Hallo,
ich habe nach vielen Jahren Funkstille seit 2 Monaten wieder Kontakt zu einer früheren Freundin. Sie hat sich wieder bei mir gemeldet.
Wir treffen uns seitdem regelmäßig, wobei ICH sie meistens besuche, da ich ein Auto habe. Meistens bittet sie vorher darum, Eis oder Pizza mitzubringen. Das Eis habe ich bisher meistens spendiert.
Einmal fragte sie mich, ob ich Bettwäsche abzugeben habe, da sie so wenig hat. Ich habe ihr eine Garnitur, die ich schon lange nicht mehr benutzt habe, geschenkt.
Am Samstag möchte sie mit ihrer Freundin und mir ihren Geburtstag feiern. Sie lädt uns zum Essen in eine Pizzeria ein. Danach möchte sie mit uns zuhause Kaffee trinken. Gestern hat sie mich gefragt, ob ich Kuchen (muss nicht vom Bäcker sein, sondern kann auch tiefgefrorener von Co........ und Wi... sein) und Knabbergebäck mitbringen kann. Ich habe erst einmal zugesagt.
Wenn ich näher darüber nachdenke, finde ich das etwas unverschämt. Übernimmt nicht normalerweise der Gastgeber das Essen?
Ist es üblich, daß die Gäste selbt für Kuchen, etc. sorgen?
Irgendwie fühle ich mich ausgenutzt.
Ich hätte gern mal eure Meinung dazu.
Viele Grüße
Stony
Ob das unverschämt ist, hängt meiner Meinung nach von verschiedenen Faktoren ab:
- hat sie sehr wenig Geld bzw deutlich weniger als du? ( nach Bettwäsche fragen klingt für mich so).
Ist das voraussichtlich ein Zustand auf Dauer?
- wohnt sie weitab von Bäckerei oder Lebensmittelladen? Ist sie mobil?
Wenn sie in ihrer Mobilität eingeschränkt ist oder der nächste Laden, wo sie das gewünschte bekommen kann, aus anderen Gründen recht schwer für sie zu erreichen ist, kann ich Ihre Bitte verstehen.
- Warum trefft ihr euch immer bei ihr? Ist es schwer für sie, ihre Wohnung zu verlassen?
Und wenn du schon so sorgfältig aufrechnest (Eis) - bekommst du dort nur Leitungswasser zu trinken?
(NB: auch eine Wohnung 'besuchsfein' zu machen, ist ein Aufwand, der Wertschätzung zeigt).
Es gibt auch nicht-materielle gegenseitige (psychologische) Unterstützung. Ist da das Verhältnis ausgewogen?
Hilft sie dir sonst, wenn sie kann?
Warum es auseinander ging und ob es einen Anlass gab, warum sie den Kontakt wieder aufgenommen hat, wurde schon von anderen gefragt (das interessiert mich auch).
Also, alles in allem würde ich sagen: ob das Verhalten unverschämt genannt werden kann, hängt von der Gesamtsituation ab.
Offenbar empfindest du es als unverschämt.
Du kannst
- dich still ärgern
- mit ihr darüber sprechen oder
- sie weniger häufig treffen.
Glaube, wenn ich mit jemandem befreundet wäre, der mich nach gebrauchter Bettwäsche fragt, weil er sich zur Zeit keine neue leisten kann, würde ich Kuchen mitbringen, wenn er mich zu seinem Geburtstag drum bittet, ohne mich zu ärgern oder es anzusprechen.
Wenn du selbst sehr wenig Geld hast, wäre ein Vorgehen wie in der alten Werbung für einen Riegel (glaube, es war Yes), noch eine Idee