Hallo Gast,
also ich behaupte nicht, dass Psychopharmaka die super rosa Glücksperlen sind, mit denen man dann auf rosa Wolken das Leben überschwebt. Die sind auch keine Ideallösung. Natürlich stumpft man damit ab, das bestreite ich nicht. Das kenne ich auch. Im Grunde verdrängt man damit nur seine Probleme. Aber man wird auch für andere Dinge wieder zuänglicher. Man liegt eben nicht mehr den ganzen Tag rum und weint, weil die ganze Welt so blöd ist. Man kann wieder etwas zulassen und hat Antrieb auch mal was zu tun. Du hast endogene Depressionen, Du hast keine Probleme, die das verursacht haben, also auch nichts zu verdrängen. Aber Du könntest zugänglicher für eventuelle Hilfen werden oder aus eigenem Antrieb wieder etwas tun. Das ist Dir in Deinem jetztigen Zustand verwehrt.
Ja, ich habe durchaus gelesen, dass das bei Dir nicht wirkt. Aber darum müssten die Ärzte um so mehr andere Dinge mit Dir tun. Ein EKT ambulant durchzuführen halte ich für sehr bedenklich. Das geht nun mal nicht gut. Aber es wäre doch noch eine Chance für Dich.
Und wenn Du hinterher alleine durchs Leben gehen willst, dann tust Du das eben. Aber vielleicht bekommst Du ja eine ganz andere Weltsicht, wenn es Dir wieder besser geht. Und wenn Du meinst, Du lebst dann immer noch von Hartz4, dann ist das eben so. Das tun viele. Man muss ja nicht den ganzen Tag Alkohol trinken. Tust Du das denn jetzt auch? Hilft Dir das? Es wäre ja aber auch möglich, das Du dann was anderes tun möchtest. Denn Deine Sicht auf die Welt wird wieder besser werden.
Das ist im Moment alles nur Deine Krankheit, die Dich so runterzieht. Das bist nicht Du. Natürlich hast Du früher auch schon nicht so toll über die Welt gedacht, aber glaube mir, das tun andere auch. Ich kenne solche Leute und trotzdem kommen sie mit dem Leben zurecht. Ohne Deine Krankheit könntest Du das auch!
Was wölltest Du eigentlich mit zwei Millionen Dollar anfangen? Und warum gerade Dollar?
Zu Deiner Gewalt. Tust Du denn Menschen momentan noch Gewalt an? Oder ist das lange her?
Zum Glücklich sein - Will das nicht jeder Mensch? Du wirst jetzt schreiben, nein, Du nicht. Aber bevor Du diese Depressionen hattest, wolltest Du das sicher auch.
Ich habe meine Probleme auch viele Jahre mit Antidepressiva runtergeschluckt. Dann habe ich funktioniert und war abgestumpft. Das stimmt. Es ist vieles an mir abgeprallt. Als ich damit aufgehört habe, war dann irgendwann das Maß voll und ich habe angefangen mich zu wehren. Leider geht es mir schon eine ganze Zeit auch sehr schlecht, ich weine oft und ich habe wieder Depressionen, weil sich nichts so ändert, wie ich es mir wünschen würde und weil ich die Vewrgangenheit nicht so einfach wegwischen kann. Manchmal denke ich dann, auch ich möchte lieber sterben. Aber das sind nur Momente, dann raffe ich mich wieder auf und denke, dass das Leben doch eigentlich noch viel zu bieten hat und es irgendwann vielleicht einmal wieder besser wird. Und das es weltweit viele Menschen gibt, denen es schlechter geht als mir.
LG Zebrafellchen