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Ewige Einsamkeit - Lebenssinn?

Lily123

Neues Mitglied
Hallo!

Ich, w, 42, verzweifle am Leben. Ich versuche die Vorgeschichte so kurz wie möglich zu halten:

Mein Vater war gewalttätiger Alkoholiker, der meine Mutter und mich terrorisiert hat. Ich bin Einzelkind und meine Eltern sind ebenfalls Einzelkinder, daher gibt es keine weiteren Familienangehörigen. Mein Vater ist schon lange gestorben und ich habe mit meiner Mutter die einzige enge echte Bindung zu einem anderen Menschen, obwohl die Beziehung oft schwierig ist.

Freunde hatte ich nie, weil ich immer "anders" war - Kinder können grausam sein 🙁 Ich habe es auch bis jetzt nicht geschafft, Freundschaften aufzubauen, weil ich keine Nähe und Verbundenheit zu anderen Menschen aufbauen kann. Ich habe mit den Leuten einfach nichts gemeinsam und wurde auch schon zu oft verletzt und ausgenutzt (wann immer ich mich auf eine "Freundschaft" eingelassen habe, wurde ich nur ausgenutzt, aber sobald ich mal Stop sagte, war ich das Monster und die "Freundschaft" beendet.) In der Arbeit bin ich für Chef und Kollegen der Fußabtreter.

Seit langen Jahren bin ich in Therapie und inzwischen weiß ich, dass ich leichten Asperger-Autismus habe. Das erklärt für mich endlich mein Anderssein. Ich habe wirklich schon vieles versucht, und mit Menschen in Kontakt zu kommen, aber ich bin immer der Außenseiter geblieben.

Beziehung hatte ich genau eine mit Anfang 20, und die war schrecklich - denn ich bin leider asexuell 🙁 Damit kann ich das Thema Partnerschaft für immer vergessen 🙁

Der Job, den ich mache, hasse ich und ich mache ihn nur, weil ich mich und meine Mutter versorgen muss - sie ist nicht gesund und finanziell hat sie noch nie auf der Butterseite des Lebens gestanden. Solange ich meine Mama habe, kann ich die Einsamkeit im Rest meines "Lebens" ertragen. Aber ich habe große Angst, wenn das mal nicht mehr so ist. Dann habe ich absolut niemanden, dem ich wichtig bin, der mich liebhat, der überhaupt merken würde, wenn ich tot umfalle 🙁((

Was ist der Lebenssinn in so einem leeren, einsamen Leben?
 
Also es gibt ja viele Menschen, die absichtlich minimalistisch oder asketisch leben oder irgendwie enthaltsam sind -
bei denen ist das oft so , dass der Sinn der dahinter steht, die leere Lebensführung begründet, das ist ja im Grunde der Grund für die dann absichtlich erzeugte Lebensleere.

Bein Dir ist das aber ja etwas anderes - nur Du bist ja erst 42 und bei der heutigen Lebenserwartung könntest Du durchaus mehr Jahre leben , als Du schon gelebt hast , 84 ist in 42 Jahren kein Alter mehr , das werden dann viele ...

somit hast Du erst die Häflte oder weniger rum , da finde ich das verfrüht, so vom ganzen Leben zu sprechen, denn da kann sich doch noch ganz viel ändern.....
 
Der Punkt ist - DU musst etwas ändern, das tut niemand für Dich. Wo genau wäre etwas veränderbar in Deinem Leben und welche Veränderung wäre für Dich positiv, z. B. hinsichtlich des Jobs?
 
Was ist der Lebenssinn in so einem leeren, einsamen Leben?
Hallo Lily, willkommen hier im Forum.

Den Sinn darfst du für dich erkennen. Jeder sieht in etwas anderem einen Sinn.
Du könntest oder wirst es schon als sinnstiftend ansehen, deine Mutter mit zu versorgen.
Andere sehen es vielleicht als sinnvoll an, ihr Potenzial zu entfalten und damit evtl sogar etwas Gutes zu tun.
In was jemand einen Sinn in seinem Leben sieht, ist also sehr individuell.

Das du keine Kontakte aufbauen kannst, tut mir leid.
Mir geht's eigentlich so ähnlich, auch aus einer Alkoholiker Familie.
Hatte es gerade schon in einem anderen Thema geschrieben,- am besten fühlt man sich bei Menschen die ähnliches erfahren haben, verstanden und gehalten.
Ich habe es mir auch vorgenommen wieder zu solchen Selbsthilfe-Gruppe wie Alanon und auch EKS (erwachsene Kinder aus Alkoholkranker Familie) zu gehen.
Das kann ich auch nur empfehlen.
Und jedes Mal wenn ich es hier schreibe, erinnert es mich daran das ich das mal umsetzen sollte 😬😁

Ich hatte damals auch ein Buch dazu besorgt.
Mit dem treffenden Titel, "vom Überleben zur Genesung".

Ich könnte sauer auf mich sein, das ich diese Hilfen schon so lange kenne und nur halbherzig dran gegangen bin.

Viele andere Möglichkeiten um die Nachwirkungen dieser Erlebnisse in der Kindheit grundlegend zu verarbeiten sehe ich nicht.
Die Programme in diesen Gruppen basieren auf jahrelangen Erfahrungen.
Es gibt auch Therapeuten die dieses Thema aufnehmen, was ich wichtig finde, nachdem eine Therapeutin mir mal sagte, das sie zu dieser Thematik keine Erfahrungen hat und ich sei bei diesen Gruppen damit doch besser aufgehoben.
 
Hallo L.,

deine Situation hört sich nicht sehr verführerisch an.
Aber ich bin mir sicher, dass du schätzenswerte und liebenswerte Seiten hast. Aber ich kann mir nicht so richtig ein Bild von dir machen. Du scheinst gutmütig zu sein und kannst sehr viel wegstecken. Hast einen dicken Pelz. Andere könnten ihre Situation vielleicht nicht so gut annehmen?!
Aber du sammelst sehr wenig positive und aufbauende Erfahrungen, wie es mir scheint. Und das ist sehr wichtig. Für die Vorstellungen der eigenen Zukunft und der Abschätzung des eigenen Wohlbefindens. Und ich finde, dass du viele Opfer bringst dafür, dass du so wenig für dich behalten kannst und deine Lebensqualität. Wie Menschen sind alle soziale Tiere. Manche können es besser, andere nicht so gut. Die meisten profitieren davon, dass sie es zwar nicht so gut können, aber es gibt so viele Menschen, so schlecht reflektierte und so viele Möglichkeiten, dass es oft die Kälte ist, die andere lebenstrotzig macht. Aber es gibt Menschen, die wissen, dass es wichtig ist, wie man mit jemanden umgeht. Und solche Menschen brauchst du dringend. Die sich für einen und sein Wohlbefinden interessieren. Alleine aus dem sozialen Aspekt heraus.
Und das solltest du dir denke ich zum Ziel machen. Es gibt das, was man tun muss, wie das Leben nunmal ist und was man von einem erwartet. Aber es gibt auch das private, ganz eigene, freie und unabhängige Leben. Und man kann einfach mit jemandem zusammen leben. Egal ob Partnerschaft oder WG oder so. Der andere kann es auch schwer gahabt haben. Es 80 Mio Menschen in Deutschland und jeder hat seine eigene Geschichte. Und viele könnten es leichter haben, wenn sie sich nur kennen lernen würden und wollen würden. Und ich finde jeder Mensch sollte etwas tun, was diese Freiheit, die man heut zu Tage hat, auch in ein Leben umwandelt. Mit Hobbies, privatem Interesse und Aktivität.
Ich möchte dich einfach ermutigen daran fest zu halten, hilfreiche Menschen zu suchen und zu schätzen. Wenn daraus auch keine Lebensperspektive entstehen sollte. Es ist wirklich wichtig für das soziale Dasein, auch von Gutmenschen, dass man manchmal so gesehen wird. Und dazu brauch man auch Menschen, die es merken und schätzen.
Und ich hoffe, dass du dich vielleicht schaffst noch ein wenig mehr zu öffnen. Ich würde gerne wieder von dir lesen.
 
Hey @Lily123,

ich kann die Einsamkeit gut nachempfinden...finde es gut das du in Therapie bist. Bei solch Eltern hat man viel aufzuholen und zu verarbeiten.

Bei mir klappten Freundschaften meist auch nicht lange...weil gleich und gleich gesellt sich gern..also Leute die auch wie ich eine schwere Vergangenheit hatten und deswegen war es mir und ihnen nicht möglich eine lange Freundschaft zu führen...das weiß ich erst jetzt durch die Therapie und weil ich mich informiert habe und ehemalige Freundschaften reflektiert habe.
Normale Leute wollten mich eh nicht, die haben mich wegen der Andersartigkeit aussortiert...ist ja normal...die können sich ja auch garnicht in mich hinein versetzen/nachempfinden...und deswegen passte es einfach nicht.

Am ehesten klappt es echt mit ähnlich gestrickten Leuten, evtl. kannst du andere Autisten finden die auch asexuell sind? Auch Asexuelle können Beziehungen führen, mit anderen Asexuellen, aber vermutlich ist jemanden finden viel schwerer...aber nicht unmöglich, kenne sogar eine mit Asberger Autismus die glücklich in einer Beziehung ist.

Ich habe ja eine andere Diagnose als du, da wären ähnlich gestrickte Leute in der Beziehung katastrophal.
Aber was man so sieht in Dokus, so harmonieren Autisten mit Autisten gut?
Wäre eine Selbsthilfegruppe mit Autisten vlt. gut?
 

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