Ja, tatsächlich habe ich mit dem Gedanken gespielt ihn so zu nehmen, wie er ist. Im Grunde sind seine traurigen, nachdenklichen Phasen nichts, womit ich nicht leben könnte. Er lässt seine Laune ja nicht mal an mir aus, sondern zieht sich von Zeit zu Zeit etwas zurück. Ich habe kein Problem ihm da etwas Raum zu lassen, aber er weiß auch, dass ich für ihn da bin, falls er eben reden will. Was mich daran "stört" ist jedoch, dass er mir sagt, dass er sich selbst wünschst aus aus dieser Launenhaftigkeit und Nachdenklichkeit heraus zu kommen. Da bekomme ich natürlich den Wunsch ihm zu helfen.
Ich glaube, daß dies die einzige und beste Lösung ist.
Hat er Dir genau gesagt: Helfe mir?
Oftmals denkt man das der andere Hilfe möchte und dabei ist es gar nicht so.
Dein Freund nimmt schon mit seiner Launenhaftigkeit/Traurigkeit or whatever einen großen Raum in Deinem Leben ein, gel? Du denkst oft darüber nach, was das sein könnte?
Ob Depression oder Bipolare Störung oder eine schlechte Angewohnheit: die Ursache ist im Grunde genommen egal. Benötigt er Hilfe, wird er sich sicherlich darum kümmern und trifft er für sich die Entscheidung, sein Leben zu ändern, wird er es tun und die dafür notwendigen Schritte einleiten.
Früher war ich auch so, daß ich helfen wollte und überlegt habe, welcher Grund, welches Kindheitserlebnis dahinter sich verbirgt. Das ist aber im Grunde genommen egal! Wirklich!
Nehme ihn so wie er ist. Ändern wirst Du ihn nicht. Außerdem gibt es Menschen, die introvertierter sind. Im Laufe der Jahre bin ich es auch geworden und manchmal traurig. Wenn noch mein Partner sozusagen von außen an mir zerren würde, damit ich jetzt nicht traurig bin, würde es mich extrem nerven. Ich bin nachdenklich, weil ich nachdenklich bin und traurig wenn ich traurig bin, manchmal bin ich wütend. So sind wir Menschen halt. Ich bin so wie ich bin und nicht, wie mich jemand haben möchte: Nämlich glücklich nach den Maßstäben anderer.
Akzeptanz bedeutet auch Respekt vor den anderen, jmd verändern wollen, grenzt irgenwie auch an Überheblichkeit. Nur er weiß was er braucht und möchte, nicht Du.
Will er nach Schweden, dann will er nach Schweden und dann werdet ihr auch das hinkriegen. Deine Ausbildung dauert auch nicht länger als andere Ausbildungen. Da finden sich Wege. Was ist für ihn denn in Schweden anders als in Deutschland? Ist er da nicht traurig, nachdenklich, launenhaft oder wie man das immer beschreiben will? Laß Dich nicht unter Druck setzen. Reisende kann man nicht aufhalten und wenn er ohne Dich geht, ist er nicht der Richtige.
w.