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Frauenarzttermin hat mich aus der Bahn geworfen

  • Starter*in Starter*in Koschka
  • Datum Start Datum Start
Habe heute zwei Psychologinnen angerufen, sie sind beide für die nächsten Monate voll. Was für Beratungsstellen meinst du? Es ist ja alles schon ein paar Jahre her, dass ich verg******** wurde und das von der Kindheit erst recht. Momentan tut mir keiner was an. Aber es kommt halt immer wieder hoch. Ich war auch schon in einer Klinik wegen Depressionen, aber von dem was ich hier schreibe habe ich dort nichts gesagt. Ist auch schon paar Jahre her, ich nehm seither Antidepressiva. Also eigentlich habe ich gedacht das wäre vorbei und dass ich mein Leben im großen und ganzen im Griff hätte, aber man ist vor nichts sicher. Meint ihr ich könnte in der Klinik wo ich war mal nachfragen, wegen Adressen? Oder mache ich mich dadurch eher lächerlich? Also die wissen halt wer Medikamente verschreiben kann, die ich vielleicht im Notfall nehmen könnte... Ich habe eine sehr gute Hausärztin die mir die bisherigen immer verschrieben hat, also die die ich seit ein paar Jahren nehme. Aber nur weil sie davor ein Psychiater verschrieben hat, selbstständig würde sie nichts an den Tabletten ändern. Wie würdet ihr vorgehen? Und was genau macht der sozialpsychiatrische Dienst?
 
habe mich nicht auf die Warteliste setzen lassen weil ich dachte es geht vielleicht woanders schneller, aber bei den meisten anderen ist es wahrscheinlich genauso voll. Werde es gleich am Montag nachholen, absagen kann ich ja immer noch. Und mit der Liste ist ein guter Tipp, je mehr ich anrufe desto höher ist die Chance auf einen Therapieplatz.
Vielen Dank!
 
wow da hast du ja ganz schön um einen Platz gekämpft. War die Therapeutin dann auch gut die du bekommen hast? Hast du dich dort gut aufgehoben und ernst genommen gefühlt? Wie geht es dir jetzt? Ich würde auch nie und nimmer zu einem männlichen Therapeuten gehen, dann lieber garnicht!! Ich hoffe sehr dass es dir besser geht!!!!:blume:
 
Deine Frauenärztin ist nicht nur für deinen Körper zuständig.Sondern auch dafür wie Du dich fühlst,also von der Psychischen Verfassung her bist.Grade wenn es in so einen Bereich fällt.Es ist einfach wichtig zu sagen ihr soweit zu vertrauen das Du ihr sagen kannst wenigstens das Du negative Erfahrungen hast.Damit sie sich bei den Untersuchungen entsprechend drauf einstellen kann und auch vorsichtig mit Dir ist.

Und dieses Vorsichtige sollte doch auch in deinem Interesse sein oder?
 
Das stimmt, ich hätte es ihr gesagt wenn sie gefragt hätte. Aber von mir aus konnte ich es irgendwie nicht ansprechen. Beim nächsten mal dann, nehme ich mir vor. Will auch irgendwie dass sie weiß dass ich nicht ohne Grund so bin. Sie hat mich am vor der Untersuchung gefragt wie es mir so bei der Arbeit geht, da konnte ich noch drauf antworten und ein halbwegs normales Gespräch führen. Danach ging nichts mehr. Sie war dann auch etwas unsicher, kann ich auch verstehen.
 
Sie hat dich gefragt ob Du was auf dem Herzen hast,also Kummer hast und Dich in diesem Bereich etwas bewegt.

Ich denke mal das sie es zwar Aufgrund deiner Reaktion schon weiß daher auch die Überweisung.

Auch wenn es eine Frau ist,ist es immer so das es oft mit Missbrauchopfern nicht so einfach ist,viele Wissen nicht wie soll ich jetzt reagieren ,was soll ich jetzt tun um es ihr so einfach wie möglich zu machen.Wie kann ich ihr am besten Helfen?

Und am besten oder der erste Schritt wäre das Du es ihr sagst,sei es auch auf einem Zettel stehend das sie einfach merkt und vorallem auch Du,das Vertrauen in Arbeit ist.

Denn ohne Vertrauen wirst Du keine Therapie schaffen.Also fang an in kleinen Schritten.

Den Schritt es hier zu schreiben war schonmal ein Anfang.

Danke 🙂
 
Habe heute zwei Psychologinnen angerufen, sie sind beide für die nächsten Monate voll. Was für Beratungsstellen meinst du? Es ist ja alles schon ein paar Jahre her, dass ich verg******** wurde und das von der Kindheit erst recht. Momentan tut mir keiner was an. Aber es kommt halt immer wieder hoch. Ich war auch schon in einer Klinik wegen Depressionen, aber von dem was ich hier schreibe habe ich dort nichts gesagt. Ist auch schon paar Jahre her, ich nehm seither Antidepressiva. Also eigentlich habe ich gedacht das wäre vorbei und dass ich mein Leben im großen und ganzen im Griff hätte, aber man ist vor nichts sicher. Meint ihr ich könnte in der Klinik wo ich war mal nachfragen, wegen Adressen? Oder mache ich mich dadurch eher lächerlich? Also die wissen halt wer Medikamente verschreiben kann, die ich vielleicht im Notfall nehmen könnte... Ich habe eine sehr gute Hausärztin die mir die bisherigen immer verschrieben hat, also die die ich seit ein paar Jahren nehme. Aber nur weil sie davor ein Psychiater verschrieben hat, selbstständig würde sie nichts an den Tabletten ändern. Wie würdet ihr vorgehen? Und was genau macht der sozialpsychiatrische Dienst?

Huhu.
Also der soz.psych.Dienst ist halt für Krisen und so zuständig, Du kannst hingehen und mit den Sozialarbeitern über Deine Probleme sprechen, sie hören Dir dann zu und versuchen zu helfen, Adressen zu vermitteln, Tipps zu geben, die haben auch Psychologen/Psychiater dort, da bekommt man in der Regel recht schnell einen Termin (schneller als bei anderen zumindest) falls es um eine Diagnose oder Tabletten oder sowas geht, eine Dauerbehandlung machen die eher nicht. Aber die Sozialarbeiter werden versuchen Dich dahingehend zu unterstützen. Zumindest ist das hier so. Du kannst auch erstmal anonym hingehen wenn es Dir unangenehm ist, die haben Schweigepflicht, DU bist dort zu nichts verpflichtet, es kostet auch nichts und wenn Du nicht in deren Büro kommen kannst, dann machen sie gelegentlich auch Hausbesuche - wie gesagt, zumindest ist das hier so.

Die Diakonie hat eigentlich auch immer Beratungsstellen, dort kann man auch nach Adressen fragen, die könnten noch was wissen.
Also der soz.psych.Dienst ist eben ein Gesundheitsdienst des Landkreises, also quasi die "offizielle" Anlaufstelle bei Krisen etc....

Naja, das Problem bei Traumafolgestörung ist ja eben, dass sie einen nicht wirklich in Ruhe lassen und wenn es sich dann so auswirkt wie Du es beschreibst, selbst wenn es sehr, sehr lange zurückliegt (das hat damit garnichts zu tun), dann ist es eben behandlungsbedürftig.

Also das Problem was ich sehe (kenne ich von mir selbst) ist eben, dass "nur" Depression anders behandelt wird (und behandelt werden muss) als PTBS (Posttraumatische Belastungs Störung), wenn also niemand Dein Trauma erkennt, dann wirst Du nicht richtig oder zumindest nicht ausreichend behandelt. Wenn bei Dir die Depri nur eine Folge der PTBS ist, dann helfen Medis gegen die Depression vermutlich nicht oder nicht ausreichend oder verschlimmern/verschleppen das ganze nur, könnte zumindest passieren, aber MUSS natürlich nicht. Ich mein, so Medikamente sind ja auch nicht so ohne.

Du kannst auf jeden Fall in der Klinik in der Du warst nachfragen, sollten die irgendwie blöd oder unhöflich reagieren, dann machen DIE sich unmöglich. Rechne nur damit, dass Du nicht sofort jemanden an der Strippe hast der Dir helfen kann oder weis wer Du bist und worum es geht.

Übrigens ist das was die Leute sich "denken" in der Regel (fast) immer was anderes als das eigentliche Problem, man sollte also nie davon ausgehen: Das hat sie sich wahrscheinlich gedacht...
Wenn etwas wirklich wichtig ist, dann muss man irgendwie versuchen das klar zu verdeutlichen!
Wenn Du es nicht klar sagen kannst, dann setz Dich daheim hin, schreib einen Zettel wo draufsteht was wichtig ist und halt den dann der Ärztin hin. Erlaubt ist was hilft und nichts ist peinlicher als eine Ärztin die das nicht verstehen und unterstützen würde.
 
hallo, wie in meinem anderen Thread erwähnt habe ich mich nach langem Zögern endlich um einen Therapieplatz bemüht und einen Platz auf der Warteliste einer Therapeutin bekommen. Ich habe sogar mit einer sehr guten Freundin darüber geredet. Sie weiß fast alles über mich und wir vertrauen uns zu 100%. Sie hat mir geraten, diesen Familienangehörigen, der sich mal in meiner Kindheit an mir vergriffen hat zur Rede zu stellen. Ich fand das absurd. Ich hatte das Geschehene jahrelang verdrängt und vor ein paar Jahren ist es schlagartig wieder in meinem Kopf gewesen, aber sehr bruchstückhaft. Es hat auch Jahre gedauert bis ich überhaupt darüber reden konnte. Ich will aber jetzt alles Wissen, wie bei einem Puzzle die fehlenden Teile wiederfinden. Nur für mich, damit ich Klarheit habe und irgendwann damit abschließen kann. Dieser Mann war damals noch unter 18, aber ich war sehr viel jünger als er. Ich habe es in Gedanken durchgespielt wie es wäre, ihn direkt danach zu fragen. Aber ich kann es mir nicht vorstellen, weil ich mich erstens viel zu viel schäme, zweitens würde er es leugnen und drittens könnte es die Familie mitkriegen und ich würde im Boden versinken vor Scham. Erst recht wenn ich als Lügnerin hingestellt werden würde, was wohl sehr wahrscheinlich wäre. Ich hatte schon Gewaltphantasien, ihm irgendwas anzutun, ihn zu schlagen und noch krankere Sachen. Inzwischen ist er Vater geworden, und ich hoffe für seine kleine Tochter dass er von ihr die Finger lässt. Der liebe Papa.
 
Du hast recht, es ist leichtsinnig und gefährlich sich selbst zu früh mit dem Ort, dem Täter usw. zu konfrontieren. Man weiß nie wie sowas ausgeht, wie man selber reagieren würde etc. Ich finde es aber hilfreich in Gedanken verschiedene Konfrontations-Möglichkeiten durchzugehen, dadurch wird das ausgeliefert sein, dieses brutale Ohnmachtsgefühl dem Täter gegenüber ein bisschen erträglicher. Wie wenn man sich im Nachhinein wehren oder rächen kann, wenigstens gedanklich. Aber das ist nur meine Erfahrung, sicher ist das nicht immer hilfreich.
Es tut mir wirklich sehr Leid dass dir auch so Schreckliches angetan wurde, gut dass du einen Therapieplatz hast!! Hat du vielleicht Erfahrungen mit Hypnose? Habe mal gehört dass sich so verdrängte Erlebnisse aus dem Unterbewusstsein holen lassen, die man dann in der Therapie irgendwie verarbeiten kann... Ich wünsche dir ganz ganz viel Kraft für die immer wieder kommenden schweren Phasen, ich denke damit haben wir noch lange zu kämpfen. Vielen lieben Dank
:blume:
 

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