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expertenrat anzweifeln

G

Gasthier

Gast
hallo,

ohne umschweife stelle ich meine frage, ich hoffe das ist ok und jmd fällt etwas dazu ein.

ich habe eine therapie gemacht eine suchttherapie, mir wurde empfohlen mich weiterhin um therapie zu kümmern, weil man bei mir eine persönlichkeitsstörung vermutet-mir wurde empfohlen mich darum zu kümmern.

ich tue es nicht.

die therapie ist ca 3 monate her.ich trau mich nicht, bin verunsichert. es ghet mir aber auch nicht gut oder besser nach der therapie.
mich hat das verwirrt und ich bin darüber etwas ärgerlich- sehe aber ein, das etwas mit mir nicht stimmt und ich möchte mich auch ändern.

ich bin dem ganzen gegenüber eher ablehnend und würde niemals eine therapie machen....weiss gar nicht was ich machen soll, nuni st die verunicherung da und ich hab das gefühl in mir wohnt ein böser geist: eine persönlichkeitsstörung.
ich kann es weder verdrängen noch mit jmd darüber reden.
was kann ich tun ?

vielen dank fürs lesen
hoffe auf antworten
 
ich tue es nicht.
[...]
sehe aber ein, das etwas mit mir nicht stimmt und ich möchte mich auch ändern.
[...]
ich bin dem ganzen gegenüber eher ablehnend und würde niemals eine therapie machen....
[...]
was kann ich tun ?
Hilfe in Anspruch nehmen kannst du tun 😉

Eine Option, nämlich eine Therapie zu machen, hast du ja schon genannt. Was spräche aus deiner Sicht dagegen? Immerhin wäre das eine Gelegenheit, deine Anliegen mit jemandem zu besprechen und sie aufzuarbeiten, um Platz und Raum für Veränderungen zu schaffen; Was genau das ist, was du suchst, wenn ich dich richtig verstanden habe.

Davon abgesehen ist es vielleicht auch ratsam, zu betrachten was überhaupt "Persönlichkeit" bedeutet, um "Persönlichkeitsstörungen" aus einer anderen Perspektive zu sehen.

Viele Grüße,
Sila
 
Nun, alle hier die mich länger kennen, wissen es ja schon.

Ich stehe Therapien grundsätzlich sehr sehr kritisch gegenüber. Ich kann daher deine gewissse Enttäuschung ob der Erfolglosigkeit verstehen, wenngleich es mich nicht sehr überrascht.
Falls Du Zeit und Lust hast, geh doch in die Bücherei und besorge die "Das Lexikon der Psychoirrtümer" von Rolf Degen. Sehr interessant.

Was deine ( vermeintliche ) Persönlichkeitsstörung anbelangt, ist wohl die allgemeine Zunahme der psychischen Erkrankungen in den letzten Jahren nicht auf eine grundlegende Änderung der Menschen, sondern eher auf eine sehr weite Fassungm der Kriterien zurückzuführen. Wenn man dann noch bedenkt, dass psychische Krankheiten ( nimm nur mal das neue Modewort Burn-out ) zur Zeit total in sind, Und wenn ein Arzt in der Fachzeitschrift ließt, dass eine immer größere Zahl von psychischen Krankheiten "übersehen" wird, ist es nicht ungewöhnlich, dass er wohl eher eine Depression zu viel als zu wenig diagnostiziert, um ja keinen Fehler zu machen.....
Die Diagnose kann also durchaus falsch sein. Um nicht jede psychische Macke gleich als schweres Ding zu sehen empfehle ich, wenn Du eh schon in der Büchi bist, "IRRE! Wir behandeln die Falschen. Unser Problem sind die Normalen." von Prof. Manfred Lütz, seines Zeichens Psychiater. Sein Leitspruch : "Das Gegenteil von normal ist nicht krank, sondern außergewöhnlich."

Dass Du dich ändern möchtest ist lobenswert aber auch sehr schwierig, enorm schwierig. Dies ist sicher mit ein Grund, warum auch die Therapeuten so oft keinen oder kaum Erfolg haben. Einen Menschen kann nicht mal schnell mit ein paar Stunden intensivem Gespräch "umpolen". Dass muss immer aus einem selber kommen, und der innere Schweinehund ist nicht unbedingt bissig, aber sehr sehr zäh. Oder um es mit berühmterem Munde auszudrücken :

"Eine Angewohnheit kann man nicht zum Fenster hinauswerfen. Man muss sie die Treppe hinunterboxen, Stufe für Stufe."
Mark Twain

In diesem Sinne wünsche ich dir, dass Du deinen persönlichen Boxkampf gewinnst.

Alles Gute.

Schlumpf
 

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