Nicht unbedingt.
1. Wer bewertet was gutes oder schlechtes Verhalten ist?
2. Du kannst ja z.B. Dein Kind von klein auf dazu erziehen böses zu tun, ohne dass es eine wirkliche Chance hat sein späteres handeln in Frage zu stellen. Wenn es dann böses tut, auf wessen Konto geht das negative Karma, dass Dein Kind im Leben anrichtet?
3. Noch komplizierter: Ein König schickt Soldaten in einen Krieg gegen hungernde Barbaren, die plündern weil sie kaum mehr zu Essen finden. Die Soldaten verletzen aus versehen Unschuldige. Wer bekommt das negative Karma, die Barbaren, der König oder die Soldaten? Oder alle etwas?
4. Klassischer Fall von gutem Willen: Du schenkst einem Freund zum Geburtstag einen Nusskuchen. Der ist schon leicht angeheitert und beisst gleich zu weil er sich freut etwas zu Essen zu bekommen. Was Du nicht wusstest ist, dass er eine Allergie gegen Nüsse hat. Er liegt 1 Woche im Krankenhaus. Hast Du schuld, Dein Freund oder Niemand?
5. Unerwarteter Fall: Du hast einen kleinen lieben Hund, den Du immer an der kurzen Leine hältst. Eines Tages beisst der kleine Hund aber ein vorbeilaufendes lautes Kind und verletzt es schwer, da es auch noch unglücklich stürzt dabei. Wer ist schuld, Du, Dein Hund oder das Kind?
6. Selbstjustiz: Du tötest den Mörder Deiner geliebten Freundin, da er straffrei davongekommen ist, weil ihm die Tat nicht gut nachweisbar war. Du aber hast gesehen und weisst genau was er getan hat und möchtest dass er eine Strafe bekommt.
Das ganze Prinzip mit dem Karma hinkt doch vorne und hinten.
Ein Richter würde in jedem Fall ein Urteil fällen. 2 oder 3 verschiedene Richter würden in dem einen oder anderen Punkt schon verschieden urteilen denke ich.
Wie also soll man wissen wann und wo man Karma anhäuft, wenn man unmöglich das zugrundeliegende Gesetz kennen kann nach dem gerichtet wird?
So ähnlich ist es doch mit jeder Religion, die in Himmel und Hölle bzw. Belohnung und Bestrafung unterteilt.
Ab wann ist denn etwas gutes Verhalten und ab wann schlechtes?
Das Thema ist so interessant, dass ich noch etwas hinzufügen möchte:
Man könnte nun sagen, Jemand hat immer dann wirklich schuld, wenn er seine Tat einsehen kann udn sich auch schuldig fühlt. D.h. er genau weiß, dass er etwas schlechtes getan hat.
Nun ist es aber so, es gibt labile oder abhängige Menschen und wenn 2 oder 3 andere auf ihn einreden "Du bist an allem schuld!" - dann glauben diese das auch irgendwann.
Dass die Anderen dabei nur von ihrer Schuld ablenken wollen, kommt ihnen vielleicht nicht in den Sinn. D.h. selbst das Prinzip der Einsichtsfähigkeit kann niemals gerecht sein.