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Felix H - Liebe

Felix H

Mitglied
Es heißt, einen Liebesbrief soll man anfangen ohne zu wissen, was man schreiben soll. Und man soll ihn beenden ohne zu wissen was man geschrieben hat. Ich hoffe das gilt auch für Liebeskummer, denn mir fehlt endgültig der Durchblick.

Habe mich vor einigen Monaten in ein Mädchen meines Alters verliebt. Zu einem Treffen, außerhalb des Lernens ist es nie gekommen bzw. die wurden immer nach hinten verschoben. Ausnahme waren die Stunden/Tage wo ich mich um sie gekümmert habe, weil sie krank im Bett lag und sich kaum auf den Beinen halten konnte. Ansonsten nichts. Sicher hatten wir mehr als ein Mal das geplant, aber es kam immer was dazwischen. Ein Mal bei mir und der Rest bei ihr (Ein Mal hat sie es auch ganz vergessen, obwohl sie es mir einen Tag davor vorgeschlagen hatte .___."). Egal, durch wenn es nicht geklappt hat, ich habe da schon für mich geheult. Weil ich gespürt hatte, von Anfang an, dass es zu diesem Schreiben hier kommen würde.

Am Sonntag den 5.07.2015 hat sie mir über whattsapp geschrieben, dass sie mich nicht lieben würde und es nie so sein würde. Der Grund für diese Nachricht, waren wohl mehere Mails, die ihr irgendwelche Idioten geschickt haben. -.- Sie wolle mich mit ihrer Aussage nicht verletzten, sie könne sich einfach nur nicht dazu zwingen anders zu empfinden.

Ich erklärte ihr nichts von irgendwelchen Emails zu wissen, hatte aber das Gefühl mich dafür bei ihr entschuldigen zu müssen, sie schrieb mir daraufhin, dass alles in Ordnung sei und sie nur sicher gehen wollte. Seitdem schweigt sie. Reagiert auf Fragen meinerseits nicht mehr, gar nichts. Gelesen wird es noch, dass war es.

Sie meinte, dass ich sie auch so eingeengt hätte, wir haben dann und wann geschrieben. Eigentlich hat sie sich immer drauf gefreut, es waren richtige Chatabende. Habe vorher gefragt ob wir das machen wollen und wenn ein freudiges "Ja, Awww Ja, etc." als Gegenreaktion kommt, sehe ich das nicht als Bedrohung an.

Sie ist mir, durch ihre Freundlichkeit und die Zeit welche wir verbracht haben, sehr ans Herz gewachsen. Mit der Zeit habe ich immer mehr gemerkt, dass ich sie liebe. Jedes noch so kleine Detail an ihr, ihr Lachen, ihre Meinung, ihr Niesen, ihre Augen, ihr Haar, ihr Geruch, einfach alles. Ihre kleinen Schwächen und Marotten, egal ob sie manchmal der große Sturrkopf ist, oder sich vor lauter Stress nicht mal mehr an ihren oder meinen Namen erinnern könnte. Einfach alles.

Ich liebe sie von ganzem Herzen. Akzeptiere auch, dass sie nicht so empfindet. Was für mich so schmerzt, ist das sie mir nie wirklich eine Chance gegeben hat. Wir haben praktisch nur in einem Nutzverhältnis existiert. Wobei das Lernen immer nur ihr genutzt hat, als es um meine Schwächen ging habe ich Rücksicht walten lassen, damit sie nicht so gestresst ist. Aber erinnert hat sie sich an ihr Versprechen auch nicht. Benutzt werden in jeglicher Beziehung, es fühlt sich an wie ein rotes Band, welches durch (fast) jede Beziehung geht. Brauch ich mal Hilfe ist (fast) keiner da. Und die, welche da sind, sind unzuverlässig und fangen mich erst im Sturz ab, wenn ich selbst mich schon im abfangen bin.

Es schmerzte das sie mich nicht liebt. Aber das Bewusstsein darüber, befreite mich. Das folgende Schweigen war aber eine umso größere Fessel. Es ist nie richtig geklärt, ich weiß wieder nicht wo ich bin.

Jungs können selten darüber reden, ein Problem was ich unserer Gesellschaft zu schreiben möchte.
"Andere Mütter haben auch schöne Töchter" mag sein, aber meine Gefühle fallen wie sie wollen.
"Du hast eine bessere verdient." Wäre ich mit ihr zusammen, glücklich, wäre sie dann besser als jetzt???
"Du findest eine andere." Stimmt, eine andere, bei der es genauso ausgeht. Da freue ich mich ja schon drauf. Ich gehe hier pessimistischer ran, als es eigentlich meine Haltung wäre. Denn ich bin gerade unten, deshalb bin ich ja hier. Und wie oft habe ich es schon probiert? Habe von Freunden, Familie, Mitmenschen gehört was für ein toller Mensch ich doch sei, aber bin nie für mich geliebt worden. Kann ich dem ganzen dann noch Glauben schenken?
"Die Zeit wirds schon richten." Wie viele Jahre will man mir das noch erzählen? Eheprobleme meiner Eltern, Scheidung, Mobbing, Knieverletzung, ............, etc. Das nutzt sich auf Dauer ab und am Ende kam es schlimmer, als es am Anfang danach aussah. -.- Außerdem, wenn ich mich in (Liebes)Kummerforen mal 5 Minuten umsehe. Finde ich Beiträge wie "35 noch nie eine Freundin", etc. lese ich mich ein, finden sich (komplette) Übereinstimmungen zu mir. Das, da in der Phase des Kummers Torschlusspanik aufkommt, ist nachvollziehbar. Ich will Kinder, eigene. Nichts gegen die Adoption, aber ich will auch selbst Kinder in die Welt setzen. Sie lieben und erziehen. Sie aufwachsen sehen. Jeder weiß wie sehr ich Kinder liebe und das ich mit ihnen gut umgehen kann. Wickeln hat mich noch nie gestört und mit Essen anspucken? Lama kann man auch zu zweit spielen... ;D
Was tue ich dagegen, gegen den Kummer?
Schreiben, Schreiben ist mein Leben. Es tut gut, aber nur für den Moment. Irgendwann bin ich leer geschrieben, muss die Batterien auffüllen, weil ich sonst nur Mist produziere. Dann ist der Kummer wieder da und wenn ich weiter schreibe, Frust in Kombination mit Kummer. Sport ist keine Rettung für mich, zumindest allein. Ich brauche andere Menschen, das habe ich jetzt auf der Geburtstagsfeier meiner Tante gemerkt. Gut die einzige die es wusste, war meine Cousine. Meine Schwester im Geiste, ihr etwas verheimlichen zu wollen, ist fast unmöglich. Sie kann einen, egal wie schlecht es einem geht, mit ihrer Art wieder aufbauen. Aber unser Kontakt ist auch eher begrenzt.
Apropos Familie. Familienfeste sind toll, als (gefühlt) einziger immer allein und nicht in einem glücklichen Paar. Stimmt, es gibt noch jemanden, meine Mutter, da gab es ja die Verwicklung mit meinem Vater. Und künftigen Unwillen für neue Erfahrungen. Da küsst sich einer dort, da liebkost sich eine hier und ich, ich nehme es war. Auch jetzt. Lass mir nichts anmerken und bisher konnte mir sowas noch niemand ansehen. Aber selbst wenn. Sollen dann alle wegen mir aufhören? Das ist doch albern.
Andere Aktivitäten scheinen mir nicht zu helfen. :/

Ich fühle mich einfach schuldig, weil ich diese Freundschaft mit meinem Herzen geschädigt habe und meine Gefühle durch ablenken vergessen soll. Antriebs- und Apetitlos. Einfach hassenswert und einsam. :"C Selbst ehrliche und zeitgleich aufbauende Worte meiner besten Freundin hatten kaum eine Wirkung. Gut das es sie gibt, auch wenn ich nur mit ihr schreiben kann.

Ja ich bin Junge, wir dürfen meist noch Unverständnis ertragen. Sollen uns nicht so haben, nur heulen wenn es einen Grund gäbe, Liebeskummer können wir ja gar nicht haben. Schön, wenn man eine Mutter hat die so etwas von sich gibt. Es ist denke ich besser, dass sie nicht weiß, dass mir schon öfters das Herz gebrochen wurde, im nächsten Streit, würde sie es nutzen, einfach um ihren Frust abzulassen. Zurück auf meine Ausgangsthese. Es wäre vielleicht nett, wenn mich einfach mal jemand in den Arm nehmen würde. Aber verlangen? Ich musste schon ums drücken zum Abschied betteln. >.< Warum sind alle so unsensibel? :(

Manchmal kommt mir der Gedanke ich mache etwas falsch, ich sprach bereits die beiden Freundinnen an, die mich zwar nicht geliebt, aber als Freund nie aufgeben wollten. Beide und jeder der mich kennt, ist der Meinung, ich würde nichts falsch machen. Mein einziger Fehler würde es sein, wenn ich mich selbst aufgeben und verbiegen würde. Das sehe ich ähnlich, auch wenn man dann immer wieder zu einem oder mehreren Varianten, der oben genannten Sprüche kommt. Ich drehe mich einfach im Kreis und es scheint keine Richtung für mich zu geben. Schließlich kann man doch nur für den Menschen geliebt werden, der man ist.
Wer ich bin. Ich bin, außer in Tiefpunkte ein selbstbewusster und mutiger Mensch, der gerne nach vorne blickt. Der Verantwortung übernimmt, alles geben kann und wird, wenn ihm die Sache wichtig ist. Ich bin bekannt für meine breite Allgemeinbildung und meinen Tiefgang in vielen Bereichen. Ich sehe nicht aus wie Quasimodo und bin auch kein Modell, die Mitte. :D Und ich habe Herz, ich habe Gefühl. Bin eine Kämpfernatur, die auch mal den Takt vorgibt, aber die Meinung anderer versucht einzubinden. Ich bin stets zuverlässig, treu und ehrlich.

Zu Anspruchsvoll bin ich glaube ich nicht.
Jemand Tier- und Kinderliebes. Jemand dem ich vertrauen kann, wer mir die Wahrheit sagt, was mich loben, aber vor allem auch Tadeln einschließt. Jemand mit dem ich über alles reden kann. Bei der die Gespräche breit gefächert und auch in die Tiefe gehen können. Mit dem man was unternehmen, aber auch faul auf der Couch liegen kann. Also einfach gesagt: Herz und Gehirn in einer Person. So sieht auch mein "Trend" aus, keine Haar- oder Augenfarbe. Gut die meisten hatten langes Haar, aber wenn sie einen Pferdeschwanz draus gemacht haben, o.ä. sahen sie genauso bezaubernd aus.
Ich muss mich einfach in sie verlieben können. Es ist halt immer nur die Frage, ob es erwidert wird. Bisher nie.

Einfach mal Glück haben, einfach mal meinem Traum näher kommen:
Frau, Kinder, tierische Mitbewohner, eigenes Haus und Beruf der das ermöglicht/unterstützt.
Einfach nicht mehr verletzt werden, aber es wird gefühlt immer nur komplizierter.
Habe es satt, zu hören: "Wie du hattest noch nie eine Freundin?" Wie viele Jahre sind es schon, die ich das schon hören darf? Oder mit dem weiteren Vermerk, dass ich nur so tun würde, als ob ich keine hätte. Vielleicht ist es nett gemeint, aber es tut weh. Denn es sagt doch aus, dass etwas nicht stimmt.


Das Hauptproblem an der ganzen Geschichte ist, ich verliebe mich nicht einfach. Ich verliebe mich nur in gute Freundinnen, wenn dann die Möglichkeit auf Liebe gekanzelt wird, muss ich bangen, dass nicht auch noch die Freundschaft "Auf Wiedersehen" sagt.

Wenn ich mich unverständlich ausgedrückt habe, oder sonstiges. Ich beantworte alles, egal obs schmerzt oder nicht.

Gute Nacht,

Felix
 

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Nordrheiner

Urgestein
Manchmal, lieber Felix, leiden wir, wie unter einer schweren Strafe - ohne etwas Böses getan zu haben. Im Gegenteil.
Dadurch wird unser Leben schwer. Liebeskummer kann unerträglich werden.
Die Trauer, die unser Leben erschwert, ist wie der Ballast eines Schiffes. Dadurch sinkt es tiefer in die See. Der Vorteil: Auch bei Sturm fährt es ruhiger und wird von Wellen weniger gefährdet.
Ich denke, die meisten Menschen müssen durch so eine Situation der unerfüllten Liebe. Auch diese Erfahrung gehört zum Leben. Sie macht uns reifer und manchmal auch klüger.

LG, Nordrheiner
 
Y

Yamifood

Gast
Felix, was ich dir sicherlich sagen kann: Du bist nicht allein.

Alles Gute auf deinem weiteren Weg.
 
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