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Existenzängste

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Gast

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Hallo zusammen,

ich bin einfach so verzweifelt. Ich wollte eigentlich immer Lehrer werden und habe nun auch mein Lehramtsstudium abgeschlossen. Während verschiedener Tätigkeiten an Schulen während meines Studiums habe ich dann aber leider immer mehr gemerkt, dass ich mich in dem Beruf einfach nicht wohlfühle und völlig überfordert bin durch den Stress, den dieser Beruf mit sich bringt. Nun stehe ich da nach meinem Studium und möchte mich beruflich neu orientieren, aber ich komme mir so unselbstständig dabei vor. Ich habe an eine Ausbildung gedacht, aber die Unternehmen, bei denen ich mich gerne in meinem Umkreis bewerben würde, haben schon alle Plätze vergeben und jetzt stehe ich da und frage mich, was ich tun soll. Wenn ich mich nun erst für eine Ausbildung mit Start im August 2018 dort bewerben kann, was soll ich denn dann bis dahin machen??? Und was ist, wenn ich nicht mal dann einen Platz bekomme?! Diese ganze Situation zieht mich einfach so runter, dass ich richtig starke Existenzängste bekommen habe und vollkommen verzweifelt bin. Ich komme mir vor wie ein kleines Kind, das von der Welt keine Ahnung hat, und fühle mich total hilflos und verzweifelt. Ich möchte eigentlich nicht "irgendeine" Ausbildung beginnen, nur um möglichst schnell beginnen zu können. Ich würde mir schon gerne zumindest GANZ GROB aussuchen können, bei welchem Unternehmen ich die Ausbildung mache, und nicht bei einem Unternehmen die Ausbildung beginnen, nur weil das das einzige ist, wo man möglichst kurzfristig anfangen könnte.
Aufgrund der ganzen Situation zweifle ich mittlerweile schon ziemlich an mir selbst und an meinen Fähigkeiten, überhaupt für so eine Ausbildung geeignet zu sein, obwohl ich eigentlich ein sehr gutes Abi und auch einen sehr guten Abschluss des Studiums vorweisen kann. Andere hätten da vielleicht eher die Angst, unterfordert zu sein... Aber im Moment verunsichert mich die Situation einfach so, weil ich das Gefühl habe, dass mir einfach so eine "lebenspraktische Intelligenz" fehlt, um sich auch einen Weg bahnen zu können, wenn nicht jeder Schritt logisch direkt vorgegeben ist... 🙁 ...so wie es im Moment der Fall ist, da ich leider nicht direkt vom Studium in die Ausbildung übergehen kann... im Bereich der Fächer, die ich studiert habe, möchte ich aus verschiedenen Gründen eigentlich nicht so gerne arbeiten. Zum einen ist mir eine abgeschlossene Ausbildung wirklich wichtig. Die habe ich mit einem Lehramtsstudium noch nicht erreicht. Zum anderen kann ich mich mit den wenigen anderen Jobs, die ich mit meinen Fächern bestreiten könnte, leider gar nicht identifizieren. Vielleicht noch die Info: ich bin mittlerweile schon 28 und auch deshalb könnte es vielleicht schwierig werden, einen Ausbildungsplatz zu bekommen.

Danke fürs Lesen!

Ich freue mich über jede Hilfe!

Gruß
Jan
 
Hallo Jan,

ich kann deine Existenzängste recht gut nachvollziehen, da ich auch zuerst mit einem Studium begann, bei dem ich im Laufe der Zeit merkte, dass es nicht so ganz das richtige ist. Nach einer längeren Selbstfindungsphase, weiss ich jetzt, was ich will und handle auch dementsprechend...

Ich denke, dass es jetzt für dich wichtig ist, nicht in Panik zu geraten. Du solltest versuchen, in dem einen bzw. zwei Jahren Wartezeit nicht schlechtes zu sehen, sondern es für dich positiv zu nutzen.
Wie wäre es zB. mit einem oder mehreren Praktika in den Arbeitsbereichen, die dich interessieren? Oder einem Bundesfreiwilligendienst zur Überbrückung (Mögl. Dauer bis zu 24 Monaten)? Arbeiten in der Erwachsenbildung? Oder nochmal was ganz anderes?

Es ist halt auch immer die Frage, wo bzw. in welchem Arbeitsbereich Du später arbeiten möchtest und welchen finanziellen Spielraum Du hast. Eventuell könntest Du dich in einem größerem Umkreis bzw. deutschlandweit bewerben, wenn Du ortsungebunden bist.

Gruß
Sin
 
Hallo Sin,

vielen, vielen Dank für deine Antwort! Du scheinst mich zu verstehen 🙂
Das mit dem Freiwilligendienst klingt gut, ich habe da gerade mal nachgeschaut und wie es aussieht, scheint es keine Altersbegrenzung im Gegensatz zum FSJ zu geben. Weißt du zufällig, wie das mit der Zahlung der Unterkunft aussieht? Denn genau das ist ein wichtiger Punkt für mich. Ich würde super gerne Praktika machen, muss aber auch irgendwie meine Miete finanzieren und deshalb ist das mit unbezahlten Praktika leider eher ungünstig, obwohl ich es eigentlich sogar sehr wichtig finden würde :/ Bekommt man dann beim Freiwlligendienst ein Taschengeld + Unterkunftszuschuss? Kann man den Dienst zu jeder Zeit antreten?

Danke und viele Grüße
Jan
 

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