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Falscher Tod

  • Starter*in Starter*in Gelöscht 122219
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G

Gelöscht 122219

Gast
Hallo zusammen,

Ich habe mich dazu entschieden den Beitrag hier zu posten und nicht ins Forum Trauer, da es nicht um die Trauer geht sondern um die Ungewissheit, ob eine Geliebte Person gestorben ist und um die Hoffnung einen Rat dazu zu finden, wie und ob ich das herausfinden kann.


Vor 7 Jahren verstarb mein bester Freund. Er nahm sich das Leben, nachdem er aus einer psychiatrischen Klinik weggelaufen war. Damals war er erst 14 Jahre alt. Die Schwierigkeit an der ganzen Sache : Ich kannte ihn nicht persönlich. Jetzt ist es wahrscheinlich etwas schwer zu glauben, dass ich diese Person als meinen "besten Freund" bezeichnet habe. Aber ich hatte zu dieser Zeit eine wirklich schwere Krise, wurde stark gemobbt und obwohl ich ihn nie gesehen, sondern nur gehört und mit ihm geschrieben habe, war er der einzige Mensch, von dem ich mich wirklich verstanden gefühlt habe. Er war nicht nur mein bester Freund. Er war, trotz der Umstände mein einziger Freund. Ich würde euch daher bitten, dies zu akzeptieren und keine Kommentare abzugeben, die meine Beziehung zu ihm denunzieren - auch wenn sie nur übers Internet war. Bitte keine Anführungszeichen, blöden Sprüche, o.Ä. Dementsprechend viel hat er mir bedeutet und sein Tod hat mir damals den Boden unter den Füßen weggerissen, auch wenn man sich jetzt wahrscheinlich denkt, dass ich mich nicht so anstellen sollte wegen einer Person, von der ich nicht weiß, ob es sie in der Form überhaupt wirklich gab. Der Verlust des einzigen Menschen an den ich mich immer wenden konnte, hat mich in tiefe Trauer gestürzt.

Die merkwürdigen Vorfälle begannen, als seine Schwester mir per Nachricht von seinem Tod mitteilte, mir allerdings nicht sagen wollte, wo sein Grab war und dass die Trauerfeier nur für Familienmitglieder war. Kurze Zeit später postete ich ein Bild von ihm mit Trauertext, woraufhin sich ein Junge meldete, der behauptete, das seien seine Bilder. Er sah ihm ziemlich ähnlich, hatte einen ähnlichen Namen und schickte mir als Beweis ein Bild von der Jacke, die mein bester Freund auf dem von mir geposteten Bild trug (dazu sei aber gesagt, dass es eine normale schwarze Pulloverjacke war, so eine besitze ich auch, das ist nichts wirklich besonderes). Das war der Moment, an dem ich angefangen habe, über seinen Tod zu recherchieren- ich habe im Internet jedoch nichts gefunden, weder über ihn, noch über den Vorfall. An sich auch nichts besonderes, da es nicht jeder Tod in die Medien schafft. Ich habe mich an die damalige Freundin meines Freundes gewandt. Mit ihr habe ich mich mehrfach getroffen, ich weiß also wenigstens dass sie ist, wer sie vorgibt zu sein. Sie meinte dass ihr ebenfalls nicht gesagt wurde wo das Grab ist und dass sie auch nicht zu Trauerfeier durfte, dass sonst aber alle angaben gestimmt haben und er s aussah, wie er vorgab auszusehen. Trotzdem verfolgt mich irgendwie der Gedanke, dass ich damals angelogen wurde und dass nicht alles so war, wie es vorgab zu sein.

Ich habe das Gefühl, die Sache aufklären zu müssen, um endlich meinen Frieden damit zu finden... Das möchte ich auch, da ich, so doof wie das klingt finde, dass ich es nach all dem Stress den ich deswegen hatte verdient habe. aber wie?
 

Hallo Gelöscht 122219,

schau mal hier: Falscher Tod. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Lieber TE,
ich kann nachvollziehen, dass du dir da Klarheit wünschst. Sich totstellen ist eine bewährte Methode, um Menschen loszuwerden, ohne Erklärungen abzugeben.
Du kannst selbstverständlich recherchieren, jedoch ist ziemlich klar, dass er NICHT tot ist, denn es wäre sehr ungewöhnlich, würden Eltern unterbinden wollen, dass ihrem Kind die letzte Ehre erwiesen wird.
Seine Ex und du wurdet offensichtlich belogen, damit ihr aus der Biografie des Jungen verschwindet.
Welche Daten sind safe? Hast du seinen Klarnamen? Seine damalige Anschrift?
Wenn ja, wende dich per mail an das dortige Einwohnermeldeamt.
Es kann auch sein, dass die Person, mit der du schriebst, nie in der Form existierte.
Ich wurde damals von einem Nutzer an der Nase herumgeführt, der den Tod eines ausgedachten Sohnes betrauerte und so Mitgefühl absahnte. Die Rückwärtssuche über Google-Bilder bezüglich des Grabes lehrte mich eines Besseren...
Lieber TE, es wird viel gelogen im Netz.
Überlege dir gut, was du wissen willst und mit welchen Informationen du klarkommen kannst.
Meine erste Anlaufstelle wäre tatsächlich das Meldeamt.
 
Es gibt grundsätzlich die Möglichkeit einer anonymen Bestattung sowie Beisetzung.

Hast du denn seinen Namen oder Möglichkeiten seine Eltern zu kontaktieren? Kannte seine Freundin Freunde oder Verwandte von ihm? Hast du die Schwester mal persönlich getroffen? Sie wird ja sicherlich näheres wissen.

Am Ende hilft dir nur irgendwie damit abzuschließen, auch im Ungewissen. Behalte die schönen Momente in Erinnerung und ziehe weiter. Alles andere macht dich nur kaputt.
 
Vorab: Ich finde, dass es für dich und deine Trauer völlig unerheblich ist, ob du deinen Freund in dem Sinne gekannt hast, wie andere Menschen meinen, dass man einen Freund kennen müsste.

Ich bin bei dir, wenn du schreibst, dass dieser Mensch, so wie du ihn gekannt hast, dein bester (und auch seinerzeit einziger) Freund war. Das war er. Niemandem steht darüber irgendein Urteil zu.

Du hast letztlich zwei Möglichkeiten.

Entweder, du versuchst, weiterzurecherchieren, mit dem Risiko, entweder nichts Verwertbares oder etwas sehr Verletzendes herauszufinden.

Oder, du versuchst, so irgendwie deinen Frieden zu machen. Den Menschen, mit dem du geschrieben hast, gab es ja irgendwie. Und irgendwie gibt es ihn jetzt (für dich) nicht mehr. Darüber kannst du trauern.

Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass du den für dich richtigen Weg findest und ich bin aufrichtig berührt von dieser Geschichte und von der gleichzeitig sensiblen und starken Art, in der du darüber schreibst.
 
Ich wünsche dir auch viel Erfolg und schließe mich Neandertaler an. Nur deine Wahrnehmung zählt, und ich finde es gut, dass du da bei dir bleibst, lass dich da von niemandem verunsichern.
Es tut mir sehr leid, dass du diese Erfahrung machen musstest und nun in dieser Unsicherheit schwebst, und wünsche dir auch dass du Klarheit findest.
 
Die Rückwärtssuche ist heutzutage kein sicheres Indiz mehr. All zu oft werden Bilder, die ein mal im Netz gelandet sind an den unterschiedlichsten Stellen verbreitet und weiter kopiert und verbreitet. Da wäre ich etwas skeptischer in der Tat. Aber ganz grundsätzlich ist ja erstmal egal, diese Person war ja für dich real. Ich kann deshalb verstehen, wenn du trauerst denn sie ist weg, ob so oder so.
 
Falls das Einwohneramt nicht hilft: du kannst auch alle Friedhöfe in seiner Nähe abklappern. Wenn es ihn wirklich gab und er wirklich starb, dürfte er dort mit einer hohen Wahrscheinlichkeit ein Grab haben. Dann brauchst du nur noch durch die Reihen laufen und seinen Namen suchen. Bzw. falls du seinen Nachnamen nicht hast schauen, ob dort ein Grab ist, zu dem Vorname, Geburtstag und Sterbedatum zueinander passen.

Wenn du dann ein passendes Grab findest, hättest du schon mal Gewissheit. Wenn nicht müsstest du eben weiterrecherchieren und dich im Zweifel damit abfinden, dass du möglicherweise doch veräppelt wurdest (und die Ex vielleicht gleich mit).

Ich finde es übrigens auch nicht lächerlich. Ich hatte in meiner Jugend unter ähnlichen Umständen ebenfalls einen solchen Freund. Und der war echt, als Erwachsene hatten wir uns Jahre später auch tatsächlich getroffen, für ihn war es genauso echt. Was soll man auch sonst machen, wenn im eigenen Umfeld partout niemand mit einem befreundet sein will, um nicht selbst als Mobbingopfer zu enden?
 
Das mit dem Meldeamt ist eine gute Idee, solltest du seinen letzten Wohnort kennen. Lebt er und er hat einen Sperrvermerk einrichten lassen, könnte es schwieriger werden. Aber auch hier sind die Beamten nicht immer so klug und lassen dich wissen, dass sie darüber keine Auskunft geben dürfen. Dann weißt du, was Sache ist. In deinem Fall wäre ein solches Vorgehen sogar positiv zu betrachten.

Wünsche dir alles Gute. Mit etwas abschließen zu müssen, das so vieles ungeklärt lässt, ist kein leichtes. Ich wünsche dir ganz viel Kraft.
 
Friedhof geht natürlich auch.
Du kannst direkt bei der Friedhofsverwaltung nachfragen.
Intuitiv würde ich davon ausgehen, dass er nicht begraben liegt.
 

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