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Findet ihr das Verhalten meiner Freundin auch dreist?

Diesmal würde ich noch einen kleinen Kuchen von Coppenrath+W mitbringen, die sind nicht teuer und auch als Geschenk verpacken - mehr nicht- aber ich würde zeitnah klären, ob das jetzt ein Dauerzustand sein soll, denn Du hast ihr schon mal was mitgebracht und sie scheint eher wenig Geld zu haben.
Einseitig sollte es daher trotzdem nicht werden-
daher würde ich dann auch ansprechen, dass Du nicht immer etwas mitbringen kannst oder sie Dir den Kaufbetrag erstattet- das ist nicht kleinlich, aber eigentlich sollte ein erwachsener Mensch auch von sich aus darauf kommen, dass der Gast nicht ständig etwas mitbringen sollte -

Mayamaus
 
Geburtstag, wo man selbst noch die Torte mitbringt? Mußt Du den Kaffee auch noch spendieren? Ich würde eine Torte beim Bäcker kaufen und einpacken lassen, welche gleichzeitig das Geschenk ist. Aber wenn sie so klamm ist, solltest Du Dir überlegen, ob Du Dir nicht eine Freundin aus besserem Hause suchst. Ich hatte auch mal so kumpels. Tony, kannst Du mich abholen, hier hin fahren, dahin, hast Du mal 50 für mich? Im Restaurant fiel dem nach dem Essen ein, ach ich hab kein Geld dabei und lauter so ein Zirkus. Irgendwann habe ich die Nr. gelöscht und auf Ignore gestellt. Der hatte reiche Eltern, wohnte zur Miete für lau und hat sich überall durchgeschnorrt.
 
Hallo,

ich habe nach vielen Jahren Funkstille seit 2 Monaten wieder Kontakt zu einer früheren Freundin. Sie hat sich wieder bei mir gemeldet.
Wir treffen uns seitdem regelmäßig, wobei ICH sie meistens besuche, da ich ein Auto habe. Meistens bittet sie vorher darum, Eis oder Pizza mitzubringen. Das Eis habe ich bisher meistens spendiert.
Einmal fragte sie mich, ob ich Bettwäsche abzugeben habe, da sie so wenig hat. Ich habe ihr eine Garnitur, die ich schon lange nicht mehr benutzt habe, geschenkt.

Am Samstag möchte sie mit ihrer Freundin und mir ihren Geburtstag feiern. Sie lädt uns zum Essen in eine Pizzeria ein. Danach möchte sie mit uns zuhause Kaffee trinken. Gestern hat sie mich gefragt, ob ich Kuchen (muss nicht vom Bäcker sein, sondern kann auch tiefgefrorener von Co........ und Wi... sein) und Knabbergebäck mitbringen kann. Ich habe erst einmal zugesagt.

Wenn ich näher darüber nachdenke, finde ich das etwas unverschämt. Übernimmt nicht normalerweise der Gastgeber das Essen?
Ist es üblich, daß die Gäste selbt für Kuchen, etc. sorgen?
Irgendwie fühle ich mich ausgenutzt.

Ich hätte gern mal eure Meinung dazu.

Viele Grüße

Stony

Ob das unverschämt ist, hängt meiner Meinung nach von verschiedenen Faktoren ab:

- hat sie sehr wenig Geld bzw deutlich weniger als du? ( nach Bettwäsche fragen klingt für mich so).

Ist das voraussichtlich ein Zustand auf Dauer?

- wohnt sie weitab von Bäckerei oder Lebensmittelladen? Ist sie mobil?

Wenn sie in ihrer Mobilität eingeschränkt ist oder der nächste Laden, wo sie das gewünschte bekommen kann, aus anderen Gründen recht schwer für sie zu erreichen ist, kann ich Ihre Bitte verstehen.

- Warum trefft ihr euch immer bei ihr? Ist es schwer für sie, ihre Wohnung zu verlassen?

Und wenn du schon so sorgfältig aufrechnest (Eis) - bekommst du dort nur Leitungswasser zu trinken?

(NB: auch eine Wohnung 'besuchsfein' zu machen, ist ein Aufwand, der Wertschätzung zeigt).

Es gibt auch nicht-materielle gegenseitige (psychologische) Unterstützung. Ist da das Verhältnis ausgewogen?

Hilft sie dir sonst, wenn sie kann?

Warum es auseinander ging und ob es einen Anlass gab, warum sie den Kontakt wieder aufgenommen hat, wurde schon von anderen gefragt (das interessiert mich auch).

Also, alles in allem würde ich sagen: ob das Verhalten unverschämt genannt werden kann, hängt von der Gesamtsituation ab.

Offenbar empfindest du es als unverschämt.

Du kannst
- dich still ärgern
- mit ihr darüber sprechen oder
- sie weniger häufig treffen.

Glaube, wenn ich mit jemandem befreundet wäre, der mich nach gebrauchter Bettwäsche fragt, weil er sich zur Zeit keine neue leisten kann, würde ich Kuchen mitbringen, wenn er mich zu seinem Geburtstag drum bittet, ohne mich zu ärgern oder es anzusprechen.

Wenn du selbst sehr wenig Geld hast, wäre ein Vorgehen wie in der alten Werbung für einen Riegel (glaube, es war Yes), noch eine Idee
 
Gestern hat sie mich gefragt, ob ich Kuchen (muss nicht vom Bäcker sein, sondern kann auch tiefgefrorener von Co........ und Wi... sein) und Knabbergebäck mitbringen kann.
Wieso soll das jetzt auf einmal dreist sein? Vorher hast du ihr doch auch immer was mitgebracht, wenn sie dich darum gebeten hat.

Bist du ein Mann oder eine Frau?
Hast du einen Grund dafür gehabt, dass du ihr bisher was mitgebracht hast, der jetzt weggefallen ist?
 
Ihr habt seit ZWEI MONATEN wieder Kontakt und schon lässt sie dich so herumtanzen? Bitte komm du zu mir? Bitte bring essen mit? Bitte schenke mir eine Bettwäsche? Ich lade dich zum Geburtstag ein, aber bitte bring du was mit?

war das schon früher so? Kann es sein, dass sie wieder Kontakt wollte, um jemanden zu haben, der sie versorgt? Irgendwie find ich das ein eigenartiges Anspruchsdenken und so, wie du es erzählst, ist da ein Ungleichgewicht bei Geben und Nehmen.
 
Hm. Da sieht man wieder wie unterschiedlich Freundschaften definiert und empfunden werden.

Unter meinen engsten Freunden existiert diese Denkweise, wer was und wie viel einbringt, glücklicherweise nicht. Selbst wenn ich angestrengt nachdenke, könnte ich nicht mit Sicherheit einschätzen, ob es auf materieller bzw. finanzieller Ebene ausgeglichen ist oder irgendeiner über die Jahre mehr Kohle hat springen lassen, als ein anderer. Bin ich froh, dass niemand mitschreibt und aufrechnet, das wäre ziemlich anstrengend und spaßbefreit. Ich bin z.B. jemand, der manchmal (oder auch oft) seinen Geldbeutel zu Hause liegen lässt und dann bezahlt einfach irgendein*e Freund*in für mich mit, wenn wir unterwegs sind. In jüngeren Jahren war es grundsätzlich so, dass ich meist kaum Geld hatte und hätten meine Freund*innen nicht öfter mal für mich mitbezahlt, hätte ich nicht mit ausgehen oder mit zum Vietnamesen oder ins Kino kommen können. Umgekehrt liebe ich es, meinen Freund*innen regelmäßig etwas mitzubringen. Wenn ich ein richtig gutes Buch gelesen habe und weiß, dass es meinem Freund X auch gefallen würde, kaufe ich es ihm. Wenn ich einen Pullover sehe, den meine Freundin Y total gut finden würde, nehme ich ihr den mit. Und bei uns zu Hause kann echt jederzeit jemand crashen. Ein guter Freund hatte letztes Jahr wegen plötzlicher und schlimmer Trennung keine Bleibe und hat dann wochenlang bei uns gewohnt. Er hat in der Zeit öfter Mal Essen für die ganze Familie bestellt, so als Dankeschön quasi, aber er war echt nicht dicke bei Kasse, also haben wir ihm nach dem zweiten oder dritten Mal gesagt, er soll das bitte bleiben lassen und sein Geld sparen, er wird es für Wichtigeres brauchen.

Daher meine Gedanken zu deinem Beitrag, lieber TE:

Wenn man in einer Freundschaft emotional okay miteinander ist, sind sowas wie verschenkte Bettwäsche, mitgebrachtes Eis und Benzingeld scheißegal. Vermutlich würde man gar nicht auf die Idee kommen, darüber nachzudenken.
Deswegen denke ich, dass bei euch vielleicht generell noch einiges zwischen euch steht oder ungeklärt ist. Ihr hattet vermutlich nicht grundlos viele Jahre lang keinen Kontakt. Vielleicht gibt es noch alte Themen, die für sie gegessen sind, aber für dich nicht so ganz? Vielleicht stört dich das unabgesprochene Selbstverständnis, mit dem deine Freundin annimmt, dass es für dich okay ist, Kram mitzubringen. Jedenfalls solltet ihr reden. Es ist kacke, wenn jemand in einer Beziehung unzufrieden und frustriert ist.

Persönlich fände ich auch sehr interessant, ob sie deutlich weniger Geld hat und du deutlich mehr? Das hätte für mich selbst in einer eher losen Bekanntschaft Relevanz. Vielleicht magst du das noch beantworten, danach haben schon einige User*innen gefragt.
 
Hm. Da sieht man wieder wie unterschiedlich Freundschaften definiert und empfunden werden.

Unter meinen engsten Freunden existiert diese Denkweise, wer was und wie viel einbringt, glücklicherweise nicht. (...)

Wenn man in einer Freundschaft emotional okay miteinander ist, sind sowas wie verschenkte Bettwäsche, mitgebrachtes Eis und Benzingeld scheißegal. Vermutlich würde man gar nicht auf die Idee kommen, darüber nachzudenken.

Hmm, ich finde es geht auch nicht um das Geld oder so, es geht eher darum, dass die Person es quasi einfordert - und das nach zwei Monaten neuem Kontakt. Als hätte sie den Kontakt wieder gesucht, um diese Dinge einfordern zu können. Irgendwie seh ich das so, dass es hier nicht um den materiellen Wert geht, sondern um das Anspruchsdenken. Eben dass einem es scheißegal oder es für ihn sogar völlig i.O. ist, Dinge mitzubringen. Aber die andere Person nimmt das nicht als nette Geste an, sondern als hätte sie nen Anspruch drauf. So klingt das für mich.
 

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