schöne am Erwachsensein ist ja, dass man irgendwann sein eigenes Leben führt mit eigener Wohnung. Und man kann sich ja auch höflich und freundlich begegnen, ohne dass man gleich beste Freunde sein muss oder sich anders herum gleich die Augen auskratzt.
Ich kenne ehrlich gesagt sehr viele Paare, da klappt es nicht so gut mit den Schwiegereltern. Beide Seiten machen dann das Beste daraus: Haben sich irgendwie zusammengerauft, man begegnet sich freundlich und höflich zu wichtigen Anlässen, gratuliert auch zum Geburtstag, geht sich aber sonst vermehrt aus dem Weg und lässt sich in Ruhe. Und das ist doch okay, solange der Sohn oder die Tochter glücklich sind in der Beziehung und man weiterhin als Eltern einen guten Draht zu den erwachsenen Kindern hat.