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Frei sein

rote_tränen

Mitglied
Ich schreibe hier jetzt einfach mal meine Gedanken auf in der Hoffnung, dass mir jemand etwas sagen kann, was mir hilft und Klarheit schafft.
Zur Zeit durchlebe ich eine Phase meines Lebens, in der mich alles einholt, was in der Vergangenheit geschehen ist. Ich weis nicht, wie ich damit umgehen soll. Es sind so viele schreckliche Dinge passiert und es macht mich wütend, dass sie gerade MIR passiert sind. Ich verstehe den Sinn dahinter einfach nicht. Ich habe das Gefühl, dass etwas fehlt. In meinem Leben, in mir. Es ist ein Bedürfnis nach mehr, einfach ein Bedürfnis nach leben. Ich möchte frei sein. Einfach endlich meinen Weg finden und alles hinter mir lassen. Manchmal wünsche ich mir, dass ich einfach neu anfangen kann. Ich wünschte ich hätte den Menschen um mich herum nie von meinen Problemen erzählt. Dann wäre einiges in meinem Leben einfacher. Vor allem mit meinem Freund... Wir streiten so viel zur Zeit. Er versteht mich und meine Gedanken einfach nicht. Er weis so viel über mich und doch habe ich das Gefühl er kennt mich nicht. Und ich glaube, dass er langsam anfängt, mich aufzugeben. Und das möchte ich nicht. Er sagt ständig ich soll mich zusammen reißen und endlich neu anfangen, es hinter mir lassen. Aber das kann ich nicht einfach so. Ich weis nicht was ich tun soll. Ich möchte endlich frei sein von diesen ganzen negativen Gedanken und Gefühlen. Frei von Wut, Hass, Trauer und Enttäuschung. Ich möchte endlich frei sein...
Ich hoffe es ist jemand unter euch, der mich versteht und mir vielleicht einen Weg zeigen kann, wie ich es schaffe neu anzufangen, ohne mich selbst aufzugeben.

rote_tränen
 

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L

Lenja

Gast
Ich möchte endlich frei sein von diesen ganzen negativen Gedanken und Gefühlen. Frei von Wut, Hass, Trauer und Enttäuschung. Ich möchte endlich frei sein...
Ich überlege, ob die Gefühle, die du aufgezählt hast, und mit denen du auf deine Vergangenheit reagierst, nicht das sind, was dich darin gefangen hält, liebe rote_tränen .., denn sie zeugen von einem lebhaften und starken inneren Widerstand.

Ich glaube, es lässt sich auch nicht ganz von dem, was uns so sehr bewegt hatte, emotional abtrennen und vielleicht sollten wir es auch nicht tun, denn es war doch unser Leben. Wir können aber versuchen (und vielleicht könntest du?) darauf mit anderen Gefühlen zu reagieren, die eher friedvoll oder versöhnlich sind und gleichzeitig das Geschehene nicht verfälschen oder verharmlosen - mir dem Mitgefühl sich selbst gegenüber, der wohlwollender Achtsamkeit, Liebe ..?

Ich glaube, erst in der "Begleitung" dieser Gefühle können wir Dinge, die passiert sind, erst wirklich verstehen - tiefer, differenzierter, umfassender und vielleicht dabei den darin verborgenen Sinn erkennen, und dadurch innerlich freier werden?

Alles Gute dir :)
Lenja
 

_Tsunami_

Urgestein
Du kannst nur frei sein von Zwängen, nicht von deinem Leben. Du kannst und darfst alles tun, was du willst, innerhalb der Grenzen, die du hast. So geht es dir, mir und jedem Menschen auf dieser Welt.

Die Frage darauf, warum "ausgerechnet dir" das geschehen ist, was dir geschehen ist, will ich nicht kleinreden, aber es ist eine Frage, die sich jeder stellen kann und darf - im Guten wie im Schlechten. Die Antwort ist naturgemäß nicht das, was dir geschehen ist, sondern das, wie du darauf reagierst.
 
G

Gast

Gast
Hallo rote-tränen,

meine Vergangenheit würde Bücher füllen und zum Teil umgibt sie mich auch noch. Aber mein Standpunkt hat sich entwickelt und eigentlich ist es ganz einfach "frei zu sein":

Den einfacheren Weg beschreibt z.B. Janis Joplin:"freedom is just another word for nothing left to lose".
Wenn Du nichts mehr verlieren kannst bist Du frei. Hier geht es nicht um materielle Dinge. Die sind nur der Anfang. Freiheit heißt keinem Zwang der umgebenden sozialen Struktur mehr unterworfen zu sein. Da Du dann recht allein bist, solltest Du allerdings mit Dir selber klar kommen. Mir hat dabei sehr geholfen, dass man mit der Wahrheit nur wenige, aber die richtigen Freunde hat.

Der etwas schwierigere Weg ist: "Nirwana ist das endgültige Erlöschen des Seins".
Hier muss die Definition von Nirwana und von dem Sein eine ganz persönliche sein. Nirwana ist für mich nur ein Ausdruck für die oben zitierte Freiheit in ihrer ganzen Vollendung. Und das Sein ist eigentlich nur der Zwang, den Deine soziale Umgebung erzeugt. Kannst Du den abschütteln, kommst Du mit jedem aus. Denn Du betrachtest ihn ja nicht unter den möglichen Folgen Deines, durch die Umgebung definierten Verhaltens, sondern Du betrachtest sein durch die Umgebung definiertes Verhalten. Und darauf situationsbedingt reagieren zu können entspannt ungemein.

Beiden Wegen ist aber eines gemeinsam: Das Gefühl ist immer eine Folge des Gedankens und nie umgekehrt. Liebe ist kein Gefühl, sondern eine Verantwortung. Freude ist eine Folge einer Aktion und nicht eines Gefühls. Das positive Gefühl ist quasi nur die Belohnung der Tat oder des Gedankens.

Ich habe für mich den Begriff "meines persönlichen Biotops" geprägt. In dieses Biotop habe nur Wenige Zugang. Und die, die drinnen sind füllen sich wohl. Es sind die einzigen Menschen, denen ich emotional begegne und für die ich die Verantwortung der Liebe trage: Ihr Wohlbefinden ist mein Ziel.

Ich wünsche dir viel Erfolg. Die ersten Schritte sind nicht leicht, aber es geht.
Ich bin sehr entspannt und zufrieden, seit ich weniger und weniger habe und will.

Meinen Namen kennen zu viele. Ich umarme Dich.
 

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