Hallo,
also ich selbst habe auch diese Form des Fetisches und würde als erstes auf der Kommunikations-Ebene zwischen euch beiden ansetzen, da hier das meiste geklärt werden kann, sodass beide einander besser verstehen, womit sie es zu tun haben.
Du schreibst ja selbst, dass er zur Anfangszeit offen war und er jetzt eher dazu neigt, auszuweichen.
("Vielleicht weil da noch mehr schlummert, als er mir sagen kann. In unserem Verhältnis hat er ja versucht offen zu reden und hat kein Blatt vor den Mund genommen. [...] Vielleicht hat er Angst vor meiner Reaktion und will mich nicht verletzen.")
Das sehe ich als den Schlüssel für das Problem an. Du müsstest versuchen, ihn ohne Druckausübung dazu zu bewegen, die Art des Fetisches und den für ihn damit verbundenen Kick bzw. psychischen Druck zu klären. Wenn er sich von dir ernstgenommen fühlt, öffnet er sich vielleicht und merkt, dass du zwar seine Fetisch-Veranlagung akzeptierst, jedoch bestimmte Dinge Grenzen überschreiten und du darunter leidest. Dann ist es an ihm zu entscheiden, ob er dir wirklich soviel zumuten muss oder ob es ihm nicht wichtiger ist, den Fetisch etwas umzulenken, weil er dich liebt.
Einfach ausschalten kann er seine Neigung leider nicht und es ist auch nicht seine Schuld, da ich aus Erfahrung weiß, dass man es einfach nur an sich feststellt und das nicht auf Knopfdruck abstellbar ist.
Vielleicht würde es dir und euch sehr helfen, wenn ihr irgendwie diese scheinbar vorhandene Heimlichkeitsgrenze überwinden und darüber offen reden könnt, was ihn genau in Bezug auf seinen Fetisch erregt. Damit nimmt man denke ich auch dem Fetisch seinen Schrecken und sieht in als etwas Harmloses, was er ja eigentlich ist, da er einfach eine Laune und Spielart der Natur ist und nichts mit rationalem Denken zu tun hat.
D.h. er versucht, seine Neigung und das Verbotene z.B. am heimlich knipsen dir zu erklären und du versuchst, es ernst zu nehmen, dass er in diesem Punkt einfach biologisch total vom Fetisch getrieben ist, möglichst ohne Schuldzuweisungen und Vorwürfen.
Die Frage nämlich ist, wie ich denke, nicht die, ob es rechtens oder nichts rechtens ist, wie stark er seinen Fetisch auslebt, sondern einfach nur, wie weit die Grenze ist, auf die ihr euch einigen könnt. Wenn er zum Beispiel sich nur auf Internet-Bilder, Filmchen oder bloßes Schauen ohne Knipsen begrenzt, könnte er seinen Fetisch ja immer noch ausleben, soviel sollte schon für ihn drin sein.
Wichtig ist nur, dass ihr klärt, ob ihm überhaupt viel an dir liegt, denn diese Frage stellt sich für mich gesondert von dem Fetisch-Problem, welches ja wissenschaftlich gesehen eher banal ist und mit einem Belohnungssystem zu tun hat. D.h. in seinem Gehirn werden bestimmte belohnende Botenstoffe ausgeschüttet, wenn er die "Objekte" seines Fetisches sieht, mehr nicht. Emotional gesehen sind ihm die Frauen doch mit ziemlich großer Sicherheit völlig egal, denke ich, da sie doch durch den Fetisch nur als Objekt für das Belohnungssystem herhalten und auf Merkmale reduziert werden, die sexueller Natur sind.
Ein klärendes Gespräch über euren Wert als Menschen schafft denke ich viel mehr Vertrauen, als sich nur auf den Grad des Eindämmens seines Fetisches zu beschränken. Wenn ihr euch eine kommunikative Basis schafft, kann er bestimmt ein für dich erträgliches Maß seiner Neigung finden, soviel sollte es ihm wert sein.
Gast / "Fußfetischist"