AW: Es wird niemals besser ...
Hallo, es macht mich traurig, wenn ich das so lese.
Das habe ich schon tausend mal gehört. Mich nicht.
Du hast nur diese eine Leben, nur diese eine Chance.
Das ist doch Quatsch. Wir leben einzig und alleine um uns zu reproduzieren. Zu mehr ist der Mensch auch nicht gut. Der Rest ist nur Ablenkung bis man sich wieder reproduzieren kann. Darauf habe ich keine Lust.
Ich bleibe aber dabei, dass niemand zu dumm zum Leben ist und von vornherein zum Scheitern verurteilt ist.
Habe ich auch so nicht behauptet. Ich bin aber trotzdem unfähig für mich zu sorgen und habe auch kein Interesse an irgendeinem Sozialleben oder Arbeit.
Du hast doch im Leben bisher schon was erreicht. Du hast Dein Leben bis hierher mehr oder weniger erfolgreich, geschafft. Ich nehme mal an Du bist nicht mehr ganz jung.
Dahinvegetieren kann jeder.
Ich kann verstehen, dass Du übel unter Deiner jetztigen Situation leidest und so nicht mehr leben möchtest. Aber es muss doch irgendeine Hilfe auch für Dich geben?
Warum sollte es? Die Pocken können wir bis heute nicht heilen.
Was hattest Du denn bisher für Medikamente? Hattest Du schon mal Tavor? Das hat richtig rein. Ich hatte das bisher noch nicht. Aber bis meine Antidepressiva wirken braucht es immer eine Woche.
Ich habe meine Antidepressiva mind. 5-6, teilweise 8 Wochen lang genommen. Citalopram, Cipralex, Zoloft, Agomelatin, Mirtazapin, Trevilor, Cymbalta, Elontril, Doxepin, Opipramol (zum Schlafen), ... müsste mal meine Liste rauskramen. Lithium Augmentation hatte ich auch schon. Ketamin und EKT wurde bei mir mehrfach abgelehnt. "Sie schaffen das schon so". Komisch, dabei wurde ich an drei verschiedenen Stellen mit einer Major Depression inkl. psychotischer Symptome diagnostiziert.
Die Medikamente lösen zwar Deine Probleme nicht, machen Dich aber ansprechbar für Hilfe. Dass Deine Therapien nicht gut waren, kann ich verstehen, leider gibt es viele unfähige Psychologen. Das habe ich auch erfahren müssen, viele machen es nur noch schlimmer. Ich hatte mal eine Neurologin, die hat mir sehr geholfen.
Die Medikamente haben bei mir Schwindel und Übelkeit ausgelöst, mehr nicht. Ist wohl genetisch, P450-Protein.
warum bist Du denn seelisch so kaputt?
Frag mich das mal. Ich wachte eines Tages einfach depressiv auf und dann ging das nicht mehr weg. Ich war schon als Kind komisch, wurde da schon teilweise isoliert. Wobei sich das dann besserte. In meiner ersten gymnasialen Klasse wurde ich zuerst gemobbt und fand keinen richtigen Anschluss. Mit dem Mobbern freundete ich mich dann sogar noch an. Mit Frauen machte ich keine Erfahrung. Eine Klasse musste ich wiederholen. In der neuen Klasse habe ich mir selbst nichts mehr anmerken lassen und nur oberflächliche Freundschaften aufgebaut. Sobald ich mein schlechtes Abi in der Tasche hatte, brach ich jegliche Kontakte sofort ab. Irgendwann ist man nur noch verbittert. Davon abgesehen kann ich mich einfach nicht selbst organisieren und habe auch einfach keine Lust dazu. Das Lustige ist, dass ich sozial gesehen einen eher positiven Hintergrund hatte und wir alle in unserer Familie eher überdurchschnittlich Intelligent sind. Trifft auch auf mich zu (hatte auch diverse Tests in Kliniken), aber ich kann es nicht nutzen. Permanente Kopfschmerzen, Konzentrationschwierigkeiten, ... Ist alles sinnlos.
Hast Du endogene Depressionen oder sind in Deinem Leben so schlimme Dinge passiert?
Manche Sachen hätte ich nicht tun sollen, aber unabhängig davon ist nichts passiert außer den Dingen da oben. Meine Depression ist schon intrinsisch. Es hat nicht einfach was mit einer falschen Perspektive oder so zu tun. Sowas mag man ja tatsächlich durch eine Therapie behandeln können. So wie die Angst vor Spinnen o.Ä.
Mir brennen aber oft sprichwörtlich die Nerven in Armen und Beinen, wenn Leute z.B. freundlich zu mir sind. Dabei rede ich nicht über die Bäckerin oder den Kassierer, sondern irgendwelche Mitmenschen. Schlimm war es, wenn ich irgendwo mitgegangen bin und sich dann alle unterhielten und ich wieder mal verloren im Raum herumstand. Dann brauchte nur jemand zu lachen und ich zuckte vor Schmerzen zusammen. So wie die Geiseln von irgendwelchen Terroristen, die gar keine Anstalten mehr machen sich zu wehren, bevor man sie enthauptet. Genauso fühle ich mich dann. Es ist sowieso ohne irgendeinen tieferen Sinn. Es gibt kein Schlüsselereignis welches mich geprägt hat.
Und die Sachen die ich durchgemacht habe, machen weltweit Millionen Menschen durch ohne auch nur halbwegs depressiv zu werden.
Was hast Du denn für Verhaltensstörungen? Magst Du darüber schreiben?
Nicht wirklich. Es fängt mit meinen Gedanken an welche echt gestört sind, meinem menschenverachtenden Weltbild bis hin zu tatsächlichen Handlungen. Meine Wohnung ist nicht einfach Messie-haft, sie ist dreckig. Wenn ich mal esse, was auch nicht häufig vorkommt, dann von dreckigen Tellern die voll mit Dingen sind die nicht raufgehören. Muss ich nicht im Detail beschreiben. Es ist einfach widerlich. So sieht auch der Rest meiner Wohnung aus.
Ich achte auch nicht mal ansatzweise auf mich selbst. Jede Woche starte ich einen neuen Versuch mich selbst zu erdrosseln. Es ist nur eine Frage des Trainings.