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Falscher Beruf erlernt - was jetzt?

Danke für all eure Antworten!

Ich muss sagen, ich hab grad so ein ständiges auf und ab der Gefühle. Mal bin ich voll optimistisch und dann häng ich wieder in so einem Tief.

Aber eure Antworten haben mir Mut gemacht, dass es doch noch Möglichkeiten gibt. Danke!

Ich denke, ich werde es jetzt so machen, dass ich zuerst mal einfach meine jetzige Stelle behalte. Werde aber echt mal versuchen in mich zu gehen und mich neu zu orientieren. Ich hab auch schon angefangen und hab einen Test zur Berufsfindung gemacht. Jetzt bin ich mal gespannt auf die Ergebnisse und dann wird man weiter sehen.

Nebenher kann ich ja immernoch schauen, ob es sich vielleicht ergibt und ich mich auf eine andere Stelle bewerben kann. Vielleicht auch irgendwo als ungelerne Arbeitskraft. Klar hab ich Angst, dass ich, wenn ich mal aus meinem Beruf draußen bin, nie wieder zurück kann falls ich es doch bereuen sollte. Aber in mir kommt in letzter Zeit einfach alles wieder hoch, dass ich nur noch denke ich will hier raus und will da weg. Bin ja jetzt schon drei Jahre da und es hat sich in der Zeit nicht gebessert. Wie lange soll ich das noch durchziehen? Es stimmt nämlich, dass man davon auch krank werden kann wenn man so total unglücklich ist. Habe das ja selbst schon erlebt, nachdem ich ca. ein Jahr dort gearbeitet habe. Danach gab es dann eine Zeit, wo ich versucht habe mich mit meiner Situation abzufinden und irgendwie damit klar zu kommen. Aber das funktioniert nicht, denn jetzt kommt grad alles wieder in mir hoch und ich hab nur noch den Gedanken da weg zu wollen.

Also, danke nochmals fürs Mut machen! Ich denke es ist an der Zeit etwas zu verändern.

Liebe Grüße
Diana
 
Hallo D-JAna,

erstmal kann ich Dich beruhigen. Du merkst noch wenn etwas nicht stimmt und willst etwas verändern. Das ist schon mal viel Wert.
Ich will Dir eine Geschichte erzählen.
Stell Dir vor Du gehst in den Supermarkt und hast tierisch Hunger. Dann kaufst Du alles mögliche ein, was Du so im Regal findest und was Dir auch mormalerweise schmeckt.
Dann gehst Du nachhause und stellst fest, dass Du auf etwas ganz anderes Appetit hast.

In dem Moment fällt Dir auf dass Du Dinge eingekauft hast die Dir angeboten wurden.
Was Du aber eigentlich wolltest hättest Du z.B aber nur beim Chinesischen Feinkost bekommen oder wo auch immer.

Was willih cdamit sagen?
Es kommt nicht darauf an, was sich anbietet, sondern nur was du willst und zwar unabhängig vom Angebot.
Das heisst setz Dich hin und mach eine Liste.
Was willst Du ?
Was macht Dir Spass?
Was würde Dich erfüllen?

Wenn du das alles hast, dann geh Deinen Weg bis in die letzte Konsequenz.

Das ist alles.

lg Frank
 
Hallo erstmal,

ich wollte nur die Idee von Frank unterstreichen.
Überleg Dir, was Du genau willst ggf. in Form einer Liste!

Und dann überleg Dir vielleicht-nochmals ne weitere Ausbildung anzustreben-in einem Bereich, der viel mehr zu Dir und Deiner Persönlichkeit passen würde!

Es ist alles nicht so leicht, aber irgendwann, wenn die Unzufriedenheit zu groß wird, kann man diese Kraft, was in seinem Leben verändern zu wollen, durchaus entwickeln.
Oder sollte ich sagen, wenn der Leidensdruck zu groß wird.

Mir geht es schon jahrelang ähnlich wie Dir, habe auch einen falschen Beruf erlernt. Bin zwar zur Zeit wieder mal auf Arbeitssuche, eben, weil mir immer wieder gekündigt wird-aber ich weiss, dass die nächste Stelle auch wieder Horror sein wird.
Im Grunde bin ich für s Büro nicht sonderlich geeignet, weil ich auch eine Person bin, die gerne mit netten Menschen zusammen ist, auch gerne hilft etc.
Ich bereue bis heute-keinen sozialen Beruf erlernt zu haben. Allerdings bin ich zu alt dafür, mir ne neue Ausbildung erlauben zu können.
Aber Du-kannst es noch angehen-dazu möchte ich Dir Mut zusprechen!
Beste Grüße und vor allem- glaub an Dich!
 
Hi D-Jana,
wie gut ich Dich verstehe. Mir geht es auch seit etwas über 3 Jahren so. Bin seit 25 Jahren in der Verwaltung tätig. Vor 3 Jahren fing es bei mir an, dass ich kaum noch Arbeit auf der Arbeit habe. Die erste Zeit habe ich immer gedacht, ach das wird schon wieder ändern. Tat es aber nicht und ich wurde krank darüber. Ich konnte einfach nicht mehr zu Arbeit gehen und wurde einige Wochen krankgeschrieben. Seit einem Jahr mache ich eine Psychotherapie und mir geht es jetzt wieder besser. Hatte auch die Überlegung, die Verwaltung zu verlassen. Aber ich bin schon 42 Jahre und in dem Alter ein neue Ausbildung, dazu fehlt mir doch der Mut. In dem Job bin ich zwar noch immer, habe aber endlich den Mut bekommen, mich in ein anderes Amt wegzubewerben. Bis zum Vorstellungsgespräch bin ich gekommen, habe aber dann doch noch eine Absage erhalten. Aber ich gebe nicht auf und werde es wieder versuchen. Deshalb meinen Rat: Du bist mit 28 Jahren noch jung genug, was Neues anzufangen. Mach es, bevor es Dir genauso geht wir mir es ergangen ist.

Alles Gute und bleibe gesund.
 
Hi D-Jana,
ich weis, wie Du Dich fühlst. Ich arbeite auch in einer Stadtverwaltung und das seit 25 Jahren. Ich bin auch nie davon überzeugt gewesen, dass dies das Richtige für mich ist. Aber ich war nie so richtig unglücklich damit. Aber seit 3 Jahren habe ich kaum noch etwas zu tun und das hat mich krank gemacht, so dass ich eines Tages nicht mehr ins Büro konnte. Mich hat das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden, total runtergezogen und mein Selbstvertrauen war total am Boden. Ich wurde 5 Wochen krankgeschrieben und mache seit dem eine Psychotherapie. Heute geht es mir wieder gut und habe endlich den Mut bekommen, etwas zu ändern. So habe ich mich auf eine andere Stelle beworben und bin bis ins Vorstellungsgespräch gekommen. Leider habe ich sie nicht bekommen und der erste Gedanke war, oh Gott jetzt muss ich weiter auf meiner jetzigen Stelle bleiben. Aber ich gebe nicht auf und werde weiter Bewerbungen schreiben. Irgendwann wird es klappen. Mein Rat an Dich: Mit 28 Jahren bist Du noch jung genug, was Neues anzufangen. Überlege Dir gut, was Du machen möchtest und wage den Schritt. Nur Mut. Ich bin schon 42 Jahre und traue mich nicht, was total Neues anzufangen. Mit 31 Jahren habe ich einen internen Lehrgang gemacht. Heute bereue ich, dass ich nicht schon viel viel früher dies gemacht habe, denn sonst wäre ich jetzt nicht in dieser Situation.

Also habe den Mut und mache den Schritt in ein zufriederenes Berufsleben.

Alles Gute und bleib gesund.
Julchen
 
Hallo Leute,

mein Deutsch ist nicht fehlerfrei und ich wohne gar nicht in Deutschland! Aber ich möchte auch etwas sagen und fragen.
Ich kann sehr gut verstehen was es beudeutet den falscher Beruf zu haben. Daher empfehle ich alle die möglichkeit haben, sofort ein neue Weg zu suchen. Warte nicht zu lang!
Ich bin leider (oder ich fühle mich) zu alt um neue zu beginnen, und muss wahrscheilich mein Leben lang ein Beruf ausüben die mir gar nicht liegt! Ausserdem habe ich 2 Kinder + Arbeit +Haushalt. Ich kann nicht einfach so alles über Bord werfen und ein neue Beruf lernen. Es kostet Geld und Zeit. Ich bin tot unglücklich, aber was soll ich tun? Ich habe mein Talent fürs illustrieren (zeichnen und malen, und ich kann es wirklich gut!!!!!) viel zu spät endeckt. Kinderbücher illustrieren....das wäre was für mich! Ein Traum und es bleibt vielleicht nur ein Traum. Ich mag mein Arbeit absolut gar nicht (ich unterrichte Fremdsprache) und bin nicht gerne mit Menschen zusammen. Ich bin kein geselliger Typ! Mein Mann und meine Kinder sind das Maximum, mehr Leute um mich herum will ich gar nicht haben.
Also wenn man unzufrieden ist mit sein Berufauswahl, tut was dagegen bevor es zu spät ist!!!!
Und meine Frage ist: Was soll ICH tun? Ich habe mich schon ein wenig aufgegeben! Leider!

Ciao
Antonella
 
Hallo D-Jana,

ich finde es gut, dass Du jetzt erst einmal in Dich gehst und Dir die Karten legst, was Du künftig denn eigentlich gerne machen möchtest.

Du solltest Dich auch fragen, ob es die Arbeit als solche ist, die Dich nervt, oder vielleicht doch mehr das Umfeld. Ich möchte Beamten und Angestellten im Öffentlichen Dienst nicht zu nahe treten: Aber sie sind meist schon sehr speziell und sicher auch ziemlich eingebunden in irgendwelchen, manchmal auch sinnfreien Dienstvorschriften und Verordnungen. Nicht ganz umsonst gibt es so viele Witze über diese Spezies.

Was Deine Ausbildung angeht: Ich arbeite in der Personalabteilung einer recht großen Firma (ca. 5000 Mitarbeiter). Hab zwar selber nichts mit der Personalauswahl zu tun, weiß aber, dass durchaus auch gerne Mitarbeiter mit einer einschlägigen Verwaltungsausbildung in verschiedenen Bereichen eingesetzt werden: Z. B. mit Abteilungen, die viel mit Behörden zusammenarbeiten müssen. Auch wenn es immer schwieriger wird, als Quereinsteiger unterzukommen - es ist möglich!

Wenn Du aber erkennst, dass eine Bürotätigkeit grundsätzlich nichts für Dich ist: Dann überlege Dir in Ruhe was Neues und gehe es dann an. Du verbringst in der Regel mehr Lebenszeit bei der Arbeit und mit Kollegen als mit Freunden und Freizeit: Lass Dich nicht auf Dauer auf etwas ein, das Dich unglücklich macht!

Ich drücke Dir die Daumen!

Gruß
Mäxchen
 
Hey du,

ich kann sehr gut nachvollziehen, wie es dir gerade gehen muss – ich stecke so ziemlich in derselben Situation.
Der Beruf liegt mir nicht wirklich, kein Tag vergeht, ohne dass ich nicht eine mittlere Katastrophe anstelle. Zusätzlich sind mir leider erst sehr spät nach Ausbildungsbeginn vor zwei Jahren die schlechten Seiten des Berufs wirklich bewusst geworden, z. B., dass man sich gerade in dem Berufsfeld, in dem ich tätig bin, mit vielen Möchte-gern-ultrakreativen und pseudokompetenten Semiprofessionellen rumschlagen muss, die einem nicht das Schwarze unter den Nägeln gönnen, jede Gelegenheit ausnutzen, einen schlecht zu machen um sich selbst als Halbgott darzustellen und es wirklich schaffen jeden dies auch bewusst spüren zu lassen – schönerweise trifft dies auf einen Großteil meiner Arbeitskollegen zu.

Und so kommt es, dass ich sehr sehr oft nach der Arbeit nach Hause komme und einfach nur heule, mich nutz- und wertlos fühle, und einfach nur hoffe, dass der nächste Tag und das letzte Ausbildungsjahr hoffentlich verdammt schnell vorbeigeht.

Von daher bin ich froh, wenn ich so schnell wie möglich wechsle – und ich denke du solltest dasselbe tun.
 

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