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Falsches Studienfach

  • Starter*in Starter*in kleinerfisch
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K

kleinerfisch

Gast
Hallo,

ja, dann muss ich mich jetzt leider auch mal einreihen zu denen, die irgendwie das falsche Studienfach gewählt haben. Erst mal zu mir, ich bin 18 Jahre alt, habe dieses Jahr Abi mit 1,4 gemacht. Meine Eltern wollten immer das ich studiere, ich eigentlich auch, nur was, das war mir nicht ganz so klar. Leider muss ich zugeben das ich recht planlos daran gegangen bin, hatte (und habe) nicht wirklich eine Ahnung, was ich mit meinem Leben anfangen wollte; geholfen hat mir auch keiner, "studier halt irgendwas". Ich würde am Liebsten in Printjournalismus oder beim Verlag arbeiten (zweiteres, weil ich damals das Schülerpraktikum in einem Verlag gemacht und da hin und wieder als Aushilfe gearbeitet habe, was mir immer gefiel).

Nach diesen Kriterien habe ich dann den Studiengang Medienkulturwissenschaften/Medienpsychologie an der Uni Köln gewählt. Das war mein erster Fehler. Eigentlich dachte ich, ist doch toll, kann ich solange bei meinem Vater wohnen, bis ich was eigenes gefunden habe. Leider habe ich dabei ganz vergessen, das ich Köln nicht leiden kann (keine Beleidigung an Kölner, aber ich mochte es einfach noch nie, und ich war schon oft da, eine Eingewöhnung ist also nicht mehr zu erwarten). Naja, hab ich überlegt, aber es sind ja nur drei Jahre bis zum Bachelor, das halte ich schon aus.

Leider ist da nicht nru die Stadt sondern, und vor allem, das Studium an sich. Das ist mir eigentlich schon auf der ersten Einführungsveranstaltung klar geworden, und mit jeder Vorlesung die ich besuche, wird meine Verzweiflung größer; bis jetzt hat mich auch nichts davon auch nur ansatzweise interessiert.
Medienkulturwissenschaften ist bei näherer Betrachtung, die jetzt erst als Eingeschriebene möglich war, ganz anders, als ich mir das vorgestellt hatte. Medienpsychologie ist eine Katastrophe, eine Art abgespecktes Psychologiestudium, das mit Medien so gut wie gar nicht zu tun hat. Und Psychologie wollte ich nie studieren.

Ich könnte ein Studium machen, das mir nicht gefällt, wenn ich wenigstens noch bei meiner Familie und meinen Freunden wäre, in Berlin (und es geht nicht darum das ich Angst habe zu vereinsamen, ich habe schnell Anschluss gefunden, aber ich bin hier trotzdem nicht glücklich). Ich könnte eine Stadt ertragen, die ich nicht besonders leiden kann, wenn ich dafür ein klasse Studium hätte. Aber beides zusammen geht nicht. Ich kann hier den Aufwand mit zusätzlichen Praktika etc. nicht aufbringen, den man braucht, weil ich völlig fertig bin und am liebsten morgens gar nicht mehr aufstehen würde.

Mir geht es total schlecht, ich kann nicht mehr schlafen, nicht mehr essen, ich heule den ganzen Tag. Ich merke jetzt, dass ich viel zu früh angefangen habe zu studieren, weil ich dachte, ich müsste. Ich würde viel lieber noch ein, zwei Praktika machen und im nächsten Sommersemester bzw. Wintersemester anfangen.
Außerdem würde ich sehr gerne in den Printjournalismus (nicht Fernsehen, wie MKW ausgerichtet ist) und ich glaube, das wäre einfacher, wenn ich eine Geisteswissenschaft studieren würde, die vielleicht nicht direkt zu einem Job führt, aber für die ich mich so begeistern kann, dass mir das Studium nicht wie ein Damoklesschwert überm Kopf hängt und ich auch noch Eigeninitiative habe, Praktika und studiumsreleveante Nebenjobs zu machen etc..

Eigentlich habe ich mich schon fast entschlossen, wieder nach Berlin zu gehen. Ich würde mich sofort in den Zug setzen. Aber wenn ich nicht mehr studiere, kriege ich ja kein Kindergeld mehr. Ich könnte auch immatrikuliert bleiben, ich will ja bald weiterstudieren (aber eben an einer anderen Uni und ein anderes Fach), aber kann ich dann überhaupt noch mal irgendwo genommen werden? Schließlich falle ich dann faktisch durch alle Prüfungen, wenn ich nicht hingehe. Wollen die anderen Unis nicht Leistungen, Credit Points o.ä. aus vorherigen Studiengängen sehen, wenn man schon welche hatte? Ich glaube aber nicht, dass ich es hier auch noch nur dieses Semster aushalte, vor allem, da meine Motivation für Klausuren, Referate und Hausarbeiten in einem Fach, dass ich hasse und abbrechen will, natürlich auch nicht besonders hoch ist.

Ich könnte mich wirklich selber dafür schlagen, dass ich ich so unüberlegt war. Ich hatte einfach Torschlusspanik. Jetzt hab ich das Gefühl, mir hier von Anfang an meine zukünftige Karriere, die ja noch in den Sternen steht, völlig zu verbauen. 🙁
 
Zuletzt bearbeitet:
Also erstmal: Du kannst dein Studienfach wechseln und auch die Uni. Das sollte nach dem ersten Semester möglich sein - die genauen Modalitäten musst du aber bei der Studienberatung erfragen. Du musst Dir dabei auch gar nicht komisch vorkommen - die Leute dort haben regelmäßig mit "Fällen" wie deinem zu tun.

Nach einem "falschen" Semester ist noch nix verbaut. Wichtig wäre aber, dass du dieses Semester noch nutzt, um dir zu überlegen, was genau du lieber machen willst. Auch hier können Dir Studienberater helfen, wenn Du alleine nicht so recht klarkommst.

Kurzum: wenn du sicher bist, dass das Studium nicht das Richtige ist, geh los und lass dich zu möglichen Wechseln beraten. Du bist absolut nicht die Einzige, der es so geht - und besser, du merkst es jetzt als nach dem 6. Semester🙂
 
ich habe mich in dem Text an manchen Stellen so wieder gefunden... Kann dich gut verstehen, kleinerfisch! Ich habe ebenfalls ein sehr gutes Abi und für mich war auch klar, Studieren zu gehen! Ich habe auch schon das ganze Wochenende geheult, wache jeden Morgen mit so einem komischen Bauchgefühl auf und lasse mich nicht vollständig motivieren... Ehrlich, in jedem zweiten Satz von dir erkenne ich mich auch wieder... Hatte auch vor, nach dem Semester einfach ein halbes Jahr Praktika zu machen und dann erneut ins Studium einzusteigen. Aber ob das so einfach ist, wie es sich anhört?

Nur ist bei mir eben noch das Problem, dass ich nicht weiß, was ich alternativ machen soll.
Würde gerne irgendwie professionelle Hilfe bekommen, doch ich weiß nicht, ob mir der Studienberater da nochmal helfen kann, weil ich mit fast der ähnlichen Frage schon vor einem Jahr da war und er mich auf diesen Studiengang hingewiesen hat, der aber nun irgendwie nichts für mich ist...
 
Hallo kleinerfisch,

also erst mal brauchst du absolut keine Panik haben. Du hast ja bereits im ersten Semester gemerkt, dass es nicht das Richtige war. Das ist doch super, besser als erst gegen Ende! Es gibt so viele, die ihr Studienfach wechseln oder abbrechen, damit verbaust du dir ganz bestimmt nicht deine Karriere. Ich kann dir nur raten auf dein Gefühl zu hören und eigentlich hast du dich ja schon entschieden oder?
Das Kindergeld sollte dabei auch keine Rolle spielen. Was sind denn die paar Euro, wenn du dafür etwas machen musst, womit es dir immer schlechter geht. Aber darauf musst du sowieso nicht verzichten. Denn du müsstest die Möglichkeit haben ein Urlaubssemester einzulegen, wenn du ein Praktikum machst. Immatrikuliert bist du damit noch und du bekommst weiterhin Kindergeld und musst (und darfst meistens auch nicht) keine Prüfungen schreiben. Also gibt es auch keine Probleme was durchgefallene Prüfungen oder so anbetrifft. Danach kannst du ja dann immer noch die Uni wechseln. Und Praktika sind sicherlich eine gute Idee um rauszufinden, was du möchtest und was dir Spaß macht. Und Selbstbewusstsein für alles Kommende bekommt man dadurch auch. Womöglich steigerst du auch deine Chancen für deinen favorisierten Studiengang genommen zu werden, wenn du bereits Praktika in diesem Bereich absolviert hast.
Also ärger dich nicht über dich, sondern sei froh, es rechtzeitig bemerkt zu haben. Und davon abgesehen kannst du auch stolz auf dich sein, denn den Mut zu haben etwas abzubrechen und Neues anzufangen hat nicht jeder.
Wünsch dir alles Gute und viel Erfolg!
sonrisa
 
Hi kleinerfisch!

Also, wenn du demnächst für dich ein Studienfach gefunden hast was dir gefällt, dann kannst du ja mal an der entsprechenden Uni/FH vorbei schauen und die Studenten aus den höheren Semestern fragen wie so ein Studium abläuft bzw. was das alles beinhaltet. Und ja normalerweise gibt es ja auch an der Uni/FH eine Bibliothek und dort könntest du dir ja vielleicht auch mal die Fachbücher anschauen um zu sehen, ob dir das auch wirklich zusagt. Die Stadt spielt beim Studieren auch eine wichtige Rolle, hast du schon richtig erkannt. Nur, wenn man sich dort auch so richtig wohl fühlt, kann man auch sozusagen mit freiem Kopf studieren. Vielleicht könntest du ja auch in deiner zukünftigen Studentenstadt ein paar Tage in einem Hostel übernachten und dir die Stadt in Ruhe ansehen und sie so auf dich wirken lassen. Und ganz wichtig-hast du hier ja schon gemacht-hör immer auf dein Bauchgefühl 😉!

lg, sunshine
 
Es gibt eine sehr gute Methode festzustellen, ob dir das Fach liegt oder nicht, nämlich Industriepraktikum. Das ist der einzige Platz, wo du wirklich sehen kannst, ob es was für dich ist oder nicht. Die Uni existiert nur dafür, um Studenten zu quälen. Ist nicht einmal ein Scherz: der Chef von einer kleinen Firma hat mir mal gesagt, dass der einzige Nutzwert der Uni sei, Stressresistenz in Studenten zu dressieren. In der Uni wird selbst das schönste Studienfach nerventötend, übertrieben stressig und zum Erbrechen langweilig. Leider muss jeder durch.
 

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