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Freunde oder Ex-Freund

Svenja281

Neues Mitglied
Hallo ihr lieben Ratsuchenden und -gebenden.
Die Nachricht wird wahrscheinlich ein bisschen länger und evtl. auch an einigen Stellen konfus, aber ich danke euch bereits im Vorfeld für eure Zeit und euren Ratschlag.
Ich habe mich vor etwa 3,5 Jahren total in jemanden verliebt (ich nenne ihn mal Sven) kennengelernt. Leider war unsere gemeinsame Zeit, da ich ins Auslandssemester gegangen bin, sehr kurz. Wir hatten nur etwa zwei Wochen, aber für uns beide war klar, dass wir im anderen den Partner gefunden hatten mit dem wir den Rest unseres Lebens verbringen möchten.
Er hat mich dann knapp 1,5 Monate später besucht und wir hatten die schönsten fünf Tage unseres Lebens.
Leider hat er sich knapp vier Wochen später von heute auf morgen kaum noch gemeldet und ich habe mich nicht getraut, es anzusprechen, da ich vorher schlechte Erfahrungen mit Männern gemacht hatte und dachte, dass es einfach an meiner Person läge. Ich war damals leider noch nicht so selbstbewusst wie ich es heute bin.
Ich lernte bereits vor dem Kontaktabbruch einen Einheimischen kennen, mit dem ich ein Sprachtandem machte. Kurze Zeit später wurde jedoch offensichtlich, dass er mehr in mir sah, als eine Möglichkeit, seine Sprache zu verbessern und wir landeten leider an einem Abend miteinander im Bett.
Ich brach anschließend den Kontakt ab und auch meinem "Freund" in Deutschland erzählte ich zunächst nichts davon.
Als wir dann jedoch mal wieder Kontakt hatten, hab ich ihm alles gestanden. Mir ging es so schlecht in dieser Zeit, dass ich dachte, ich würde mich nie davon erholen.
Als ich dann zurück in Deutschland war, traf ich mich für ein klärendes Gespräch mit Sven und er eröffnete mir, dass er in der Zwischenzeit, nachdem er von mir und dem anderen erfahren hatte, eine Freundin gefunden hatte, von der er sich jedoch wieder getrennt hat, da seine Gefühle für mich zu stark waren.
Wir einigten uns darauf, uns noch einmal eine Chance zu geben und uns zumindest weiterhin zu treffen.
Die kommenden drei Monate waren die Hölle für mich. Ich wollte unbedingt mit ihm zusammen sein, was ich ihm (in anderer Form) auch so kommunizierte, aber er konnte sich nicht auf eine Beziehung einlassen.
Im Nachhinein meinte er, er hätte nach einer Perfektion gesucht, wie sie am Anfang da war und die er in dem Moment nicht mehr finden konnte.
Jedenfalls entschied ich im Oktober für mich, dass das Ganze ein Ende finden muss und zog den Kontaktabbruch ziemlich rigide durch.
Er meldete sich ebenfalls (abgesehen von ein paar kleineren Nachrichten zum Geburtstag, etc.) nicht mehr. Bis März.
Zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits meinen neuen Partner kennengelernt, war aber noch nicht mit ihm zusammen, da ich noch als AuPair bis April im Ausland war.
Er schickte mir zu diesem Zeitpunkt eine SMS mit dem Inhalt, dass ich mich melden solle, wenn ich mal Lust auf guten Sex hätte.
Im Nachhinein erklärte er mir, das sei ein ziemlich verzweifelter Versuch seinerseits gewesen, den Kontakt wieder aufleben zu lassen und ich habe ihm die Nachricht mittlerweile verziehen.
Obwohl ich noch häufig an ihn dachte, bin ich dann im April mit meinem neuen (auch aktuellen) Partner zusammengekommen, was Sven auch ziemlich schnell mitbekommen hat.
Bis November herrschte dann Funkstille zwischen uns, bis er mich plötzlich um ein Gespräch bat. Ich willigte ein und erzählte auch meinem Partner davon.
Er entschuldigte sich für alles, was er mir angetan hat und meinte, dass ich nach wie vor die "Eine" für ihn sei.
Ich konnte das in dem Moment nicht einordnen, da ich mit meinem neuen Freund gerade mal ein halbes Jahr zusammen war und auch sehr glücklich. Außerdem dachte ich, er wäre mal wieder Single und hätte nun Zeit und Lust, sich bei mir zu melden.
Nach diesem Gespräch hatten wir sehr lange keinen Kontakt.
Genau genommen bis Januar diesen Jahres.
Dann gratulierte er mir zum Geburtstag und sagte mir (aus dem Nichts), dass er mich immer noch sehr vermisse und froh wäre, wenn wir uns sehen könnten.
Da mich der Gedanke von diesem Moment an nicht mehr losließ, willigte ich ein, ihn zu treffen.
Das Treffen war alles in allem sehr schön und ich denke, wir haben beide gemerkt, dass noch Gefühle für den anderen da sind, weswegen ich ein weiteres Treffen (wegen meines neuen Partners) ablehnte.
Dann begann er im Kleinen um mich zu kämpfen.
Er schickte mir Schokolade vor meinen Prüfungen und schrieb mir einen langen Brief, in dem er seine Gefühle offenlegte.
Ich suchte erneut das persönliche Gespräch und wir kamen beide mehr oder weniger zu dem Entschluss, dass wir unsere Situation momentan nicht ändern können und ein erneuter Kontaktabbruch das beste für uns beide wäre.
Zwischendurch schickte er mir zwei, drei Mal Nachrichten, aber seit April herrschte komplette Funkstille, bis ich es im Juli nicht mehr ausgehalten habe und ihm schreiben musste.
Er erzählte mir, dass er mich als Mensch nicht verlieren wolle und könne und ob wir nicht versuchen können befreundet zu sein. Er hatte mittlerweile auch eine neue Freundin.
Und jetzt wird es noch komplizierter:
Wir haben uns Mitte August getroffen und zunächst einen ganz netten Abend zusammen verbracht.
Als ich ihn bat, mir von seiner Freundin zu erzählen, war seine erste Reaktion, dass sie nichts an seinen Gefühlen für mich ändert und sie ihm mehr wie eine 1B-Lösung vorkommt mit der er zwar eine sehr gute Zeit hat und glücklich ist, aber die halt nicht ich bin.
Wir haben im Anschluss daran bestimmt zwei Stunden über das geredet, was zwischen uns damals passiert und schief gelaufen ist und wissen nun beide voneinander, dass unsere Gefühle für den anderen nie verschwunden sind.
Wir sind gemeinsam zu dem Entschluss gekommen, dass wir versuchen wollen, den Kontakt zu halten und eine Art "Alltag" in unser neues Leben einzubauen und in Zukunft nicht mehr großartig über mögliche Gefühle zu sprechen.
Das klingt total bescheuert, aber wir wollten uns (glaube ich) einfach nicht verlieren.
Jedenfalls stehe ich kurz vor dem Ende meines Studiums, mein Partner und ich wohnen zusammen und wollten (eigentlich) im Januar in eine größere Wohnung ziehen.
Er ahnt überhaupt nichts und ich kann auch nicht mit ihm darüber reden, da es ihn so sehr verletzen würde.
Ich weiß nicht mehr, was ich tun soll. Ich bin gern mit meinem Freund zusammen und wir verstehen und super, vertrauen uns blind, können über alles reden und sind (auch nach außen hin) das perfekte Paar.
Ich würde ihn sehr verletzen, wenn ich mich jetzt für Sven entscheiden würde und er würde die Welt nicht mehr verstehen.
Andererseits habe ich das Gefühl, Sven war und ist der Mann, der mir am meisten in meinem Leben bedeutet hat und ich würde es wahrscheinlich bereuen, es nicht versucht zu haben mit ihm, jetzt wo ich die Möglichkeit gehabt hätte.
Ich habe mich zwischendurch noch öfter mit Sven getroffen, um Klarheit in mein Gefühlschaos zu bringen, aber die Treffen haben das Ganze nicht besser gemacht.
Ich hoffe, ihr könnt mir ein stückweit weiterhelfen.
Ich weiß, dass die Entscheidung letzten Endes bei mir liegt, aber ich weiß einfach nicht mehr, was ich tun soll.
 
Du scheinst ja mit beiden nicht glücklich zu sein - wenn Sven so in deine bestehende Beziehung grätschen kann, stimmt da wihö was nicht.
Und Sven, na ja.....ihr habt es beide mehrmals vergeigt.
Vermutlich klappt es beim nächsten Anlauf auch wieder nicht.
 
Die kommenden drei Monate waren die Hölle für mich. Ich wollte unbedingt mit ihm zusammen sein, was ich ihm (in anderer Form) auch so kommunizierte, aber er konnte sich nicht auf eine Beziehung einlassen.
Im Nachhinein meinte er, er hätte nach einer Perfektion gesucht, wie sie am Anfang da war und die er in dem Moment nicht mehr finden konnte.
Zitat Ende

Es kann auch sein, dass Sven dich wieder verlassen würde, wenn du dich voll und ganz für ihn entscheiden würdest, weil er solch einen seltsamen unrealistischen "Perfektionsanspruch" in einer Beziehung hat.

Vermutlich würde ich an deiner Stelle bei deinem Freund bleiben, weil er bisher im Beziehungsalltag zu dir gehalten hat
und dich nicht so verletzte.

Die Kirschen in Nachbarsgarten schmecken oft besser als die eigenen Kirschen....das ist mein Eindruck von Sven.
 
Ja, das ist auch die Tatsache, die mich noch zweifeln lässt, aber andererseits finde ich es bedenklich, dass wir über drei Jahre hinweg nicht voneinander loskommen und den anderen nicht vergessen können.
 

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