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Extreme Prokrastination - Lügen, Ausreden und Co.

Hallo Lollie,

ich habe leider keine hilfreichen Tipps für Dich, weil mir all die gut gemeinten Tipps und Ratschläge selbst nie geholfen haben. Aber jetzt weißt Du, dass Du nicht alleine bist - wobei Du das bestimmt vorher schon wusstest 🙂 In sehr vielen Punkten, die Du über Dich geschrieben hast, habe ich mich selbst wiedergefunden.
Ich "prokrastiniere" auch gerade hier im Forum, weil ich bis spätestens in 2 Stunden eine wichtige Aufgabe erledigt haben muss. - Meine "20-Seiten-Studienarbeit" schiebe ich seit über einem Jahr vor mir her, sitze teilweise tagelang vor einem leeren Blatt, anstatt wenigstens mal die Literatur durchzuarbeiten.
Einen konkreten Abgabetermin habe ich nie genannt bekommen, aber natürlich warten alle Beteiligten seit Monaten auf ein Ergebnis und werden immer ungeduldiger. Mir eingestehen zu müssen, ein Jahr lang für eine eigentlich überschaubare Aufgabe nichts gemacht zu haben und für eine Arbeit, die andere in 2-3 Monaten locker nebenher schreiben, eigentlich - seit Wochen und Monaten - nur noch "1-2 Wochen" Zeit zu haben, weil die endlich mal fertig werden muss, lähmt mich momentan am meisten.

Die schnelle Erkenntnis, jedenfalls für mich zutreffend: es bringt nichts, sich mit "Prokrastination" zu befassen. Informationen darüber zu googlen (oder sogar hier nach Beiträgen zu suchen oder selbst welche zu erstellen) gehört genauso selbst zum Prokrastinieren, wie das ständige neu Planen der Aufgabenerledigung. - Dadurch verschwindet das schlechte Gewissen/schlechte Gefühl kurzzeitig, was aber in der Regel nicht dazu führt, endlich mit der Arbeit zu beginnen, sondern nur zu weiterem Prokrastinieren - mit kurzzeitig gutem Gefühl in der Magengegend.

So trivial es klingt - die einzige Lösung für uns ist: "einfach" anfangen und es durchziehen!
Aber natürlich weiß ich, dass es für uns ähnlich schwer ist, "einfach" anzufangen, wie für einen Gelähmten, "endlich" aufzustehen und loszulaufen.

... jetzt habe ich noch ca. 1,5 Stunden für die dringendste der heutigen Aufgaben. Da könnte man sich ja fast noch eine folge der aktuellen Lieblingsserie reinziehen, bevor man anfängt... 😱🙄
 
Hallo Werner,
danke für's Wachrütteln 😀😀 (Musste schon sehr schmunzeln, als ich das gelesen habe. Bringt mich doch auch darauf, mich selbst und meine Ängste nicht immer so ernst zu nehmen. Manches ist mit Humor betrachtet einfach leichter.)

Liebe Grüße

Lollie
 
Hallo LonelyStudent,

danke für deine Nachricht. Ja, es tut schon gut zu wissen, dass man mit einem Problem nicht allein ist. Andererseits ist es schon irgendwie traurig, dass sich so viele Menschen selbst im Weg stehen und durch ihr eigenes Verhalten verhindern, dass sie so schnell dort hin kommen wo sie eigentlich gerne sein wollen. Dieses ständige in "hätte, ich doch..."- "wäre ich nur..."- "wäre doch nur"-Denken, ist schon ziemlich anstrengend.

Deine Erkenntnis, dass das sich mit Prokrastination zu beschäftigen ebenfalls nur Prokrastination ist, ist sehr wahr. Trotzdem bin ich diesmal froh, dass ich meine Gedanken niedergeschrieben habe. Denn sobald ich eine der scheinbar unüberwindbaren Hürden, einen Teil dieses Megabergs an Aufgaben in letzter Minute geschafft habe, bin ich so erleichtert, dass ich vergesse bzw. verdränge wie's mir vorher ging und dann in dasselbe Verhaltensmuster zurückfalle.
Das sieht bei mir ungefähr so aus:
Großer Aktionismus und Übereifer --> Gefühl noch genug Zeit zu haben --> Gefühl das richtig gut machen zu müssen --> Informationen sammeln --> Verzetteln --> dann tauchen Fragen / Hindernisse / Schwierigkeiten auf --> Aufmerksamkeit richtet sich auf leichter zu bewältigende Aufgaben --> Die Zeit wird knapp --> Die eigentlich wichtige Aufgabe erscheint unüberwindbar --> Blockade --> Verzweiflung --> Feedback bekommen, dass mir Mut macht oder mir irgendwie selbst Mut machen --> Fortschritte im Schneckentempo --> Deadline rückt näher --> Ausrede --> Verlängerung der Deadline --> Fortschritte im Schneckentempo trotz erhöhter Aufmerksamkeit auf die Aufgabe --> Verzweiflung --> 2. Deadline rückt näher --> Lösen der Aufgabe in letzter Minute --> Abgabe der Aufgabe --> Erleichterung Euphorie --> Aktionismus...
und hier geht die ganze Sache dann von vorn los. Vielleicht hilft es ja, wenn ich mich diesmal daran erinnere, dass es schwierig war, dass ich bezweifelt habe, dass ich mein Leben je wieder in den Griff bekomme und dass ich mich total hilflos und verzweifelt gefühlt hatte.

Ich hoffe du bekommst all die Aufgaben erledigt, die dir wichtig sind. Viel Erfolg, gute Ideen und flottes Tippen bei deiner Studienarbeit.

Liebe Grüße
Lollie
 
Hallo LonelyStudent,

danke für deine Nachricht. Ja, es tut schon gut zu wissen, dass man mit einem Problem nicht allein ist. Andererseits ist es schon irgendwie traurig, dass sich so viele Menschen selbst im Weg stehen und durch ihr eigenes Verhalten verhindern, dass sie so schnell dort hin kommen wo sie eigentlich gerne sein wollen. Dieses ständige in "hätte, ich doch..."- "wäre ich nur..."- "wäre doch nur"-Denken, ist schon ziemlich anstrengend.

Deine Erkenntnis, dass das sich mit Prokrastination zu beschäftigen ebenfalls nur Prokrastination ist, ist sehr wahr. Trotzdem bin ich diesmal froh, dass ich meine Gedanken niedergeschrieben habe. Denn sobald ich eine der scheinbar unüberwindbaren Hürden, einen Teil dieses Megabergs an Aufgaben in letzter Minute geschafft habe, bin ich so erleichtert, dass ich vergesse bzw. verdränge wie's mir vorher ging und dann in dasselbe Verhaltensmuster zurückfalle.
Das sieht bei mir ungefähr so aus:
Großer Aktionismus und Übereifer --> Gefühl noch genug Zeit zu haben --> Gefühl das richtig gut machen zu müssen --> Informationen sammeln --> Verzetteln --> dann tauchen Fragen / Hindernisse / Schwierigkeiten auf --> Aufmerksamkeit richtet sich auf leichter zu bewältigende Aufgaben --> Die Zeit wird knapp --> Die eigentlich wichtige Aufgabe erscheint unüberwindbar --> Blockade --> Verzweiflung --> Feedback bekommen, dass mir Mut macht oder mir irgendwie selbst Mut machen --> Fortschritte im Schneckentempo --> Deadline rückt näher --> Ausrede --> Verlängerung der Deadline --> Fortschritte im Schneckentempo trotz erhöhter Aufmerksamkeit auf die Aufgabe --> Verzweiflung --> 2. Deadline rückt näher --> Lösen der Aufgabe in letzter Minute --> Abgabe der Aufgabe --> Erleichterung Euphorie --> Aktionismus...
und hier geht die ganze Sache dann von vorn los. Vielleicht hilft es ja, wenn ich mich diesmal daran erinnere, dass es schwierig war, dass ich bezweifelt habe, dass ich mein Leben je wieder in den Griff bekomme und dass ich mich total hilflos und verzweifelt gefühlt hatte.

Ich hoffe du bekommst all die Aufgaben erledigt, die dir wichtig sind. Viel Erfolg, gute Ideen und flottes Tippen bei deiner Studienarbeit.

Liebe Grüße
Lollie


Da liegt des Pudels Kern. Ich prokrastiniere gern Hausarbeit🙄😉😀.....und habe festgestellt, ich will alles 100%ig machen, die ganze Wohnung muß glänzen und wenn möglich, noch in einer bestimmten Zeitspanne an einem bestimmten Tag. Ich verzettele mich, in dem ich dann noch die Schubladen aufziehe und zusätzlich auch noch alle Schränke innen auf Hochglanz haben will. Am Ende sitze ich in einer Wohnung, in der in jedem Zimmer ein Putzeimer steht, alle Schränke offen stehen, ich seit Stunden vor einem Schrank hocke und sinnlos in einem Haufen Papiere wühle, die ich ja auch noch sortieren wollte.

Jetzt geh ich es entspannt an. Nehme mir nichts vor und denke nur, wär schön wenn ich heute dies oder jenes schaffe. Und glaub es oder nicht....es hat mir geholfen nicht mehr solange zu warten, bis wirklich nix mehr geht und ich vor lauter putzen müssen wie gelähmt bin. Wenn ich nach und nach kleine Dinge erledige, verliert dass Große Ganze plötzlich seine Übermacht. Und wenns ganz super läuft, wird die Lust etwas zu machen von allein immer größer.


lg Okeanide
 
Hallo Werner,
danke für's Wachrütteln 😀😀 (Musste schon sehr schmunzeln, als ich das gelesen habe. Bringt mich doch auch darauf, mich selbst und meine Ängste nicht immer so ernst zu nehmen. Manches ist mit Humor betrachtet einfach leichter.)

Gern geschehen, Lollie!

Ich hatte mal einen Studenten im Seminar, der
auf die Frage, was ihm denn zu einem erfolg-
reichen Abschluss seines Abendstudiums noch
fehlen würde, sagte: Ein kleiner Tritt in den
Hintern. Ich nahm das zur Kenntnis, und nach
einiger Zeit bat ich ihn unter einem Vorwand,
kurz aufzustehen und unter seinem Stuhl nach-
zusehen. Dann habe ich ihm einen (wirklich
leichten) Tritt in den Hintern gegeben, der Rest
des Kurses hat sich vor Lachen gebogen, er
selbst dann auch ... und heute ist er recht er-
folgreich in seinem Beruf und sagt, dass dieser
Tritt für ihn eine hohe Bedeutung hatte 🙂

Insofern: Falls du nochmal einen Rüttler be-
nötigst, einfach melden!

Schönen Gruß,
Werner
 
Hallo Lollie,

es ist schon lange her, aber da es mir ähnlich geht wie dir, bin ich beim googeln auf deinen Beitrag gestoßen. Vielleicht wirst du benachrichtigt, wenn hier jemand schreibt und kannst berichten, wie es dir heute geht? Hast du Fortschritte gemacht? Vielleicht eine Therapie begonnen? Neue Erkenntnisse, die Betroffenen helfen können?

Ganz liebe Grüße von einer, die genau weiß, wie es dir geht/ging!
 

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