Guten Morgen Leute,
auf der einen Seite tut es wirklich gut, dass ihr euch mit meiner Problematik auseinandersetzt – danke für eure Rückmeldungen!
Schade finde ich andererseits, dass nur wenige auf meiner Seite sind. Das war aber für mich abzusehen und soll kein Vorwurf sein.
Es ist eben nicht einfach, neue Sichtweisen in Betracht zu ziehen und von bisherigen Denkmustern abzuweichen. Von daher habe ich die Threadüberschrift ja gut gewählt: Derzeit ist dies ein
absolutes Tabuthema.
In Deutschland darf es aus meiner Sicht keinen Lebensmittelskandal, keine Tierversuche, keine Depressiven, keine Langzeitarbeitslosen und auch keinen Frauenmangel geben. Es muss immer alles perfekt sein hierzulande. Deutschland soll ja schließlich ein
Vorzeigeland bleiben. Und wenn mal etwas Gegenteiliges bemerkt wird, dann wird das schnell als „Einzelfall“ - als „absolute Ausnahme" abgetan:
- Ja, es gibt da einen Lebensmittelskandal, aber nur in diesem einen Betrieb, ansonsten hat Deutschland nur Betriebe, wo die Hygiene 1a ist. Sagt ja auch die Statistik.
- Ja, es wurden in diesem deutschen Pharmaunternehmen Tierversuche durchgeführt, aber wirklich nur in diesem einen Unternehmen. Die Statistik sagt schließlich, dass es in Deutschland nur im vertretbaren Rahmen Tierversuche gibt.
- Ja, es gibt diesen einen depressiven Manager, aber ansonsten ist alles gut. Statistisch gesehen sind die Deutschen nämlich am glücklichsten.
- Ja, in Leipzig gibt es vielleicht weniger Frauen, sodass meine Statistik stimmt, aber ansonsten leben z.B. in Berlin 10 mal mehr Frauen als Männer, sodass dort kein einziger Single-Mann existiert. Statistisch gesehen ist Deutschland nämlich das Frauenreichste Land Europas.
Und was
Greta Thunberg anbelangt: Ja, Ich finde sie super. Den Mut hätte ich in Ihrem Alter nicht gehabt: Den Mut, gegen all die Fake-Statistiken und Fake-News vorzugehen, sich öffentlich hinzustellen und darüber zu reden, dass nicht immer alles gleich bleibt. Dass Veränderungen tatsächlich stattfinden und man dagegen vorgehen muss.
Hätte ich vor 5 Jahren hier im Forum einen Thread dazu eröffnet, dass ich mir Sorgen um das Klima mache (Das lustige ist, dass ich mir vor 5 Jahren tatsächlich darum Sorgen gemacht habe), hättet ihr mir sicherlich genau solche Antworten präsentiert:
- Ich würde nicht logisch argumentieren, weil Wikipedia und das statistische Bundesamt etwas anderes sagen.
- Oma X und Opa Y sind steinalt und sagen, dass das Klima zu ihrer Zeit turbulenter war als heute
- Am morgigen Tag wird es 10 Grad kühl und es regnet, das ist doch typisches Oktoberwetter, also keine Spur von Erderwärmung
- Es gibt den Klimawandel also nicht - alles Einbildung!
Wie gesagt: Ich erlebe nicht nur im Osten/ In Leipzig den
totalen Männerüberschuss. Ich habe letztes Jahr zum Beispiel in München eine Fortbildung besucht und war am Abend noch ein wenig feiern und selbst da hat sich mir ein ähnliches Bild geboten. Der Konkurrenzkampf unter uns Männern ist im Jahr 2019 schlimmer denn je.
Bitte Leute, geht doch einfach mal zum Spaß in die Clubs, schaut euch mal ein paar Chaträume bzw. Partnerbörsen/ Apps an, lest die Beiträge der Single-Männer hier im Forum und
überdenkt dann bitte eure Aussagen. Der Frauenmangel in Deutschland ist keine Einbildung, sondern
Realität.
Vor einigen Monaten war ich in meiner Verzweiflung sogar auf einem Reitsportevent, weil ich mir dachte, dass da vermutlich der Frauenanteil größer sein würde und ich gehofft habe, mit einer Frau ins Gespräch zu kommen. Nein, ich kann nicht reiten, saß im Leben auch noch nie auf einem Pferd, aber ich dachte, dass ich auf diese Weise einen Grund hätte, mit einer Frau erst mal locker ins Gespräch zu kommen. Leider war das nicht der Fall. Selbst auf so einem Event gab es einen leichten Männerüberschuss. Ich bin dann auch tatsächlich mit einer Frau ins Gespräch gekommen, aber die wollte mir dann gleich Reitstunden zu einem bestimmten Preis vermitteln und als ich sie fragte, ob sie wenigstens die Reitstunden geben würde, meinte sie, dass sie nicht immer kann und ihre Vertretung dann ihr Bruder sei. Nein, danke…
Als ich dann vom geschäftlichen ablenken wollte, weil die Dame wirklich sehr hübsch gewesen war, und ich das Thema auf Pferde allgemein lenken wollte, stellte ich fest, dass
ihr Interesse an mir rapide nachließ. Ich habe mich dann verabschiedet und ihr gesagt, dass ich mir das mit den Reitstunden überlegen würde. Sie meinte dann „Ok“ und ging zum nächsten Stand rüber. Im Laufe des Reitsportevents hat sie dann noch mit anderen Männern geplaudert und mich keines Blickes mehr gewürdigt, obwohl ich „zufälligerweise“ oft in ihre Nähe gekommen bin.
Es ist einfach wie verhext. Man kann heutzutage in Deutschland nicht mal ungezwungen mit einer Frau ein bisschen flirten, Nummern austauschen und eine Beziehung beginnen.
Warum ist das so kompliziert wie höhere Mathematik. Die Antwort darauf lautet: Weil sicher auch besagte Reitsportlerin schon einen Typen zu Hause sitzen hatte und deswegen auch kein Interesse an einem minimalen Flirt hatte.
Womit wir wieder beim Thema wären.
Möglich wäre noch, dass ich mich zum Tanzen anmelde, aber ich kann wirklich nicht tanzen und interessiere mich auch 0 fürs tanzen (da hätte ich mich schon eher für den Reitsport begeistern können). Außerdem denke ich mir, dass ich ja nicht der einzige Mann in Deutschland bin, der auf so eine Idee kommt, sodass in einem Tanzverein das Geschlechterverhältnis auch nicht optimal sein dürfte.
LG und schönen Sonntag (ich hoffe, dass es bei euch auch so sonnig ist)
Sven