Sie sagt auch selber, dass sie manchmal durchaus ein schlechtes Gewissen hatte, meint aber auch ich solle mich deswegen nicht so aufspielen, hätte ja schließlich auch so meine Fehler.
bzw gibt mir auch eine Mitschuld daran,
da ich mich tatsächlich öfter schroff ihr gegenüber verhalte und viel kritisiere, weswegen sie bisher noch keine Gelegenheit gesehen hat, mir davon zu erzählen.
Tatsächlich ist schroffes Verhalten Deinerseits sowie viel negative Kritik an anderen Menschen ein Hinderungsgrund für den Aufbau von Vertrauen. An der Stelle sehe ich deutlich Änderungsbedarf bei Dir. Stimmst Du mir da zu?
Auf der anderen Seite vermute ich bei Deiner Freundin eine mangelnde Stärke, für sich selbst Verantwortung zu tragen.
Diese Art der Verhaltensweise, Lösungen durch Lügen zu erreichen, ist gelernt. Als Kinder lernen wir Lösungen, weil uns diese Lösungen tatsächlich geholfen haben - andernfalls hätten wir sie nicht gelernt. Nur sind viele Lösungswege eben kindlich. Sie passen oft nicht mehr zu dem Leben eines Erwachsenen, der selbstverantwortlich leben will.
Für Deine Freundin wäre es wichtig, sich von kindlichem Lösungsverhalten zu trennen und erwachsene Lösungen zu lernen. Insofern wäre es mir an Deiner Stelle wichtig, wie ausgeprägt und stark ihr Lernwille ist. Davon würde ich die Tiefe meiner Freundschaft abhängig machen - denn in einem Punkt hat Deine Freundin Recht: Keiner ist fehlerfrei
Immer dann, wenn Deine Freundin anderen die Schuld für ihr Verhalten in die Schuhe schiebt, entzieht sie sich ihrer Eigenverantwortung und fällt in ein kindliches Lösungsverhalten zurück.
Diesbezüglich würde ich ein offenes Gespräch mit ihr führen wollen, ohne dass meinerseits Vorwürfe herauszuhören sind.
Meine Einstellung ist:
Je mehr Selbstverantwortung - damit Ehrlichkeit - je tiefer die Freundschaft. Und umgekehrt.
An ihrer Stelle würde ich sagen: Je weniger ich mit negativer Kritik und schroffem Verhalten konfrontiert werde, je besser kann ich Vertrauen fassen und je mehr ich Vertrauen fasse, je besser kann ich lernen, ehrlich zu sein.
Hinweis: Aussagen wie "Das entspricht nicht (ganz) der Wahrheit" sollten nicht gemacht werden, nur um zu kritisieren. Das wäre in meinen Augen negativ. Eine positive Einstellung des Kritikers halte ich für wesentlich.
Eine positive Einstellung wäre: "Ich sage Dir dies nicht um zu kritisieren, sondern um Dich so auf einen Punkt aufmerksam zu machen, an dem Du arbeiten solltest, damit Du nicht als Lügnerin dastehst."
LG; Nordrheiner