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Freunde durch Umzug verloren

andi73

Mitglied
Hallo,

Zunächst mal - quasi als erfreuliche Einleitung - die Vorgeschichte, das eigentliche Problem kommt dann im nächsten Absatz.
Und zwar war ich über 10 Jahre Single und mit damals 42 hatte ich auch nicht mehr damit gerechnet, dass ich noch mal eine Frau finde. Da mich die vorherigen Frauen eigentlich auch alle nur enttäuscht haben (gelogen, beklaut, betrogen, ausgenutzt usw), hatte ich auch kein Interesse mehr. Doch dann passierte es wie aus dem "Bilderbuch". Bei einem Forumstreffen kam sie durch die Tür (wir kannten uns ja schon aus dem Forum) und in mir machte es "klick" und etwas sagte mir "Das ist sie". Da wir allerdings über 400 km auseinander wohnten, war uns das eigentlich gar nicht so geheuer. Trotzdem haben wir uns erstmal auf das Abenteuer Fernbeziehung eingelassen und sind dann nach einem halben Jahr zusammen gezogen (zu ihr, weil sie den besseren Job hatte und ich die kleinere Wohnung 😀 ). Nun wohne ich schon über zwei Jahre mit ihr zusammen und bereue auch nichts. Alles fühlte sich von Anfang an richtig an und es gab auch noch keinen einzigen Tag Streit oder ein Gefühl das falsche getan zu haben.


Nun ist es allerdings so, dass ich durch den Umzug natürlich meine Freunde nicht mitnehmen konnte. Ich war natürlich nie der gesellige Typ. Also ich hatte eigentlich nur einen "wirklichen" Freund, wobei das mit ihm in der letzten Zeit auch nicht mehr so dolle war. Was sicherlich mit seiner Karriere und Freundin zu tun hatte, die ihn sicherlich mehr einspannte als noch vor 10 Jahren (insgesamt kennen wir uns jetzt ca. 16 Jahre). Dann noch ein paar andere und natürlich Arbeitskollegen mit denen man auch mal essen war oder sich halt auf der Arbeit (oder via Chat) gut unterhalten hat.
Damals war ich ein Stubenhocker und mir war das egal, wenn sich niemand für mich interessierte. Ich hatte mein eigenes Ding und gut. Wenn ich ab und zu mal mit meinem Kumpel unterwegs war, dann reichte mir das.
Seit ich hier allerdings wohne, hat mich noch NIE jemand hier angerufen. Zwar stehe ich via Whattsapp noch mit einigen in Kontakt, aber das ist natürlich auch eher Smalltalk. Mal den Status kommentieren oder was man irgendwo gesehen/gelesen hat teilen oder mal ein kurzes Gespräch.
Im neuen Ort habe ich natürlich auch noch keine Freunde gefunden. Ich wüsste auch nicht wie und wo und weiß auch nicht, ob mir das so recht wäre, da ich jetzt in der neuen Umgebung viel zu tun habe (Garten, Wohnung in Schuss halten, Hund Gassi führen, Einkaufen und die Hobbys natürlich). Bei den Kollegen ist auch niemand, wo ich sagen würde, dass ich den noch Außerhalb sehen möchte. Also ich verstehe mich durchaus mit allen, aber sie wohnen halt weiter weg und sind meistens bedeutend jünger als ich.

Wie dem auch sei. Ich bin jedenfalls ständig irgendwie "niedergeschlagen". Irgendwas fehlt mir und ich vermute, dass es der Kontakt zu anderen ist. Wenn ich meinen damaligen Kumpel mal anrufe, dann sind die Gespräche oft recht belanglos. Er war noch nie der Typ, der mal über sein Privatleben gesprochen hat (Beziehung, Arbeit usw). Meistens geht es um Videospiele (dadurch haben wir uns mal kennengelernt), wo ich aktuell aber kaum noch interesse dran habe.
Er sagt dann zwar auch immer, dass ich ihm mal meine Nummer geben soll, aber ich habe ihn "damals" meine neue Visitenkarte gegeben und auch über Whattsapp habe ich ihn schon dreimal die Nummer geschrieben (man kann dies ja in der Regel auch nachlesen). Angerufen hat er deshalb aber trotzdem nie.
Auch der "Beste Kumpel" auf Arbeit hat nie angerufen, wobei er auch Beruflich sehr stark beansprucht ist (Betriebsrat von mehreren Niederlassungen) weswegen ich das noch verstehen kann. Trotzdem denke ich mir, ob da nicht mal ne Stunde Zeit ist mal zu quatschen.
Gut, ich sage mir, dass ich damals halt auch kein umgänlicher Typ war (also nett und freundlich, aber eben Eigenbrödlerisch) und sich deswegen auch niemand um mich scheren wird.
Trotzdem frisst es mich auf. Manchmal überlege ich mir, dass ich einfach sämtlichen Kontakt zu allen abbrechen sollte und dann einen Schlussstrich ziehen soll. Aber dann schreibt mein Kumpel mal wieder was und dann habe ich doch wieder den Drang zu antworten. Aber hinterher fühle ich mich wieder mies. So hat er z.B. vorgestern gefragt, was es neues gibt und ich habe ihn dann geschrieben, was so interessantes gewesen ist, das hat er dann zwar gelesen aber nicht weiter kommentiert. Heute habe ich ihn ein Bild unserer Pfirsichernte geschickt, das hat er zwar angesehen, aber auch noch nicht kommtiert. Meistens kommt da eh nur sowas wie "Guck mal" oder "Deine Tomaten sind aber Pelzig".. Jedenfalls fühle ich mich dann doch wieder mies.
In meiner Heimat war ich z.B. auch in der Gemeinde tätig. In einem Verein, für das Kulturamt freier Mitarbeiter und auch für den hiesigen Pastor habe ich einige Sachen gemacht und war über mehrere Jahre "gut befreundet". Die haben alle meine Email-Adresse und teilweise auch meine Handy-Nummer oder Facebook.
Aber niemand hat mal geschrieben wie es so geht.

Jetzt habe ich schon angefangen Brücken einzureissen. Ich schaue mir z.B. nicht mehr die Lokalnachrichten oder Zeitungen aus der Heimat an. Habe mich kürzlich aus den Heimat-Facebook-Gruppen abgemeldet.
Jetzt überlege ich noch, ob ich ggf. eine neue Nummer fürs Handy beantrage oder einfach die Leute aus meiner Nummernliste lösche. Eventuell auch - bei manchen - mit einer kleinen Erklärung.

Ich bin da unschlüssig. Ich weiß auch nicht, ob es einem dann besser geht, oder schlechter. Gerade bei Whattsapp sieht man halt häufig was die Leute gerade so treiben durchs Profilbild oder Statusbilder.
Bei meinem Kumpel habe ich so z.B. erfahren, dass er wohl geheiratet hat, oder das er kürzlich auf einer Kreuzfahrt gewesen sein muß. Aber erzählt hat er davon nix und dann ärgere ich mich wieder irgendwie. Ich meine, wenn ich irgendwo toll in Urlaub fahre, erzähle ich das halt vorher gerne. Aber so fühle ich mich halt mies.

Was würdet ihr dazu sagen? Sorry, dass ich so viel geschrieben habe (Und vermutlich doch wieder viele relevante Punkte vergessen).

Ich bin gespannt auf eure Meinung.
 
Au weia. Du bist verletzt, verstehe ich.
Dein erster Umzug?

Mein Mann ist so alt wie du (wenn 73 dein Geburtsjahr ist 😉 )
Er hat seine "Kumpels" durch Umzüge auch verloren.
Aber ihr Männer seid da ja normalerweise auch mehr pragmatisch veranlagt. Evtl deine ehemaligen Freunde auch?
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ihr euch wieder seht/hört? Telefonieren ist ja mehr so das Frauending. Evtl fragen sich deine ehemaligen Kumpel warum sie den Kontakt halten sollen, finden keine Antwort und lassen es.

Ich habe in 40 Jahren 5 große Umzüge erlebt. Ich habe immer alle Freunde verloren. Okay, wir haben anfangs noch telefoniert, Aber schnell nicht mehr.
Es tat immer unsagbar weh. Der Abbruch kam immer schleichend und nicht von mir.
Ich verstehe also dein Leid ein wenig.
Ich habe zuletzt die Nummer gewechselt. Die Nummern der Freunde habe ich in einem Notizbuch für den Notfall.
Ich hatte es nicht ertragen zu sehen wie sie leben und mir nichts mehr erzählen konnten/wollten.
Ich kann nur von mir sprechen, aber für mich war es die richtige Entscheidung mit allem zu brechen.
Es hilft zwar nicht neue Kontakte zu knüpfen, aber es tut nicht mehr so dolle weh.
 
Ja, genau, Jahrgang 1973... Hätte ich wohl noch schreiben sollen 🙂

Das mit dem Telefonieren war früher eigentlich mehr oder weniger unser "Hauptding". Man hat sich einfach Abends angerufen, dann hat man in der Regel was am Computer oder Konsole gezockt und sich dann entweder am Telefon was erzählt, oder rumgeblödelt oder einfach nur geschwiegen.
Mein Kumpel hat dabei eigentlich sehr selten was von sich Privat erzählt. Also als Lehrer müsste man ja eigentlich mal was interessantes erleben. die Beziehung zu seiner Freundin war auch nicht gerade eitler Sonnenschein, aber darüber schwieg er sich meistens auch eher aus. Ich denke das lag aber eher daran, dass er nicht möchte, das "sowas" an die Öffentlichkeit kommt.
Deswegen war wir auch (alle) sehr verwundert, als er dann plötzlich sagte, dass sie heiraten würde. So ganz nebenbei beim Eis-Essen. Da waren wir natürlich eher verdutzt. Soweit ich mitbekommen habe, waren wohl viele eher "verdutzt" als erfreut und das hat ihr wohl auch gestunken.
Zum "Junggesellenabschied/Polterabend" wurden wir eine Woche vorher per Whattsapp eingeladen, was ich dann absagen mußte, weil das bei uns so kurzfristig nicht geht und wir an dem Wochenende zudem noch Theaterkarten hatten.
Zur Hochzeit wurden wir dann gar nicht mehr eingeladen oder informiert. Ich bemerkte es eher beiläufig, als ich das "verdächtige" Profilbild bemerkte. Naja..

Von der "Nutzen" Seite habe ich das noch nicht betrachtet. Klar kann man jetzt nicht mehr mal spontan irgendwo hin gehen oder so. Ich denke auch, dass ich - auch wenn ich es nicht gerne wahr haben will - viel Abhängiger von der "Beziehung" bin, als die anderen. Das merke ich ja immer daran, dass ich mich darüber so aufrege. Das zieht sich aber schon länger über die Freundschaft. Wenn man z.B. per Whattsapp zum Geburtstag gratuliert wird und man nicht mal Zeit findet anzurufen. Mache ich bisher eigentlich immer.

Ich habe ja auch alle stets zu mir hier eingeladen. Wir haben hier auf dem Grundstück einen schönen Bungalow, den haben wir im ersten Jahr renoviert (gestrichen, neue Küche und neues Bad), damit sich Freunde hier Wohlfühlen. Man bräuchte lediglich die Fahrt bezahlen. Alle sagten natürlich, dass sie das gerne in Anspruch nehmen wollen (und Berlin, wo wir 50km von weg wohnen ist ja durchaus eine Reise wert), aber bisher eben noch keiner. Mittlerweile frag ich auch nicht mehr. Mein Kumpel fährt lieber nach Hamburg.

Was ich noch vergessen habe zu erwähnen: Meine Freundin hat hier auch keinen großen Freundeskreis. Die sind alle meistens in Berlin. Aber das sind dann auch ihr Freundinnen und deren Freunde sind zwar nett, aber da kann man ja auch nicht einfach so sagen "Hallo ich bin der neue" und dann macht man mal was. Aufgrunde der Entfernung habe ich da auch keine große Lust drauf und die Interessen gehen auch weit auseinander.
 
Deine Beschreibung eurer Freundschaft lässt mich in Erinnerungen schwelgen. Das habe ich vor 10 Jahren auch so gemacht. Mein Mann auch. Das war eine sehr schöne Zeit. Ich vermisse sie (auch). Dann kam Beziehung und Familie und dafür war keine Zeit mehr.

Hast du Mal überlegt, dass das Verhalten dieser Kumpels gar nicht unbedingt mit dir, sondern mit dem allgemeinen Lebenswandel zu tun hat? Eventuell haben sie jetzt einfach anders zu tun. Wäre durchaus eine Erklärung.
Bzgl Hochzeit kann ich nur sagen, dass es uns viel zu teuer war auch noch "alle" Freunde einzuladen.

Als Tipp. Überleg dir was du gerne machst. Such dir einen Verein, lerne etwas neues (Angeln, golfen, Kaninchen oder Rosen züchten, Theatergruppe, Repariercafé).
Wenn es bei euch nichts gibt, such dir was in Berlin. Es gibt auch Foren für alles mögliche und dort trifft man Gleichgesinnte und kann Treffen organisieren.
Ich glaube ich würde das so machen, hätte ich Zeit.
 
Also ich mache meinen Kumpels in der Heimat nicht wirklich Vorwürfe. Der eine ist einfach "zu blöd" für Freundschaften. Das ist aber schon immer so gewesen. Der ist halt sehr "Ich-Bezogen", deswegen eckt er auch oft bei Kollegen an. Ist aber sonst eigentlich ganz nett.
Mein "richtiger" Kumpel hat auf jeden Fall beruflich viel zu tun, weil er sich auch viel engagiert. Dann eine Frau und vielleicht auch bald ein Kind usw.
Das wir zur Hochzeit nicht eingeladen waren, finde ich auch nicht weiter tragisch, weil ich solche Anlässe eher lästig finde (und ich die Hochzeit wie gesagt ohnehin nicht so passend fand). Aber wenn es gepasst hätte, wären wir bestimmt hin gefahren (und bestimmt auch viel Spaß gehabt).
Mich ärgert es nur, dass man da nicht mal Bescheid sagt. Ich meine, angekündigt war es ja, also wussten wir ja eh Bescheid. Ich meine ich kenne mich ja nicht so aus, ob man Leute, die man nicht bei der Hochzeit dabei haben will das Ereignis einfach "verschweigt", oder ob es da "Bekanntmachungskarten" gibt.. Ich weiß es nicht. Ich wüsste auch nicht, wie ich es hier machen würde.
Mein "Arbeitskumpel" hat ja wie gesagt ohnehin viel zu tun.

Also es geht jetzt nicht irgendwie darum, dass die sich nicht melden oder melden können, sondern eher darum, dass ich mich dabei so schlecht fühle, wenn man alles "hintenrum" erfährt, oder wenn man was bei Whattsapp schreibt und auch sieht, dass der das gelesen hat und nicht drauf antwortet, oder nur "dummes Zeug". Wie gesagt, was ich letzte Woche geschrieben habe, hat er immer noch nicht kommentiert. Das ist es mit diesen Medien. Man weiß nicht, warum, oder wie etwas gemeint ist.
Ich weiß, das "die" das alles nicht so gewichtig nehmen wie ich. Wenn er früher gesagt hat "Ich komme gleich vorbei", dann habe ich angenommen, dass er gerade das was er tut noch zu Ende macht, sich dann anzieht und zu mir fährt. Und dementsprechend habe ich mich dann drauf vorbereitet und auf ihn gewartet. Das bei ihm "Gleich" ein Zeitraum bis 5 Stunden ist, hat mich immer sehr genervt (OK, es war jetzt nicht immer so, dass ich direkt auf ihn gewartet habe, manchmal aber doch schon und dann habe ich schon mal 45 Minuten vor der Tür gestanden, damit er nicht aussteigen muß 😀 )
Aber irgendwann richtet man sich auch darauf ein.
Ich will jetzt auch nicht alle Schlechtigkeiten aufzählen, denn sonst kann man auch den Eindruck bekommen, dass er insgesamt nicht taugt. Das ist eigentlich nicht so. Er war ja auch oft da und hat mich aus meinen Tiefs herausgeholt.

Also kurz gesagt: Schuld gebe ich da keinen. Es ist wohl so, dass mir das ganze mehr zuträgt als jene.

Irgendwelche Sachen in Berlin suchen möchte ich gar nicht. Ich habe da keine Lust zu. Mir ist das zu nervig da ne Stunde mit der Bahn irgendwo hin zu fahren und dann ne Stunde wieder zurück. Hier habe ich mir mit meiner Freundin ein schönes "Nest" gebaut mit schönem Garten, wo immer was zu tun gibt und einer Werkstatt, wo ich vielen meiner Hobbys nachgehen kann.
Ich weiß auch nicht, ob da dann noch ein zweiter "reinpasst". Oft mache ich ja was mit meiner Freundin in der Werkstatt, bzw. jeder was für sich.. Und Verein war ich schon mal, das ist nichts für mich. Und dann ist halt auch der Faktor Zeit, der sowieso schon zu knapp ist für alle Hobbys und Pflichten hier am Haus 🙂
 
Trotzdem frisst es mich auf. Manchmal überlege ich mir, dass ich einfach sämtlichen Kontakt zu allen abbrechen sollte und dann einen Schlussstrich ziehen soll. Aber dann schreibt mein Kumpel mal wieder was und dann habe ich doch wieder den Drang zu antworten. Aber hinterher fühle ich mich wieder mies. So hat er z.B. vorgestern gefragt, was es neues gibt und ich habe ihn dann geschrieben, was so interessantes gewesen ist, das hat er dann zwar gelesen aber nicht weiter kommentiert. Heute habe ich ihn ein Bild unserer Pfirsichernte geschickt, das hat er zwar angesehen, aber auch noch nicht kommtiert. Meistens kommt da eh nur sowas wie "Guck mal" oder "Deine Tomaten sind aber Pelzig".. Jedenfalls fühle ich mich dann doch wieder mies.
In meiner Heimat war ich z.B. auch in der Gemeinde tätig. In einem Verein, für das Kulturamt freier Mitarbeiter und auch für den hiesigen Pastor habe ich einige Sachen gemacht und war über mehrere Jahre "gut befreundet". Die haben alle meine Email-Adresse und teilweise auch meine Handy-Nummer oder Facebook.
Aber niemand hat mal geschrieben wie es so geht.

Jetzt habe ich schon angefangen Brücken einzureissen. Ich schaue mir z.B. nicht mehr die Lokalnachrichten oder Zeitungen aus der Heimat an. Habe mich kürzlich aus den Heimat-Facebook-Gruppen abgemeldet.
Jetzt überlege ich noch, ob ich ggf. eine neue Nummer fürs Handy beantrage oder einfach die Leute aus meiner Nummernliste lösche. Eventuell auch - bei manchen - mit einer kleinen Erklärung.

Ich bin da unschlüssig. Ich weiß auch nicht, ob es einem dann besser geht, oder schlechter. Gerade bei Whattsapp sieht man halt häufig was die Leute gerade so treiben durchs Profilbild oder Statusbilder.
Bei meinem Kumpel habe ich so z.B. erfahren, dass er wohl geheiratet hat, oder das er kürzlich auf einer Kreuzfahrt gewesen sein muß. Aber erzählt hat er davon nix und dann ärgere ich mich wieder irgendwie. Ich meine, wenn ich irgendwo toll in Urlaub fahre, erzähle ich das halt vorher gerne. Aber so fühle ich mich halt mies.

Echte Freundschaften sind ein rares und entsprechend kostbares Gut - und leben von gegenseitigem Interesse, Respekt und Sympathie. Es tut mir sehr leid für Dich, aber so wie das seit Deinem Umzug läuft offenbart sich leider, daß die Leute in Deiner Heimat keine Freunde waren, sondern sich jetzt als das entpuppen, was ich als "Lebensabschnittsbekannte" bezeichnen würde. Ansonsten würden sie sich mehr dafür interessieren, wie es Dir geht und was Du so machst.

Daher finde ich die Idee mit dem Schlussstrich in Deinem Fall sinnvoll. Schau Dir nur mal an, wie Du Dich mit den alten Kontakten jetzt wieder und wieder fühlst...
 
Zuletzt bearbeitet:
Tja, da muß ich dir wohl beipflichten. Lebensabschnitts-Gefährten passt schon eher. Obwohl es natürlich es auch nicht immer so schlecht war.
Aber im Prinzip passten "Die da" so gar nicht zu mir. Es hat zwar funktioniert (weil wir gemeinsame Interessen hatten), aber im Kern waren wir doch sehr verschieden. Während ich mehr so der "Respektiere deine Mitmenschen" Typ bin, sind sie so die "Zuerst mal ich" Typen. Im Prinzip war ich eher der Typ, den sie wohl eher gemieden hätten. Sie sind jetzt (habe sie ja noch vor der Ausbildung kennengelernt) in höheren Positionen und verdienen ihr großes Geld (Lehrer und Steuerberater), während ich halt einfacher Arbeiter geblieben bin (OK, die Geschichte über das "Warum" wäre etwas länger).
Aber ich habe mich damals schon oft gefragt, ob die sich nicht manchmal für mich Schämen, wenn sie mit ihren Markenklamotten so einen "Aldi-Hosen-Träger" mitschleppen.

Im Moment bin ich am überlegen wie ich den Schnitt mache. Sage ich bescheid und erkläre die Situation, oder lösche ich einfach Nummer und blockiere sie vorher und gut ist?
Im Moment bin ich in so einer "Abwarteposition".

Vorgestern war ich bei einem Firmenlauf mit dabei. Ich bin etwas übergewichtig und von daher kein typischer Kandidat für sowas. Aber es ging nicht um die Zeit, sondern um den Spaß an der Sache. Das ganze war im/um Berliner Olympiastadion und von daher schon ein echtes Erlebnis. Das hatte ich ihm ja schon letzte Woche geschrieben, was unkommentiert blieb.
Ich habe dann am Donnerstag noch Fotos in den Status gestellt, die er zwar angesehen, aber auch nicht weiter kommentiert hat (hat allerdings auch sonst kaum einer, was jetzt auch nicht soooo wild ist). Tja, ich weiß nicht.. Wenn ich wirklich jemanden "gern habe", kommentiere ich doch ein solches Event, oder? 🙂
 
Im Moment bin ich am überlegen wie ich den Schnitt mache. Sage ich bescheid und erkläre die Situation, oder lösche ich einfach Nummer und blockiere sie vorher und gut ist?
Im Moment bin ich in so einer "Abwarteposition".
Es ist normal, daß Menschen sich über die Jahre unterschiedlich entwickeln. So wie Du das jetzt geschildert hast, ist das hier gegeben und meines Erachtens besteht kein Grund, deshalb böse mit irgendwem zu sein. An Deiner Stelle würde ich diese Kontakte dann aber auch einschlafen (= los-)lassen.

Ich bin inzwischen über 50 und auch selbst ein paar Mal umgezogen, auch ins Ausland. Bis auf die Biofamilie sind alle Kontakte zu meiner Heimatstadt eingegangen. Drei Freunde sind leider weggestorben, das lasse ich mal außen vor. Mit zwei weiteren habe ich den Kontakt bewußt abgebrochen, da ich die zunehmend extreme (politische) Einstellung schlicht nicht mehr ertrug; das passte vorn und hinten nicht mehr und ließ sich auch diskussionstechnisch nicht lösen. Doch alle übrigen Kontakte endeten schlicht damit, daß keiner sich mehr gemeldet hat.

Derzeit nage ich auch wieder an so etwas herum: Ein ehemaliger Co-Patient, mit dem ich noch ein Jahr lang intensiv in Kontakt geblieben war, wir haben einander sehr unterstützt und das Wort "Freunde" fiel diverse Male zu jener Zeit (rein platonisch gemeint, wir stehen beide nicht aufeinander). Irgendwann wurden die Abstände größer, in denen er sich aus eigenem Antrieb bei mir meldete (meist per Text), daraufhin ließ auch ich etwas lockerer. Inzwischen kommt von seiner Seite her gar nichts mehr. Diese Woche kam "erschwerend" hinzu, daß er meinen Text nicht mal mehr geöffnet hat - obwohl er seither mehrfach online war und dabei auch telefoniert, etc. (gelähmt ist er also nicht). Ich werde jetzt wohl in ein oder zwei Wochen noch ein letztes Mal schreiben, aber im Grunde geht es schon jetzt nur noch darum, daß ich mir später nicht vorwerfen muß, nicht genug für den Kontakterhalt getan zu haben. Sollte er nicht mehr reagieren, schläft auch dieser Kontakt dann ein und für mich ist das mittlerweile auch o.k. so, kommt ja nicht überraschend.

In den 1990ern sagte mir mal jemand, man müsse sich darauf einstellen, daß man alle 10 Jahre von völlig anderen Menschen umgeben sei. Damals konnte ich damit noch relativ wenig anfangen, inzwischen hat sich das gründlich geändert - und nein, ich bin immer noch nicht glücklich darüber, aber es besteht auch kein Anlaß, sich diese Entwicklung schönzureden.

Wichtig finde ich, daß man nicht anfängt, sich selbst in Frage zu stellen deswegen. Du schreibst, Deine ehemaligen Kontakte hätten beruflich andere Karrieren eingeschlagen und befürchtest gar, sie könnten sich Deiner geschämt haben. Wäre dem so, so finde ich, daß das ihnen zur Schande gereichte, aber nicht Dir: Arbeit schändet nicht, Du liegst niemand auf der Tasche und Leben ist mehr als nur berufliche Erfüllung.

Du hast eine gute Beziehung, einen größeren Umzug gemeistert und eine klare, aussagekräftige Schreibe. Daß Du am neuen Ort - auch angesichts Deiner Auslastung mit anderen Dingen - nicht gleich neue Freunde finden konntest ist durchaus nicht außergewöhnlich. Dein Weg ist eben ein anderer als der ihre geworden und das ist auch völlig o.k. Ich würde jetzt aber nicht mehr abwarten, sondern diese Altkontakte im Kopf abhaken und konsequent weitergehen. Auf die eine oder andere Weise werden sie dann buchstäblich auf der Strecke bleiben, ganz allmählich - aber ebenso sicher.

Bleib offen für neue Begegnungen und fülle Deine Freizeit mit Dingen, die für Dich sinnstiftend sind. Ich wünsche Dir viel Glück für die Zukunft und bin sicher, daß Du früher oder später auch wieder mehr Menschen treffen wirst, mit denen Du etwas unternehmen kannst - auch wenn es erst mal nur Bekannte sind und bleiben werden. Freundschaften entstehen leider erst mit der Zeit und mit zunehmendem Alter auch immer seltener.
 
Aber ich habe mich damals schon oft gefragt, ob die sich nicht manchmal für mich Schämen, wenn sie mit ihren Markenklamotten so einen "Aldi-Hosen-Träger" mitschleppen.

Also, wenn die Marke der Kleidung Ausschlaggebend ist, wären das für mich keine Freunde, kommt mir pubertär vor. Mann kann sich mal ein schönes Teil leisten OK, aber es ist auch in Ordnung in No-Names daher zu kommen, sauber und gepflegt würde ich als das entscheidende Merkmal sehen. Mein letztes 'Boss' Teil habe ich im Secondhand Laden gefunden für Paar €. Bei mir ist alles entscheidend was heraus kommt wenn einer den Mund aufmacht, egal welche Marken derjenige trägt. Was anderes ist im Geschäftlichen Bereich, da bist du gezwungen Dir eine Ausstattung zuzulegen um bestimmte Etagen zu erreichen, aber dort würde ich nur seltenst meine Freunde suchen.

Vorgestern war ich bei einem Firmenlauf mit dabei. Ich bin etwas übergewichtig und von daher kein typischer Kandidat für sowas. Aber es ging nicht um die Zeit, sondern um den Spaß an der Sache. Das ganze war im/um Berliner Olympiastadion und von daher schon ein echtes Erlebnis. Das hatte ich ihm ja schon letzte Woche geschrieben, was unkommentiert blieb.
Ich habe dann am Donnerstag noch Fotos in den Status gestellt, die er zwar angesehen, aber auch nicht weiter kommentiert hat (hat allerdings auch sonst kaum einer, was jetzt auch nicht soooo wild ist). Tja, ich weiß nicht.. Wenn ich wirklich jemanden "gern habe", kommentiere ich doch ein solches Event, oder? 🙂
Diese Frage finde ich etwas schwieriger, tendenziell würde ich Dir aber recht geben. Die vielen Online Medien führen auch zur abstumpfung, viele melden sich auch deswegen wieder ab, Reizüberflutung, wird alles mit der Zeit zu viel.

Ich denke Freundschaften wachsen dort wo man gemeinsame Projekte macht die einem am Herzen liegen. Kann aber auch spontan mal, sozusagen auf den ersten Blick passieren, dafür muss man aber auch bisschen unterwegs sein.
 

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