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EVT. TRIGGER! Bin ich krank oder eine H***?

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.... Dieser innere Widerstreit ist bei mir genauso stark. Vielleicht sollte ich nicht gleich in mein normales Leben zurückschnipsen, sondern diesen Konflikt lösen.

Ich komme gerade vom Arzt und habe mich wegen Krippe eine Woche krank schreiben lassen. Ich glaube schon das ein Psychologe ganz gut wäre. Ich traue mich nur nicht. Ich weiß nicht wie ich mit diesem Reden soll. Ich habe bisher nur mit meinem Freund über intime Dinge gesprochen. Auch will ich nicht dass es jemand erfährt. Die denken dann doch die ist ja irre oder nicht geeignet für ihren Job. Hat jemand hier Erfahrung mit Psychologen? Wie läuft das ab? Muss man alles erzählen? Was ist wenn ich merke das ich mit dem Psychologen/in nicht zurecht komme? Kann ich wechseln? Ich hoffe ich finde in der Woche den Mut das zu tun.

Liebe Gast-Schreiberin,

eine psychologische Betreuung sollte immer auch auf der Basis eines Vertrauensverhältnisses entstehen. Schließlich vertraust Du dem Psychologen / der Psychologin Wichtiges an, öffnest Dich. Dich zu öffnen erfordert Mut. Du gehst an etwas heran, was sich in Dir befindet und Deinen Konflikt auslöst. Dabei wäre es normal, dass Du Dich auch unwohl fühlst. Nur eben in Bezug auf den Psychologen/die Psychologin solltest Du eine vertrauensvolle Atmosphäre spüren. Wenn Du in Bezug auf den Psychologen/die Psychologin Dich unwohl fühlst, nicht angenommen, dann solltest Du wechseln. Ja, das ist möglich und sehr ratsam. Testbesuche sind durchaus möglich. Und dass Du nur zum Testen der Atmosphäre/Sympathie "heute hier" bist, kannst Du auch sagen.

Nur solltest Du berücksichtigen, dass der Psychologe nicht die Funktion übernimmt, für Dich moralische oder ethische Entscheidungen zu treffen. Er ist weder Dein Vater noch Deine Mutter. Abgabe von Deiner Verantwortung an den Psychologen ist kein Weg. Wenn Du für Dich ein "Leben als ...." als erstrebenswert empfindest, dann ist es so. Deine Ziele werden nach meiner Kenntnis immer respektiert, auch wenn der Psychologe diese für sich ablehnen würde.

Den Konflikt solltest so gut wie möglich beschreiben können. Ist es das Streiten der Gefühle "so fühle ich mich gut" gegen den Verstand "das ist falsch" ? Oder ist es das Fehlen von Entscheidungskriterien? Sollten Entscheidungskriterien von den Gefühlen oder vom Verstand aufgestellt werden? Die letzte Entscheidung, liebe Gast-Schreiberin, wird immer bei Dir liegen, nie bei einem Psychologen. Der Psychologe kann jedoch mit Dir genau herausarbeiten, was in Dir den Konflikt auslöst bzw. beeinflusst und kann Wege aufzeigen, damit umzugehen.

Alles Gute,
Nordrheiner
 
streitet euch bitte nicht wegen mir.

Ich mach das mal fett, denn wenn die Streithähne im Blutrausch sind, überlesen sie so kleine Zeilen leicht. 😀

Ich glaube schon das ein Psychologe ganz gut wäre. Ich traue mich nur nicht. Ich weiß nicht wie ich mit diesem Reden soll. Ich habe bisher nur mit meinem Freund über intime Dinge gesprochen. Auch will ich nicht dass es jemand erfährt. Die denken dann doch die ist ja irre oder nicht geeignet für ihren Job. Hat jemand hier Erfahrung mit Psychologen? Wie läuft das ab? Muss man alles erzählen? Was ist wenn ich merke das ich mit dem Psychologen/in nicht zurecht komme? Kann ich wechseln? Ich hoffe ich finde in der Woche den Mut das zu tun.

Du musst überhaupt nichts erzählen. Deine Ängste sind mehr als verständlich. Aber ein Therapeut lernt während seiner Ausbildung, wie er damit gut umgeht.
Natürlich unterliegt er oder sie der Schweigepflicht.
Und natürlich kannst du jederzeit abbrechen oder zu einem anderen gehen.
 
Die denken dann doch die ist ja irre oder nicht geeignet für ihren Job.

Liebe Gastschreiberin,

das würde vielleicht Dein Chef denken, oder Deine Kollegen/Kolleginnen.

Aber denen erzählst Du es ja nicht !!! Woher sollten sie es erfahren?

Ich kann Deine Verwirrtheit, die sich jetzt ja aber langsam auflöst, gut nachvollziehen. Du hast ein schlechtes Gewissen, weil Du etwas "unmoralisches" getan hast und es Dir erst noch gefallen hat. Aber es ist aufregend, oder??

Ich finde Du bist mutig, wie Du an Deine Grenzen gehst. Das wird sicher noch sehr viel auslösen in Dir. Aber Du wirst das Leben spüren. Und nicht eines Tages denken müssen, dass Du etwas verpasst hast, weil Du nicht aus Deinen anerzogenen Mustern raus konntest.
 
Meinen Text nicht verstanden oder nicht vollständig gelesen? Es scheint zumindest so. Wer spricht hier davon das ich jede Ethik und Moral ablehne? Freie Entfaltung ist eine der höchsten Moralvorstellungen die man entwickeln kann. Selbst ich bin da noch intolerant und habe so meine Problem auf einigen Gebieten. Z. B. mag ich keine freie Meinungsäußerung die Krieg, Folter etc. zum probaten und legitimen gesellschaftlichen Mittel erklärt. Im Gegenteil beschäftige ich mich beruflich täglich damit und muss mich leider gerade mit diesen von der heutigen Moral Verfolgten auseinander setzen. Der Mensch wird nicht durch Moral zum Menschen. Er ist vor allem durch seine Gefühle und Gedanken ein Mensch. Und jeder Mensch ist anders. Gerade diese Vielfalt macht uns zu dem was wir sind und nicht die Gleichschaltung. Moral wird in erheblichem Maß zur Gleichschaltung und zum gesellschaftlichen Machterhalt eingesetzt. Jeder der nicht dieser Moral entspricht ist in diesem Sinne schlecht. Dazu gibt es dann die unterschiedlichsten Betitelungen. Die eine ist ein Schlampe, H***, er ist Assozial, der nächste ein Vollidiot... oder wie sie es eben gerade mit mir tun unzurechnungsfähig, weil im wichtige menschliche Eigenschaften oder Verstand fehlen.

Ich durfte zweimal im meinem Leben eine neue Moral lernen. Einmal die im Osten und jetzt die Westliche. Deshalb habe ich vielleicht den Vorteil zu erkennen wie Moral als Instrument zur Unterdrückung eingesetzt wird. Die Kirche setzt Moral im Namen Gottes schon immer für ihre politischen Zwecke ein. Wer nur die Augen öffnet und einen Blick zurück in die kirchliche Geschichte wirft kann erkennen wie verheerend falsche moralische Grundsätze sind. Darauf mache ich hier aufmerksam, wie Moral als Instrument eingesetzt wird und wie sie sich selbst zum Werkzeug machen. Auch der Nationalsozialismus hatte seine Definition von Moral. Heute würden wir diese als unmoralisch ansehen. Aber wir tun heute nichts anderes nur sind die Level niedriger. Aber immer noch leiden darunter sehr viel Menschen. Gehen sie in einen Buchladen, dort werden sie eine Menge Werke finden, die den Menschen aus diesem moralischen Zwängen heraus zu helfen versuchen. Das bedeutet nicht das die Moral damit verschwindet, denn diese ist ein freies Gebilde das sich dynamisch an den Charakter der Gesellschaft anpasst. Eine tolerante und freie Gesellschaft hat auch eine tolerante und freie Moral die jedem die Möglichkeit zur freien Entfaltung gibt. Eine Ideologische Gesellschaft mit starken und eng gefassten Doktrinen hat auch sehr eng begrenzte Moralvorstellungen und schränkt die Menschen und die gesellschaftlichen Entwicklungspotentiale ein. Daran ist der Sozialismus zugrunde gegangen und aus diesem Grund verliert auch die Kirche stetig an Substanz und deshalb steht z. B. Russland auf sehr tönernen Füßen. In China kann man erkennen was eine Aufweitung der Moral an Kräften frei setzt. In den USA kann man dies auch erkennen nur in umgekehrter Richtung. Die Republikaner schränken die moralische Bandbreite der Gesellschaft seit vielen Jahren stetig ein. Sie sehen das Ergebnis.

Kommen wir zu unserem Problem zurück. Wenn die Grundlage der Moral eine falsche ist wird der Mensch
- zu einem Werkzeug wenn er der Moral folgt obwohl diese vor allem gesellschaftspolitische oder religiöse Ziele verfolgt
- zu einem Ausgegrenzten oder Verfolgten wenn er sich nicht entsprechend dieser Moral verhält und das auch in Deutschland
- krank wenn diese Moral nicht seinem naturell entspricht

Es ist hier wieder ihre Verachtung für jede andere Sicht als die ihre. Damit setzen sie ihre Verfolgung Andersdenkender fort. Auch wenn sie selbst das nicht so sehen möchten ist es aber in der Realität so. Warum sonst müssen sie mich angreifen und falsche Behauptungen aufstellen? Beweise oder Argumente warum ihre Argumente auf mich zutreffen liefern sie nicht. Das nennt man jemanden Denunzieren oder Mobben. Dies wiederum macht man um jemanden auszugrenzen. Machen es viele und entstehen der Person daraus Nachteile wird er vom Ausgegrenzten zum Verfolgten. Das würde auch mit mir hier passieren, wenn sich plötzlich die Mehrzahl der Forenteilnehmer auf ihre Seite schlägt und mich anfängt verbal anzugreifen. Vielleicht verstehen sie nun den Mechanismus der hinter dem Begriff Moral sich verbirgt. Moral verschwindet nicht, man kann sie nur neu überdenken, neu justieren...

Wikipedia sagt dazu in seine Eingangssatz zur Moral etwas treffliches: "Moral bezeichnet zumeist die faktischen Handlungsmuster, -konventionen, -regeln oder -prinzipien bestimmter Individuen, Gruppen oder Kulturen." Moral ist eben nichts universelles, sondern etwas das wir verantwortlich mit Inhalt füllen müssen. Meine grundsätzliche moralische Leitlinie ist nicht zu verurteilen, sondern zu verstehen warum etwas so geschieht wie es geschieht. Das ist für sie sicher schwer verständlich. Es ist ein wissenschaftlich intellektueller Ansatz. Natürlich habe auch ich meine moralische Leitlinien. Ich würde z. B. nie rauchen, nie auch nur einen Schluck Alkohol trinken wenn ich noch Autofahren muss, obwohl meine Fahrtüchtigkeit, Urteilsfähigkeit... gefühlt lange erhält. Aber ich kann fragen warum derjenige der mich gerade angreift dies tut. Was sein eigentliches Problem ist. Wer andere angreift hat meist ein Problem mit sich selbst. Mit diesem Schmerz kann dieser Mensch dann aber nicht umgehen und deswegen kanalisiert er diesen nach außen. Man kann diesen Menschen beobachten und nach einer Weile versteht man warum dieser so ist wie er ist. Man muss sich nicht persönlich angegriffen fühlen, weil der Angreifer ist die schwache Person und nicht ich. Also brauche ich der Person auch kein Leid zufügen. Es reicht fast immer die richtigen Worte zu finden oder eine klare Grenze zu ziehen. Ich war in meiner Jugend Kampfsportler und hab noch nie jemanden auch nur leicht geschlagen. Ich war Chef meines eigenen Unternehmens und habe nie einen meiner Mitarbeiter, Lieferanten, Kunden gemobbt, vorverurteilt... Aber ich habe mir dank dem politischen Umbruch in der DDR zur rechten Zeit für mich nie eine gesellschaftliche Moral zu eigen gemacht, sondern meine eigenen Grundsätze entwickeln können. Deswegen sind sie nicht in der Lage mich anzugreifen. Der Schmerz ist auf ihrer Seite. Sich selbst zu hinterfragen, zu reflektieren oder gar den Spiegel vorgehalten zu bekommen kann weh tun, wenn man merkt das man sich auf falschem Weg befindet. Man hat dann die Wahl zu erkennen das man sich auf falschem Weg befindet und es zu ändern. Aber die meisten verharren in ihrem Verhalten. Der innere Konflikt der zumindest unbewusst einen Schmerz der Seele auslöst wird dann nach außen in Angriffen gegen andere kanalisiert. Damit ist dann auch die Entscheidung für den alten Weg und damit für die Prägung die man hat gefallen.

Sie können gern behaupten sie seien Produkt ihres freien Willens. Das entspricht allerdings nicht der Realität. Man nennt es Prägungen. Die grundsätzlichen entstehen in der Kindheit durch Eltern, Geschwister, das nähere Umfeld und die Gesellschaft. Diese Prägungen können im Erwachsenenalter nur wenige Menschen tatsächlich durchbrechen. Meist gelingt lediglich eine Abmilderung oder leichte Neuausrichtung. Wer schon einmal gehört hat er sei wie sein Vater, seine Mutter der ahnt sicher was ich mit Prägung meine. Was wir gut und was wir schlecht finden wird in unser Hirn durch viele Wiederholungen auf neuronaler Ebene eingebrannt. Es bedarf sehr starker meist konfrontativer Reize oder starker Umbrüche und ein Ankommen in der Zeit nach dem Umbruch um diese Prägungen zu durchbrechen. Man kann das gut an Menschen der ehemaligen DDR sehen. Die sogenannten abgehängten oder linke Gesellschaftsgruppen haben immer noch eine starke Bindung nach oder Sympatie für Russland obwohl das Land sich fundamental verändert hat und mit der Sowjetunion so viel gemeinsam hat wie ein Apfelbaum mit einem Gänseblümchen. (Das soll keine Wertung sein) Ebenso sah war das mit der Generation die vom Nationalsozialismus geformt wurde so. Deshalb hat ja auch die Aufarbeitung in der BRD wo diese Menschen das Land danach mitgestaltet haben so lange gedauert. Schauen sie sich in der Welt um. Alle Menschen sind rein biochemisch im Gehirn gleich. Aber jeder Gesellschaftraum ist anders geprägt. Nimmt man ein Baby aus dem Iran und gibt es einer deutschen christlichen Familie, wird es ein Christ auch wenn es von einer muslimischen Familie gezeugt wurde. Er wird auch im überwiegenden Maße einen deutschen Charakter bekommen. Ein paar angeborene Charakterzüge werden erhalten bleiben. Aber sein Denken wird nicht einer iranisch Moral sondern einer deutschen entsprechen. Und es wird ein Leben lang ein erkennbarer Strang zu den erziehenden Elternteilen, Gesellschaft... erkennbar bleiben. Das wird selbst dann so bleiben, wenn dieses Kind im Erwachsenenalter zurück in sein Geburtsland geht. Er wird zwar durch diesen starken Umbruch in seinem Leben zum Teil überprägt, aber er wird immer ein Mensch aus zwei Welten bleiben, selbst wenn er danach strebt ganz ein Iraner zu werden. Auch ich kann obwohl ich weiß wie Prägungen funktionieren und wie man diese theoretisch auch komplett überprägen könnte ein Kind meiner Erziehung und meines Lebensumfeldes. Nicht alles ist positiv und ich würde mir wünschen das ich mehr könnte als diese Prägungen nur abzumildern. Aber um dies zu tun müsste ich Job, Umfeld, Elternhaus... aufgeben um alle Störfaktoren auszuschließen. Dann würde es noch Jahre harter Arbeit bedeuten bis diese alten neuronalen Strukturen völlig durch neu gebildete Verbindungen im Gehirn ersetzt wurden. Dann kann man auch tatsächlich nicht mehr in diese alten Verhaltens- und Denkmuster zurückfallen, weil die dazu notwendigen Strukturen im Gehirn nicht mehr vorhanden sind. Ich hoffe ich habe diese Ausflüge in die höhere Wissenschaft so weit herunter gebrochen das es auch Laien verstehen können.

Ich bitte sie alle hier andere Menschen weniger zu verurteilen und mehr mit diesen zu kommunizieren und versuchen zu verstehen was diese Menschen dazu bewegt hat das zu tun was sie getan haben. Die Auswirkungen auf diese Menschen die sich schon in einer zumeist seelischen Notlage befinden sind sonst unter Umständen sehr desaströs. Vielleicht nicht auf kurze Sicht, aber über die Jahre potenziert es sich. Unsere höchste moralische Aufgabe kann nur eine vorurteilsfreie Hilfe sein. Heben sie nicht den mahnenden Finger. Diese Menschen wissen bereits das sie etwas falsch gemacht haben oder sie bilden sich ein sie hätten etwas falsch gemacht. Wenn sie nicht mehr tun können als Moralpredigten zu halten, lassen sie es bitte lieber sein. Vielleicht ist an anderer Stelle ihre Hilfe gut. Es heißt ja nicht, das sie überhaupt nicht mehr helfen sollen. Das Sprichwort: "Reden ist Silber, Schweigen ist Gold." trifft hier ganz besonders zu. Die Wunden werden durch solches Verhalten nur vertieft. Wenn wie in diesem Fall eine Hilfesuchende fragt ob sie eine H*** ist, obwohl sie keine ist, ist es für sie sehr kontraproduktiv dann als solche bezeichnet zu werden. Die TE scheint charakterlich eher stark zu sein und bei ihr wird es wohl wenn sie sich in Behandlung begibt zu einer Auflösung ihres gordischen Knotens im Kopf zwischen Naturell und erlernter Moral geben. H*** bezeichnet im Germanischen eine Prostituierte. Im umgangssprachlichen Gebrauch wird auch eine Frau mit häufig wechselnden Geschlechtspartnern als solche Bezeichnet. Der Begriff ist aber stigmatisierend. Will man heute nicht verurteilen sagt man freizügig. Man nennt es Promiskuität wenn eine Person die Geschlechtspartner häufiger wechselt. Unsere nahen Verwandten sind alle sexuell so ausgerichtet und bei der menschlichen Sexualität zeichnet sich ab, das diese ebenso der Fall ist und Monogamie ein gesellschaftliches Konstrukt ist. Dieses befindet sich zunehmend in Auflösung. Ehen halten nur noch eine begrenzte Zeit oder immerhin 1/3 der Kinder wird mittlerweile außerehelich geboren. Die Ursache hierfür liegt in der Wahlfreiheit der Frau und den abnehmenden monetären Zwängen zur Bindung. Die Kirche nennt dieses Verhalten unmoralisch. Aber selbst in diesem starren System der katholischen Kirche wird darüber debattiert ob man diese Art der Moral durch eine neue ersetzt. Die TE braucht sich nicht zu schämen oder schuldig zu fühlen. Sie hat nichts verbotenes noch etwas unmoralisches getan. Wenn es in den Augen mancher unmoralisch ist, dann sind viele andere Menschen ebenso unmoralisch. Mind. 60 % der Frauen und Männer gehen in ihrem Leben fremd. Also mehr als die Hälfte will irgendwann einmal während ihrer Beziehung Sex mit einer anderen Person haben. Ist das moralischer es heimlich zu tun? Moralisch finde ich wenn die Partner von einander wissen welche Bedürfnisse sie haben und gemeinsam eine Lösung finden. Es steht mir mit dem Wissen welches ich darüber habe nicht zu das sexuelle Naturell einer Person zu verurteilen. Es entspricht noch lange nicht meinem Naturell. Ich lebe seit längerem monogam. Ich hatte aber auch schon eine Frau die ihre Promiskuität an meiner Seite und unter meinem Beisein ausgelebt hat, während ich weiterhin monogam war. Man kann es durchaus mit Liebe und nicht mit Schmerz betrachten wenn die eigene Partnerin glücklich über darüber ist sich ausleben und genießen zu können. Es mindert nicht meinen Selbstwert die Welt zu nehmen wie sie ist - bunt und vielfältig. Denn aus dieser Vielfalt zieht diese Welt ihre Kraft. Schauen sie sich um. Dort wo Vielfalt herrscht blüht auch diese Welt. Kalifornien ist so ein Beispiel. Dort mischen sich Kulturen aus Europa, Afrika und Asien. Silicon Valley, Hollywood, Tesla... liegen nicht ohne Grund in einem der liberalsten Bundesstaaten...
 
Lieber Nordrheiner,

ich beginne, dich zu verstehen. Das Fehlen einer in sich selbst gefestigten Persönlichkeit führt zu einem inneren Schmerz, sobald Du Dich mit anders denkenden Lebensweisen konfrontiert siehst. Daher soll möglichst niemand haben, was dir fehlt. Was macht das mit dir? Löst es z. B. Neid oder Wut aus?
 
Das Thema ist nun 5 Jahre alt und eine akute Hilfe natürlich nicht mehr möglich. Trotzdem möchte ich dazu antworten, weil andere Menschen evtl. auch in ähnlichen Situationen danach suchen. Es wäre auch sehr interessant zu hören, wie "die Sache ausgegangen ist".

Ich behaupte, dass die Themenerstellerin keineswegs unnormal ist und schon gar keine H***. Es mag ein klein wenig Naivität dabei gewesen zu sein, aber die Gefühle und Beweggründe sind absolut normal. Ich versuche das im Folgenden zu begründen.

Auch hier gilt: Frage 100 Leute und du bekommst 100 verschiedene Meinungen. Und die Antworten dieser Leute werden ganz wesentlich von 3 Faktoren abhängen. 1) Der sexuelle Erfahrungshorizont - auch über das Ehesexleben hinaus. 2) Das Alter. (Wobei das natürlich auch in Punkt 1 hineinspielt.) 3) Religiöse Gesichtspunkte.

Punkt 3: hier kann man verstandesgemäß wenig drehen und wenden. Leute, die in dieser Richtung diskutieren, wird man wohl kaum mit Argumenten kommen können. Sie werden das erlebte wohl fast ausnahmslos verurteilen. Es hängt dann vom Verurteilten ab, ob er das aus dieser Richtung kommende Urteil als richtig ansieht und es annehmen möchte oder nicht. Dazu müsste man aber vorher wissen, ob der Verurteiler zu dieser Gattung zu rechnen ist. Daraus folgt aber zwangsweise, dass man nicht alle negativen Antworten auf diesen Thread als gültig rechnen darf.

Zu den anderen 2 Punkten: Junge Leute sind instinktiv viel stärker auf Fortpflanzung programmiert als ältere. Das ist ganz natürlich und war schon immer so. Alles dreht sich um die Partnersuche und danach um den Aufbau der Familie. Irgendwann ist das mehr oder weniger abgeschlossen und der Mensch hat Zeit, sich um sich selbst Gedanken zu machen. Viele fallen genau dann in ein Loch und die vielbeschriebene Midlifecrisis tritt zu Tage. Sexuell proaktive Menschen, die sich in ihrem Erfahrungshorizont nicht nur auf das Eheleben beschränken wollen, merken oft gerade erst in einem Alter zwischen 40 und 60, dass es da noch mehr gibt: Andere Bedürnisse, Andere Leute. Andere Anziehungspunkte. Anderen Sex. Wo andere in dem Alter früher oder später zumachen, machen sie auf.

Ich behaupte, dass die beiden, in dem es in diesem Posting geht, in dieser Hinsicht einfach etwas früher dran waren. Es macht auch keinen Sinn, den Freund zu verurteilen, denn es war ja wohl mehr oder weniger abgesprochen. War sie wirklich so naiv? Von einer "Mutprobe" war die Rede. Also war zumindest der Kitzel da. Wie die Unsicherheit angesichts einer Wette, gewinnen oder verlieren zu können und sie im 2.Fall auch einlösen zu müssen. Oder war einfach unterschwellige, vielleicht auch unbewußte Begierde dabei, das zu erleben, was dann ja auch eintrat.

Wie auch immer. Sex ist so viel mehr, als einfach nur Fortpflanzung. So viel mehr als einfach nur Partnerschaft. Es ist auch ein Weg zum "Wer bin ich?" , "Was brauche ich?" , "Was erfüllt mich?". Es heißt: "Ein gutes Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen". Aber das kann auch ein langweiliges Kissen sein...
 
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