Habe heute zwei Psychologinnen angerufen, sie sind beide für die nächsten Monate voll. Was für Beratungsstellen meinst du? Es ist ja alles schon ein paar Jahre her, dass ich verg******** wurde und das von der Kindheit erst recht. Momentan tut mir keiner was an. Aber es kommt halt immer wieder hoch. Ich war auch schon in einer Klinik wegen Depressionen, aber von dem was ich hier schreibe habe ich dort nichts gesagt. Ist auch schon paar Jahre her, ich nehm seither Antidepressiva. Also eigentlich habe ich gedacht das wäre vorbei und dass ich mein Leben im großen und ganzen im Griff hätte, aber man ist vor nichts sicher. Meint ihr ich könnte in der Klinik wo ich war mal nachfragen, wegen Adressen? Oder mache ich mich dadurch eher lächerlich? Also die wissen halt wer Medikamente verschreiben kann, die ich vielleicht im Notfall nehmen könnte... Ich habe eine sehr gute Hausärztin die mir die bisherigen immer verschrieben hat, also die die ich seit ein paar Jahren nehme. Aber nur weil sie davor ein Psychiater verschrieben hat, selbstständig würde sie nichts an den Tabletten ändern. Wie würdet ihr vorgehen? Und was genau macht der sozialpsychiatrische Dienst?
Huhu.
Also der soz.psych.Dienst ist halt für Krisen und so zuständig, Du kannst hingehen und mit den Sozialarbeitern über Deine Probleme sprechen, sie hören Dir dann zu und versuchen zu helfen, Adressen zu vermitteln, Tipps zu geben, die haben auch Psychologen/Psychiater dort, da bekommt man in der Regel recht schnell einen Termin (schneller als bei anderen zumindest) falls es um eine Diagnose oder Tabletten oder sowas geht, eine Dauerbehandlung machen die eher nicht. Aber die Sozialarbeiter werden versuchen Dich dahingehend zu unterstützen. Zumindest ist das hier so. Du kannst auch erstmal anonym hingehen wenn es Dir unangenehm ist, die haben Schweigepflicht, DU bist dort zu nichts verpflichtet, es kostet auch nichts und wenn Du nicht in deren Büro kommen kannst, dann machen sie gelegentlich auch Hausbesuche - wie gesagt, zumindest ist das hier so.
Die Diakonie hat eigentlich auch immer Beratungsstellen, dort kann man auch nach Adressen fragen, die könnten noch was wissen.
Also der soz.psych.Dienst ist eben ein Gesundheitsdienst des Landkreises, also quasi die "offizielle" Anlaufstelle bei Krisen etc....
Naja, das Problem bei Traumafolgestörung ist ja eben, dass sie einen nicht wirklich in Ruhe lassen und wenn es sich dann so auswirkt wie Du es beschreibst, selbst wenn es sehr, sehr lange zurückliegt (das hat damit garnichts zu tun), dann ist es eben behandlungsbedürftig.
Also das Problem was ich sehe (kenne ich von mir selbst) ist eben, dass "nur" Depression anders behandelt wird (und behandelt werden muss) als PTBS (Posttraumatische Belastungs Störung), wenn also niemand Dein Trauma erkennt, dann wirst Du nicht richtig oder zumindest nicht ausreichend behandelt. Wenn bei Dir die Depri nur eine Folge der PTBS ist, dann helfen Medis gegen die Depression vermutlich nicht oder nicht ausreichend oder verschlimmern/verschleppen das ganze nur, könnte zumindest passieren, aber MUSS natürlich nicht. Ich mein, so Medikamente sind ja auch nicht so ohne.
Du kannst auf jeden Fall in der Klinik in der Du warst nachfragen, sollten die irgendwie blöd oder unhöflich reagieren, dann machen DIE sich unmöglich. Rechne nur damit, dass Du nicht sofort jemanden an der Strippe hast der Dir helfen kann oder weis wer Du bist und worum es geht.
Übrigens ist das was die Leute sich "denken" in der Regel (fast) immer was anderes als das eigentliche Problem, man sollte also nie davon ausgehen: Das hat sie sich wahrscheinlich gedacht...
Wenn etwas wirklich wichtig ist, dann muss man irgendwie versuchen das klar zu verdeutlichen!
Wenn Du es nicht klar sagen kannst, dann setz Dich daheim hin, schreib einen Zettel wo draufsteht was wichtig ist und halt den dann der Ärztin hin. Erlaubt ist was hilft und nichts ist peinlicher als eine Ärztin die das nicht verstehen und unterstützen würde.