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Extremes Heimweh nach Umzug in neue WG - Umzugsdepression?

Kassiopeia_

Neues Mitglied
Hallo ihr Lieben,

ich bin mittlerweile echt mit den Nerven am Ende und dachte mir, dass es vielleicht hilft, einfach mal alles aufzuschreiben und hier vielleicht jemand einen Tipp für mich hat.
Ich bin 24 und studiere seit Oktober 2016 in einer Stadt ca. 2,5 Stunden von meiner Heimat entfernt, also ist Pendeln leider nicht möglich.
Bisher hatte ich auch nie ein Problem damit und war eher froh mal wieder mein eigenes Leben zu führen und in einer größeren Stadt zu leben. Das war für mich nämlich schon der zweite Auszug von Zuhause, da ich bereits ein abgebrochenes Studium hinter mir habe.
Ich bin dann im September 2016 mit einer guten Freundin zusammen in eine 2er-WG gezogen und habe mich sehr darüber gefreut und hatte nie Heimweh.
Dann irgendwann hat sich gezeigt, dass meine Freundin nicht so gut mit der Trennung von Zuhause klar kam und nahm daher einen Job in der Heimat an, sodass sie jeden Donnerstag wieder dorthin fuhr und dann sonntags, später irgendwann erst montags, wiederkam.
Das war dann leider für mich nicht so schön. Ich bin gerne alleine und kann das auch gut, aber das war mir irgendwie zu viel und außerdem hatte ich sowieso schon das Gefühl, dass unsere Freundschaft unter dem Zusammenwohnen gelitten hat. Außerdem war die Miete für mich auf Dauer eh zu teuer. Daher hatte ich beschlossen, in eine andere WG zu ziehen und meine Freundin hatte dafür auch Verständnis. Habe dann auch eine tolle WG mit zwei netten Mädels gefunden und eine Zusage bekommen und bin dort vor etwa 3 Wochen eingezogen.
Und seitdem ging es bergab.
Ich habe plötzlich extremes Heimweh nach meiner Heimat und meinen Eltern. Ich war über Ostern kurz dort und dann letztes Wochenende und besonders jetzt gerade geht es wir wieder ziemlich schlecht.
In den letzten 1,5 Jahren hatte ich nie Heimweh, war natürlich froh, wenn ich in die Heimat gefahren bin, weil ich eine extrem gute Beziehung zu meinen Eltern habe, aber ich habe sie nie wirklich vermisst und hatte kein Bedürfnis sofort hinzufahren. Und jetzt weine ich fast jeden Tag, wünschte einfach nur zurück zu meinen Eltern zu können, was aber nicht geht, da ich seit 2 Monaten einen Nebenjob habe und auch manchmal am Wochenende arbeiten muss.
Dazu kommt, dass ich hier kaum Leute kenne und sich auch durch mein Studium relativ wenig ergeben hat. Da sind so 2-3 Leute, aber die möchte ich auch nicht nerven.
Neuerdings fühle ich mich nämlich auch extrem einsam, obwohl ich jetzt weniger alleine bin als zuvor. Meine Mitbewohnerinnen sind zwar auch jedes Wochenende weg, aber 'nur' von Freitag bis Sonntag und nicht wie in der altern WG von Donnerstag bis Montag.
Ich weiß, dass ich mich noch nicht richtig eingelebt habe und diese Wohnung und dieses Zimmer noch nicht als "Zuhause" betrachte. Die alte WG war ein absolutes Zuhause für mich und es ist irgendwie schwer, diesen Ort zurückzulassen und jetzt hier in dieser neuen Situation zu sein.
Dazu kommt, dass die neue WG, besonders was die Lage angeht, sehr viel blöder ist, als die alte. Es ist sehr laut, aber ich glaube, auch das ist Gewöhnungssache. So wie eigentlich alles an dieser Situation, aber es wird einfach nicht besser. Aus nach 3 Wochen geht es mir noch so schlecht.
Nach so einer schlechten Phase, die sich meist so 1-2 Stunden hinzieht, kann ich auch immer objektiv sagen, dass ich mich da reinsteigere und ich wahrscheinlich einfach nur Zeit brauche, aber jetzt gerade habe ich so ein Tief und spiele sogar mit dem Gedanken hier alles hinzuwerfen, dass Studium anzubrechen und ab nach Hause, was natürlich total bescheuert wäre, aber ich habe einfach so krasses Heimweh und komme echt nicht mehr klar.
Besonders schwer fällt es mir alleine zu sein, obwohl ich damit nie ein Problem hatte. Die Sachen, die ich vorher gerne gemacht habe (Serien schauen, lesen), machen mir keinen Spaß mehr bzw. kann ich nicht die Ruhe dafür finden, sie überhaupt mal zu machen. Ich liege nur traurig in meinem Bett und kann mich zu nichts aufraffen und habe echt Angst in eine Depression abzudriften.
Andererseits finde ich das selbst alles so nervig und lächerlich, weil ich schon 24 bin und jetzt dieses "Ich will zu meiner Mama"-Gefühl habe, was ich vorher noch nie hatte.
Aber gegen diese Gefühle kann ich echt nichts tun und ich bin so fertig mittlerweile, weil ich einerseits weiß, dass es mit der Zeit wohl besser werden wird, aber ich fühle das einfach noch nicht.

Oh Mensch, ich hoffe, ich konnte es ein bisschen begreiflich machen, was mit mir los ist und vielleicht hat ja jemand was dazu zu sagen.

Liebe Grüße,
Kassiopeia_
 
Hallo Kassiopeia...

warum fährst du denn am WE nicht "nach Hause" ? 2.5 Stunden sind doch keine Entfernung.

Du kannst nur eines tun... den negativen Gefühlen keinen Raum geben. Gar nicht stundenlang ins Bett legen und trauern... sondern sich ablenken und was aktiv unternehmen. Gibt es um die Ecke ´nen Sportverein zu dem du gehen könntest 1-2 mal die Woche? (Mannschaftssport vielleicht) Schwimmhalle?
Was hat dir früher Spaß gemacht?

Als ich damals meine Ausbildung gemacht hab und es über die Woche immer 250 km weg ins Wohnheim ging...
hat man sich die erste Zeit daran geklammert.."Wie viele Tage" man noch bis zum WE durchhalten muß,
sich beschäftigt bis dahin.
Dann wird es irgendwann normal.

Mit 24 ist das aber auch wirklich ziemlich ungewöhnlich.... hm.

Wie läuft es denn Richtung Jungs, Freund ?

Gruß
Mia
 
Hallo Kassiopeia...

warum fährst du denn am WE nicht "nach Hause" ? 2.5 Stunden sind doch keine Entfernung.

Du kannst nur eines tun... den negativen Gefühlen keinen Raum geben. Gar nicht stundenlang ins Bett legen und trauern... sondern sich ablenken und was aktiv unternehmen. Gibt es um die Ecke ´nen Sportverein zu dem du gehen könntest 1-2 mal die Woche? (Mannschaftssport vielleicht) Schwimmhalle?
Was hat dir früher Spaß gemacht?

Als ich damals meine Ausbildung gemacht hab und es über die Woche immer 250 km weg ins Wohnheim ging...
hat man sich die erste Zeit daran geklammert.."Wie viele Tage" man noch bis zum WE durchhalten muß,
sich beschäftigt bis dahin.
Dann wird es irgendwann normal.

Mit 24 ist das aber auch wirklich ziemlich ungewöhnlich.... hm.

Wie läuft es denn Richtung Jungs, Freund ?

Gruß
Mia

Hallo Mia,

erst mal vielen Dank für die Antwort!
Die nächsten 2,5 bis 3 Wochen werde ich wegen der Arbeit leider deifinitv hier verbringen müssen. Muss an den nächsten beiden Samstagen leider arbeiten. Das Wochenende danach werde ich auch definitiv in die Heimat fahren, aber diese 2,5 Wochen scheinen momentan noch so unüberwindbar.

Rauskommen ist auf jeden Fall eine gute Idee und das versuche ich momentan auch. Sportvereine usw. sind leider etwas schwierig, ich bin übergewichtig (was einen ja eigentlich nicht hindern sollte), aber ich habe dadurch so ein geringes Selbstbewusstsein, dass ich mich niemals trauen würde, vor anderen Menschen Sport zu machen.

Ich glaube auch, dass ich mich momentan einfach nur sehr an die Vorstellung von meiner Heimat klammere, weil das einfach ein 'sicherer Platz' für mich ist und hier gerade alles neu ist. Aber wie gesagt wundert mich das einfach extrem, weil ich 24 bin, vorher nie Heimweh hatte und eben schon seit 1,5 Jahren nicht mehr bei meinen Eltern wohne und sie eigentlich nur so alle 4 Wochen mal gesehen habe.

Einen Freund habe ich nicht, aber ich muss auch ehrlich sagen, dass ich da momentan gar kein Interesse dran habe. Wobei ich natürlich auch schon gedacht habe, dass es schön wäre jemanden hier zu haben, zu dem ich immer kommen kann und der auch mir einen Grund gibt, hier zu sein. Momentan sehe ich außerhalb der Uni irgendwie keinen Anlass hier zu sein. Ich habe zwar meinen Nebenjob, allerdings bin ich mit dem auch nicht wirklich happy. Bin halt 'ne arme Studentin und brauche das Geld. 😀

Es ist wahrscheinlich wirklich eine Sache, die Zeit braucht. Aber momentan ist es schon schwierig, auch nur eine Stunde zu überstehen, ohne alles hinschmeißen zu wollen.

Liebe Grüße,
Kassiopeia
 
......mit einer Freundin zusammen zu wohnen ist emotional etwas ganz anderes, wie mit fremden Menschen in einer Gemeinschaft zu leben.
Vermutlich war sie es, die trotz ihrer längeren Abwesenheiten und den Mietumständen, Dir ein zweites zu Hause-Gefühl geben konnte.....sie war ein Bindeglied zu Deiner Heimat.
Es sind die Menschen und nicht die Umstände, die uns auch in der Ferne ankommen lassen.
Hast Du denn noch Kontakt zu ihr ?

Es gibt Menschen, denen fällt es nicht sehr schwer, sich auch weit weg von der Heimat überall heimisch zu fühlen.
Und dann gibt es die bodenständigen Menschen, die wirklich den Heimatboden brauchen, um sich nicht nur emotional geborgen zu fühlen.

Es mag sich blöd anhören, aber versuche folgendes - bei Deinem nächsten Heimatbesuch, fülle Dir ein Glas mit Erde ab und selbiges machst Du in Deinem jetzigen Wohnort.
Diese beiden Gläser platzierst Du in Deinem Zimmer und dann beobachte Dich selbst, stellst Du sie nebeneinander oder platzierst Du sie voneinander entfernt. Möglicher Weise wird sich der Standort mehrmals verändern - es zeigt immer Deine Verbindung zu beiden Orten.
Wenn Du irgendwann das Bedürfniss hast, beide zu vermischen - bist Du angekommen.
 

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