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Freund will nicht arbeiten, weil es ihm keinen Spaß macht

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Hallo

Vielen Dank für eure Rückmeldungen. Die Meinungen sind ja sehr ähnlich.

@AnnastehtimWald:
Das stimmt, eine Ehe ist schon noch mehr als Liebe. Und ich weiß nicht, ob ich darüber hinwegsehen kann, vor allem, weil auch noch zwei drei andere Konfliktpunkte dazukommen. Ich will nicht "alleinerziehend mit Mann" werden und irgendwie würde es mich auch stören, wenn meine zukünftigen Kinder diese Einstellung ebenfalls haben (ich muss nicht arbeiten, man soll nur machen, was einem Spaß macht,..)
Zu Anfang unserer Beziehung hatte er diese Einstellung auch noch nicht, aber er hat sich stark verändert. Zudem sind wir noch jung (25), da verändert man sich vielleicht auch noch stärker..

@Blaumeise:
Da bin ich auf jeden Fall deiner Meinung: Wenn man kein Geld verdient, heißt das noch lange nicht, dass man faul ist! Allerdings finde ich die Einstellung, dass man ja problemlos vom Staat leben kann, keine gute Grundlage. Außerdem haben wir keine Kinder, für die er sorgen könnte. Und an den Tagen, an denen er zu Hause "lernen" sollte, geht er momentan vor allem seinen Interessen (u.a. sich in Dinge vertiefen, die er interessant findet, viel im Internet recherchieren etc) nach (und macht den Haushalt doch nicht)..Und wenn Kinder da sind, würde ich auch Teilzeit zu Hause sein wollen, was zur Folge hätte, dass er arbeiten gehen müsste..

@ die zwei Gäste
Das mit der Systemkritik und dann doch Geld vom System wollen werde ich ihn mal fragen, guter Einwand!

Was mein Freund machen möchte, ist bspweise Sammlerobjekte einkaufen, dann in Einzelteile zerlegen und sortieren und sie danach wieder verkaufen (übers Internet). Weil er diese Sammlerstücke eben total cool findet. Allerdings muss man sich damit erst mal einen guten Namen machen, bevor man damit wohl Geld verdienen kann. Das ist sein "Traum" seit ca. 4 Wochen. Er hat sich darin vertieft, viel gelesen und es sind tatsächlich auch Dinge, bei denen der "Neuwert" mindestens erhalten bleibt. Allerdings muss man erstmal viel Geld investieren. So als Beispiel.

Ich verstehe, dass er nicht Vollzeit arbeiten möchte, wenn es ihm keinen Spaß macht. Allerdigns finde ich deine Lösung sehr sinnvoll, Teilzeit arbeiten, um sich dann mit dem Geld oder in der verbleibenden Zeit seinen Zielen bzw. Träumen weitergehen kann. So wie er das sieht, will er aber das Geld vom Staat oder von mir nehmen und sich nur ganz seinem Spaß widmen..



Natürlich beziehen sich die Antworten auch auf die anderen Rückmeldugnen, die ich bekommen habe. Vielleicht könnt ihr damit ja noch mehr anfangen, ich würde mich über eure Gedanken freuen 🙂
 
Für ihn wäre es vollkommen ok, wenn er von Arbeitslosengeld leben würde. Oder da ich ja verdiene, von meinem Geld. Weil mir die Arbeit ja meist gefällt, sei das ja auch nicht ungerecht, wenn ich arbeiten ginge.

Auf so einen Partner hätte ich keine Lust.

Es geht im Leben nicht immer darum, was einem Spaß bringt. Wenn es für Dich okay wäre, ihn durchzufüttern, wäre es was anderes. Da Du das aber nicht möchtest, solltest Du ihm ganz klar sagen, dass Du dazu definitiv nicht bereit bist.
 
Mir macht meine Arbeit auch keinen Spaß mehr, aber ich arbeite trotzdem, solange es geht, weil ich ja schließlich von irgendetwas leben muss und auch im Alter nicht nur von Grundsicherung leben will. Sind deinem Freund ALG II und Grundsicherung genug, soll er seine Faulheit weiter betreiben, aber bitte nicht auf deine Kosten. Lasse ihn also niemals bei dir einziehen und füttere ihn auch nicht durch.
 
Achja, wie ich solche Aussagen immer liebe. Das “System“ ist blöd, aber interessanterweise haben diese “Systemkritiker“ nie ein Problem damit, das Geld aus dem “System“ zu nehmen.
Klingt ja auch gleich viel poetischer, wenn man das “System“ kritisiert!
Man könnte ja auch sagen “Ich bin ein junger, gesunder Mensch, der zu faul zum arbeiten ist und vom autarken Leben habe ich null Plan und ist mir auch zu anstrengend. Deshalb soll der Staat mir meine warmen Mahlzeiten, Strom, Wasser, Dach überm Kopf u.s.w. finanzieren, damit ich weiterhin vom Sofa aus das “System“ kritisieren kann.“
Aber das klingt natürlich nicht so schön.

Manche Leute sollten echt mal ne Zeit in Indien oder so verbringen, dort kann man sich nicht entspannt zurück lehnen und das “System“ kritisieren, während jeden Monat einfach so Geld auf das Konto kommt.
Dort muss man wirklich arbeiten, um zu überleben!
Übrigens das was der Mensch eigentlich seit Anbeginn der Zeit macht, Jeder hat seine Aufgabe. Bei den Neandertalern konnte sich auch kein junger, gesunder Mann hinsetzen und sagen, ich habe kein Bock auf's jagen. So einer musste verhungern.
Da hast du vollkommen Recht. Wenn solche Männer dann wenigstens den Haushalt mit allem, was dazu gehört (Einkauf etc.), schmeißen würden (so würde man ja zumindest das Geld für eine Haushaltshilfe sparen), dann könnte es noch akzeptabel sein. Frauen konnten sich dieses Leben bis vor wenigen Jahrzehnten ja auch erlauben, ohne dass es gesellschaftlich geächtet wurde; dieses Modell der Hausfrauenehe war sogar erwünscht. Und wenn die Frau genug verdienen würde, wäre dann sogar eine Ehe mit umgekehrter Rollenverteilung möglich. Wenn keine Kinder vorhanden sind, kommt man mit dem Geld - je nach Verdienst der Frau, die sich dann ja auch in Steuerklasse 3 eingruppieren lassen kann, vielleicht sogar ganz gut aus. Aber meist sind die Herren der Schöpfung obendrein zu faul, zumindest den Haushalt zu schmeißen. Das soll die Frau, wenn sie erschöpft von der Arbeit kommt, abends und an den Wochenenden auch noch machen. Und dann wundern diese "Herren" sich, wenn die Stimmung ihrer "Partnerin" immer mehr den Bach herunter geht.

Wenn du noch jung und attraktiv bist und realistische Chancen hast, einen fleißigeren Partner zu finden, solltest du, liebe TE, diese Beziehung unbedingt überdenken. Gerade, wenn du dir auch noch ein Haus und Kinder wünschst. Das ist heute alles so teuer, dass man das finanziell kaum noch allein stemmen kann. Was bist du denn beruflich? Verdienst du überhaupt genug, um deinen faulen Freund zeit deines Lebens finanziell durchziehen zu können?
 
Was mein Freund machen möchte, ist bspweise Sammlerobjekte einkaufen, dann in Einzelteile zerlegen und sortieren und sie danach wieder verkaufen (übers Internet). Weil er diese Sammlerstücke eben total cool findet. Allerdings muss man sich damit erst mal einen guten Namen machen, bevor man damit wohl Geld verdienen kann. Das ist sein "Traum" seit ca. 4 Wochen. Er hat sich darin vertieft, viel gelesen und es sind tatsächlich auch Dinge, bei denen der "Neuwert" mindestens erhalten bleibt. Allerdings muss man erstmal viel Geld investieren. So als Beispiel.

Es ist ja durchaus möglich, dass diese Idee funktioniert. Und vor allem ist das etwas, was man sich sehr gut nebenbei aufbauen kann. Er soll sich erst Mal eine Arbeit suchen (auch wenn er keinen Spass daran hat, kann ja Teilzeit sein), das nötige Geld zusammenbekommen und damit klein anfangen. Und wenn es dann gut läuft, dann kann er die andere Arbeit aufgeben. Zumal kann er das ja vielleicht von zu Hause aus machen und das wäre auch später für die Kinderbetreuung nicht schlecht.

Aber schlag ihm doch mal vor, dass man es mit seiner Idee langsam angehen könnte.

In der Realität sehe ich es aber auch eher so, dass wenn Du von Kindern und Haus träumst, mit ihm allenfalls den falschen Partner hast. Und einer, der kein schlechtes Gewissen hat von Arbeitslosengeld zu leben, obwohl er arbeiten könnte, wäre bei mir eh raus. Aber vielleicht ist es ja jetzt auch nur eine Phase.
 
Liebe TE,

um es ganz direkt auszudrücken: Wenn du dir Haus und Kind wünschst, brauchst du eigentlich nur noch das Haus, denn die Lebensgaltung deines erwachsenen Partners ist recht kindlich.
Wie würde er reagieren, wenn du ihm beipflichten und ebenfalls Arbeit ablehnen würdest? Ich hatte einen Freund, dem Arbeit ebenfalls keinen Spaß machte und der von vielen Projekten schwadronierte. Leider kam er über die Planungsphase nie hinaus...Schätzt du ihn so ein, dass er strebsam und konsequent seine Ideen umsetzt oder eher träumt? Falls Letzteres zutrifft, würde ich ihm unmissverständlich klarmachen, dass du ihn nicht ernähren wirst.
 

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