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Freund einer Vergewaltigten

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G

Gast

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Hab Euch durch Zufall gefunden und wollte einfach mal was loswerden. Vielleicht könnt ihr mir ja auch helfen.

Im Sommer 2001 ist meine Freudnin vergewaltigt worden. Es war nachts, sie war auf dem Weg nach Hause. Sie wurde vom Fahrrad gerissen und vergewaltigt. Ich war zu dem Zeitpunkt leider nicht in der Stadt und konnte so nur Trost und Rat über das Telefon spenden. Wir haben die Nacht noch 5 Stunden telefoniert.
Ich habe sie gebeten ihre Eltern und die Polizei zu informieren. Aber leider hatte sie schon geduscht und wollte einfach nichts machen. Ich habe regelrecht gefleht, das sie ihre Eltern informiert.
Ein Tag später habe ich sie dann auch endlich wieder gesehen. Sie war super fertig. Es war der blanke Horror nicht nur für sie, sondern auch für mich. Es war grauenvoll sie so zu sehen.
Vorher hatten wir zwar schon sexuellen Kontakt gehabt, aber nie Geschlechtsverkehr. Nach dem Ereignis hat es auch nochmal ein halbes Jahr gedauert bis es passiert ist. Für mich war es sehr bescheiden. Ich weiß nicht, ob sich daß jemand vorstellen kann mit einer vergewaltigten Frau zu schlafen. Ich habe mir nichts zugetraut und für mich war es auch noch das erste mal.
Seitdem lief auf jedenfall nicht viel im Bett. Ich hatte niewieder einen Orgasmus beim Sex. Sie hat sich irgendwann daran gewöhnt und kam mit dem Sex immer besser zurecht. Sie konnte es anscheinend gut verdrängen, aber ich wache nachts schweißgebadet auf und habe ständig alpträume. Die Lust auf Sex ist mir irgendwie vergangen.

Vor 4 Monaten haben wir uns getrennt. Bzw. ich habe mich von ihr getrennt. Es war keine Liebe von mir aus mehr da. 3 Monate war absolute Funkstille zwischen uns. Danach haben wir uns wieder gesehen. Sie sagte sie kommt immer besser mit unserer Trennung klar. Ihr ging es wieder richtig gut. Seit unserer Trennung hatte sie mit 3 verschiedenen Typen Sex.
Ich hatte auch die Chance dazu, nur ich habe doch starke Erektionsprobleme und es hat garnichts geklappt, eben wie in der Beziehung zu meiner Ex.

Ich war schon beim Urologen, der sagte mir man solle es dochmal mit Potenzmitteln ausprobieren. Wenn man, so wie ich, vor 5 Jahren das Erste mal hatte (mit Orgasmus) und danach nie wieder, sei man psychisch so fertig, das es sein kann, daß es nie wieder klappt. Ich fand die Idee anfangs nicht so toll, aber irgendwie scheint es die einzige Lösung.


In den letzen Tagen ist mir aber auch viel wieder von früher hochgekommen. Die Vergewaltigung meiner Ex, damit komme ich immer noch nicht klar. Wenn man über viele Jahre einen Menschen liebt, der nie über dieses Ereignis gesprochen hat, man nur die Folgen davon sieht zermürbt das ungemein. Mittlerweile bin ich psychisch total fertig. Ich kann einfach nicht mehr. Auch wenn es mir nicht selber passiert ist, so mache ich mir Vorwürfe wie "Warum warst du nicht da?", "Warum kommt sie anscheinend besser damit zurecht als du?".
Ich weiß, daß klingt alles sehr egoistisch, aber ich habe mich 4 Jahre hinten angestellt und war immer und überall für sie da. Nie habe ich damit angefangen es zu verarbeiten und nun habe ich das Gefühl, daß ich professionelle Hilfe brauchen könnte um damit fertig zu werden.
Habt Ihr Erfahrungen, Ratschläge und sonst was, was helfen könnte?
 
mhh schwere sache, aber ich hab schon paar mal gehört, das frauen eine vergewaltigung vorgetäuscht haben um auf sich aufmerksam zu machen oder um eine beziehung zu kämpfen.

hast du dir das auch schon mal gedacht?


den wenn sie besser klar kommt als du (und sie wurde wirklich vergewaltigt) dann würde ich nicht zum urologen, sondern zum psychater gehen.



GreeZ
Mr Nice
 
Leider hat diese Vergewaltigung wirklich stattgefunden. Ich habe sie ja am nächsten Tag gesehen. Sie hatte überall blaue Flecken (an den Oberschenkeln und Armen) und so. Sie ist niemand der sich sowas ausdenkt. Außerdem glaube ich nicht, das sie eine Therapie beginnen will, wenn das alles gelogen und erfunden wäre.
 
hi,
vielleicht erkundig du dich erstmal, was da eigentlich für realitätsveluste in der frau vorgehen. ein solches eindringen ( rein psychich ) raubt dir jegliche privatsphre die du jemals hattest. viele frauen empfinden ihren körper danach nur noch als ware und "verkaufen" sich. das ist ein tiefes trauma in welches man verfällt, dass muß dir bewußt werden. das was du als realität oder normal empfindest ist für sie nicht nachvollziehbar.
die therapie oder der freiwillige wunsch danach ist sehr lobenswert, sie hat erkannt, dass was nicht stimmt und WILL es ändern, will wieder wie früher sein oder noch stärker.
informiere dich in entsprechenden einrichtungen oder vielleicht auch im netz.
steh ihr zur seite und sage ihr immer klar, dass du stolz bist, dass sie es dir erzählt hat. sie wird sich schmutzig fühlen ( das duschen danach ist hinweis enug ) nimm ihr diesen schmutz indem du ihr eine art von liebe zeigst, wie sie sie nicht mehr kennt. kuscheln ohne sex, in den arm nehmen, über die haare streichen all sowas einfaches...
alles gute unter männern
 
Hallo!
Ich kann mir nicht vorstellen, dass man so krank sein kann und sich solche Geschichten ausdenkt. Es passiert viel häufiger, als man denkt. Wenn deine Freundin damit besser zurecht kommt, als du, hat das nichts zu sagen. Wahrscheinlich verdrängt sie es total, weil sie sich so sehr schämt. Ich kann sie da gut verstehen. Wenigstens weißt du darüber Bescheid. Dass es auch für dich schwer ist, damit umzugehen, ist natürlich auch klar. Mir ist so etwas auch schon passiert, jahrelang (ich war so 3 bis 4 Jahre bis ich 13 wurde) vom eigenem Vater. Aber bisher habe ich meinem Freund nichts davon erzählt. Ich hab Angst vor seiner Reaktion. Nur meine Geschwister wissen davon, denen ist es auch, aber "nur" 1 Mal passiert. Sonst haben wir nie jemandem davon erzählt. Und auch keine Psychotherapie gemacht. Aber wenn du besser damit umgehen willst, geh doch mal auf die Seite www.sgh.li. Da stehen sehr viele informative Dinge. Vielleicht weißt du dann damit besser umzugehen! Ist extra eine Seite, für Partner von Missbrauchsopfern. Wurde mir auch empfohlen durch einen User dieser Seite.
Ich wünsche dir auf jeden Fall noch ganz viel Glück und Kraft.
Cutie
 
Danke @Cutie für den Link.

Das ich weiterhin zu meiner Exfreudin stehe halte ich für selbstverständlich. Dazu ist sie mir als Person zu wertvoll und außerdem wird sie jemanden brauchen, wenn sie ihre Therapie beginnt. Sollte ich es sein, wird diese Therapie uns beiden helfen. Ich bin da sehr gespannt. Ich hoffe nur, daß ich so lange noch durchhalten kann, bis es beginnt und diese Therapie wirklich etwas verändert. Wie früher wird es wohl nicht werden, aber einfach mal mit Ihr darüber zu reden würde mir schon eine Menge bedeuten.
Ich will Ihr auch mal sagen, wie ich mich dabei gefühlt habe, was in mir vorgegangen ist usw.
 
Hi.

Mitgefühl ist gut.
Mitleiden nicht. Denn das Leid soll ja wenigstens gemindert werden.
Sorry, wen ich ganz offen bin:
aber hat Du schon mal überlegt, was Deine Freundin dachte, wenn es im Bett Probleme gab? Ob sie dachte, daß (so seltsam es klingt) sie "Dir das nicht antun wollte"?
Es ist halt schwer für beide.
Aber Du kannst und willst ihr ja beistehn.
Und das ist auch ein Weg für Dich - wenn Du auch Dir selbst hilfst, wenn Du Dich nicht von Selbstvorwürfen usw. davon beeinflussen läßt.
gruß
 
Ja, sicher hast du recht, daß es für beide merkwürdig und gerade für sie sehr schwer war. Dennoch hoffe ich das irgendwann diese Gedanken (Warum? Wieso sie? usw.) mal aus dem Kopf verschwinden und wir beide unseren Weg gehen können. Das Erlebt erinnert mich immer wieder an sie und sie an mich (glaube ich). Wie sollen wir getrennt Wege gehen, wenn es nie eine Art Abschluß geben wird.
Ich glaube nicht das ich das alles vergessen kann. Vielleicht kann ich irgendwann damit leben, mag sein, aber vergessen??
 
hi

vergessen oder am nichtvergessen scheitern sind 2 paar schuhe 🙂
niemand verlangt ein vergessen
aber auch niemand verlangt ein scheitern.
grüße
 

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