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Freu(n)de

cocoliche

Mitglied
🙁 irgendwie komme ich mir vor, als könne ich die welt nicht mehr verstehen. vorneweg: ich hasse kaum etwas mehr, als inflationären umgang mit dem wort "freund", dachte auch, ich wäre in diesen dingen immerzu achtsam gewesen und war immer sehr stolz und überglücklich eine kleinen feinen kreis wirklich nahestehender menschen zu kennen, deren warmherzigkeit, tiefgang und commitment mich immerwieder rührten.- soweit so "gut";
als ich noch zur schule ging, hatte ich 2 beste freundinnen, das ging über 4 jahre lang, als ich dann aber - wenige tage vor meinem 22. geburtstag- von einer studienreise zurückkam, sagten sie mir, einfach am telephon, dass sie mich nie wieder sehen wollten, weil sie es mit mir sooo unerfreulich fänden.
ich glaube eher, dass sie sich meiner schämten, weil ich aufgrund körperlicher schwierigkeiten bloß recht langsam studierte und mich das mich- in verbindung mit der tatsache, dass ich, im gegensatz zu den beiden, partnerschaftlich leider keinerlei glück hatte- zugegebener maßen seeehr traurig machte.
ich fand einen wunderbaren neuen menschen, der mir seine freundschaft schenkte, all das mit ansah und noch meinte, das er niemals so handeln würde wie die beiden.
gestern, kurz nach meinem 25. geburtstag, teilte man mir mit, dass die freundschaft errodiert wäre.
das problem ist, dass ich doch irgendwie verstehen kann, weshalb das passiert:
ja, ich gebe zu, dass ich darunter leide nicht, wie alle meine "freunde" in langjährigen partnerschaften zu leben
ja, ich gebe zu, dass ich sie- bei aller liebe- darum beneide, dass ´sie nun langsam alle ihre ausbildung beenden
ja, ich weiß, dass sie recht haben, dass ich mich nicht authentisch mit ihnen freuen kann, aber:
wie soll ich's sagen: ich hab' sie ja lieb und mein kopf will sich ja freuen, aber mein herz freut sich nicht mit, da ist nur so eine stumpfe traurigkeit.
sie sagen, es verändere sich so wenig in meinem leben- dabei versuche ich seit jahren nach kräften das beste, das ich kann - manchmal fühle ich mich selbst in meiner situation regelrecht eingesperrt, es kostet mich sehr viel kraft mit meinen körperlichen gegebenheiten umgehen zu lernen-
ich schäme mich unendlich, dass ich nicht "in normalem tempo leben", mein studium beenden kann. dann wieder denke ich, dass ich ja wohl kämpfe, und es nicht meine schuld ist, dass sich so wenig bewegen lässt dadurch. dennoch:
ich schäme mich sehr für meine neid-gefühle, und mag es überhaupt nicht, die menschen, die ich liebe zu vergraulen! ich wollte nie, dass es soweit kommt, und nun sitze ich hier und fühle mich als hätte ich versagt. schöne bilanz zum vierteljahrhundert!!
 

Hallo cocoliche,

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