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Exfreundin übernachtet bei Freund

Eine noch frische Beziehung, ihr seht Euch nur 2 x wöchentlich, und da zieht er statt der Zeit mit Dir vor, diese Zeit mit einer Ex zu verbringen.

Für Freunde da zu sein ist wichtig.
Wenn die Freizeit knapp ist, die Paarzeit knapp ist, würde ich an einem der Tage ohne Partner Zeit vom Sport abknapsen, 2 Überstunden investieren und früher gehen, auf das abendliche TV-Sofa-Chillprogramm verzichten, aber doch nicht keine Zeit haben für diesen neuen, spannenden, aufregenden, begehrenswerten,...Menschen an meiner Seite. An den ich denke, den ich spüren möchte, dessen Lachen ich hören möchte,...

Und ich würde ihn nicht unnötig irritieren, verunsichern wollen.
Mich mit einem Expartner treffen und die Uhrzeit dafür selbst entscheiden würde ich auch. Eine Übernachtung würde ich ausklammern.
Selbst wenn das in Singlephasen so stattfand, kann man dem Expartner vermitteln, dass es das in einer Beziehung nicht geben wird.
Aber da muss jeder seine eigenen Prioritäten setzen.

Mein Freund versteht mich da halt leider nicht. Er sagt, dass es ihn sehr verletzt, dass ich ihm nicht vertraue. Die Ex ist quasi eine Exexex. Also das ist jetzt wohl 7 Jahre her. Aber dennoch.

Ich bin halt hin und hergerissen jetzt.

Vertrauen ist ein sehr wichtiges Thema in einer Beziehung. Ein zartes Pflänzchen, welches ein gutes Klina braucht um wachsen zu können.

Sein Gegenüber mit seinen Gefühlen, Bedürfnissen, Ängsten, Einstellungen ernst zu nehmen ist ein ebenso wichtiges Thema.
Sich da mit Empathie, Achtung und Respekt zu begegnen, sich zu bemühen, zu verstehen, sich zu bemühen, sich offen und ehrlich zu zeigen.

Nur so kann man dann gemeinsam nach einem Weg suchen, der für beide in Ordnung ist.

Er hat mir auch gesagt, dass er sich auch von seiner Freundin nicht sagen lässt, wen er in seine Wohnung einladen darf und wen nicht.

Das klingt, als wäre Euer Kommunikationsstil schwierig, eher trennend und Fronten bildend statt verbindend und lösungsorientiert.

Du kannst jetzt alles runterschlucken, Deine Meinung für Dich behalten und gute Miene zum Spiel machen.
Das bleibt dann den Rest der Beziehung so.

Du kannst Dich auf die Ebene wie-du-mir-so-ich-dir begeben. Das Spiel könnt ihr dann auch über Jahre spielen.

Oder Ihr seid an einer offenen, ehrlichen Kommunikation und an einem WIR interessiert und setzt Euch nah beieinander an einen Tisch und seht Euch zusammen an, was Euch da für ein komisches Ding "gegenübersitzt", erforscht es gemeinsam und überlegt, was Ihr nun damit anstellt. "Hey, schau mal, was meinst Du, ist das so groß, dass wir gemeinsam damit nicht fertig werden?" Und dann fällt Euch noch etwas auf, was bisher unbemerkt blieb: Auf seinem Shirt steht klein, in rot:
Macht.

Ah, stimmt, auch so ein Thema in Beziehungen! Einer hat immer etwas mehr, aber es sollte einigermaßen ausgewogen sein, man sollte sich damit wohlfühlen. Und dieses Austarieren steht hier wohl auch gerade auf dem Programm. Ha! Na komm, gehen wir es zusammen an.

Ein Tauziehen hattet ihr gerade, das fühlt sich nicht gut an, wenn einer den anderen über die Linie zerren will, richtig?
Also anders:
Welche Punkte sind dir wichtig, welche mir? Wo können wir uns treffen?
Wenn jeder bereit ist, sich am Seil entlang einen oder mehrere Schritte auf den anderen zuzubewegen, steht ihr nah beieinander, doch keiner musste seine Seite aufgeben.
Und auch keine Kraft mit Gezerre verschwenden.

Bisher sehe ich von Dir:
Treffen mit Ex - Verunsicherung, Ängste.
Trotzdem keine Forderung, darauf zu verzichten, sondern das grundsätzliche OK.
Den Wunsch, dass es keine Übernachtung gibt.
(Versuche für Dich selbst zu formulieren, warum das wichtig ist, was eine Übernachtung auslösen würde in Dir, was es mit Dir macht, wenn es keine gibt.)
Den Wunsch, eine Tageszeit für das Treffen bestimmen zu dürfen.

Bei ihm:
Er will das Treffen, die Übernachtung, ist nicht bereit, einen Milimeter davon abzuweichen.
Auf Dich geht er dabei gar nicht ein.


Es liegt also neben der Übernachtung plötzlich so einiges mehr auf dem Tisch.
Wie könnt Ihr das angehen?
Klappt es überhaupt, das gemeinsam anzugehen?

Hier stellen sich gerade Weichen, eine sehr entscheidende Beziehungsphase.
 
Hallo,

dass jemand noch Kontakt zu seiner Ex hat, wenn die Beziehung definitiv von beiden Seiten vorbei ist, wäre für mich noch okay. Aber zusammen in einem Zimmer übernachten, davor dann noch einen draufmachen und vermutlich mit Alkohol geht nicht. Da kann keiner eine Garantie geben, dass da nichts passiert - völlig egal, wie lange sie getrennt sind. Aber es ist dann vielleicht so schön kuschelig, man mag den anderen ja noch, man hat einen über den Durst getrunken, verspürt Bedürfnisse und die Ex ist ja auch noch so vertraut.

Egal, was Dein Freund Dir alles sagt und verspricht: die Hand würde ich dafür nicht ins Feuer legen. Ich finde es sowohl von Deinem Freund als auch von seiner Ex rücksichtslos, Dich überhaupt in so eine Situation zu bringen. Dann soll sie sich ein Zimmer nehmen, zurückfahren oder sonst was, aber bestimmt nicht bei ihm übernachten.

Ich würde meinen Freund niemals in so eine Situation bringen und würde auch, wenn ich die Ex wäre, die neue Freundin nicht so brüskieren. Das fühlt sich für mich nicht gut an und ich finde es sehr schade, dass er da so keine Rücksicht auf Dich nimmt.

Lg, Nina
 
Ich danke euch allen für die Antworten. Ihr habt mir wirklich in meinem Denkprozess geholfen.
Und ja, wir befinden uns wohl gerade in einer schwierigen Beziehungsphase. Ich bin halt so enttäuscht, dass er mich auch überhaupt nicht versteht bzw verstehen will. Insbesondere, weil ich sie ja nicht ganz aus seinem Leben haben möchte. Ich finde, dass ich durchaus Kompromisse eingehe, aber er nicht.

Ich habe ihm jetzt gesagt, dass ich das Ganze so schwierig finde, dass wir dringend mal persönlich darüber reden müssen. War ja jetzt viel auch nur am Telefon....Dafür möchte ich Zeit. Ich sagte ihm, dass ich jetzt mal eine Woche nichts mehr von ihm hören möchte und wir danach gerne nochmal reden können und er auch mal überlegen soll, wo er Kompromisse eingehen kann. Er sagte, dass er das tun werde, aber wie das Ganze ausgeht, weiß ich natürlich nicht...
 
Er hat mir auch gesagt, dass er sich auch von seiner Freundin nicht sagen lässt, wen er in seine Wohnung einladen darf und wen nicht.
Von wem dann? Er verletzt dich (Du hast es ihm gesagt) und er macht keine Kompromisse. Das ist schon ungewöhnlich, oder? Möchte man den Partner nicht glücklich machen?
In seine Wohnung ist das eine, die übernachten im selben Zimmer / Bett. Das ist nicht nur eine Einladung tagsüber.
 
Ich finde deine Entscheidung gut. Eine Beziehung besteht - wenn - aus Kompromissen beiderseits. Wenn das nicht möglich ist dann passt es halt nicht.

Eine Beziehung besteht IMMER aus Kompromissen.

Man kann dann halt einige Dinge nicht mehr tun, die man als Single könnte.
Klar kann man sich immer noch hinstellen und sagen, man sei ein freier Mensch und lasse sich nichts verbieten.
Der Partner ist aber genau so frei zu sagen, dass er bei einem bestimmten Verhalten nicht mehr mit ihm zusammen sein möchte, weil es nicht seinen Vorstellungen einer Beziehung entspricht.

In einer gesunden Beziehung wäge ich ab, ob mein Tun meinem Partner zumutbar ist oder nicht.
Und diese Sache hier würden wohl die allermeisten als nicht zumutbar einstufen.
 

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