Polux
Aktives Mitglied
... allgemein, dass alles, was man entdeckte und bewies, vorher Theorie gewesen sein könnte, wenn auch manchmal nur kurz.
nejain... nicht wirklich. In der Naturwissenschaft steht an erster Stelle die 'Beobachtung'. Z.B. sah der Mensch den Regenbogen und hat sich gefragt wo der her kommt. Erklärungen wurden sich ausgedacht (im Prinzip 'Theorien' aufgestellt), eine ist z.B. 'ist eine Brücke zu der Götterwelt. Die Theorie wird vom Menschen 'getestet'. Die 'Brückentheorie' konnte irgendwann so nicht aufrecht erhalten werden (nach neuen Erkenntnissen wie z.B. Licht zusammengesetzt ist, und was dabei physikalisch passiert). Inzwischen kann man einen Regenbogen erklären, ja kann sogar mit einem Prisma seinen 'eigenen' machen. Deswegen wird ein Regenbogen nicht weniger 'schön'. Nur 'er braucht keinen Gott um zu erklären wie er entsteht'
'Theorie' heißt hier nicht 'man ist sich unsicher - so wie im alltäglichen Sprachgebrauch. Eine wissenschaftliche Theorie ist eine, auch mit anderen Disziplinen (Physik, Chemie, Geographie, Geologie, Biochemie usw.) in Einklang zu bringende Erklärung für ein beobachtetes Phänomen. Die Theorie wird solange als Arbeitsgrundlage benutzt, solange nicht widersprüchliche Beobachtungen gemacht werden. (*ein Beispiel unten)
Auch wenn es wie bei den meisten wissenschaftlichen Theorien noch Teilbereiche gibt die noch nicht geklärt sind, ja sogar, wenn die Theorie sich durch neue Erkenntnisse als völlig falsch herausstellt - ändert das nichts an dem Phänomen.
In Bezug auf die Evolution heißt das:
Evolution ist ein 'Fakt' und die Evolutionstheorie erklärt wie es funktioniert.
Alle Fossilienfunde passen vom Alter her genau in die Schicht in der sie liegen können. Noch kein einiges Säugetier ist z.B. 'vor der Zeit der Säugetiere' aufgetreten.
Na ja, sie haben große Spielräume, aber wie kommst du auf den Satz "die Arten sind veränderlich", nur weil Bakterien eine andere Nahrung zu sich nehmen? Allerdings bin ich kein Biochemiker und meine Fragen mögen zu einfach klingen.
Die Frage ist gar nicht 'einfach' sondern gut. Nur das Wort 'nur' kannst du streichen 😉.
Aus wiki:
"Der Modellorganismus ist Escherichia coli. Dieses Darmbakterium verwendet Glucose als natürliche Nahrungsquelle; mit Citrat als Kohlenstoffquelle kann der Wildtyp von E. coli nicht wachsen. Lenski setzt seit 1988 E. coli ohne drastische äußere Einflüsse – wie zum Beispiel harte Strahlung oder mutagene Chemikalien – einem Wachstumsmedium aus, das ein Minimalangebot an Glucose, aber ein Überangebot der nicht-metabolisierbaren Nahrungsquelle Citrat enthält."
Und zwar hat er mit einer Bakterie angefangen. Ein Individuum. Nachdem es sich in 12 Individuen geteilt hat er diese in 12 Flaschen mit Medium gesetzt. Lange hieß es für diese Bakterien: Keinen Zucker=Tod. Dass jetzt ein Stamm auf einmal Citrat verwerten kann ist einer (bzw. zwei) Mutationen zu verdanken. Diese Bakterien haben eine neue Eigenschaft erworben. Das dürfte es nach der der 'Schöpfer-Theorie' gar nicht geben. Danach können sich Arten nicht verändern.
Eine kurze Beschreibung des Experiments - das noch immer läuft soweit ich weiß findet sich hier: Richard Lenski...wie die dann rausgefunden haben, dass die bakterien nun auch was andres fressen konnten?
sie sind besser gewachsen, weil sie mehr zu Fressen hatten.
Wilder Smith war in der Tat Kreationist. Das 'Problem' mit Kreationisten und Intelligent Desinern ist, dass sie (noch) offene Fragen zum Anlass nehmen - in diesem Fall eine Theorie zur Entstehung von Leben - also eine Theorie wie aus unbelebter belebte Materie wurde, in Richtung eines 'Schöpfers' zu 'biegen'.
Was allerdings nichts 'erklärt'. Daher gehe ich nicht auf die genauen Kritikpunkte von Smith ein - denn sie sind nichts weiter als interessante Fragen und zeigen gut auf wo noch Forschungsbedarf besteht. Sind aber kein 'Beweis', für einen Schöpfer, oder, dass es nicht möglich sein, dass 'Leben' sich selbst 'organisiert'
(* Beobachtung: Alle Schwäne sind weiß
Theorie: Alle Vögel die wir Schwäne nennen sind weiß
Jemand der nach Australien reist kann schwarze Schwäne sehen (oder inzwischen auch im Zoo)
Theorie: Alle Schwäne sind weiß stimmt nicht ganz es gibt auch schwarze Schwäne.
Theorie anpassen: Alle Schwäne sind weiß oder schwarz.
Diese Theorie wird solange gehandelt bis jemand einen bunten Schwan findet. Dann wird diese Theorie überprüft werden.
Niemand wird einen bunten Schwan postulieren (behaupten) ohne Anlass - und falls er das tun sollte muss er die Belege bringen dass es bunte Schwäne gibt)