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Extremer Selbsthass und sehr verbittert

phil2013

Mitglied
Hi, ich bin männlich und 20 Jahre alt. Nach vielen Threads und jahrelanger Therapie, und nachdem ich jetzt nun schon ein paar Wochen in stationärer Behandlung bin, bin ich nun richtigerweise wieder bei der richtigen Erkanntnis angelangt.

Ich hasse mich selbst, mein komplettes Leben und bin sehr verbittert und wütend auf mich selbst. Es fing an bei dem ersten Umzug von Deutschland nach Canada. Ich war 6 Jahre alt. Mir hat das überhaupt nicht gepasst. Neue Sprache neue Freunde und der ganze Scheiß. Ich hatte in Canada-Zeiten sehr viel Angst vor Blitzen und großen Hunden, und war auch in Therapie. Die Lehrer mussten wegen mir immer die Fenster geschlossen halten bei Gewittern. Ich habe sehr viele Aggressionen in mir dringehabt und diese an meinen Geschwistern rausgelassen, und zwar in extremster Weise. Ich habe sie genervt, Namenswitze gemacht und sowas. Mein Bruder ist heute 16 und meine Schwester 23.

Dann, als ich 8 Jahre alt war, ging es wieder zurück nach Deutschland, weil meine Mutter es so wollte. Eigentlich wollte ich zu dem Zeitpunkt gerne in Canada bleiben, weil ich mich dort schon eingelebt hatte. In Deutschland ging es mir dann noch schlechter. Konnte nicht deutsch schreiben, wurde von Klassenkameraden ausgelacht, wurde auf der Toilette eingesperrt, war total unsicher und sowas.

Dazu kam noch, dass sich meine Eltern trennten, als ich 11 war. Das war der nächste harte Schlag. Meine Eltern hatten eine gestörte Kommunikation, d.h. mein Vater sagte erst uns Kindern, dass er sich scheiden lässt, und dann unserer Mutter. So scheiß Aktionen sind häufiger vorgekommen. Meine Mutter erzählte mir, dass mein Vater uns kein Geld überweisen würde, er untreu war, etc. Es war sogar von der Seite meines Vaters aus schon der nächste Umzug geplant, und zwar nach München. Das war der Punkt, wo sich meine Mutter von meinem vater trennte. Das fand ich ehrlich gesagt dann auch richtig. Mein Vater schmiss Tassen rum, es gab andauernd Streit, er schlief im Keller, eigentlich wusste ich schon dass es passieren würde.

Der nächste und mit am entscheidensten Punkt ist, dass ich angefangen habe alles abzublocken. Ich wusste nicht wie ich anders damit umgehen sollte. Ich habe mich total in die Schule reingehängt, weil ich denke ich mal 1. etwas gebraucht habe, was mir Halt gibt, und 2. was viel wichtiger ist, dringend Liebe und Anerkennung brauchte, weil ich daran gezweifelt habe, dass meine Eltern mich noch lieben. Auch habe ich mich sehr in den Sport reingehängt. Ich war sehr egoistisch und wollte ganz allein der Liebling der Eltern sein. Von meinem Vater habe ich dann auch nerkennung bekommen, aber für wechen Preis?!? Ich habe keine Freunde, hatte keine Freundin und hasse mich selbst und meine Vergangenheit. Ka, ob ich da drüber hinwegkomme. Bin sehr verbittert. Es ist einerseits Narzißmus und andererseits Selbsthass, der glaube ich größer ist. Ich habe mich gegen meine Geschwister gestellt und sie sich gegen mich, was sehr hart für mich war. 2 gegen 1 eben. Ich bin von 12-15 Jahren nicht zu meinem vater gefahren, weil meine Mutter ihn für mich so schlecht geredet hat und ich mich dort sehr unwohl gefühlt habe. Ich habe echt pausenlos geheult dort. Er hatte dort auch eine neue Freundin, was mich auch sehr belastet hat.

Insgesamt kann man sagen, dass ich den schlechtesten Weg gewählt habe, um das zu verarbeiten. Ich habe meine Wut an den falschen rausgelassen. Nicht an meinem Vater, der letzten Endes verantwortlich für die Umzüge war, sondern vor allem an meiner Mutter und an meinem Bruder. Mittlerweile wissen sie, dass ich sie liebe, weil ich es ihnen auch oft genug zeige.

Mittlerweile verstehe ich mich mit beiden gut, aber ich habe jahrelang meine Familie terrorisiert. Auch meine Mutter, die ich über alles liebe und die nichts zu verschulden hat.

Kennt ihr das? Wenn man sich selbst so krass hasst? Was habt ihr für einen Tipp? Danke.
 
Respekt! Dass du das - auch den extremen Selbsthass - so deutlich empfindest, zulässt und nicht verdrängst!

Einen Tipp kann ich dir nicht geben.. Ich kann nur sagen, was aus meiner Sicht vielleicht hilfreich sein könnte.

Es kann manchmal sehr hilfreich sein, jemanden zu finden, dem man diese starken Gefühle nicht nur verbal mitteilen, sondern auch sich selbst als Ganzes, mit all diesen Gefühlen zeigen kann.. Meistens ist das nur im Rahmen einer Psychotherapie möglich.

Ich denke, du bist vielen anderen Menschen in gewisser Weise voraus, weil du diese starken Gefühle nicht verdrängst.
Wenn es dir vielleicht gelingen würde, dich einem anderen Menschen auch mit anderen starken Gefühlen, wie Traurigkeit, Schmerz, Wut, deinem Bedürfnis nach Liebe (?) zu zeigen, dann kann das Leben für dich nach einiger Zeit ganz ganz anders aussehen..

Ich finde es generell unendlich wichtig, Gefühle zu spüren, sie zuzulassen.. manchmal ist es notwendig, dass das vor einem anderen Menschen geschieht; vor allem dann, wenn man sie so bis dahin nicht spüren konnte/durfte.

Dieses Spüren der Gefühle, das Zulassen, das ich so unendlich wichtig finde, ist noch etwas vollkommen anderes als das Ausagieren.
Das Spüren z.B. einer immensen Wut und das Ausagieren derselben - dazwischen liegen Welten.
Mit dem Ausagieren schadet man sich selbst - und oft anderen.
Mit dem Verdrängen schadet man sich selbst.
Mit dem Zulassen des Gefühls - etwa, wie gesagt, vor einem Psychotherapeuten - tut man mit das beste für sich selbst (und somit auch indirekt für sein -späteres - Umfeld).
 
Rauslassen habe ich schon gemacht. Bringt nichts mehr. Therapie mache ich schon sehr lange. Mittlerweile lasse ich die Aggressionen ja nur noch an mir raus (Ritzen, Selbstmordversuche).
 
-.- Ganz ehrlich, diese Frage verdient keine Antwort, sry. Ich habs erklärt. Wer sich nicht mal die Mühe macht den Text zu lesen, braucht auch keine Kommentare zu schreiben.

Peace, phil2013
 
Kann es sein dass dein Selbsthass auch - zumindest teilweise - die Wurzel in der Tatsache hat dass ständig über deinen Kopf hinweg entschieden wurde, wohin es im Leben zu gehen hat (Umzüge) und du nichts dagegen ausrichten konntest? Dass sich da ein Gefühl der Ohnmacht und Hilflosigkeit entwickelt hat und daraus, aus diesen Vorwürfen, nichts ausrichten zu können, dann so etwas wie Selbsthass entwickelt hat?

Und weiterhin, dass du deinen Frust und deine Verbitterung, wie du sagst, an den falschen Personen ausgelassen hast und du dir auch deswegen heute Vorwürfe machst? Könnte das sein)
 
Rauslassen habe ich schon gemacht. Bringt nichts mehr. Therapie mache ich schon sehr lange. Mittlerweile lasse ich die Aggressionen ja nur noch an mir raus (Ritzen, Selbstmordversuche).

Hi!

Kannst du mit dem Thema "Gestalttherapie" irgendwas anfangen? Ist ein großes Feld und hat aber nichts mit Gestaltung zu tun. Es geht dabei unter anderem darum, einen Zugang zu seinen Emotionen zu finden, ausgelöst zum Beispiel durch eine Kränkung, um diese zu be-/verarbeiten.
Besser kann ich es als Laie in Kürze nicht erklären.
Es gibt dazu aber im Internet einiges an verständlichen Informationen.
Wie ich darauf komme?
Eigene, sehr positive Erfahrung mit dieser Therapie-Form

Ich lege dir mal diesen Link bei und hoffe, dass du damit schon mal fürs erste was anfangen kannst, falls es dich interessiert.

Gestalttherapie (Lexikon der Gestalttherapie)

G und :daumen:
 
Schon probiert, bringt nichts. Ich kann mich auch nicht öffnen, weil ich Angst habe abgelehnt zu werden. Das Problem ist ja, dass ich mich selbst ablehne. Ich kann mit meiner Vergangenheit nicht abschließen. Es frisst mich auf. Manchmal will ich nichts mehr mit meinem Leben zu tun haben. Schlafe nur und ziehe mich komplett zurück. Da ich mich selbst hasse, strahle ich das auch aus und mache mich somit selber zum Sündenbock. Für die anderen ein gefundenes Fressen. Auch deshalb habe ich Angst anderen entgegenzutreten. Aus Angst vor Hass gegen mich. Wie kann ich wieder anfangen mich selbst zu lieben?
 
3 Möglichkeiten

die Wut dorthin geben, wo sie hingehört....lebt dein Vater? Setz dich mit ihm auseinander!
Schreib einen Brief! Ruf an, frag ihn, ob du mit ihm reden kannst!

Radikale Akzeptanz deiner Vergangenheit! Mußte ich als letzten Lösungsvorschlag annehmen,
da meine Eltern zu nichts bereit und auch zu nichts in der Lage waren

Emotionen so kanalisieren, daß sie umgewandelt werden in nichtschädigende Gefühle- Skillstraining

auch wenn du sagst, alles probiert zu haben....hol dir Hilfe dabei! Du bist noch lange nicht am Ende, da geht noch ne ganze Menge!

lg Okeanide
 

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