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freiberuflich - angestellt - oder halb/halb???

B

blackspot

Gast
hallo zusammen,

ich muss bis januar eine entscheidung treffen - meinen weiteren beruflichen weg betreffend - wo will ich hin: selbstständig oder angestellt?! vielleicht kann mir ja jemand einen guten rat geben...?!

ich werde mal versuchen, meine situation näher zu beschreiben:
ich, weiblich, mitte 20, arbeite seit gut einem jahr im homeoffice als selbstständige grafikerin für verschiedene werbeagenturen (als freelancerin/bereich print) und habe auch ein paar (wenige) eigene kunden.

von einer bestimmten agentur erhalte ich ziemlich viele aufträge, da ich deren einzige grafikerin bin.
die agentur besteht aus zwei personen: er macht die kundenbetreuung/akquise, sie webdesign und organisatorisches - und ich eben die grafik/printbereich.
wir sind ein zielich gutes team, arbeiten gut zusammen und auch die kunden sind mit dem ergebnis immer mehr als zufrieden.

nun wollen die zwei von der agentur, dass ich vormittags direkt vor ort bei ihnen im büro arbeite - damit ich die printkunden während eines laufenden auftrags selbst, direkt betreuen kann - workflow-optimierung.
und wenn ich mich darauf nicht einlasse, werden sie sich über kurz oder lang eine andere grafikerin suchen - vermutlich...
für meine anderen (eigenen) kunden kann ich trotzdem weiterhin auch vormittags über handy erreichbar sein - das ist kein problem...

das problem ist eigentlich nur die art und weise, wie das in zukunft aussehen soll:
die agentur hat mir vorgeschlagen, dass ich weiterhin alles auf freiberuflicher basis abrechnen kann oder für den vormittag angestellt(50%) sein kann - und nachmittags arbeite ich vom homeoffice aus wieder selbstständig für alles und jeden.
sie haben mir aber auch vorgeschlagen, dass ich, wenn ich will, zu 100% bei ihnen als vollzeitangestellte arbeiten kann (er glaubt, ich hab das zeug zur leiterin einer grafikabteilung, aber nicht zur selbstständigen unternehmerin...).

im moment habe ich (als einzelunternehmerin) einen monatlichen umsatz zwischen 3000 und 4500 euro.

für den halbtagsjob würde mir die agentur ca. 1500 euro + auto (+ evtl. umsatzbeteiligung) anbieten.
und für den vollzeitjob ca. 3000 euro + auto + umsatzbeteiligung.

ich weiß jetzt absolut nicht für was ich mich entscheiden soll!
was ist besser - was ist schlechter? auch von versicherung/steuern her?
ich kenne mich da überhaupt nicht aus 😕

ein nicht unwesentlicher grund für meine selbstständigkeit war auch mein kinderwunsch. weil ich denke, dass frau, wenn irgendwann mal kinder da sein sollten, als selbstständige flexibler ist und ihren job nicht komplett an den nagel hängen muss - eigener chef und so...
und ich bin gern mein eigener chef 🙂.

auf der anderen seite bin ich mir aber auch darüber im klaren, dass ich zwar eine gute grafikerin bin - aber weder von professioneller akquise noch von kaufmännischem zeugs wirklich viel ahnung hab - was man als unternehmer ja schon brauchen könnte...

über kurz oder lang wird es bei der agentur so aussehen, dass sie rasant wächst und ein größeres kreativ-team brauchen wird - und ich wäre dann der creative director...

sorry, ist glaub alles ein bisl durcheinander...

könnt ihr mir helfen? habt ihr tipps?
habt ihr noch irgendwelche fragen zum besseren verständnis?

vielen dank schon mal... 🙂
 
Hi blackspot,

ich würd mir alle Optionen offen halten und möglichst gleitende Übergänge anpeilen.
Die volle Stelle heisst, dass du deine eigenen Kunden aufgeben musst - als komplett Freie bist du nicht so stark in diese Agentur eingebunden, wie bei einer Halbtagsstelle.
Ich würd darum erstmal die Halbe Stelle annehmen und die eigenen Kunden weiter führen. Wenn diese Agentur wirklich boomt, kannst du immer noch in eine volle Stelle gehen - wenn sie aber, aus welchem Grund auch immer, floppen sollte, hast du immernoch andere Auftraggeber.

Und du sammelst weiter Erfahrungen in beiden Bereichen und kannst sehen, ob dir das Unternehmertum oder doch die leitende Position besser gefällt.

Übrigens ziemlich klasse, dass es so gut bei dir läuft, sonst haben Grafiker es ja nicht grad leicht. Darum würd ich auch nicht überlegen, ob kurzfristig bei der einen oder anderen Variante ein wenig mehr oder weniger Umsatz rauskommt.
 
guten morgen gast x + benjamin-29,

vielen dank für eure antworten 🙂

noch ein paar infos:

mein gewerbe habe ich im april 2006 angemeldet - aber richtig durchgestartet bin ich erst ende august 2006.

wenn ich mich gegen die freelancer-variante und für die halb/halb-geschichte entscheiden würde, dürfte ich trotzdem nach wie vor meine anderen kunden betreuen...
eigentlich ist der knackpunkt, welche dieser zwei varianten die lukrativere für mich ist.
was ist zum beispiel besser:
1. lieber 1500 euro + auto und dieses einkommen ist mir monatlich sicher (ich habe zur zeit natürlich keine sichere, regelmäßige einnahmequelle).
außerdem werden meine sozialabgaben zur hälfte von der agentur bezahlt.
bis jetzt bin ich privat krankenversichert und auch die rente und alles andere läuft bei mir privat. ich hab noch nie was in den staatstopf einbezahlt. aber ist es überhaupt noch erstrebenswert in die staatl. töpfe einzuzahlen?! andererseits, wird die rein private vorsorge veilleicht irgendwann viel zu kostenintensiv für mich???😕

2. ich verdiene nach wie vor unregelmäßig, bekomme aber monatlich durch die agentur mindestens 2500 euro (es werden vermutlich mehr sein...). dafür versichere ich aber alles komplett alleine und privat?

ach, keine ahnung...

@ gast x:
der typ von der agentur glaubt (oder meint zu glauben...) aus verschiedenen gründen, dass ich nicht das zeug zur erfolgreichen unternehmerin habe:

1. er spürt genau, dass mein kaufmännisches know-how absolut zu wünschen übrig lässt - und ich somit manchmal veilleicht ziemlich blauäugig an verschiedene dinge rangehe bzw. auf andere "fachleute" angewiesen bin, denen ich dann einfach vertrauen muss...

2. von akquise habe ich keinen blassen schimmer und er denkt, dass ich auch nicht unbedingt der typ für die neukundengewinnung bin, da ich erstens durch meine unerfahrenheit oft etwas tolpatschig an die potentiellen kunden rangehe - die finden das dann zwar ganz süß und sympathisch, aber den auftrag geben sie doch jemand anderem... und zweitens, bin ich einfach auch noch sehr jung - da wird man von so manchem 50-jährigen, anzugtragenden firmenchef einfach nicht so ernst genommen.
bei mir läuft das meiste dann eher über weiterempfehlung... aber noch zu wenig.

3. er denkt, dass ich irgendwann an eine schwelle kommen werde, an der ich alleine nicht mehr weiterkomme. denn die aufträge werden immer mehr werden - sprich: ich sollte den ganzen tag nur noch am computer irgendwelche tollen, kreativen meisterwerke basteln. und sollte aber eigentlich genauso viel zeit für die kundenbetreuung haben. und das schafft einer allein irgendwann nicht mehr. dann wiederum bräuchte ich zum beispiel einen contacter oder akquise-menschen, aber für eine teamvergrößerung wird mir in der übergangszeit einfach die kohle fehlen, um neue mitarbeiter zu bezahlen.
ich glaube, ein team zu vergrößern - so ganz ohne unternehmer-erfahrung - könnte sich wirklich als ziemlich schwierig herausstellen...

4. ich glaube auch wie du, dass er meine evtl wachsende unabhängigkeit von der agentur nicht so gerne sieht und er angst hat, dass ihm eine wertvolle arbeitskraft wegfällt, wenn ich irgendwann mal verkünden werde, dass ich nicht mehr auf die agentur angewiesen bin (das könnte allerdings schon noch dauern)...
dem entgegen steht allerdings, dass sie mir versichert haben, dass ich (egal, ob ich mich für 100% selbstständigkeit oder halb/halb entscheide) rund um die uhr für meine anderen kunden da sein kann - vormittags zumindest telefonisch und nachmittags wie bisher vom homeoffice aus...
und eigentlich ist es ja auch komisch, dass er jetzt will, dass ich die kunden der agentur ab sofort direkt betreue - denn die gefahr, dass irgendwelche kunden mit dem betreuenden grafiker "mitgehen", wenn dieser die agentur einmal verlässt, ist doch dann viel größer?!

@ benjamin-29:
ich sehe das (abgesehen von der frage nach der lukrativität - ist ja auch nicht ganz unwichtig 😉) so ähnlich wie du. durch die halbtgsstelle kann ich wirklich mal in beide "welten" einen einblick erhalten und habe trotzdem noch beide optionen offen. ich kann also nur dazulernen.
ich befürchte nur, dass ich dann langsam aber sicher in den ganztags-job abrutschen werde - einfach auch weils bequemer ist, "nur" die grafikerin zu sein.
erstens, als frau mit relativ gutem einstiegsgehalt und aussichten auf einen geschäftsführer- oder abteilungsleiterposten...
zweitens, weil "unternehmer" sein (zumindest in den anfängen) wirklich kräfteraubend, zeitintensiv und unsicher ist...
drittens, bin ich als erste im boot eines wachsenden teams wirklich in einer superguten position gegenüber all denen, die erst nach und nach dazukommen werden.
viertens, ich kann die beiden von der agentur ziemlich gut leiden und zu dritt arbeiten ist doch schöner als ganz allein von zu hause aus.

zu deiner frage, ob die agentur bommt - sie boomt!!! glaube mir!
um die sicherheit einer ganztagsstelle müsste ich mir wirklich keine sorgen machen.
die agentur besteht seit elf jahren, von anfang an ist sie stetig am wachsen und seit ca. 2 jahren in beinahe unglaublichem umfang.
die unternehmensberaterin der agentur hat gesagt, so eine erfolgsgeschichte sei ihr bei einem kleinen unternehmen noch nie vorgekommen... nein, erhlich, es läuft wie geschmiert bei denen, der umsatz hat sich bei denen innerhalb eines jahres ver-4-facht und das nur, weil er mal ein bißchen gas im bereich akquise gegeben hat (was bedeutet, dass er so drei bis vier tage die woche "fleißig" war... 😉).
also, kapazitäten nach oben sind noch viiieeele frei - und dieser mann kann anderen einfach alles andrehen - der verkauft quasi bikinis an eskimodamen - mit großem erfolg 🙂.
die unternehmensberaterin sieht die agentur in ca. einem jahr mit einem mindestens doppelt so großen team...

in einem punkt hast du auf jeden fall recht:
egal, wie ich mich entscheide: es läuft alles ganz gut - dafür, dass die grafiker es heute nicht so leicht haben...😀


lg blackspot
 
o mann, sorry - ist jetzt ein bisl viiieeel text geworden...
hab ich gar nicht gemerkt beim schreiben 🙂.
 

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