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Fehlende Stärken, kein Platz in der Arbeitswelt

Rumiko

Mitglied
Hallo Leute, das Thema macht mir echt Bauchschmerzen, weshalb meine Jobsuche so gut wie gar nicht vorran geht. :(


Aber vielleicht erklär ich erst mal meine Situation:
Ich bin 22 und hab schon jede Menge Praktika und kleine Jobs gemacht und mit 19 dann endlich durch reines Glück eine Ausbildung zur Floristin beginnen können. Anfangs war alles gut, ich mochte und mag den Beruf wirklich, aber ich bin so extrem sensibel und während der ersten Monate ging es schon abwärts mit meiner seelischen Verfassung- ist jetzt nach 2 jahren Krankzeit nicht besser, ist irgendwie so tief in mir drin, Depression haben wir alle in der Familie…


Jedenfalls wird es langsam Zeit für mich wieder einzusteigen (kotz).
Nach alle dem ,was ich schon kennengelernt habe, sehe ich aber keinen Weg wieder in Ausbildung zu kommen. Inzwischen weiß ich immerhin, was mir liegt, praktisches kreatives arbeiten, aber es gibt keine Berufe (außer Floristin, wovon ich leider auch Bauchschmerzen kriege) in denen ich mir zutraue eine Ausbildung zu machen. Drum gucke ich nach Aushilfsjobs, in denen ich ja langfristig auch keine Perspektive habe, aber vielleicht wenigstens Überleben kann.
Ich bin allgemein sehr genügsam… Aber bei diesen dummen Stellenausschreibungen wird ja selbst bei geringfügigen Jobs unglaublich viel verlangt.
Belastbarkeit zum Beispiel, und ich fühle mich überhaupt nicht belastbar! fange an zu weinen ,sobald mich jemand böse anguckt und habe allgemein eine sehr dünne Haut. :wein: Auch sorgfältiges und schnelles Arbeiten ist überhaupt nicht meine Stärke, irgendwie bin ich trotz Bemühungen voll schlecht darin. (hat mir überall wo ich war Probleme gemacht) Ich weiß auch nicht, wie ich das ändern kann, hab schon Medikamente und Therapie versucht, aber es ist wohl wie oben gesagt in mir drin, ein Teil der Persönlichkeit und ich muss einen Arbeitgeber finden, der mich trotzdem annimmt. :nerv:


Wenn ich mich also überwinde und nach Arbeit suche, habe ich das Gefühl, als ob ich nirgendwo hin passe.:confused: Von Praktika habe ich die Schnauze voll, Arbeitsamt hilft auch nicht, die schicken mich zum Arzt und Arzt schickt mich zum Amt… Nach FSJ und Öko Jahr und so was hab ich auch schon geguckt aber das ist ganz außerhalb meiner Interessen und Fähigkeiten. (mag nicht mit Menschen arbeiten) Ich habe vor einigen Monaten einen Antrag auf Teilhabe am Arbeitsleben gestellt- Anfangs die totale Hoffnung, hörte ich trotz Nachfrage nie wieder etwas davon… Eingliederung mit Therapie fände ich gar nicht so schlecht, wobei ich nicht wieder in eine Arbeitsamt Maßnahme reinrutschen will (hatte ich auch schon). Naja ich warte verzweifelt auf die streikende Post und hoffe nur das ich meinen Platz in der Welt finde. Ich scheine nämlich für keine Tätigkeit die passenden stärken zu haben.


Ich schreibe das hier um zu sehen ob es eben so Leute wie mich gibt, die Beruflich nicht wissen wo es hingehen kann oder soll, oder die ihre Berufs (und) Lebens-Problematik schon hinter sich haben und wie sie da raus gekommen sind. Ich dachte ich hätte mit der Ausbildung meinen Weg gefunden, und weiß wie gesagt was mir liegt, aber ich habe nicht den richtigen Charakter…


Schreibt doch mal nieder ob es euch auch so geht und welche Berufs und oder Lebensperspektiven euch einfallen. :daumen:
 

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Gast

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[...]
Der problembelasteten Fragestellerin empfehle ich dringend sich wirkliche Hilfe zu suchen, ich wünsche viel Erfolg.
 
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Gast

Gast
Wunderbare Antworten hier, ehrlich...

Liebe Rumiko,

du steckst ganz schön in der Zwickmühle wie es aussieht.
Um dir erstmal vor einer Sache die Angst zu nehmen, diese "dummen" Stellenausschreibungen verlangen immer mehr als geliefert werden kann. Am besten wäre ein 25 Jähriger Uniabsolvent, mit 50 Jähriger Praxiserfahrung, 4 fließenden Fremdsprachen, der aufs Wort hört, aber gleichzeitig seine eigene Meinung einbringt und vertritt, die aufgetragene Arbeit ohne Murren erledigt, aber sich bitte auch kreativ einbringen sollte.
Die wollen die eierlegende Wollmilchsau. Und das kriegen sie in den seltensten Fällen.

Schau mal auf das zurück was du positives hast: Du hast bereits mehrere Jobs gehabt, schreib dir mal auf was genau und welche praktischen Erfahrungen du da gemacht hast. Denn egal wie sensibel du bist, du wirst denke ich mal nicht als Wischmopphalter in der Abstellkammer des Hausmeisters gejobbt haben. Irgendwas hast du getan und das ist schon mal etwas.

Und zu dem was du dir zutraust... Du wirst niemals deine Grenzen und Neigungen entdecken können, wenn du nicht, trotz Bauchweh, heulen, Zeter und Mordio, deine Komfortzone verlässt. Am besten mit einem gutem Therapeuten zusammen, der dich da begleitet, nicht dass du unter zuviel "außerhalb" zusammenklappst. Selbstvertrauen kommt erst daher, wenn man etwas ausprobiert und nich gleich beim ersten Zippeln die Flinte ins Korn wirft. Nur so wirst du auch deine Stärken und Schwächen wirklich erkunden können.
Das beknackte an Depressionen ist, sie lähmen. Man fokussiert sich auf das negative und mumselt sich immer mehr in seine kleine Welt aus negativem ein, wie ein Igel. Depressionen gehen nur mit Hilfe (Profi) und aktivem Tun weg. Ich spreche da aus Erfahrung, hatte selbst Jahre zu kämpfen und hadere heute manchmal noch mit manchem, wenn wieder was hochschwappt. Aber ich habe Techniken gelernt die mir da helfen und ich habe gemerkt, mir wird nicht aus heiterem Himmel mein Wunschobjekt X in den Schoß fallen, wenn ich daheim unter der Decke mumsel und mit dem Fernrohr auf die schreckliche Welt da draußen schaue. Denn die Welt in deinem Kopf hat selten bis seehr selten, im Falle der Depression, mit der realen Welt etwas gemeinsam.

Du meinst du bist super sensibel, nicht belastbar und was weiß ich. Naja, böse gesagt, wenn du nix probierst ändert sich daran auch nichts. Ich befinde mich gerade auch auf dem Weg in die Arbeitswelt, bin auch etwa in deinem Alter und habe auch ne Schei* Angst. Aber was soll ich machen? 3 Optionen: Daheim hocken, Angst haben, nix machen, das Amt auf den Hacken und ab ins Depriloch oder bissle Aufraffen, Panik haben, mir nen Job suchen der sich in meine Komfortzone einfügt, mir aber eventuell nicht Spaß macht und dafür dann 8 Stunden pro Tag ~ 40 Jahre bis zur Rente darin versauern und traurig über die vergeudetet Zeit sein ODER, meine Option, ich akzeptiere meine Angst. Ja sie ist da, ja sie ist unangenehm, aber nein sie bestimmt nicht mein Handeln. Selbst der Urmensch konnte zwischen FLucht und ANgriff wählen. Und ich nehme Option 3, ich sitze sie einfach aus und mache trotzdem weiter mit dem Ziel das ich mir für mein Leben wünsche. Angst und unangenehmes gehören zum Leben wie Liebe und Glück. Und letztere wirst du nur erfahren, wenn du aufhörst auszuweichen und selbst ans Ruder gehst.

Ich hatte damals das Glück an den richtigen Profi zu geraten, der mir gezeigt hat wie ich aus meinem Loch raus komme. Geholfen aktiv? nein hat er nie, er hat nie Händchen gehalten und Kopf getätschelt mit der Beteuerung dass die Welt so böse ist, er hat mir einfach mal den Realitätsspiegel vorgehalten. Du meinst XY ist so und so? Hm denke ich nicht. Ich denke es ist so und so. Und damit habe ich angefangen meine Depressionsbrille abzunehmen und mal zu sehen wie die Dinge wirklich sind. Solange du Atmest und nichts dein Leben direkt bedroht, ist substantielle Angst eigentlich nichts anderes als eine Konstruktion unseres Kopfes aufgrund von subjektiven Annahmen die wir über die reale Welt stellen, die nichts mit ihr gemeinsam haben müssen.

Du schreibst auch, dass du weißt wo deine Neigungen sind, aber der Charakter dazu passt nicht. Dann sind das nicht deine Neigungen. Wenn dir etwas wirklich Spaß macht, dann ist es es auch Wert dafür negative Gefühle zu ertragen am Anfang bis es besser wird und das wird es. Während meiner Praktika Zeit wurde ich mal Hopplahopp ins kalte Wasser geworfen und hatte ohne Einarbeitung die Leitung eines Projektes in die Hand gedrückt bekommen, für das ich mich vor meinen Vorgesetzten rechtfertigen musste. 2 Optionen: Schreiend wegrennen oder Annehmen. Ich tat letzteres, hatte nen Knoten im Magen sobald einer meiner Chefs auf dem Flur auftauchte, setzte viel in den Sand und hatte am Ende so die Schnauze voll von Angst und Zweifel, dass ich mich stinksauer ins Büro der hohen Herren begeben habe und, sachlich, mal dargelegt habe, dass es nicht angehe dass man mich als ungelernter Prakti für ein bescheidenes Gehalt ohne Unterstützung auf so ein Projekt ansetzt. gegenfrage: Warum ich dann nicht um Hilfe gebeten hätte.
Da hab ich dann blöd aus der Wäsche geguckt. Seit diesem Tage, egal was sich mir stellt was mir Angst macht, wo ich nicht weiß wie weiter, suche ich mir Hilfe eines Experten. Wegen meiner Berufssuche hab ich auch schon mal Leute angeschrieben, die in Gebieten arbeiten die ich spannend finde und mal gefragt was Sache ist, ob meine STärken da rein passen und wie realistisch meine Aussichten sind. Einfach ein Fakten Check um dem Geplärre meiner Angst was entgegensetzen zu können.

Wurde nun doch etwas konfus hinten raus, aber ich hoffe irgendwo hier findest du etwas was dir hilft. Denn du bist nicht allein damit :)

Liebe Grüße
 

Darknessgirl

Aktives Mitglied
Und zu dem was du dir zutraust... Du wirst niemals deine Grenzen und Neigungen entdecken können, wenn du nicht, trotz Bauchweh, heulen, Zeter und Mordio, deine Komfortzone verlässt. Am besten mit einem gutem Therapeuten zusammen, der dich da begleitet, nicht dass du unter zuviel "außerhalb" zusammenklappst. Selbstvertrauen kommt erst daher, wenn man etwas ausprobiert und nich gleich beim ersten Zippeln die Flinte ins Korn wirft. Nur so wirst du auch deine Stärken und Schwächen wirklich erkunden können.
Thats it. Du musst lernen, an den Herausforderungen zu wachsen und jeder kleine Erfolg wird dir weiter Mut machen, den nächsten Schritt zu machen. Dennoch, jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt.

Vielleicht brauchst du nicht einen Therapeuten, der mit dir die Vergangenheit durchgräbt, sondern jemanden, der dir die Zukunft zeigt sowie Hilfe zur Selbsthilfe leistet, damit du wieder aktiv am Leben teilnimmst.
 

Ondina

Sehr aktives Mitglied
[...]

Allerdings denke ich auch, das die TE keinen Thera. braucht welcher mit ihr in der Vergangenheit wühlt, sondern einem der ihr hilft sie fit zu machen für die Zukunft.
Und Dünnhäutigkeit kann Mann/Frau ablegen, es ist Übungssache, je mehr du dich den Herausforderungen des Lebens stellst, je besser wirst du mit ihnen klar kommen.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

Rumiko

Mitglied
Jetzt schütte ich hier schon meine Zweifel aus und da kommen so bescheuerte Kommentare, die noch dazu überhaupt nicht zum Thema gehören!! Natürlich, es liegt alles daran, dass ich eine Frau bin und weil ich Angst vor der Berufswelt habe, kriege ich jetzt Kinder. Weil Frauen nur Kinder kriegen, wenn sie keinen Bock haben zu arbeiten... aber diese Diskussion gehört in einen anderen Thread.
Danke, dass wenigstens ein paar auf meinen Text eingehen...
Das Schlimme ist ja, dass so viele auf die Provokativen Kommentare anspringen und meinen Text dabei völlig übersehen (dabei ist der doch so schön lang und groß) :p

Also, neuer Versuch:
Ich weiß, dass ich das ("§$%&/* Berufs)Leben anpacken muss und so (Danke für die Mutmache und das ist jetzt kein Sarkasmus ;)) aber ich habe immernoch so viele Schwächen, wie die Langsamkeit, die mir mein ganzes Berufsleben bisher Vorgewurfen wurde, und trotz vielen Übens, krieg ich es nicht hin, schneller zu werden, egal ob nun am Fließband oder Kundebereich oder beim Lernen. Ich brauche für alles länger, und fühle mich voll schlecht , weil ich weiß, dass mein zukünftiger Arbeitgeber mich wieder darauf aufmerksam machen wird. Deswegen gucke ich die Stellenbeschreibungen argwöhnisch an , was wird explizit gefordert und was kann ich leisten. Natürlich sind Stellenbeschreibungen immer völlig übertrieben, die wollen Roboter und keine Menschen. Davon mal abgesehen.... SEUFZ

Wollte eben nur wissen, ob ihr auch solche Sorgen habt und wie ihr damit umgeht oder was euer Chef zu offensichtlichen arbeitsbehindernden Persönlichkeitszügen sagt...

:confused:
 

Rumiko

Mitglied
Hab für mich jetzt ne Lösung gefunden, denn sogar meine Psychologin sagt, ich brauche einen Ort der mich bestärkt und nicht den Stress des ersten Arbeitsmarktes. Ich gucke jetzt nach Beruflicher Reha, bzw ne "Beschäftigungsmaßnahme". Da verdient man kein Geld, aber es ist das einzige, was ich mir zutraue. Und vielleicht komm ich irgendwann mit mir selber klar, dann kann ich auch mit na Arbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt klarkommen...
 

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