Ist natürlich ein wirklich schwieriges Thema.
Einerseits stimmt es natürlich, dass man kein Anrecht auf den Körper seines Partners hat, andererseits spricht es auch nicht gerade für die Wertschätzung desselben, wenn man sich in der Beziehung keine Mühe mehr gibt für diesen attraktiv zu sein.
Ich vergleiche das gerne mit den Leuten, die als Single ständig irgendwelche Unternehmungen starten und wahnsinnig aktiv sind, in einer Beziehung allerdings plötzlich zur Couch-Potato mutieren, und das wöchentliche Highlight nicht mehr die Rafting Tour oder der Kletterpark, sondern der Wochenendeinkauf ist.
Die Sorte Leute, die sich dann im Verein abmeldet, und die man danach nie wieder sieht, obwohl sie sonst zu jedem Wettkampf und jeder Veranstaltung mitgekommen sind.
Meiner Meinung nach ist das immer so ein bisschen Vorspiegelung falscher Tatsachen. Im Endeffekt sucht man den Partner ggfs. auch darüber aus, ob er manche Interessen und Vorlieben teilt, und ja, auch nach oberflächlichen Attraktivitätskriterien.
Eine meiner Exfreundinnen (die ich in unserem Verein kennenlernte) gab direkt den Sport auf, als sie mit mir in einer Beziehung war. Ab da hockte sie zu Hause vom Fernseher, nahm unermüdlich zu und entwickelte sich weg von einer sportlichen, aktiven, selbstbewussten jungen Frau zu einer frustrierten, kontrollierenden, eifersüchtigen und herrischen Zippe.
Jegliche Versuche meinerseits, sie wieder für ihren Sport zu begeistern schlugen fehl. Sie versuchte mich aus meinem Verein herauszueisen, und mir sogar meinen Job als Juniorchef des örtlichen Sportbundes madig zu machen. Am liebsten hätte sie mich in einem langweiligen 08/15 Bürojob, möglichst ohne (attraktive) Kolleginnen gesehen.
Ich ließ mir dieses Verhalten erstaunlich lange bieten, nur fiel mir irgendwann doch auf, wie kurz die Leine war, an der sie mich hielt.
Sie war zum Ende zu ziemlich übergewichtig, jammerte den ganzen Tag über ihre Körperfülle und beneidete andere, schlankere Frauen, während sie selbst ein Eis nach dem anderen löffelte. Dieses Konglomerat führte natürlich dazu, dass ich sie bald nicht mehr wirklich als attraktiv empfand.
Ich kann die TE durchaus verstehen, wenn sie sagt, dass sie keinen Partner möchte, der sich in irgendeiner Form gehen lässt. Ob das nun körperlich ist, oder auf anderen Ebenen, wie ich das oben im Beispiel beschrieben habe.
Ich mag zwar kein Recht auf die körperliche (oder charakterliche) Entwicklung meines Partners haben, aber vice versa hat mein Partner auch kein Anrecht darauf, von mir bedingungslos als attraktiv empfunden zu werden.
Es ist natürlich wirklich kleinlich, den Partner für jedes zugenommene Kilo in die Pflicht zu nehmen, aber wenn es eine längerfristige Entwicklung gibt, die mir an ihm nicht gefällt (ganz egal welcher Art), dann sollte ich ihn schon der Fairness halber darauf hinweisen, dass ich ein Problem damit habe.
Über so etwas (vorwurfsfrei und ohne den anderen zu verletzen oder gar beleidigend zu werden) zu reden MUSS in einer Beziehung drin sein, sonst taugt sie nicht wirklich etwas.
Rede als in Ich-Botschaften und ohne Vorwurf mir ihm, und frage ihn vielleicht auch, ob du ihn dabei unterstützen kannst sich gesünder zu ernähren, und/oder etwas Sport zu machen.
Viel Glück!