Hallo und danke,
dass ihr auf meinen Beitrag geantwortet habt. Schon allein das gibt mir das Gefühl nicht ganz so alleine zu sein und vielleicht doch auch mal etwas gesagt zu haben, dass jemanden auf eine Art und Weise angesprochen hat.
Deswegen möchte ich gerne auch jemandem von euch etwas zurückgeben und auf ihn eingehen.
@Loner:
Ich muss sagen, dass dein Beitrag mich ziemlich überrascht hat, vor allem, weil es auch der erste war : )
Ich hatte mit Leuten gerechnet, die mir von ihren negativen Erfahrungen erzählen, mir sagen, warum das Freundschaft schließen so schwer ist und warum man so oft daran scheitert. Ich habe mit einsamen Menschen gerechnet.
Ich kenne dich ja nicht, aber du wirkst in deinem Text so locker und unbeschwert. Vielleicht sieht es in Wirklichkeit anders aus, aber so kommst du rüber. Und ehrlich gesagt, ich finde es bewundernswert. Du scheinst jemand zu sein, mit dem man gerne mal "ein Bierchen trinken geht", wenn du verstehst, was ich meine ^^
Fällt es dir denn schwer Freunde zu finden? Oder Menschen an dich ranzulassen? Wie kann es sein, wenn du doch so offen, mutig und kommunikativ wirkst?
Ich finde das spannend ^^
Vor allem interessiert es mich, was dich dazu verleitet hat mir zu antworten : )
Was mich auf die Suche nach sozialen Kontakten getrieben hat? Nunja, wie es bei vielen so ist, könnte ich darüber ein Buch schreiben, aber ich versuche es mal kurz und interessant zu formulieren.
Es ist einfach meine Art und mein Leben. Ich habe Schwierigkeiten auf andere zuzugehen, habe Angst abgelehnt, ungeliebt zu werden. Ich leide öfters an Depressionen und manchmal auch an Euphorie, die bis jetzt immer in einer bitteren Enttäuschung endete und mich zu einem waschechten Pessimisten macht. Mein Leben ist nicht sehr erfreulich. Das Verhältnis zu meiner Familie, ganz besonders zu meiner Mutter ist sehr, sehr schlecht. Freunde habe ich nicht. Meine Beziehung zu meiner Freundin (an dieser Stelle: ich bin lesbisch) ist Momentan am Tiefpunkt und meine Zukunft ist ebenso geprägt von Perspektivlosigkeit und Verzweiflung.
Ich bin schon seit über 6 Monaten in Therapie und bis vor kurzem ging es mir (wieder) relativ gut.
Ich möchte mein Leben in die Hand nehmen und egal an welche Stelle ich im Leben stehe, ich merke, dass wir als Mensch andere Menschen brauchen. Auch wenn ich mich immer dagegen wehre, merke ich doch, wie einsam ich bin. Also habe ich beschlossen mich etwas zu öffnen. Ohne besondere Erwartungen, einfach quatschen, gucken, lernen, kennen lernen und wer weiß noch, was die Zukunft bringt.
Ich weiß, es ist immer das gleiche, was die Leute erzählen. Alle jammern, sind unglücklich und tuen sich letzendlich schwer WIRKLICH etwas zu tun. Und genau das suche ich.
Wenn wir so viele Sind, die die gleichen Probleme haben, wieso tun wir uns dann nicht zusammen.
Wer kann uns besser verstehen, als wir selbst?
So, das war jetzt etwas lang ^^
@ Gugli
Es hört sich gerade scheiße an, aber: Ich weiß genau, was du meinst.
Ich habe darüber nachgedacht, was die Ursachen sein könnten, warum du dich so zurückziehst, wenn es dir nicht gut geht.
Ich kann dabei nur von mir auf andere schließen, aber vielleich findest du, dass du es nicht wert bist, dass sich jemand mal um DICH kümmert. Du willst damit niemand belasten, und erträgst es lieber vor dich hin. Schließlich haben andere auch ihre ganz eigenen Probleme und obwohl du dich vielleicht mit einigen gut verstehst, warum sollten sie sich dir widmen, wo sie erstmal mit sich selbst klarkommen müssen.
Ich weiß eigentlich garnichts über dich, aber vielleicht bist du auch jemand, der gerne anderen hilft, wenn sie Hilfe brauchen. Es ist doch so viel einfacher über andere ein Urteil abzugeben, als über sich. Viel einfacher anderen einen guten Ratschlag zu geben und selbst befolgt man ihn nicht.
Du erwartest einfach nicht, dass sich andere mit dir beschäftigen, weil du vielleicht enttäuscht wurdest, als du es erwartet hast. Du kannst andere schließlich nicht zwingen sich mit dir zu beschäftigen und sich auf andere zu verlassen, das kann doch nicht gut gehen.
Andere sich unberechenbar und man weiß nie, was sie als nächstes tun. Und bevor du enttäuscht wirst, ziehst du dich lieber zurück.
Und einfach sagen: Jetzt kümmer dich doch mal um mich, das kannst du nicht. Vielleicht glaubst du, es steht dir nicht zu soetwas zu sagen. Warum auch, warum hast du das verdient?
Virtueller ist es wirklich viel leichter ^^ Da kann ich nur aus Erfahrung sprechen. Ich hab sogar meine Beziehungen aus dem Internet kennengelernt.
Ich denke, ein Problem ist, dass es in der Gesellschaft nicht gerne gesehen wird, wenn man Schwäche zeigt. Jetzt könnte man sagen "oh doch, im Fernsehen heulen die alle, haben Probleme, u.s.w." Aber das stimmt nicht. Das sind keine echten Schwächen. Das ist alles geplant und kontrolliert. Da wird noch die passende Musik drunter gelegt und schon haben wir einen "waschechten schwachen Moment".
Ich glaube kein bisschen davon.
Wie dem auch sei, im Internet kennt dich niemand. Du kannst sogar dein Account löschen und dich neu anmelden und es würde keinem auffallen, wenn du es nicht willst. Du kannst schreiben, wann du willst, was du willst, wie du willst. Ohne Konsequenzen, ohne einen falschen Urteil. Ohne, dass dich jemand ansieht, als wärst du ein Insekt und nicht ganz bei Trost. Du siehst die Dinge hier, wie du willst. Du liest, was du willst. Du fühlst dich nur dann angesprochen, wenn du es willst, e.t.c.
Wäre es nicht schön, wenn das reale Leben genauso wäre?
@BlueFire
Ich habe mich richtig angesprochen gefühlt, als ich deinen Beitrag gelesen habe. In unserer Gesellschaftsform werden wir so sehr darauf getrimmt, zu glauben, dass wir so individuell sind und jeder ist seines Glückes Schmied allein und wenn wir es nicht allein durch unseren Willen schaffen, sind wir Loser.
So ein Quatsch, wenn du mich fragst. Viele Menschen fühlen so dermaßen gleich (nicht 100%, aber mehr, als man denkt, weil man glaubt ,man sei soooo einzigartig)
Und ich kann total mit dem mitgehen, was du geschrieben hast.
Vor allem, wo du schreibst, dass du keine Leute findest, mit denen du über negative Dinge sprechen kannst.
Genau das so ging es mir auch, bis zu einem gewissen Zeitpunkt.
Als es mir vor 2 Jahren am dreckigsten ging, habe ich einen Typen kennegelernt, mit dem ich im Internet immer gerne gechattet habe. Es hatte seine ganz eigenen Probleme und wir erzählten uns gegenseitig davon. Jedoch war ich darauf fixiert eine Besserung meiner Situation hervorzurufen, während er immer depressiver wurde. Da habe ich das erste mal gemekrt, wie anstrengend es ist, mit jemandem zusammen zu sein (jetzt platonisch gemeint), der immer nur negativ ist. Ich habe ihn unterstützt, versucht ihm in seinen Beziehungen zu helfen, Ratschläge gegeben, Übungen vorgeschlagen und was weiß ich nicht alles. Aber es ging jedes mal von neuem los und irgendwann erreichte ich den Punkt, wo ich mich fragen musste, ob ich noch weiter mit einer Person reden möchte, die mich jedes mal noch weiter runterzieht, als ich es schon bin.
Darum geht es doch. Genau deswegen werden wir manchmal von anderen verlassen. Mich hat meine ex-Freundin nach 4,5 Jahren Beziehung verlassen, weil ich ihr zu depressiv war. Und selbst meine jetzige Freundin hatte Probleme dieser Art mit mir. Und zu recht!
Ich will damit keineswegs sagen, dass wir immer nur über positive Dinge reden sollen. Ich bin durchaus eine Verfechterin der negativen Gespräche. Aber andererseits denke ich, dass wir uns selbst viel zu wichtig nehmen und manchmal dafür sorgen wollen, dass es anderen genauso schlecht geht, wie uns. Wir stehen uns selbst immernoch am nächsten und frage dich, ob du Lust hättest mit jemamden zu reden, der immer nur negatives zu sagen hat bzw. du jedes mal das gleiche Problem 1000 mal durchkauen musst.
Wenn es wirklich so schlimm ist, ist eine therapie sehr angebracht (ich mache zurzeit auch eine).
Es ist schwer die Dinge zu regulieren, manchmal erwarten wir einfach viel zu viel von unserem Gegenüber/Gesprächspartner, und manchmal leider zu wenig.
Nun zu dem Punkt mit dem Vertrauen und Weitergeben von Informationen:
Ich weiß nicht, inwiefern das für dich realistisch klingt, aber es kann durchaus sein, dass du und dein Gegenüber ganz unterschiedliche Erfahrungen/Vorstellungen habt, was dieses Gespräch angeht. Ich kenne das selbst von mir. Ich rede mit jemandem und für ihn haben meine Worte eine ganz andere Bedeutung bzw. er denkt, dass ich das anders sehe, als ich es wirklich tue. Was ich ganz kompliziert versuche zu erklären ist, dass es LEIDER so ist, dass man doch ein bisschen anders tickt, als so mancher, mit dem man redet. Man denkt, man hat so viele Gemeinsamkeiten und ist auf einer Wellenlänge, bis die ersten Differenzen auftauchen.
Auch wenn ein Geheimnis bewahren für dich selbstverständlich ist, so sieht es der andere vielleicht nicht als Geheimnis oder erkennt nicht den Wert dieses Gespräches für dich. In solchen Fällen solltest du, auchwenn es für dich ganz selbstverständlich erscheint, klipp und klar sagen, was du erwartest. Wenn du das vorher nicht weißt, dass besinne dich doch darüber, denk nach und erkläre dich dann deinem Gegenüber.
Wenn dein Gesprächspartner doch Informationen über dich weiter gibt, dann kann es mitunter Böswilligkeit sein. Dann trägst du keine Schuld daran, wenn du deinen Wunsch vorher geäußert hast und du kannst diese Person getrost und ohne Gewissenbisse auf den Komposthaufen befördern, sprich aus deiner Vertrauensliste streichen.
Kein Interesse:
Du hast recht, "wie geht's" ist oft eine Floskel. Ich stimme dir vollkommen zu, deswegen möchte ich das, was du gesagt hast nicht nochmal wiederholen, sondern dir erzählen, welche gegenteilige Erfahrung ich damit gemacht habe.
Ich hatte mal eine Freundin, die mich jedes mal, anstandsmäßig gefragt hat, wie es mir geht. Und egal, was ich gesagt habe, jedes mal hat sie daraus versucht was zu deuten und mich ausgequetscht. Irgendwann wird es einfach anstrengend. Manche Menschen wollen einfach nicht "schon wieder" ein tiefgründiges, negatives, deprimierendes Gespräch. Manchmal möchte man einfach unbeschwert sein (aber nicht unhöflich). Man will sich nicht runterziehen lassen.
Nimm das jetzt bitte nicht persönlich und denke, ich behaupte, dass du andere herunterziehst. Vielleicht tust du es ja, ich habe esschon zur genüge bei anderen getan. Aber bitte reduzier dich nicht auf ein "ich ziehe menschen immer nur herunter".
Ich kenne das, man steht einfach im Mittelpunkt seiner eigenen Welt, es dreht sich alles um die eigenen negativen Gefühle. Wie soll man auch anders damitklarkommen, wenn einem ständig der Schuh drückt. Aber dann ist es wichtig einzusehen, dass die anderen nichts dafür können. Wenn es wirklich so shclimm ist, sollte man vielleicht eine therapie in Erwägung ziehen. Andere sind nicht dafür da, dass man alles an ihnen abläd. Sie können es 1, 2, 3 oder auch 10 mal machen, aber irgendwann wird es einfach nur anstrengend und dann distanzieren sich die anderen von einem. Dann wird das negative zum Standart und wer möchte schon ständig etwas negatives um sich herum haben? Jeder hat seine eigenen Probleme, und dann ist da jemand, der immer nur negatives sagt.
Ich möchte hier ganz fett anmerken, dass ich dich nicht kenne. Ich weiß nicht, wie du bist. Aber das, was du schreibst erinnert mich an meine Geschichte und ich beziehe das, was ich gesagt habe, aus meiner Erfahrung.
Vielleicht bist du garnicht negativ. Vielleicht haben die anderen auch einfach zu starke Probleme und wälzen sie an dir ab. Ich weiß es nicht.
Wichtig ist, dass du dich erstmal fragst, warum du bist, wie du bist und Meinungen einholst, warum die anderen so reagieren. Und letzendlich gibt es nicht "die Antwort".
So, ich könnte noch ewig das gleiche wiederholen, aber ich habe erstmal genug geschrieben ^^